Frage von BudhistPhen, 159

Ist es schlimm wenn man seine Religion wechselt?

Ich bin Christ und möchte nur zum Teil Buddhist werden um Ziele zu folgen.

Ist das möglich? Und wenn ich ein Buddhist bin, bin ich in Süd-Ost Asien willkommen?

Antwort
von Dxmklvw, 21

Was bedeutet in solchen Zusammenhängen "schlimm"?

Wer vom Regen ins Trockene geht, macht es, weil er es für richtig hält.

Wer vom Regen in die Traufe geht, macht es auch, weil er es für richtig hält.

Schlimm ist eigentlich nur, wenn man einen Irrglauben aufsitzt, es für den einzigen wahren Glauben hält und obendrein ganz fest glaubt, daß man in die Hölle kommt, wenn man den Irrglauben aufgibt.

Doch auch dabei gilt, daß es immer nur die anderen sind, die so etwas für schlimm halten. Die Betroffenen selbst sind oftmals sogar so gestrickt, daß sie ihren Status nicht für schlimm halten, sondern ihn genießen.

Antwort
von 2Pac2, 36

Du darfst dir deine Religion frei wählen, aber solltest besser deinem Gott treu bleiben.

Kommentar von dhammo ,

Wem? Gott? Wer ist DAS denn ....... und warum besser ?

Antwort
von Netie, 12

Tu, was du nicht lassen kannst. Doch ob es dir dann so gefällt?

Antwort
von CountDracula, 20

Hallo,

aus buddhistischer Sicht sollte das kein größeres Problem darstellen.

Hast Du schon einmal von christlichem Zen gehört? Einige Kirchengemeiden bieten mittlerweile sogar Kurse in Zen-Meditation an.

Kommentar von Enzylexikon ,

Ich bin im Bezug auf "christliches Zen" zwar skeptisch, kann aber die Aussage mit den Kirchengemeinden bestätigen.

Ich habe selbst schon mit dem evangelischen Pfarrer Stefan Matthias geübt, der eine Gemeinde in Berlin leitet.

http://www.evtaborgemeinde.de/Meditation/Meditation.htm

Kommentar von CountDracula ,

Von diesem Skeptizismus habe ich in buddhistischen Gruppen auch schon öfter gehört. Manche sagen, dass "richtige Zen-Buddhisten" christliches Zen nicht ernstnehmen. Laut anderen verschandelt christliches Zen das "ursprüngliche Zen".

Dabei sind wir vom ursprünglichen Buddhismus wahrscheinlich sowieso schon weit weg. Als er sich über die Jahrhunderte hinweg verbreitet hat, hat er sich auch mit regionalen Kulturen und Religionen vermischt. So sind die verschiedenen Richtungen entstanden.

Ich jedenfalls finde christliches Zen durchaus interessant. Wer weiß - vielleicht entsteht hier in Europa gerade eine ganz neue Richtung?

Antwort
von CountDracula, 19

An diejenigen, die meinen, anderen hier ungefragt ihre Meinung aufzwängen zu müssen:

Bei allem Respekt - das ist nicht besonders freundlich von euch. Wenn ihr nicht an Gott glaubt, ist das völlig in Ordnung.

Die Frage war hier aber nicht, ob es Gott gibt oder nicht.

Kommentar von dhammo ,

bei allem Respekt - die ist aber ständig im Raum - weil jem. darüber schreibt - also - die Frage kann man auch stellen .....

Kommentar von CountDracula ,

Stimmt. Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass man die Frage nicht stellen darf. Die Frage, die BuddhistPen hier gestellt hat, war aber nicht, ob es Gott gibt oder nicht. Deswegen sind Antworten wie "Gott gibt es nicht" hier nicht hilfreich.

Antwort
von musso, 24

Da Budda kein Gott ist, kann ein Christ Buddhist sein. Die Lehren ergänzen sich gut

Kommentar von CountDracula ,

Ja, finde ich auch. Obwohl ich nicht an Gott glaube, gefallen mir einige Inhalte des Christentums. Aussagen von Jesus zum Beispiel.

