Wir denken immer wieder darüber nach, wie wir mit unseren Kindern Weihnachten feiern sollten. Wir sind beide schon lange aus der Kirche ausgetreten. Die Weihnachtsgeschichte gehört mit allem Drum und Dran auch zu Allgemeinbildung. Ganz happy sind wir trotzdem nicht. Wie machen das Gleichgesinnte? Ob Kindergarten oder Schule, die Geschichte taucht überall auf. Es gibt noch kein "Alternativprogramm"...

das ist auch ganz nett:
Die Nacht vor Weihnachten von Clement C. Moore übersetzt von FR Es war die Nacht vor Weihnacht, als durch das ganze Hause, keine Lebewesen sich regte, nicht mal eine Maus. Die Strümpfe waren sorgfältig am Kamin aufgehängt, in der Hoffnung, dass St. Nikolaus bald kommt. Die Kinder waren gemütlich ins Bett gekuschelt, während Träume von Weihnachtsgutsle ihn ihren Köpfen tanzen, und Mama mit ihrer Nachthaube und ich mit der Schlafmütze hatten grade unser Sorge/Gedanken abgelegt für einen langen Winterschlaf, als draußen auf dem Rasen sich so ein lautes Geklapper, dass ich aus dem Bett sprang, um zu sehen, was los ist. Rüber zum Fenster, sauste ich wie ein Blitz, schob das Schiebefenster zur Seite und stieß die Fensterläden auf. Der Mond auf dem Leintuch von frisch gefallenem Schnee verlieh allen Dingen da unter eine hellen Glanz. Als plötzlich vor meinen erstaunten Augen nichts anderes als ein kleiner Schlitten auftauchte und acht niedliche Rentiere, mit einem kleinen, alten Fahrer so lebhaft und geschwind. Im selben Moment wusste ich, das muss St. Nick sein. Schneller als Adler kamen seine Renner, und er pfiff und schrie und rief sie mit Namen: "Jetzt, Flitzer! jetzt, Tänzer! jetzt, Trippler und Füchsle! Auf, Komet! auf Cupido! auf, Donner! auf, Blitz! Rauf aufs Vordach auf die Spitze der Wand, Jetzt stürmt weg, stürmt davon, stürmt los, alle zusammen. Wie trockene Blätter, die von dem wilden Sturm wegfliegen, stiegen sie in den Himmel empor, wenn sie auf ein Hindernis trafen, so flogen die Renner empor zum Hausdach mit dem Schlitten voll Spielzeug - und natürlich mit St. Nikolaus. Und dann in einem Augenblick hörte ich auf dem Dach das Tänzeln und scharren jedes einzelnen Hufes. Als ich meinen Kopf zurückzog und mich umdrehte, kam Nikolaus mit einem Plumps den Kamin runter. Er war ganz von Kopf bis Fuß mit Pelz bekleidet und seine Kleider waren beschmutzt mit Asche und Ruß. Einen Sach voll Geschenken trug er über seinem Rücken. Er sah aus wie ein Händler, der sein Bündel öffnete. Seine Augen, wie sie funkelten, und die Grübchen, wie spaßig! Seine Wangen leuchteten wie Rosen, seine Nase wie ein Kirsche. Sein drolliger kleiner Mund glich einem emporgezogenen Bogen, und der Bart auf seinen Backen war weiß wie Schnee. Der Stummel einer Pfeife, hielt er fest im Mund, und deren Rauch umgab seinen Kopf wie ein Kranz. Er hatte ein breites Gesicht und einen kleinen runden Bauch, der, wenn er lachte, wie eine Schale voll Gelee wabbelte. Er war rundlich und mollig, ein richtiger lustiger alter Elfe. Und ich lachte, als ich ihn sah, ohne auf mich selbst zu achten. Ein Augenzwinkern und ein Kopfschütteln signalisierten mir, dass ich nichts zu befürchten hätte. Er sagte kein Wort, sondern machte sich direkt an sein Werk und füllte alle Socken und mit einem Ruck drehte er sich um, legte einen Finger an die Nase und mit einem Kopfnicken stieg er den Kamin hoch. Er sprang in seinen Schlitten, pfiff seiner Truppe und sie flogen zusammen weg. Doch ich hörte ihn noch ausrufen, ehe er außer Sicht war: "Frohe Weihnachten euch allen und allen eine Gute Nacht!"
Quelle: http://www.wer-weiss- was.de/theme73/article516415.html

