Frage von Aenny97, 57

Ist es rechtens eine Rechnung zu bekommen und Anwaltskosten zu zahlen, ohne vorher Bescheid zu kriegen?

Im Juni haben mein Freund und ich einen Receiver per Karte gekauft. Dachten es wäre alles gut, der hat 60€ gekostet. Nun bekommen wir heute ein Schreiben vom Anwalt das uns Medimax angezeigt hätte und wir den Receiver+ Anwaltskosten zahlen sollen? Wir haben weder eine Mahnung noch ein Schreiben das da Geld offen ist bekommen. Zumal von der Karte das Geld sofort abbezahlt wird sobald welches drauf ist. Jetzt müssen wir urplötzlich über 200€ bezahlen für einen schon lange bezahlten 60€ Receiver? Da stimmt doch was nicht! Wir wollen den Betrag eigentlich auf keinen Fall zahlen, haben aber momentan nicht das Geld uns selber einen Anwalt leisten zu können. Kennt sich jemand mit sowas aus?

Antwort
von LotteMotte50, 57

da gibt es die Prozesskostenhilfe rufe am besten mal bei Gericht an und erkundige dich wie das läuft bei Leuten die wenig Geld zur Verfügung haben aber trotzdem einen Anwalt brauchen

Kommentar von mepeisen ,

Prozesskostenhilfe braucht es nur, wenn schon eine Klage vorliegt. Was du meinst, wäre wohl ein Beratungsschein, mit dem man (wenn man es sich nicht leisten kann) zu einem Anwalt gehen kann und sich beraten lassen kann.

Kommentar von LotteMotte50 ,

danke du hast Recht ich bin nur nicht drauf gekommen wie das Ding heißt 

Kommentar von mepeisen ,

kein Problem, deswegen sind dann andere User da. Aber dein Grundgedanke war ja korrekt ;-)

Kommentar von LotteMotte50 ,

Danke

Antwort
von dsupper, 40

Hallo,

wenn man mit EC-Karte? einen Kauf bezahlt, dann wird das Geld nicht erst dann abgebucht, wenn Geld auf dem Konto ist - sondern sofort. Ist das Konto dann nicht gedeckt, dann wird die Lastschrift nicht eingelöst - und somit die Ware nicht bezahlt.

Und da das Geschäft ja keine Anschrift von euch hat - wie sollen sie euch dann eine Mahnung schicken? Sie haben dann nur die Möglichkeit, über einen Anwalt herauszufinden, wem die Karte gehört und euch dann anzumahnen. Und natürlich kostet der Anwalt Geld - das ihr bezahlen müsst, denn ihr habt ja anscheinend mit einer nicht gedeckten Karte bezahlt.

Seit froh, dass Medimax euch nicht wegen Kartenbetrugs angezeigt hat ....

Kommentar von mepeisen ,

Sie haben dann nur die Möglichkeit, über einen Anwalt herauszufinden, wem die Karte gehört und euch dann anzumahnen

Das ist völliger Schwachsinn. Das Unternehmen hat auch selbst die Möglichkeit, bei der Bank eine Adressanfrage zu stellen. Dazu braucht gerade ein großes Unternehmen garantiert keine anwaltliche Hilfe.

Und natürlich kostet der Anwalt Geld - das ihr bezahlen müsst, denn ihr habt ja anscheinend mit einer nicht gedeckten Karte bezahlt.

Ob der Anwalt vom Schuldner bezahlt werden muss, steht auf einem anderen Blatt. Natürlich braucht es keine zusätzliche Mahnung, wenn eine Lastschrift fehlschlägt. Soweit liegst du richtig. Aber trotzdem muss man hier die Beauftragung des Anwalts an der Schadensminderungspflicht (§254 BGB) bemessen und genug Gerichte kommen zum Schluss, dass ein Mahnschreiben eines Anwalts in so einer Situation zu viel des Guten ist und dass der Verkäufer auf den Anwaltskosten sitzen bleibt. Oder dass sie zu streichen sind bis auf ein "Schreiben einfacher Art" o.ä.

Seit froh, dass Medimax euch nicht wegen Kartenbetrugs angezeigt hat ....

Blödsinn. Nicht jeder, der mal eine Rechnung versemmelt, begeht automatisch Betrug.

Kommentar von dsupper ,

Nicht jeder, der mal eine Rechnung versemmelt, begeht automatisch Betrug.

Es geht hier aber doch nicht um eine vergessene Rechnung, sondern um eine Kartenzahlung mit nicht ausreichend gedecktem Konto?

Und Banken müssen die Kontodaten nicht an jede Firma herausgeben - das ist völliger Blödsinn.