Es gibt da eine kleine Geschichte, die man sich im Buddhismus manchmal erzählt: Im alten Tibet erfuhr ein buddhistischer Lehrer vom Christentum. Er bat seinen Schüler, etwas über diese neue Religion herauszufinden und ihm davon zu berichten. Also ging der Schüler mehrere Jahre lang auf Wanderschaft, und als er zurückkehrte, sagte er zum Lehrer: "Der Begründer dieser Religion muss mindestens ein erwachtes Wesen gewesen sein."

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 18

Ich bin Buddhist und werde dir auf deine Frage antworten

Diese und deine zweite Frage zeigen, dass du dich offenbar noch nicht besonders ausführlich mit dem Buddhismus befasst hast.

Ich bin Christ und möchte nur zum Teil Buddhist werden um Ziele zu folgen.

Ein "bisschen Buddhist" werden ist genau so möglich wie "ein bisschen schwanger" zu sein.

Natürlich kann beispielsweise ein Christ auch buddhistische Meditation üben, einfach weil er zu mehr innerer Ruhe kommen will - dadurch wird man aber nicht automatisch auch zum Buddhisten.

Ich habe schon mit Menschen vieler Konfessionen gemeinsam buddhistische Meditation geübt, ohne dass deswegen jemand auf die Idee gekommen wäre, deswegen Buddhist zu werden.

Außerdem gibt es deutliche philosophische bzw. theologische  Gegensätze zwischen Christentum und Buddhismus, die man nicht vernachlässigen sollte.

Selbsterlösung vs. Heil in Christus

Im Buddhismus befreit der Mensch sich selbst. Im Christentum ist dies nur durch den Glauben an Jesus Christus möglich. Jemand, der also glaubt sich durch eigene Kraft aus dem Leiden befreien zu können, widerspricht damit offenbar der christlichen Lehre.

Offenheit vs. Alleinigkeitsanspruch

Der Buddhismus behauptet nicht, der einzige, oder beste Weg zur Befreiung für alle Menschen zu sein. Man geht davon aus, dass ein Mensch, auch ohne von der Lehre Buddhas zu wissen, die Befreiung erlangen kann.

Im Christentum liegt das Heil alleine bei dem Glauben an Gott und die Botschaft Jesu.

Absolute Vergänglichkeit vs. Ewigkeit Gottes

Buddha schwieg über viele metaphysische und spirituelle Themen, weil sie seiner Ansicht nach nicht zur Befreiung führen würden und Fragen danach nicht zu beantworten wären  - Gott, Schöpfung usw. waren nie ein Thema seiner Reden.

Der Buddhismus lehrt, dass es nichts ewiges gibt, sondern alles der Vergänglichkeit und dem Wandel unterworfen ist. Das steht im Widerspruch zur Lehre von einem ewigen allmächtigen Gott.

Das Christentum hat zudem eine ganze Schöpfungsgeschichte, berichtet von zahlreichen übernatürlichen Wundern, Gesprächen mit Gott...das hat wiederum mit Buddhismus nichts zu tun.

Selbstverantwortung vs. Gnade Gottes

Im Buddhismus ist der Mensch absolut für sich und sein Handeln selbst verantwortlich und wird immer eine Auswirkung seines Handelns erleben.

Bei moralischen Fehlern gibt es niemanden, den er durch Gebet anflehen und um Gnade bitten kann - die Folgen seines Handelns sind nicht umkehrbar.

Ein Christ kann dagegen, wenn er aufrichtig bereut und ggf. Buße tut, auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen. In der ursprünglichen Lehre Buddhas gibt es eine solche "Begnadigung" nicht.

Verfehlungen und Richtlinien vs. Gebote und Sünden

Im Buddhismus gibt es keinen Gott, daher auch keine göttlichen Gebote und keine Sünden dagegen, die von einem Gott bestraft werden.

Dort gibt es nur Richtlinien für ein Verhalten, das möglichst wenig Leiden schaffen soll, in Form der fünf Sittlichkeitsgelübde, die man freiwillig auf sich nimmt.

Eine Bestrafung durch irgendeinen Gott gibt es nicht - man muss lediglich mit den Folgen seines Handelns leben.

Endgültige Verlöschung vs. Reich Gottes

Das Ziel des Buddhismus ist es - je nach Tradition - entweder alleine zu Erwachen und mit dem körperlichen Tod endgültig zu verlöschen, oder aber alle Wesen zur Befreiung zu verhelfen.