Die Weihnachtsgeschichte (also eigentlich Lukas 2, 1-20 aus dem Neuen Testament) ist schon lange eine Volkserzählung geworden und neben der Bergpredigt die wohl bekannteste Bibelstelle. Sie ist schon länger nicht mehr an eine bestimmte Theologie gebunden (weder katholisch noch evangelisch) und ist ebenso wie "Stille Nacht" über den ganzen Erdkreis verbreitet.
Klar darf man sowas erzählen oder vorlesen.
gerwitt am 22. November 2007 09:51 Was heißt, sie ist nicht an eine Theologie gebunden? Das ist doch Unsinn! Die biblische Weihnachtsgeschichte ist nicht konfessionell gebunden, aber sie ist an die Theologie gebunden, die von allen Christen, gleich welcher Konfession geglaubt wird: Jesus Christus ist der Sohn Gottes, der Retter der Welt, der als Mensch in die Welt kam, um das menschliche Los zu teilen, außer der Sünde. So wurde er zum Urheber des Heils. DAS ist christliches Glaubensbekenntnis und ist somit sehrwohl auch theologisch an die Geburtsgeschichte Jesu aus der Bibel gebunden.
Ja ich denke schon. Wenn die Kinder fragen sollten warum ihr ausgetreten seit, dann sei ehrlich und sag warum, sag aber auch, dass jeder seine eigene erfahrung machen muss und sie/ er das früher oder später selber entscheiden kann ob er/sie an die kirche bzw. gott oä glaubt
OT: Ich bin aus der Kirche ausgetreten, aber nicht vom Glauben abgefallen. Ich lehne die Kirche als Institution ab, aber nicht den Glauben an Gott. Mir würde es sicher nicht schwerfallen, die Weihnachtsgeschichte oder das -evangelium vorzulesen.
dem kann ich mich nur anschliessen.
Es gibt auch Kirchen, die keine "Institution" sind (Freikirchen). Da gibt es dann auch keine Kirchensteuer, verbeamteten Pastoren u.ä. - Evtl wäre das je etwas Passendes für Dein Glaubensleben...

Ich denke, dass es kein wirkliches Alternativprogramm gibt, denn das Weihnachtsfest ist nun mal die Folge der Weihnachtsgeschichte. Wenn man nun diese Grundlage und den Anlass für Weihnachten wegzudenken sucht, wird dieses Fest sinnentleert - zumindest von seinem eigenen Wesen her.
Seitens der Kirche sind viele heidnische Feste sozusagen "getauft" worden. Das bedeutet, dass sie einen neuen Namen und einen neuen Inhalt bekamen - jedoch weiterhin am alten und gewohnten Tag stattfanden. Dass Weihnachten in der Nähe der Wintersonnenwende gefeiert wird, ist eine theologische Entscheidung gewesen. Das Licht, das in die Dunkelheit der Welt kommt (vgl. Johannesevangelium Kapitel 1), erstrahlt eben besonders eindrucksvoll dann, wenn die Tage kurz und die Nächte (Dunkelheit) lang ist.
Wenn Ihr also ein Alternativprogramm sucht, wird Euch nichts anderes übrig bleiben, als Weihnachten mit allem aufzugeben und ein neues Fest zu kreieren - oder weiterhin die Weihnachtsgeschichte als Grundlage und Anlass dieses Festes aufzugreifen :-)
Gruß Barnabas
barnabas am 22. November 2007 10:51 Entschuldigung. Es muss natürlich heißen: "... wenn die Nächte lang SIND. So was passiert, wenn man zu schnell weiterklickt. :-)

Ihr vergebt Euch nichts, wenn Ihr den Kindern die Weihnachtsgeschichte vorlest und die Kinder werden sie lieben.
Hallo, egal wie stark oder schwach der Glaube auch sei, scheint Ihr ja immerhin noch Weihnachten zu feiern. Also gibt es ja für Eure Kinder auch Tannenbaum und dergleichen mehr christliche Symbole. Wieso also nicht die Weihnachtsgeschichte? Gruß,Tamariin

Kirche hat ja nicht unbedingt was mit Glaube oder mit Geschichte und Allgemeinbildung zu tun!
Sternenfee am 22. November 2007 12:12 Womit denn dann???

Wenn ihr - trotz Austritt aus der Kirche - dennoch einen christlichen Glauben habt und Weihnachten aus diesem christlichen Glauben heraus feiert, also glaubt, dass Jesus Christus als Heiland der Welt Mensch geworden ist, dann ist es sicher richtig, die Weihnachtsgeschichte vorzulesen.
Denn was sonst wollt ihr den Kindern vorlesen, wenn sie fragen, warum ihr Weihnachten feiert.
Und vom Kirchenaustritt werden die Kinder wahrscheinlich nicht viel wahrnehmen.
Ihr könnt ja auch in eine Christmette gehen (sie wird ja auch oft gerade für die Zielgruppe von Kindern angeboten). Dort erfahren sie ja dann auch, warum Weihnachten gefeiert wird. Ich kann euch als Eltern nur ausdrücklich ermutigen, die Weihnachtsgeschichte - am besten aus dem Lukas-Evangelium - vorzulesen. Sie ist auch für Kinder sehr gut geeignet.

