Ist es rassistisch bestimmten Ethnien bestimmte Charakterzüge zuzuordnen?

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Das Ergebnis besteht aus 8 Abstimmungen

Es ist überhaupt nicht rassistisch 37%
Es ist erst rassistisch, wenn man die Characterzüge wertet 37%
Es ist schon rassistisch Ethnie und Character in Verbindung zu setzen 25%
Es ist erst rassistisch, wenn man die Characterzüge benennt 0%

7 Antworten

Es ist schon rassistisch Ethnie und Character in Verbindung zu setzen

Ich denke, dass es für mich daran liegt, dass Worte und Bezeichnungen teilweise schon eine Wertung haben, bevor du sie meinst.
Generell ist mir das etwas suspekt und ich halte das auch ehrlich gesagt nicht für wissenschaftlich begründbar (Zusammenhang von Ethnie und Charakter, wobei Ethnie auch nen sozialwissenschaftlicher Begriff ist) und aus meinem Gefühl raus steht, dass auch in einem komischen Kontext, wenn du dir das mal überlegst (Sklaverei, Genozide)

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Es ist schon rassistisch Ethnie und Character in Verbindung zu setzen

Immer schön auseinanderhalten:

  • genetisch bedingter Phänotyp, z. B. meine Lidform ("Schlitzaugen") und meine glatten schwarzen Haare,
  • Sprache und erworbene kulturelle Prägung, z. B. mein norddeutsch-kühles Temperament,
  • individuelle Sozialisation (Erziehung), z. B. mein kritischer Geist,
  • Individuelle Lebenserfahrung und daraus resultierende Prägung, z. B. dass ich nie begriffen habe, wieso mich viele wie eine Ausländerin behandeln.
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Rassistisch definiert sich dadurch, Rassen (Ethnien) bestimmte Characterteigenschaften zuzuordnen. ( Sowohl positive als auch negative) Damit ist es natürlich rassistisch im ursprünglichen Sinne. Ob es gerechtfertig ist, oder die Zuordnungen stimmen, ist eine andere Frage.

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Es ist erst rassistisch, wenn man die Characterzüge wertet

Hab mir da auch schon oft Gedanken drüber gemacht, und stehe momentan an einem Punkt, an dem ich sage, dass es erst rassistisch ist, wenn man Ethnien hierarchisch einteilt, also von der Überlegenheit einer Rasse gegenüber einer anderen ausgeht. Ich sehe selbst da immer noch Probleme, denn wenn man mal ganz plump das Finale im 100m-Sprint der Weltmeisterschaften oder der Olympiade nimmt, sieht man eindeutig eine Überlegenheit innerhalb dieser Disziplin. Vielleicht ist Bewertung ein Ansatz, aber Bewertungen fand ich noch nie sonderlich interessant. (Alles heiße Luft?)

Eine lange Zeit fand ich auch das Argument überzeugend, dass die Rassentheorie widerlegt ist, weil die genetischen Unterschiede innerhalb einer sogenannten Rasse viel höher sind, als die gemittelten Unterschiede der sogenannten Rassen untereinander. Je länger ich das auf mich wirken hab lassen, desto willkürlicher erschien mir dieses Kriterium jedoch, und das hat mich letztlich nur dazu geführt, den Begriff Rassismus zu meiden, der nichts konkretes beschreibt, und die meisten ihn nur zur Projektion benutzen.

Spätestens mit der öffentlichen Diskussion der sogenannten Islamophobie, finde ich es sinnvoller In-Group/Out-Group-Denken als generalisierte Problematik zu betrachten, welche viele dieser diskriminierenden Geisteshaltungen umfasst.

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Ich frage mich, ob bestimmte Talente (z. B. Fähigkeiten der Aborigenies in Australien sind in der Wildnis zurecht zu finden) als Eigenschaft der Ethnie zu verstehen sind, oder einfach durch die ERziehung vermittelt werden. dazu müsste man  das wohl erforschen in dem man Kinder, dort in solchen Familien aufwachsen lässt.

Solche Versuche verbieten sich aber logischer Weise.

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Kommentar von andre123
12.04.2016, 11:09

gerade bei den Aborigenies wäre dies aufgrund der vielen (Zwangs)-Adoptionen, die deren Kinder seit dem frühen Alter bei zivilisierten Familien aufwachsen ließen übrigens problemlos empirisch möglich.    

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Es ist überhaupt nicht rassistisch

Der Begriff "rassistisch" ist eine Totschlagsvokabel, die bezeichnenderweise äußerst unscharf definiert ist. Sie bedeutet also nichts anderes, als daß eine Aussage unerlaubt, unvereinbar mit der Menschenwürde ist.

Fragen wir also lieber danach, welche Aussage wissenschaftlich ist. Denn jede wissenschaftliche Aussage wäre ja nach dem GG der BRD und der Charta der Menschenrechte willkommen und nicht zu beanstanden. Wissenschaftlich einwandfrei sind aber alle Aussagen (auch Wertungen!), die sachlich ausreichend begründet sind und deren Übereinstimmung mit der Wirklichkeit als wahr oder falsch überprüft werden kann.

Allerdings ist die Zuordnung erblicher Eigenschaften zu einer Ethnie, also einem Volk, nur unter der Voraussetzung möglich, dieses Volk gehöre einem bestimmten biologisch unterschiedlichen Menschenschlag an. Denn ein Volk (Ethnie) ist zwar der (biologischen) Herkunft nach bestimmt, aber es ist zusätzlich (und wesentlich) definiert als Kulturverband. Man wird also stets zu prüfen haben, ob eine Eigenschaft einer Ethnie erbbedingt (also biologisch) oder kulturbedingt (etwa Folge strenger Tradition) ist.

Wenn also zB Wissenschaftler durch sachliche Messungen feststellen, daß Türken einem Menschenschlag angehören, deren durchschnittlicher IQ geringer ist als der er Mitteleuropäer und derjenige asiatischer Völker höher, dann ist das eine wissenschaftliche, also erlaubte Aussage. Da "rassistisch" aber jedenfalls bedeutet  "unerlaubt", "abzulehnen", kann eine solche Aussage nicht "rassistisch" sein.

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Es ist überhaupt nicht rassistisch

Der Begriff "Rassismus" wird umgangssprachlich immer wieder mit Diskriminierung in Verbindung gebracht, daher werden viele Menschen eher sagen, es sei rassistisch, bestimmten Ethnien bestimmte Charakterzüge zuzuordnen.

Rein biologisch sachlich betrachtet ist Rasse / Unterart / Ethnie der Umstand, dass die Individuen (meist) phänotypische Unterschiede aufweisen. Rassen sind untereinander verpaarbar und haben fertile Nachkommen, da sie einer Art angehören.

Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede, wenn diese auf die Genetik zurückzuführen sind und nicht auf die Sozialisation, dann könnte man auch Charakterzüge einer Ethnie / Rasse / Unterart zuordnen.

Das Problem ist allerdings, die genaue Ursache neutral und wertungsfrei für die jeweilige Charaktereigenschaft zu bestimmen. Und wenn die jeweiligen Eigenschaften bewertet werden, dann beginnt für mich die Diskriminierung.

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