Ist es rechtens das, dass Katasteramt nach 20 Jahren noch Vermessungsgebühren einfordern kann und wie hoch wären die Gebühren?

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5 Antworten

Wenn der Anbau nicht in der Liegenschaftskarte dargestellt ist, wurde er auch nie vermessen. Die Pflicht liegt bei den Eigentümern Gebäude und Grundrissveränderungen nach Fertigstellung  vermessen zu lassen, daher liegt das Versäumnis nicht beim Katasteramt sondern beim Eigentümer.

Die Kosten werden nach der zum Zeitpunkt der Eintragung gültigen Kostenordnung (KoVerm) erhoben und richten sich nach dem Herstellungswert der Gebäude.

Ob ein Gebäude evtl kostenfrei gemessen wird, kann man beim Zuständigen Katasteramt erfragen.

Gebäudevermessungen werden vom Katasteramt selber oder von einem ÖbVI durchgeführt. Von den Kosten gibt es keinen Unterschied da die Gebühren sich nach der KoVerm richten.

Also ja, das Katasteramt darf nach 20 Jahren noch Vermessungsgebühren einfordern. Allerdings fällt keine Strafgebühr oder ähnliches für das Versäumnis der Vermessung vor 20 Jahren an.

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Das ist vermutlich ein Verständnisfehler. In manchen Bundesländern (Bayern z.B.) besteht eine Vermessungspflicht, die unbeachtlich des Erstellungszeitraums ausgelöst wird, sobald die örtliche Baubehörde respektive das zuständige Vermessungsamt Kenntnis von einem bislang nicht eingemessenen Bauobjekt erlangt. Hier ist sehr wahrscheinlich also erst nach Jahren aufgefallen, dass der Hausbau respektive der Anbau nie in den Katasterplänen offiziell eingemessen wurde, und somit nachträglich eine entsprechende Vermessung vorgenommen worden. Dies ist auch verwaltungsrechtlich korrekt.

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Kommentar von Maroka65
06.07.2016, 14:57

Hier geht es um das Bundesland Niedersachsen. Der Bau wurde vorschriftsmäßig genehmigt vom Bauamt. Und es hat keine Vermessung stattgefunden; jedenfalls nicht in meinem Beisein.

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So eine Forderung kommt normalerweise, wenn Diskrepanten festgestellt wurden und neu eingemessen wird/wurde.

Aber eine Rechnung für eine Leistung von vor 20 Jahren: nein.

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Kommentar von Maroka65
05.07.2016, 20:40

Der Hausbau datiert in den 60iger Jahren. Ein Anbau fand 1995 statt. Jetzt auf einmal sollen Vermessungsgebühren bezahlt werden, das fällt denen ja reichlich früh ein. Kennen Sie sich damit aus..weil Sie das mit der Rechnung verneinen?

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Ist kaum zu glauben und bei der Rechnung könnten noch für die Zeit die Zinsen berechnet werden?

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Der Anbau fand 1995 statt und ist somit einmessungspflichtig.
Wann fand die Vermessung statt? Garantiert nicht vor 20 Jahren.

Da du der Pflicht anscheinend nicht nachgekommen bist / oder nicht könntest (späterer Eigentümer) hat das Amt eine sogenannte Zwangseinmessung durchgeführt.

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Kommentar von Maroka65
16.08.2016, 11:26

Die Vermessung fand ich denke 96, 97 statt. Ich bin der Ansicht, das das gemacht worden ist und meine Mutter damals das bezahlt hat. Jetzt habe ich leider nur Kontoauszüge, die bis 15 Jahre zurückgehen. Das ich beweisen kann, das das bezahlt worden ist. Eine Zwangseinmessung ist nicht durchgeführt worden. Es soll jetzt eine Vermessung stattfinden.

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Kommentar von neununddrei
16.08.2016, 11:34

Das ist kurios. Es kann so sein das die alte Vermessung nicht eingereicht wurde und die Frist vorbei ist. Also verjährt. Dann beginnt das Prozedere von vorn.
Ist der Anbau schon in der Liegenschaftskarte sichtbar?

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