Im Christentum ist vom Reich Gottes die Rede, das spätestens nach der Apokalypse, wenn der Antichrist endgültig besiegt wird, eintreten wird.

Wieder gibt es das Problem "ewiger Existenz", "übernatürlicher Wesen" und die totalitäre christliche Lehre "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich"

Du siehst also, dass es deutliche Widersprüche gibt, die ein gleichzeitiges Bekenntnis zu beiden Konfessionen schwierig machen können

Und wenn ich ein Buddhist bin, bin ich in Süd-Ost Asien willkommen?

Mit gültigen Dokumenten bist du auch als Atheist, Christ, oder Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters willkommen.

Kann ich vom christlichen Glaube nach dem Tod bestraft werden?

Wenn du als Christ vom Glauben an Christus abfällst, ist das vermutlich aus christlicher Sicht zumindest eine Sünde.

Wenn du Buddhist bist, sind Behauptungen anderer Religionen über das Reich Gottes, oder eine mögliche Verdammnis für dich ohne Bedeutung, da sie nichts mit dem Buddhismus zu tun haben.

Wenn du allerdings die "Strafe Gottes" fürchtest, bist du ganz offensichtlich kein Buddhist und die buddhistische Lehre entspricht nicht deinen Vorstellungen.

Kommentar von RudolfFischer ,

Danke für die lehrreiche Gegenüberstellung, da war mir vieles neu (am Buddhismus). Die Lehren des Christentums hast du etwas altbacken dargestellt. Das Heil kann jemand auch ohne den Glauben an Gott oder Jesus erlangen, sonst wären ja alle Menschen, die vor Christus gelebt haben oder die nie die Chance hatten, von ihm zu hören, verloren.

Das ist nicht der Fall, sondern alle, die sich im Leben auch im Sinne etwa der buddhistischen Ideale bemüht haben, glauben sozusagen an Gott, ohne ihn kennengelernt zu haben. Etwa Buddha selbst.

Das passiert dann nach dem Tode, und es reicht meiner Überzeugung nach dann, sich Gott zu übergeben, um ewig mit ihm zu leben, wenn man das will.

Es wird niemand gezwungen, hier auf der Erde an Christus zu glauben, so wie auch niemand gezwungen wird, einen guten Weg zu gehen. Wer sich von Christus löst, schwächt seine Beziehung zu Gott und erhöht seine Gottesferne, was der moderne Ausdruck für Sünde ist. In dem Weiterentferntsein liegt gleichzeitig die "Strafe", da muss Gott nicht aktiv werden und wird es auch nicht. Im Buddhismus wird eine Abkehr von dessen Idealen wohl genauso dieselben Folgen haben.

Ich stelle abschließend fest, dass Christen und Buddhisten keine Schwierigkeiten haben sollten, in Frieden und Respekt miteinander zu leben.

Kommentar von Enzylexikon ,

Die Lehren des Christentums hast du etwas altbacken dargestellt

Es freut mich, wenn es auch positivere Interpretationen der christlichen Lehre gibt. Was man teilweise so zu hören bekommt, ist dann doch recht einengend. Schön, wenn es andere Ansichten gibt.

Ich stelle abschließend fest, dass Christen und Buddhisten keine
Schwierigkeiten haben sollten, in Frieden und Respekt miteinander zu leben.

Das unterschreibe ich gerne - solch ein Idealfall ist auch aus meiner Sicht absolut wünschenswert und ich lebe problemlos mit Menschen anderer Konfessionen zusammen.

Fanatiker jeder Religion werden zwar vermutlich immer eine Rechtfertigung für ihren Terror finden können, sind aber glücklicherweise nicht repräsentativ.

Kommentar von RudolfFischer ,

Enzylexikon: "Es freut mich, wenn es auch positivere Interpretationen der christlichen Lehre gibt. Was man teilweise so zu hören bekommt, ist dann doch recht einengend. Schön, wenn es andere Ansichten gibt."

Es gibt sie nicht nur, sie repräsentieren den heutigen christlichen Glauben, wie er weit überwiegend von den Theologen und aktiven Christen vertreten wird. Mit radikalen christlichen Freikirchen etwa der USA hat das nichts gemeinsam.

Die meisten Leute haben ein Christentum im Kopf, dass noch auf die vorkonziliäre Zeit des 2. Vaticanums zurückgeht, als die Leute bei Strafe noch zu allem gezwungen wurden. Davon haben sich die meisten der damaligen Christen befreit: der Großteil ist abständig, ein aktiver Kern ist geblieben.

