Stimmt es, dass es sich finanziell erheblich auswirken kann, wenn man die Lebensversicherung jährlich einbezahlt, dass Versicherungen dafür Gebühren verlangen? Wenn ja - darauf wurde ich nicht hingewiesen.
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Man muss hier unterscheiden zwischen Risikolebensversicherung und Kapitallebensversicherung. Bei Kapitallebensversicherungen macht die Zahlungsweise keinen Unterschied bei den Kosten. Aber es ist sinnvoll und logisch, den Beitrag jährlich zu zahlen. Für die Kapitalentwicklung ist es gut, wenn der Beitrag schon am Anfang der Zinsperiode eingezahlt wird. Wobei schon kritisch angemerkt werden muss, ob eine Kapitallebensversicherung überhaupt die richtige Lösung für eine Kapitalbildung ist.
Bei Risikolebensversicherungen gewähren die Gesellschaften auf die jährliche Zahlungen einen Rabatt.
Monatliche Abbuchungen verursachen Kosten und deshalb ist es günstiger, die Beiträge jährlich zu zahlen. Meist werden die Prämienhöhen für die unterschiedlichen Zahlungszeiträume angegeben, die man auf einen Jahresbeitrag hochrechnen kann.
monatliche oder vierteljährliche Prämien sind in der Addition teurer als Jahresprämien. Das ist allerdings bei allen Versicherungen so ( Beispiel KFZ-Versicherung)Extra Gebühren werden nicht berechnet.
Der Grund warum man eine kapitalbildende Lebensversicherung jährlich zahlen sollte, wenn es machbar ist liegt auf der Hand. Das Geld wird im voraus eingezahlt und sammelt dementsprechend zusätzliche Zinsen. Daher ist die Aussage richtig, dass mehr Ablaufleistung zu erwarten ist, wenn man jährlich zahlt. Je länger die Restlaufzeit noch ist, umso rentabler wird dies. Übrigens verlangt nicht jede Lebensversicherungsgesellschaft auch Zuschläge für monatliche Zahlung!
Warum 'Lissa' schreibt, dass monatliche Abbuchungen Kosten verursachen, weiß ich nicht. Heute hat doch jeder ein Girokonto, bei dem regelmäßige Zahlungen per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung kostenfrei sind. Eine jährliche Zahlung reisst natürlich ein größeres Loch in das eigene Monatsbudget. Wegen sowas in die Miesen zu kommen, wäre blöd, denn Überziehungszinsen liegen noch über den 8% Ratenzuschlag. Also alle dicken Versicherungen so legen, dass jeden Monat eine andere bezahlt wird und dafür den Ratenzuschlag sparen. Aber das kostet erst einmal Telefonate und Briefe mit den Gesellschaften, damit die die sog. Hauptfälligkeit so legen, wie es einem passt. Meist wollen die in dem Zusammenhang auch den Vertrag aktualiseren, was oft höhere Beiträge zur Folge hat.
Ich mache das so: Den Gesamtjahresaufwand für Versicherungen ermitteln und diesen Betrag vorab auf ein Tagesgeldkonto (aktuelle psd-Bank 4,1%, comdirect 3,6% Zinsen) packen. Von diesem Tagesgeldkonto alle Versicherungen bezahlen und dafür jeden Monat 1/12 des Gesamtjahresbeitrages vom Girokonto wieder einzahlen. So ist am Jahresende immer noch die volle Summe da fürs nächste Jahr) und du hast noch gute Zinsen bekommen. Wir reden hier bei Familien von 5.000 EUR und mehr, also sind 200 EUR Zinsen sicher drin. So gleiche ich fast die Ratenzuschläge die i.d.R bei 5% liegen aus und ich habe keinen Stress bei der Umstellung der Verträge.
Der Ratenzuschlag bei monatlicher Zahlung beträgt bei der Lebensversicherung zwischen 5 und 8 %, bei vierteljährlich 5, bei halbjährlich 3 %.
Dies trifft nicht auf alle Gesellschaften zu. Der Testsieger Debeka bespielsweise verlangt keine Ratenzuschläge bei Lebensversicherungen!
Jede LV (oder RV) bucht zur Hauptfälligkeit den vollen Jahresbetrag auf das Konto des jeweiligen Vertrages. Die Versicherungsgesellschaft finanziert also für 11 Monate den Restbetrag, den sie sich natürlich verzinsen lässt. Daraus resultieren Überschüsse, die teilweise wiederum der Versichertengemeinschaft zu gute kommen. Eine ratierliche Ansammlung des Jahresbeitrages auf einem separaten Konto, so wie dies superfortuna tut, ist absolut sinnvoll und hat noch einen kleinen Nebeneffekt. Nämlich den, des Zinsgewinns. Das bedingt aber, dass man den allerersten Jahresbeitrag tatsächlich aus der Tasche bezahlen muss und das kann unter Umständen weh tun. Wenn das nicht geht, hilft evtl. im ersten Jahr die Prämie monatlich zu bezahlen und parallel den gleichen Betrag anzusparen. Zur nächsten Hauptfälligkeit kann dann die Zahlungsweise umgestellt werden.
Ganz wichtig, wenn auch ziemlich spät: Man muss zwischen nominaler und effektiver Verzinsung unterscheiden; ein vierteljährlicher Ratenzuschlag von 5% entspricht bspw. einem Effektivzins von fast 15% p.a.! Marc