Ob ein Anwalt dann gerechtfertigt ist und wer diesen bezahlen muss, stellt sich heraus, wenn feststeht, wer den "Fehler" gemacht hat.


Kommentar von mepeisen ,

Es geht hier aber doch nicht um eine vergessene Rechnung, sondern um eine Kartenzahlung mit nicht ausreichend gedecktem Konto?

Zum Betrug gehört deutlich mehr als eine fehlgeschlagene Lastschrift. Vor allem gehört dazu Vorsatz. und den hier rein zu interpretieren ist ein bisschen böswillig.

Und Banken müssen die Kontodaten nicht an jede Firma herausgeben - das ist völliger Blödsinn.

Oh doch. Gerade bei fehlgeschlagenen EC-Karten-Zahlungen gibt es ein berechtigtes Interesse des jeweiligen Unternehmens. Schau dir doch mal deinen eigenen Vertrag durch für dein Konto bzw. die EC-Karte. Da steht das so sogar drin.

Anwälte sind keine Behörden, die haben hier 0 Sonderrechte im Vergleich zum Gläubiger.

Ob ein Anwalt dann gerechtfertigt ist und wer diesen bezahlen muss, stellt sich heraus, wenn feststeht, wer den "Fehler" gemacht hat.

Das ist nur ein Teilaspekt. Natürlich muss grundsätzlich derjenige für Schaden aufkommen, der ihn verschuldet hat. Wenn beispielsweise die Bank den Fehler gemacht hat, muss diese dafür aufkommen. Aber das mit der Schadensminderungspflicht geht noch weiter.

Die Gläubiger können einen Privatdetektiven anheuern für 5000€ die Stunde. Ersetzt bekommen sie den Schaden aber nicht, da sie hier mutwillig Schaden erst anrichten, der total ungerechtfertigt ist.

Antwort
von catchan, 38

Habt ihr denn Receiver damals in einem Laden gekauft oder online bestellt?

Habt ihr einen Nachweis, dass das Geld für den Receiver von der Karte gegangen ist (Kontoauszug o.ä.)?

Habt ihr den Anwalt schon mal gegoogelt?

Für nicht bezahlte Rechnungen kommt in der Regel erst mal eine Zahlungserinnerung und dann eine Mahnung. 

Habt ihr schon versucht euch mit Medimax in Verbindung zu setzen?

Kommentar von Aenny97 ,

nein leider nicht das ist schon zu lang her. nein machen wir jetzt mal!

Kommentar von catchan ,

Ähm?

Kommentar von Aenny97 ,

Die vertreten nur Firmen...

Kommentar von catchan ,

Sieht so aus, als sei der Anwalt echt.

Wie war das damals mit der Bezahlung? Könnt ihr auf den Kontoauszügen nachweisen, dass das Geld wegging?

Kommentar von Aenny97 ,

nein das ist schon zu lange her gibt leider keinen Nachweis... Aber woher sollen wir urplötzlich so viel Geld nehmen? es steht nicht mal was von Ratenzahlung da...

Kommentar von catchan ,

Wenn ihr mit EC-Karte bezahlt habt, müsste das auf den Kontoauszügen sehen kennen.

Wenn nicht hat die Bezahlung damals nicht geklappt. Dann müsst ihr diese Rechnung jetzt bezahlen.

Kommentar von mepeisen ,

Völlig richtige Fragen.

Also nochmal zusammengefasst: Du gehst nun zur Bank und lässt das prüfen, ob damals genug Geld auf der Karte war und es abgebucht wurde. Wenn ja, schreibst du an den Anwalt (Kopie des Bankauszuges, unnötige Daten auf dem Auszug aber schwärzen) und schreibst, dass es bezahlt wurde und du keine Ahnung hast, wieso dich der Anwalt anschreibt, er möge doch bitte mal den Fall genauer prüfen und dich dann in Ruhe lassen.

Falls rauskommt, dass es nicht bezahlt wurde, schaust du, dass du so bald wie möglich das ganze direkt an den Händler überweist. Denke aber dran: Neben den 60€ für das Gerät musst du auch etwaige Zinsen, Briefporto (1,50€) und die Kosten für die Rücklastschrift und die Adressermittlung (zusammen maximal 20€) bezahlen. Die Anwaltskosten würde ich persönlich verweigern und dem Anwalt schreiben, dass man die Forderung wegen Verstoßes gegen §254 BGB zurückweist, da auch nie ein Mahnbrief kam. Aus strategischen Gründen kannst du vielleicht die Bezahlung für ein "Schreiben einfacher Art" (16,20€) an den Anwalt anbieten. Mehr steht ihm aber nicht zu.

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