Frage von Andr3e, 43

Ist es sinnvoll nach der 10. Klasse die Fachoberschule zu besuchen?

Moinsen!

Also ich gehe zur Zeit in die 10. Klasse einer Realschule und in 2 Wochen muss ich mich entschieden haben, weil da die Anmeldungen für die FOS sind.

Das Ding ist, ich habe schon einen Ausbildungsplatz. Nur andererseits habe ich 1. nicht das Gefühl, dass das der Beruf ist, den ich 100% lernen möchte und 2. dass es vielleicht nicht besser ist, wenn man sich für die Berufswahl Zeit nimmt, bis man reifer ist.

Daher habe ich mich dafür entschieden die FOS (Zweig: Sozial) zu besuchen. Ich denke nämlich wenn man den sozialen Zweig nimmt, kommt das bei den meisten Berufen gut an. Außerdem interessiere ich mich mehr für Allgemeinbildung als für Mathe oder so nen Rotz, was man ja beispielsweise im Technikzweig lernt. Was meint ihr? Dazu kommt, dass meine Ausbildung recht weit weg ist und ich jeden Tag eine Stunde mit dem Zug fahren muss. Außerdem ist mein Gehalt sehr gering, das würde sich gerade so mit den Fahrtkosten im Monat decken... aber darum geht es ja nicht.

Trotzdem dieses "Jawoll, das will ich für immer Gefühl" habe ich bei der Ausbildung nicht und mir fällt im Moment auch keine andere ein.. sonst hätte ich mich ja beworben. Vielleicht kommt das ja noch und ich sollte mir tatsächlich noch die 2 Jahre Zeit nehmen und auf die FOS gehen... was denkt ihr?

Antwort
von Beaal, 23

Fachoberschule macht Sinn, wenn man auch ins Auge fasst, einmal studieren zu wollen.

Wenn nicht, gibt es vielleicht bessere Überbrückungen, wie das freiwillige Jahr, das es für verschiedene Bereiche gibt. Man bekommt schon etwas Geld, kann sich ausprobieren und sammelt Erfahrungen in der Praxis.

Eine Lehre zu beginnen, für die man nicht die nötige Motivation wegen mangelnden Interesses aufbringen kann, ist vlt auch nicht richtig, weil der Abbruch ggf. vorprogrammiert ist. Längere Fahrzeiten sind aber im Berufsleben nicht ungewöhnlich, das muss man schon aushalten!

Kommentar von Andr3e ,

und so ein "freiwilliges jahr" kommt gut bei einem künftigen arbeitgeber an?

Kommentar von Beaal ,

Ich denke, dass jede sinnvolle Nutzung der Lebenszeit gut ankommt. 

Wenn dabei noch praktische Erfahrungen gesammelt werden, umso mehr. Und je berufsnaher diese Erfahrungen sind, umso sinnvoller für den künftigen Arbeitgeber. 

Nicht zu unterschätzen sind neben den Fachkenntnissen die sozialen Kernkompetenzen, die man erwirbt. Man lernt ggf. in einem Team zu arbeiten, einen Arbeitsalltag zu bewältigen, Motivation und Zielstrebigkeit zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen  etc.. Als Mitarbeiter einen in dieser Beziehung gut gebildeten Menschen zu erwerben, ist schon ein bisschen "Gold wert".

Die Tätigkeit in freiwilligen Jahren ist auch gesellschaftlich oder kulturell wertvoll. Das Einkommen ist geringer als bei einem "normalem" Job. Dadurch zeigt man auch in dieser Hinsicht einen gewissen opferbereiten Einsatzwillen bzw., dass man auch mal Abstriche machen kann.

Wenn man gegenüber seinem künftigen Arbeitgeber diese Tätigkeit auf Nachfrage auch noch gut verkauft "Ich hatte daran ein besonderes Interesse, weil ... " anstelle von "Äh, ich wollte mal ein bisschen Zeit überbrücken und wusste nicht, was ich so machen sollte ..." kommt es auch noch besser an.

Natürlich kann man sich auch einen "normalen" Job zur Überbrückung suchen. Fachkenntnisse und soziale Kernkompetenzen erwirbt man da auch. Idealerweise hat der Job aber irgendetwas mit der künftigen Berufsrichtung zu tun (gleiche Sparte: Verwaltung, Technik, Soziales ...).

http://www.freiwilliges-jahr.de

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