Frage von DarkWolf922, 212

Ist es schlimm Verwandte zu haben die ranghohe Offiziere in der NVA waren ?

Ist das schlecht?Irgendjemand meinte mal dass so etwas schlecht wäre.

Antwort
von Lazarius, 114

Was soll daran schlecht oder schlimm sein? Keiner kann was für seine Verwandten.

Die damaligen NVA-Offiziere handelten damals im Rahmen der bestehenden Gesetze und getreu ihrem Eid.
Sie waren bemüht den Frieden in der Welt zu erhalten und hatten großen Anteil an der Ausgewogenheit des Kräfteverhältnisses zwischen der NATO und den Warschauer Vertragsstaaten.

Antwort
von Woropa, 93

Nein, das ist nicht schlimm. Du kannst doch nichts für den Beruf von deinen Verwandten. Diese Leute haben in einem anderen Gesellschaftssystem gelebt als das, das es heute in der Bundesrepublik gibt.  Da haben sie sich dann eben angepasst und auf ihre Weise mitgewirkt in diesem Staat. Sicher haben sie inzwischen auch eingesehen, das manche ihrer damaligen Handlungen und Entscheidungen falsch waren.

Kommentar von Huckebein ,

Sicher haben sie inzwischen auch eingesehen, das manche ihrer damaligen Handlungen und Entscheidungen falsch waren.

Ich würde den Satz etwas umstellen:

Sicher haben manche inzwischen auch eingesehen, dass es für sie persönlich besser wäre,  ihrer damaligen Handlungen und Entscheidungen als falsch zu erklären.

Letzteres betrifft durchaus nicht alle. Viele halten ihren Mund oder verteidigen das, was sie getan haben, d.h. sie gehen in die Offensive...
Aber darüber nachzudenken überfordert sicherlich den eine oder den anderen.

Antwort
von BarbaraAndree, 117

Einfache eine dumme Bemerkung" das ist schlecht".Jeder hat seine Vergangenheit. Dieser Jemand sollte sich mit solchen Bemerkungen bei einem Menschen zurückhalten, der sich seine Verwandten nicht aussuchen kann.

Kommentar von DarkWolf922 ,

Also es ist heute nix daran verboten oder so?Und schlecht also auch nicht,das heißt man könnte sich mit jemanden darüber normal unterhalten?

Kommentar von BarbaraAndree ,

Ich denke, dass die Geschichte inzwischen aufgearbeitet sein dürfte und dass du dich darüber normal unterhalten kannst.

Antwort
von amdros, 101

Irgendjemand meinte mal dass so etwas......

....... davon kommt..die Meinung..weil er absolut keinen blassen Schimmer hat..was die Bundesrepublik und die ehem. DDR voneinander trennt..getrennt hat!

Wissen und Vermutungen helfen niemanden und man sollte sich nicht von Äußerungen Nichtwissender verunsichern lassen!

Kommentar von DarkWolf922 ,

Ok,Danke

Antwort
von beangato, 115

Nö, das ist nicht schlimm.

Jeder Mensch hat seine Vergangenheit - und Deine Verwandten eben diese.

Antwort
von PeVau, 106

Was soll daran schlecht sein? Die NVA hat im Gegensatz zur Bundeswehr keinen einzigen Krieg geführt und war schon gar nicht an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beteiligt.

Damit waren deine Verwandten in einer echten Armee des Friedens und du hast allen Grund, stolz darauf zu sein, selbst wenn es ein paar Hohlköpfe gibt, die das nicht begreifen wollen.

Kommentar von VeritasUna ,

Das Schießen auf die Flüchtlinge an der Grenze diente auch der Friedenserhaltung?

Kommentar von PeVau ,

Dass die Staatsgrenze der DDR zur BRD nicht nur eine Grenze zwischen zwei Staaten, sondern auch eine Grenze zwischen zwei bis an die Zähne bewaffneten und feindlich gegenüberstehenden Blöcken war, ist dir sicher nicht entgangen.