Wer letzteren erleben will, soll doch mal die Kirchentage (ob katholisch oder evangelisch) besuchen. Der dortige Geist ist aktuell. Nur Rom hinkt gewaltig hinterher. Hoffentlich schafft es Papst Franziskus, den ganzen alten Kurienmuff komplett zu erneuern. 

Antwort
von AriZona04, 34

Was ist schon schlimm? Wir haben in Deutschland Religionsfreiheit und die kannst Du ausleben! Nur, weil Dir eine Religion als Baby aufgezwungen wurde, musst Du diese doch nicht akzeptieren? Was kann Dir denn passieren, wenn Du Dich umentscheidest? Dein früherer Gott erschlägt Dich mit einem Blitz??

Kommentar von BudhistPhen ,

Kann ich vom christlichen Glaube nach dem Tod bestraft werden?

Kommentar von AriZona04 ,

Ich hab Dir gerade weiter unten diese Frage beantwortet. Ich sage, es gibt keinen Gott.

Kommentar von BudhistPhen ,

Doch warum betet man dann in der Kirche? Im Christentum gibt es einen Gott

Kommentar von AriZona04 ,

Ich nehme mir die Freiheit zu sagen, es gibt keinen Gott!

Kommentar von mairse ,

Ich dachte du willst Buddhist sein? Buddhisten glauben an keinen Gott der die bestraft weil sie an etwas bestimmtes glauben oder nicht glauben.

Kommentar von Zicke52 ,

@BudhistPhen: Ja. Aber der Strafe nach dem Tod entkommst du sowieso nicht. Bleibst du beim Christentum, bestraft dich nämlich der islamische Gott. Und verlässt du das Christentum, bestraft dich der christliche Gott.

Also nimm's mit Philosophie, an Dinge, die man nicht ändern kann, soll man keine Gedanken verschwenden.

Der Buddha hingegen tut dir nichts, der war zum Glück nur ein Mensch und ist deshalb nicht so extrem eifersüchtig wie es Götter nun mal sind. Du musst nicht mal deine Religion aufgeben, um Buddhist zu werden. Allerdings kann Buddha dich nicht vor den Göttern beschützen, das liegt nicht in seiner Macht.

Antwort
von TheZyrus, 29

Jeder darf das glauben, was er will! :)

Kommentar von BudhistPhen ,

Werde ich nach dem Tod bestraft? 

Kommentar von AriZona04 ,

Wenn Du mich fragst - ich bin kein Gott - dann "nein"! Nach dem Tod kommt nämlich nix mehr - gar nix!

Kommentar von BudhistPhen ,

Glaubst du nicht an Himmel und Hölle?

Kommentar von dhammo ,

von WEM denn?

Kommentar von Muslimhelper ,

Hey...also laut Islam wirst du dann sicher bestraft aber Allah weiß es am besten... In der Bibel habe ich aber auch oft Verse gelesen in denen steht das es streng verboten ist solche Statuen anzubeten und so also Buddhist oder sowas zu sein...laut dem Judentum bin ich mir nicht sicher aber ich würde auch auf ja tippen.

Kommentar von CountDracula ,

Also, ich bin Buddhist und bete keine Statuen an. Der Grund, wieso ich Buddha-Statuen aufstelle, ist, dass ich so immer wieder an die Lehren Buddhas erinnert werde.

Kommentar von Muslimhelper ,

Aber warum hast du Angst davor?.. Dann glaubs du doch an Gott, Himmel und Hölle warum dann Buddhist werden ?  

Antwort
von nowka20, 12

das ist möglich, aber ob du willkommen in asien bist, hängt von deiner einstellung zum menschen ab.

Antwort
von nguyentrungduc, 14

Du meinst bestimmt Laienbuddhist. 

Antwort
von Hamburger02, 17

Der Dalaih Lama sagt sinngemäß zu diesem Thema: ja, jeder kann frei entscheiden, welcher Religion er angehören möchte und er würde nie einen Suchenden abweisen.
Dennoch empfiehlt er, die "guten" Ziele innerhalb seiner eigenen Religion zu verfolgen, denn in deren Tradition sei er tiefer verwurzelt.

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