Ich bekam die Weihnachtsgeschichte immer genauso erzählt wie alle anderen Märchen (Rotkäppchen, Dornröschen, usw.) und hatte als Kind eine riesen Freude daran. Und an Weihnachten war es ja auch passend. Meine Eltern sind auch schon lange aus der kirche ausgetreten, genau wie ich. Trotzdem ist es ein wunderbares Märchen.
Sternenfee am 22. November 2007 12:13 Die Weihnachtsgeschichte ist kein Märchen, sondern Tatsache - es gab Jesus!!!

Warum denn nicht, dass ihr mit dem "Bodenpersonal" nichts zu tun haben wollt, das hat doch mit Eurem Glauben nichts zu tun.
Wenn ihr aber gar nicht daran glaubt, dann ist das schon fraglicher, dann ist das für Euch unter Märchen und Allgemeinbildung einzubuchen, ist dann sicher schwieriger.
Wahrscheinlich momentan noch vorlesen, später können dann die Kinder selber entscheiden, wenn sie alt genug sind, sich eine eigene Meinung bilden zu können.

Wie Du schon sagst: "Die Weihnachtsgeschichte gehört mit allem Drum und Dran auch zu Allgemeinbildung."
Also ich finde jedes Kind hat ein Recht darauf, die Weihnachtsgeschichte zu kennen. Die wird den Kindern ja oft auch in der Schule beigebracht.
Es ist doch voll schön, wenn ihr die den Kindern vorlest, so mit Kerzenlicht oder als Gutenachtgeschichte oder so !
Das hat doch überhaupt nichts damit zu tun, ob ihr sie glaubt oder nicht. Ich meine, an den Weihnachtsmann glaubt ihr doch auch nicht, oder?
Ich finde es auch unnötig, dass ihr den Kindern erklärt, dass ihr das nicht glaubt ( falls ihr es nicht glaubt ) - ich meine ihr klärt sie doch auch nicht darüber auf, dass es den Nikolaus nicht gibt, oder...
Also macht es doch den Kindern schön !
Natürlich ist es okay. In meinen Augen ist das kein Problem.

Alternativprogramm??? Also ganz oder gar nicht würde ich sagen - entweder Weihnachten mit Weihnachtsgeschichte oder kein Weihnachten. Den Kindern sollte man sowieso die Wahl lassen, die Möglichkeit für Gott offen zu sein. Für Kinder ist es ungemein tröstlich von Gott zu wissen und zu beten (nicht nur für Kinder)

Wissen Sie, die Weihnachtsgeschichte gehört zur Allgemeinbildung.
Es wird auch wohl kein Alternativprogramm geben, oder was feiert Ihr an Weihnachten? Ich feiere jedenfalls nicht das Lebkuchenfest.

Die Weihnachtsgeschichte gehört genauso dazu wie auch der Tannenbaum. Ich denke schon, daß du sie deinen Kindern vorlesen kannst.
Aus der Kirche auszutreten heißt ja nicht automatisch sich vom Glauben abwenden. Die Kirche ist eine Institution, der ich für meinen Teil nichts abgewinnen kann. Um an Gott zu glauben und zu beten braucht man nicht jeden Sonntag in die Kirche rennen.
Warum sollte es nicht okay sein? Glaube und Kirche sind für mich zwei verschiedene Paar Schuhe.
Kann aber nicht mit der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium konkurrieren, weil nur die Weihnachtsgeschichte aus den Evangelien wirklich deutlich machen, was wir an Weihnachen feiern. Als ausgetretener Christ sollte ich dennoch die biblische Geburtsgeschichte Jesu als Grund des Weihnachtsfestes den Kindern vermitteln.
Auf der einen Seite ist die Vermittlung von Werten immer eine gute Idee, nur glaube ich persönlich nicht daran, dass in mehr als 40% der Familienfeiern die Geburt Christi an Weihnachten im Vordergrund steht. Es ist Allgemeinbildung und man sollte daher auch schon wissen, warum dieser Tag gefeiert wird (genauso wie Allerheiligen, Erntedank und Silvester), aber das kann man zu jeder Jahreszeit machen. Ein Kind wird sich nicht plötzlich im Stuhl zurücklehnen und sagen "wow, ich fühle mich dadurch Jesus näher als zuvor", sondern eher "Hmmm? Ach Mami, das ist langweilig...kannst du uns nicht etwas anderes vorlesen?".