Dass schon alleine deshalb eine solche Grenze militärisch gesichert war, ist auch nicht weiter verwunderlich. Und bei militärisch gesicherten Objekten ist in jedem Land der Welt die Anwendung der Schusswaffe als Ultima Ratio vorgesehen.

Und ja, eine sicher Grenze diente auch dem Friedenserhalt. Das kann ich dir gerne erläutern, falls du das nicht verstehst.

Kommentar von VeritasUna ,

Nicht nötig, trotzdem danke für das Angebot.

Dass eine sichere Grenze zwischen zwei verfeindeten Staaten unter Umständen dem Friedenserhalt dienen kann, stelle ich nicht in Frage.

Das Schießen auf die Flüchtlinge an der deutsch-deutschen Grenze betrachte ich allerdings keinesfalls als eine Friedenserhaltungsmaßnahme.

Es gab natürlich auch legale Ausreise-Möglichkeiten, nämlich den Ausreiseantrag zu stellen.

Allerdings habe ich auch miterlebt, wie mit solchen Leuten dann umgegangen wurde (kannte und kenne persönlich mehrere). Viele versuchten dieser Schikane aus dem Weg zu gehen und riskierten lieber die Flucht.

Antwort
von Accountowner08, 91

Na ja brüsten würde ich mich damit nicht, aber du kannst ja eh nichts dafür, also brauchst du dich auch nicht unbedingt zu schämen...

Kommentar von Huckebein ,

Richtig, brüsten könnte man sich dann, wenn man ranghoher Offizier z.B. in der US-Armee gewesen wäre oder ist ...:)

Kommentar von Accountowner08 ,

Damit würde ich mich auch nicht unbedingt brüsten... Vielleicht würde ich mich mit einem Onkel brüsten, der ein berühmter Dirigent ist oder so...

Kommentar von Huckebein ,

 Ich habe das ironisch gemeint.

Antwort
von Grauhaariger, 49

Generell sage ich erstmal ...nein.

Doch man sollte es sich auch nicht so einfach machen. Was ist ein ranghoher Offizier? Oberstleutnant, Oberst oder erst ab General?

Entsprechend der Dienstlaufbahnordnung bei der NVA war es nicht schwer in entsprechend hohe Dienstgrade aufzusteigen bzw. befördert zu werden. Wenn es dann dazu noch die passende Planstelle war, dann konnte man schnell in den Dienstgrad eines Oberstleutnant / Oberst aufsteigen. Mit einem fortführenden Studium auf einer Militärakademie war dann auch der Weg in den Generalsdienstgrad geebnet.

Ähnlich ist es auch bei der heutigen Bundeswehr und da fragt auch keiner, ob es schlecht  sei.

Kommentar von DarkWolf922 ,

Naja,aber damals waren das ja BRD und DDR und die DDR war ja auf sowjetischer Seite und ich dachte dass das dann heute im ,,Westen´´ schlecht oder so wäre.

Antwort
von JoachimWalter, 84

Warum sollte das schlimm sein?

Antwort
von Huckebein, 92

Nein, das ist überhaupt nicht schlimm.
Die ranghohen Offiziere der NVA haben niemals in irgendeinem Krieg Befehle erteilen müssen, weil die NVA keine Kriege geführt hat, im Gegensatz zu manch anderer Armee.

Kommentar von Accountowner08 ,

Gut, sie hatten auch den Schiessbefehl an der grenze, und hie und da mussten sie mal einen kleinen Aufstand niederschlagen, aber sonst war eigentlich alles in Ordnung...

Kommentar von Huckebein ,

Die NVA wurde dafür geschaffen, um die DDR  gegen äußere Feinde zu verteidigen, so, wie es das Recht eines jeden souveränen" Staates ist. Das hat sie getan, 1953 und an der Mauer.
Sie hat nicht geholfen, das ehemalige Jugoslawien zu zerstören, und hat auch keine Waffen in Länder geliefert, die jetzt Terror verbreiten.
Nähere Erläuterungen zu dieser Frage sind hier unangebracht.

