Frage von Mewchen, 114

Ist es ratsam nach einer Krise, die noch keine 2 Wochen her ist, zu heiraten?

Hi, es geht mir um die oben stehende Frage. Dabei geht es um meine beste Freundin, die jetzt seit 3 Jahren mit ihrem Freund zusammen ist.

Seit einem Jahr lief es von ihrer Seite aus nicht mehr gut, und sie hat sich bis letzte Woche bei mir über ihn ausgekotzt. Der Hauptgrund, warum sie sich nicht getrennt haben war, dass sie die Wohnung sonst nicht hätte halten können. Jetzt gibt sich ihr Freund aber seit einer Woche wohl wieder extrem Mühe und hat ihr gestern einen Antrag gemacht. Sie hat ja gesagt und plötzlich kann sie sich nicht mehr an all die Probleme von vor einer Woche erinnern. Sie hat mich gefragt, ob ich Brautjungfer sein möchte und ob ich mich für sie freuen würde.

Was blieb mir anderes zu sagen, als Ja zu sagen. Jetzt soll ich bei den Hochzeitsplanungen mithelfen und sehe schon vor meinem geistigen Auge den Scheidungsvorgang. Dazu muss man wissen, dass ich in meinem Freundeskreis auch zwei solche Versuche hatte, die Beziehung mit einer Hochzeit zu retten. Naja, bei den einen hat es sich einen Monat vor der Hochzeit ausgelöst, bei den anderen wurde 3 Monate nach der Hochzeit die Scheidung eingereicht. Und jedes Mal durfte ich mir dann den Katzenjammer anhören. Als Freundin machte mir das natürlich nichts aus, aber ich wurde dann eben jedes Mal selbst mit runtergezogen und sie begannen meine eigene Beziehung zu hinterfragen und mir alles mies zu reden.

Und darauf habe ich einfach keine Lust mehr. Ich kann mir mit 80%er Wahrscheinlichkeit schon ausmalen, wie die Geschichte jetzt ausgeht, will mich aber nicht einmischen, ist ja schließlich ihre Entscheidung. Ich kann nur einfach nicht schon wieder zusehen, wie jemand mit Elefantenschritten auf den Abgrund zuschreitet...

Kommt es blöd, wenn ich von der Hochzeit jetzt distanziere und eben nicht Brautjungfer sein möchte? Bin ich deswegen eine schlechte Freunde, wenn ich mich da emotional nicht mir reinziehen lassen möchte?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ostsee1982, 52

Was blieb mir anderes zu sagen, als Ja zu sagen

.... Nein zu sagen und zu erklären, dass das eine unvernünftige Kurzschlusshandlung ist. Ein Heiratsantrag und Hochzeit klingt hoch romantisch was es aber in dem Fall nicht zu sein scheint wenn von 3 Jahren Beziehung eine einjährige Krise bestand und bei genauer Betrachtung auch immer noch besteht. Jetzt ist sie nur in ihrem Blickwinkel auf das Thema Hochzeit gerutscht, die Probleme sind aber immer noch dieselben und das wird sie spätestens ein paar Monate nach der Hochzeit wieder einholen. Die manövriert sich von einem Problem (das nicht geklärt wird) in ein noch schwerwiegenderes. Deine Freundin kann sich zur Hochzeit auch gleich die Scheidungspapiere überreichen lassen. Gerade als Freundin solltest du eingreifen bzw. dich rausnehmen und ihr deine Meinung sagen, Rückgrat zeigen und sie nicht noch zusätzlich in diesem Wahnsinn unterstützen.

Kommentar von Mewchen ,

Du hast Recht. Es war eine Kurzschlussreaktion, weil ich mit sowas zu dem Zeitpunkt gar nicht gerechnet habe. Allerdings haben wir noch bis vor anderthalb Wochen darüber geredet, dass eine Trennung besser wäre. Ihre Argumente Wohnung, Geld, Stress waren nicht haltbar und ich hab ihr angeboten, dass sie da auch erstmal bei mir einziehen kann. Sie meinte sie überlegt es sich. Nachdem wir eben ein paar Tage keinen weiteren Kontakt hatten, überrascht sie mich eben jetzt mit sowas.

Ich überlege, wie ich das Thema jetzt vorsichtig anschneiden soll, weil sie gerade echt glücklich wirkt. 

Kommentar von Ostsee1982 ,

Ich würde mich mit ihr persönlich treffen, nochmal schildern wie du die letzten Wochen/Monate erlebt hast, welche Probleme anstanden, dass du ihr angeboten hattest bei dir einzuziehen und jetzt sehr überrascht warst von ihren Hochzeitsplänen und nach gründlicher Überlegung und aufgrund der vorangegangenen Probleme nicht guten Gewissens Brautjungfrau sein kannst. Beleidigt und verletzt wird sie höchstwahrscheinlich so oder so sein, ganz gleich wie du es sagst aber da würde ich drüber stehen. Spätestens bei der nächsten absehbaren Krise steht sie dann wieder vor der Tür und dann kann sie auch nicht sagen du hättest sie als gute Freundin nicht gewarnt.

Kommentar von Mewchen ,

Ich hab sie heute zum Kaffee eingeladen. Mal schauen wie das läuft

Antwort
von Wonnepoppen, 40

Ganz wichtig!

du willst dich nicht einmischen, also laß es!

Jeder ist seines Glückes Schmied, heißt es!

auch wenn du mit ziemlicher Sicherheit weißt, bzw. annimmst, daß es nicht gut geht mit den beiden, ist das deren Problem, ob nun Freundin oder nicht?

du kannst  nicht mehr tun,, als ihr  davon ab zu raten!

distanziere dich emotional, ist nicht einfach, aber für dich das einzig richtige!

