Ist es schlecht beim Meditieren einzuschlafen?

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4 Antworten

Etwas Wichtiges vorab

Zunächst einmal hoffe ich, dass du deine persönliche Meditationspraxis mit deinem Psychiater abgesprochen hast. Das halte ich für sehr wichtig.

Wenn man den Geist auf einen Punkt sammelt, oder einfach die Gedanken vorbeiziehen lässt, können dabei verdrängte Gedanken und Emotionen aufsteigen. Das kann Einfluss auf die psychische Verfassung haben.

Jetzt zu deiner eigentlichen Frage

Du hast natürlich Recht, der Sinn der Meditation liegt nicht darin, in Schlaf zu versinken, denn es ist nicht als so genannte "Leerhypnose" gedacht, sondern ist mit Achtsamkeit verbunden.

Einzuschlafen ist nicht schädlich, verfehlt aber natürlich genau diesen Aspekt der Achtsamkeit, während der Meditation.

Meditation ist letztlich keine Technik, sondern ein Zustand entspannter Achtsamkeit. Somit sind weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration meditativ.

Tipp: Kein Druck

Als erstes solltest keinen Druck aufbauen, unbedingt die Gedanken still zu bekommen - denn selbst diese Absicht ist ja schon ein Gedanke. Das Denken mit Gedanken verhindern zu wollen ist ermüdend und letztlich erfolglos.

In der Meditation gibt es kein Leistungsdenken und daher auch nichts zu erreichen. Es besteht also kein Grund, sich unter jenen Druck zu setzen, den man doch eigentlich so gerne los werden würde.

Es gibt daher auch keinen Grund zu sagen "heute lief die Meditation schlecht", denn Meditation sollte meiner Meinung nach keinen Zweck haben.

Tipp: Äußere Umstände

Du solltest an einem ruhigen Ort meditieren, wo du nicht gestört wirst. Wenn du immer die Sorge hast, jemand könnte plötzlich ins Zimmer kommen, wirst du angespannt bleiben - und das entspannt nicht, sondern ermüdet.

Es sollte außerdem nicht zu warm dort sein, denn das begünstigt Schläfrigkeit und Trägheit. Außerdem hat man durch die vermehrten Körperwahrnehmung häufig bereits ein Wärmegefühl.

Tipp: Äußere Form

Trage bequeme Kleidung, die dich nicht einengt, denn ein beengter Körper kämpft immer gegen etwas an und dadurch ist auch der Geist unruhig.

Nimm am besten eine aufrechte, aber entspannte Sitzhaltung ein. Wenn man im Liegen meditiert, schläft man leichter ein.

Ich weiß nicht, wie du deine Hände hältst, aber versuche es mal mit dem Dhyana-Mudra/Hokkaijo-in.

Geist und Körper beeinflussen sich gegenseitig und spiegeln sich in der Haltung wieder. Eine gute Haltung beeinflusst auch den Geist positiv und umgekehrt zeigt sich ein guter Geist auch in guter Haltung.

Sind etwa beim Dhyana-Mudra die Daumen zu sehr zusammengepresst, so dass sie fast schon eine Zwiebel bilden, ist man zu angespannt. Fallen sie dagegen nach unten, ist man zu schläfrig.

Dadurch sind die Daumen ein guter Indikator für unseren Geisteszustand, ebenso wie etwa die Position der Schultern.

Tipp: Zeit

Traditionellerweise wird gelehrt, früh am morgen und am Abend zu meditieren, weil da der Geist noch nicht so aktiv ist, bzw. langsam zur Ruhe kommt.

Wenn du zu diesen Zeiten trotz guter Haltung zu schläfrig bist, dann versuche es mal in der Mittagspause.

Außerdem solltest du es nicht übertreiben. Ich weiß nicht, wie lange du schon meditierst, aber gerade als Anfänger sollte man es mit dem Pensum nicht übertreiben.

Tipp: Ernährung

Wenn man vor der Meditation viel isst, oder sehr schwere Mahlzeiten zu sich nimmt, ist es sehr wahrscheinlich, dass man träge ist und Schläfrigkeit entwickelt. Das gleiche gilt bei Alkoholkonsum

Trinkt man dagegen einen doppelten Espresso, regt das sofort den Kreislauf an, was eher Unruhe begünstigt. 

Ich hoffe, dir mit diesen Tipps geholfen zu haben. :-)

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Kommentar von Enzylexikon
04.12.2016, 19:21

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Ist nicht schädlich, aber wie du schon sagtest: nicht das warum man es macht.

Ich würde allerdings nicht ausschliessen, dass du dennoch mehr oder weniger genauso gut erreicht hast was du wolltest, zumal die Prozesse des Unterbewusstseins im Schlaf ja weiter gehen.
Ist nicht vergleichbar wie aktiv zu meditieren, aber dennoch nicht völlig Wirkungslos.

Verhindern kann man da nur indem man fit ist, wenn man meditiert.
Würde es aber wie gesagt nicht so eng sehen.
Man kann notfalls auch einfach einschlafen und es nochmal versuchen wenn man wieder aufwacht.

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Kommentar von roseperfume
26.09.2016, 02:22

Ok. Ich werde noch einmal versuchen zu meditieren, wenn ich nicht ganz so träge bin. Danke für die Antwort! 

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Am besten du suchst dir eine günstige Tageszeit aus. Also Zeiten, in denen die Schläfrigkeit naturgemäß gering ist. Zum Beispiel um 18:00 Uhr. Da käme normalerweise niemand auf die Idee ein Schläfchen zu machen.

Oder direkt nach dem Schlafen, sobald die Schlaftrunkenheit gewichen ist. Da ist dann der Schlaf-Druck auch recht gering. Also entweder früh morgens oder nach einem Mittagsschläfchen.

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Wenn Du zu diesem Zeitpunkt Schlaf brauchst, dann ist das gut so und von Meditation in den Schlaf zu gleiten hat nach meiner Erfahrung eine sehr positive Wirkung auf den Schlaf.

Ich sitze während der Meditation und wenn ich nicht schlafen möchte, dann ist alles vor 18.00 geeignet bei mir - am besten aber in der Früh! Probiere einfach aus!

Viel Freude!

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