Trotzdem noch eine Frage: Welche Aufstände meinst du mit "Hie und da"? Ich lerne gerne noch dazu.


Kommentar von PeVau ,

Hey, Accountowner, wovon phantasierst du da eigentlich?

Kommentar von amdros ,

und hie und da mussten sie mal einen kleinen Aufstand niederschlagen

@Accountowner08..von wie vielen kleinen Aufständen sprichst du?

...an einen, nicht mal sooo kleinen erinnere ich mich, und der war am 17.Juni 1953 den ich ganz bewußt wahr genommen habe und...an keinen weiteren, auch nicht mal an einen kleinen, kann ich mich erinnern und bin auch heute noch im vollen Besitz meiner geistigen Kräfte!!

Kommentar von 666Phoenix ,

account...!

Zum wiederholten Mal: Es gab keinen Schießbefehl an der Grenze der DDR zur BRD!

Und "hie und da" gab es auch keine "kleinen Aufstände", zu deren "Niederschlagung" die NVA hinzugezogen werden musste.

Wo lernt man heutzutage bloß so einen Käse?

Kommentar von VeritasUna ,

"Zum wiederholten Mal: Es gab keinen Schießbefehl an der Grenze der DDR zur BRD!"

Falsch.

Der Schießbefehl wurde am 14. September 1961 erlassen und zwar unter dem Aktenzeichen 000464 (39/61). Es war der „Befehl über die Gewährleistung der Sicherheit an der Westgrenze der DDR“. Dort heißt es: „Auf Deserteure ist das Feuer sofort zu eröffnen, das heißt ohne Anruf und Warnschuss. Auf Flüchtlinge, die sich zur Festnahme durch Flucht in die Bundesrepublik zu entziehen versuchen, dürfen nach einem Warnschuss gezielte Schüsse abgegeben werden. Befindet sich eine flüchtende Person bereits auf bundesdeutschem Gebiet und sind keine westdeutschen Sicherheitsorgane in der Nähe, so ist die Person nach Möglichkeit anzuschießen und sofort zu bergen. Befindet sich ein Flüchtling kurz vor der Grenze zur Bundesrepublik und es werden westdeutsche Sicherheitsorgane festgestellt, ist die Person zu erschießen und anschließend sofort zu bergen, damit eine westdeutsche Propaganda nicht möglich ist.“

Über viele Jahre hinweg wurde und wird dieser Schießbefehl geleugnet und er wird heute auch gar nicht mehr so gerne gehört. Besonders nicht von den ehem. NVA Offizieren, Genossen, Apparatschiks u. Ä.

Kommentar von PeVau ,

Die Quelle dazu würde mich sehr interessieren, zumal dieser Befehl im Gegensatz zu anderen Unterlagen, die die Existenz eines Schießbefehls nahelegen sollen, in der einschlägigen Literatur nicht genannt wird. Außerdem erscheint es sehr ungewöhnlich, dass im DDR-Sprachgebrauch das Wort Flüchtling verwendet worden sein soll.

Kommentar von VeritasUna ,

Siehe Gedenkstätte Point Alpha oder auch die Point Alpha Stiftung und deren Unterlagen.