Antwort
von Buuiiii, 22

Es tut mir leid das zu sagen, aber es ist ihre Hochzeit und ihre Entscheidung. Egal was danach kommen wird, kannst du ihr doch als beste Freundin die Unterstützung an ihrer Hochzeit geben, die sie braucht. Wenn sie sich entschieden hat, liegt es an dir, sie darin zu unterstützen. Du sollst ihr nichts vormachen, aber trotzdem nicht auf einmal wegbleiben.

Kommentar von Mewchen ,

Ich würde ja nicht wegbleiben, aber ich möchte nicht Brautjungfer sein oder zu intensiv bei der Hochzeitsvorbereitung involviert sein.

Antwort
von pingu72, 31

Ich könnte dann keine Brautjungfer sein, denn ich finde man sollte voll dahinter stehen und sich mitfreuen. Außerdem könntest du deine negative Einstellung dazu vielleicht nicht verbergen und würdest mit deiner "Laune" evtl die Feier verderben...

Du wärst keine schlechte Freundin wenn du ihr das sagst. Im Gegenteil: eine gute Freundin ist ehrlich und spricht offen über Probleme und Bedenken. Was sie daraus macht ist aber ihre Sache...

Ich denke, wenn sie vorher nur wegen der Wohnung (=Umzug, Geld, Stress) bei ihm geblieben ist rennt sie womöglich in ihr Unglück und bleibt trotzdem bei ihm wegen der Scheidung (=noch mehr Stress!)... sorry, aber dann hat sie selber Schuld und ist meiner Meinung nach nicht zu bedauern....

Antwort
von Kasumix, 29

Was unterscheidet Freunde von wahren Freunden?

Ja... Die Wahrheit. 

Wahren Freunden kann man so etwas sagen... Taktvoll natürlich... Und es geht nicht alles den Bach runter.

Es ist definitiv ihre Sache. Jeder muss so etwas selbst lernen.

Aber du kannst dich davon distanzieren, durchaus!

Kommentar von Mewchen ,

Wir hatten das Thema schon öfters. Ich habe ihr immer zur Trennung geraten und sie meinte nur Du hast je Recht, aber das Geld/die Wohnung/Der Stress. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch sagen soll. Sie läuft sehenden Auges in ihr Verderben.

Kommentar von Kasumix ,

Das meinte ich gar nicht, sorry.

Sag ihr, dass du sie liebst, für sie da bist, egal was ist, aber glaubst, dass sei die falsche Entscheidung. 

Mehr würde ich da auch gar nicht sagen.

Ich wäre aber ehrlich und sagen, dass du unter den Umständen einfach keine Brautjung. sein möchtest... Oder sag, das bringt eh nur Pech, wenn man nicht dran glaubt.

Wenn es nur aus finanzieller Sicht getan wird, du, sie ist alt genug.

Glaub mir, manche Dinge bereut man immer erst im Nachhinein.

Und bis zur Hochzeit ist's ja auch noch was hin.

Steh immer zu dir und deiner Entscheidung. Schlimmer wäre es für mich als Braut, wenn man ja sagt und heuchelt.

Kommentar von Mewchen ,

danke für den Rat. Ich hab sie gerade zum Kaffee heute Nachmittag eingeladen und versuch das noch mal taktvoll anzuschneiden.

Kommentar von Kasumix ,

Viel Erfolg :)

Antwort
von holgerholger, 25

Du solltest deine Meinung deutlich machen. Eine Beziehung, in der es seicht gut läuft, wird durch eine Hochzeit nicht besser. 

Aber sei gefasst darauf, das dir u.U. Neid unterstellt wird. Und dass deine Freundin es dir übelnimmt. Aber eine echte Freundin muss da durch.

Antwort
von aurora13, 54

Emotional reingezogen wirst Du ja sowieso, nämlich dann, wenn es tatsächlich schiefgeht oder möchtest Du Deiner Freundin dann sagen "Ich habs Dir ja gesagt...jetzt komm alleine klar damit!"?

Es ist natürlich ganz allein Deine Entscheidung ob Du Brautjungfer sein möchtest oder Dich lieber distanzierst...als Freundin sähe ich Deine Aufgabe aber schon darin, einmal ein Gespräch mit ihr zu suchen und ihr Deine Ansichten dazu mitzuteilen.

Kommentar von Mewchen ,

Ich habe ihr schon öfters zur Trennung geraten. Sie meinte immer, ja du hast ja Recht, aber die Wohnung/das Geld/der Stress. Ich weiß echt nicht mehr, was ich da sagen soll

Kommentar von aurora13 ,

Naja, ob sie sich trennt oder nicht ist ja schlussendlich ihre Entscheidung, das wäre schon fast übergriffig zu einer Trennung zu raten.

Besser wäre es sie gefühlsmäßig noch mal an die Zeit vor dem Antrag zu erinnern. Frag sie doch einfach wieso und weshalb sie sich nun anders fühlt nach dem Antrag, was der an ihren Gefühlen verändert hat...versuch sie zu verstehen, dann kannst Du da auch ansetzen.

Sei schlau und lass sie von selber drauf kommen dass es evtl. noch etwas früh ist. Aber wenn Du ihr direkt davon abrätst wird sie sich nur rechtfertigen und ihre Entscheidung vor Dir verteidigen.

Kommentar von Mewchen ,

Ich würde einfach nur nochmal fragen, ob sie sich das auch gut überlegt hat. Das mit der Trennung war ja vor der jetzigen Situation, und auch nur als sie mich gefragt hat, was ich in so einer Situation tun würde

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