Frage von Ammy15, 89

Ist es pädagogisch eine angemessene Sanktion, wegen eines Missverständnisses einen Schüler zum Putzen zu verdonnern?

In der Mittagspause - kurz bevor wir Geschichtsunterricht hatten - ging ich noch einmal die Themen der Arbeit in meinem Kopf durch. Da meine Klassenkameraden und die Reinigungskraft geredet/gesungen haben, vergriff ich mich im Ton und sagte etwas lauter "Halt die Klappe." Demnach fühlte sich die Reinigungskraft angesprochen, obwohl ich nicht direkt SIE sondern auch ALLE anderen damit angesprochen hatte. Es sollte keine Anstößigung sein, sie hat es aber so aufgefasst. Nach dem sie dies einer weiteren Reinigungskraft mitteilte, kam ich in das Gespräch und Entschuldigte mich bei der angesprochen gefühlten. Ich schilderte ihr - als auch der Schuldirektorin, die um die Ecke kam - die Situation, dass es nicht so gemeint war. Ich hielt sie nach dem Gespräch einige Meter später an und Entschuldigte mich nochmals. Das tat ich wiederum 5 Minuten später, unter 4 Augen und einen Tag später nochmals. Die Reinigungskraft fühlte sich wieder gut und für sie war die Sache durch. So hörte es sich zumindest an. 5 Tage später sollte ich meinem Klassenlehrer die Situation erklären und diesbezüglich eine Strafe dafür bekommen. Nämlich 1 bis 3 Tage einer Reinigungskraft beim reinigen der Schule zu helfen. (5 Stunden lang) Ich sehe diese Strafe als nicht angemessen. Stimmt es? Darf meine Schuldirektorin das?

Antwort
von Barbarahilft, 6

Liebe Ammy, da bist du aber in eine ungünstige Situation geraten.Erstmal finde ich es sehr vorbildlich von dir, dass du dich von selbst entschuldigt hast und den Konflikt von selbst mit der Reinigungskraft gelöst hast. Die Strafe finde ich persönlich gut, für deinen Fall jedoch nicht angemessen.Du hast dich entschuldigt und auch eine zweite Chance verdient. Es ist dir nunmal rausgerutscht und du standest unter Stress. Da kann ich verstehen, dass du dich bei dem Lärm nicht konzentrieren konntest und dir dabei etwas Unüberlegtes rausgerutscht ist. Die Strafe ist pädagogisch nicht wertvoll.Die Direktorin sollte verstehen, dass es wichtiger für dich ist zu lernen, als 3 Tage die Schule zu reinigen. Natürlich sollte sie do etwas nicht unterstützen, aber sie sollte auch deine Seite anhören und dich das erklären lassen und nicht nur die Reinigungskraft.Sonst ist es nämlich nicht gerecht für beide Seiten. Sie sollte, wenn du dich entschuldigt hast, dir sagen, dass es nicht mehr vorkommen soll und es das es dann die Strafe gibt, als Warnung.Lehrer sagen auch nichts, wenn Schüler das untereinander sagen.Dazu sagen sie meist nichts. Eine Reinigungskraft ist genauso wichtig wie ein Schüler. Also sollte man entweder bei allen oder keiner Brleidigung eine Strafe geben.Lg, Barbara

Kommentar von Ammy15 ,

Dankesehr, dass Sie mich da so unterstützen. Und auch, dass Sie sich mit dem Thema und meiner derzeitigen Situation beschäftigt haben. Wenigstens kann ich jetzt mit gutem Gewissen darüber, dass es pädagogisch gesehen keine angemessene Strafe ist, zur Direktorin gehen und mit ihr ein ernstes Gespräch führen. Zu dem wird sie mich eh noch auffordern.

LG Ammy.

Antwort
von Ansegisel, 39

Erstmal zum pädagogischen Ansatz: Bei dieser Strafe geht es darum, dass die Schulleitung glaubt, du würdest auf die Reinigungskräfte herabsehen. Daher scheint es ein gutes Mittel zu sein, dich einen Tag in die Rolle der Reinigungskraft zu stecken, um dir deren Position etwas klarer zu machen.

An und für sich halte ich das für keine schleche Idee, denn besonders Gymnasiasten haben erschreckend oft einen gewissen "Standesdünkel" und neigen zu Unhöflichkeit gegenüber vorgeblich sozial schlechter gestellten.

Von daher ist es keine reine "Strafarbeit" sondern hat einen sozialen und pädagogischen Aspekt und dürfte deswegen erlaubt sein.