Siehe auch Berliner Mauer Gedenkstätte - Schießbefehl

ANWEISUNG ZUM SCHIEßEN

Mauer und Sperranlagen allein wären kein ausreichendes Hindernis für Flüchtlinge gewesen. Deshalb bewachten bewaffnete Soldaten die Mauer. Sie hatten den Befehl, auf Flüchtlinge zu schießen, wenn sie anders deren Flucht nicht verhindern konnten, im Westen kurz „Schießbefehl“ genannt. Der Schusswaffengebrauch an den Westgrenzen der DDR wurde durch interne Anweisungen und Befehle geregelt, erst seit 1982 durch ein Gesetz, das Grenzgesetz der DDR. Unabhängig von der sich verändernden Normlage galt seit 1952 eine mündlich hergestellte Befehlslage, die es für die Grenzpolizisten und Grenzsoldaten zur Pflicht machte, auf Flüchtlinge zu schießen, wenn sie auf andere Weise eine Flucht nicht verhindern konnten. An den Grenzen der DDR kamen mehrere hundert Menschen durch den Einsatz von Schusswaffen um. Zwischen 1961 und 1989 wurden allein an der Berliner Mauer 90 der 138 Todesopfer von DDR-Grenzsoldaten erschossen, die meisten von ihnen Flüchtlinge. Erst im April 1989 wurde die Anweisung zum Schießen aufgehoben und im November verlor sie mit der Öffnung der Mauer jegliche Bedeutung.

Kommentar von PeVau ,

Mit der Schusswaffengebrauchsvorschrift gab es eine völlig ausreichende Grundlage für de Anwendung der Schusswaffe an der Grenze. Nur taugt diese nicht zur Propaganda, denn fast wortgleich existiert(e) eine solche Vorschrift auch in der Bundesrepublik.

Ein "Schießbefehl" hätte für die DDR und ihre bewaffneten Organe keinen Sinn gemacht, der Sinn ergibt sich nur aus dem Propagandagebrauch. Deshalb wurde auch nie dieser "Befehl" gefunden, weshalb Äußerungen, Erläuterungen und Hinweise auf Schusswaffengebrauch als ein solcher Befehl interpretiert werden.

Deine "Quelle" Point Alpha und die Stiftung, sind offensichtlich wissenschaftlich so vertrauenswürdig, dass sie noch nicht einmal in der auch nicht gerade seriösen Literatur zur Grenze zu finden ist.

Wenn du dir den von dir als Zitat angeführten Text mal zu Gemüte führst, wirst du schon alleine an Duktus und Vokabular erkennen, dass es sich wohl kaum um einen Text, geschweige denn einen Befehl, aus der DDR handeln kann.

Übrigens, Hubertus Knabe und seine Gesinnungskomplizen sind keine seriösen Quellen zur DDR.

Kommentar von VeritasUna ,

Wer oder was seriöse Quellen sind , ist immer schwer zu  entscheiden. Wenn man 10 Leute irgendwas fragt (auch völlig Unbedeutendes) bekommt man meistens 20 verschiedene Antworten... Und frag sie erst z. B. nach dem 2. Weltkrieg und seinen Ursachen.... Zu dem Thema findest du Literatur ohne Ende. Aber auch mit sehr widersprüchlichem Inhalt und verschiedensten Meinungen. Wer sagt/schreibt nun die Wahrheit...? Wer entscheidet, was seriöse Quellen sind?

Da wir nie in der Lage sein werden die absolute, hundertprozentige, objektive Wahrheit zu erfahren, können wir nur versuchen sich ihr zu nähern. Was für uns wahr oder unwahr ist, ist immer subjektiv. Man vergleicht das, was man liest und hört mit den eigenen Erfahrungen, damit, was man selbst erlebt hat.

Letztendlich ist es dem Toten an der Grenze völlig egal, ob er nach einer Schusswaffengebrauchsvorschrift, nach einem Schießbefehl oder nach Äußerungen, Erläuterungen und Hinweisen auf Schusswaffengebrauch erschossen wurde.

Ich erlaube mir hier Nomex64 zu zitieren:

" Es sollte keine Grenze geben an der Menschen um ihr Leben fürchten müssen. Grenzen sind immer nur künstliche Gebilde. Es gibt auf beiden Seiten nur eins, Menschen. Eigentlich sollten wir das gelernt haben. Ich weiß nur nicht ob wir das auch verstanden haben?"

Unsere Diskussionen hier sind ein bisschen wie das Reiten eines Schaukelpferdes. Man kommt nicht wirklich vorwärts.

Deswegen mache ich hier jetzt Schluss mit diesem Thema.

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