Das aber nur allgemein, nun zu deiner Situation: Wenn die Reinigungskraft deine Entschuldigung bereits akzeptiert hat, dann kannst du sie vielleicht noch einmal mit einbeziehen und es zu dritt mit deinem Klassenlehrer oder dem Direktor klären. Ansonsten: Augen zu und durch! Es gibt schlimmeres, als einen Tag zu putzen.


Kommentar von Karaseck ,

Sehr gute Antwort, besonders auch Teil 1. Sehe ich genau so 😀

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Was die Schulleitung (möglicherweise) GLAUBT, kann ja nicht Grundlage ihrer pädagogischen Maßnahme sein. Wenn es nachgewiesenermaßen so gewesen wäre, könnte man mit der Entscheidung der Direktorin mitgehen.

Eine mehrmalige Entschuldigung der Fragestellerin deutet aber das Gegenteil an. Eine sinnvolle Maßnahme der Direktorin wäre gewesen, bei der Reinigungskraft nachzufragen, ob die Sache geklärt sei.

Deine Allgemeinplätze über so manchen arroganten Gymnasiasten haben mit der tatsächlichen Situation nichts zu tun. Und danach, ob es schlimmeres als zu putzen gibt, war ebenfalls nicht gefragt. 

Eben nicht Augen zu und durch, wenn man nicht einverstanden ist, sondern vehementer Widerspruch!

Antwort
von LeniLeni13, 33

Ich glaub nicht, dass sie das darf und du nur weil du mal etwas gesagt hast, was sie böse aufgenommen hat, gleich 1-3 Tage arbeiten musst.
Ich finde das auch sehr unverschämt von der Reinigungskraft, schließlich hast du dich mehrmals entschuldigt und hast gesagt, dass du das nicht so gemeint hast

Antwort
von Kuhlmann26, 19

Das war eine Sache zwischen Dir und der Reinigungskraft und ihr habt das ganze friedlich geklärt. Es bestand also für die Schulleitung kein Grund, sich einzumischen. Eine pädagogische Maßnahme kann manchmal sein, sich herauszuhalten und die Betroffenen das selbst klären zu lassen.

Ich habe zu den so genannten pädagogischen Maßnahmen eine einfache Haltung: Du ganz alleine bestimmst, ob Du sie über Dich ergehen lassen willst. Wenn Du saubermachen gehst, gibst Du der Direktorin Recht und hast die Maßnahme akzeptiert. Solltest Du sie für unangemessen halten, was Du ja offensichtlich tust, mach nicht sauber; egal, ob die Direktorin darauf hin im Dreieck springt. Gegen eventuell nachfolgende Konsequenzen solltest Du Dich genauso wehren. Zeig eine klare Haltung und bleib dabei sachlich.

Ich würde die Reinigungskraft fragen, ob sie immer noch gekränkt ist und es richtig findet, dass Du saubermachen sollst. Wenn sie das bejaht, wären dies nichts anderes als Rachegelüste, aber auch die sind ja menschlich. Bring ihr doch eine Kleinigkeit (was Süsses) mit in die Schule. Ich vermute, dann glaubt sie Dir wirklich, dass es Dir leid tut.

Gruß Matti

Kommentar von Ammy15 ,

Hab das ausversehen gedisliket. Ich finde deine Antwort aber richtig gut und danke dafür *-*

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Man kann die eigenen Beiträge weder positiv noch negativ bewerten. Das tun andere User. Es ist doch so schön anonym und damit bequem, den Pfeil nach unten anzuklicken.

Ich schreibe lieber Kommentare unter die Beiträge, wenn ich was zu meckern habe. (-;

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Ach, das kommt davon, wenn man nur mit dem halben Auge liest. DU hast gedisliket. Ja, das kommt vor; ist mr auch schon passiert.

Antwort
von OIivix, 28

Klar darf sie. Nett ist es zwar nicht, aber ich fürchte, Erwachsene haben da mehr Einfluss als Schüler...

Entschuldige dich ehrlich bei ihr und erkläre es ihr nochmal (am besten auch den andren Lehrern etc, die von der Sache wissen). Oder schreib ihr ne Karte. Irgendwas, das von Herzen kommt und mitdem sie weiß, dass du es ernst meinst.

Und fürs nächste Mal: denk lieber kurz nach, bevor du Probleme kriegst..(:

Lg❤

Antwort
von Herpor, 8

Die Strafe hat nichts damit zu tun, dass die Putzfrau deine Entschuldigung angenommen hat.

Sie ist eine schulische Sanktion deines unakzeptablen Verhaltens.

Ein Schläger kommt auch nicht auf die Idee, straffrei ausgehen zu wollen, weil er sich bei seinem Opfer entschuldigt hat und es ihm vergeben hat.

Werd' erwachsen!

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