Frage von ArinaStarker, 120

Ist es okay, konfirmiert zu werden, wenn ich anders glaube, als meine Religion?

Antwort
von nachdenklich30, 22

Das käme m.E. darauf an, was Du anders glaubst.

Für mich ist wichtig: Wir müssen nicht alle gleich glauben. Jede und jeder von uns hat eine eigene Beziehung zu Gott. 

In der Bibel sind ausdrücklich _vier_ Evangeliuen und nicht nur eines. Immer wieder wird deutlich, wie Menschen ganz unterschiedlichen Glaubens zusammen finden können, auch innerhalb des Judentums und innerhalb des Christentums.

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es Glaubensunterschiede gibt, die nicht zum Christentum passen.

Ich würde daher mal so sagen:

Wichtiger als Dein Ja zu allen lutherischen oder reformierten oder unierten Glaubensinhalten (je nach der Ausrichtung Deiner Gemeinde - die Gemeinden sind sich doch auch nicht in allen Einzelheiten einig) ist Dein Ja zu Gottes Ja zu Dir.

Wenn Du im Konfirmandenunterricht davon ein Gespür bekommen hast, dass Gott es gut mit Dir meint, und dass es Dir gut tut, in einer solchen Gottesbeziehung zu leben, dann darfst Du Dich auch mit gutem Gewissen konfirmieren lassen.

Ich glaube, es würde zu weit führen, hier die Einzelheiten zu besprechen. Aber Deine Pfarrerin/Dein Pfarrer würde sich sicher Zeit für Dich nehmen wenn Du sie deswegen um ein Gespräch bittest.

Wenn nicht: Stell mir bitte eine Freundschaftsanfrage und sprich mich noch mal drauf an.

Noch was:

Ich hatte damals auch große Skrupel, ob ich mich konfirmieren lassen soll, weil ich meinen Glauben nicht gut genug gefunden habe. Aber ich hatte nicht den Mut, mit jemandem darüber zu sprechen.

Heute freue ich mich drüber, dass ich damals einfach mitgemacht habe. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich _nie_ den richtigen Zeitpunkt zur Konfirmation gefunden.

Inzwischen habe ich verstanden, dass es vor allem auf das ankommt, was Gott für mich tut. Vieles von dem, was ich damals geglaubt und über den Glauben gelernt habe, habe ich inzwischen als Irrweg begriffen. (Gerade im Blick auf das Verhältnis von Christen und Juden.) Man kann die Bibel immer wieder auf unterschiedliche Weise interpretieren, und niemand ist dabei vor Irrtümern sicher.

Das verlangt Gott aber auch nicht von uns.

Schau Dir den "ungläubigen Thomas" an, wie Jesus mit ihm und seinem Zweifeln umgeht. So liebevoll geht er auch mit Dir um. Und auch mit den Irrtümern der Kirchen. Vielleicht liegst Du ja richtig, an den Stellen, an denen Du "anders" glaubst. Die evangelischen Kirchen gelten ausdrücklich nicht als unfehlbar. Also: Nur Mut! :-)


Kommentar von ArinaStarker ,

Danke!

Antwort
von JTKirk2000, 12

Bevor Du Dich konfirmieren lässt, wäre es gut, wenn Du zunächst einmal darüber nachdenkst, was Dir persönlich in Deinem Glauben wichtig ist. Wenn Du bereits in der Vorbereitung auf Deine Konfirmation bist, hast Du sicherlich hin und wieder auch Gelegenheiten, mit dem örtlichen Pfarrer bzw. der örtlichen Pfarrerin zu sprechen. Frage ihn oder sie nach einer Gelegenheit, um mit ihm/ihr unter 4 Augen zu sprechen und stimmt einen geeigneten Termin ab. In diesem Termin kannst Du dann mit ihm/ihr über diese Dir wichtigen Glaubensansichten sprechen und in der Bibel nachlesen, wie es darin steht und was die entsprechende Kirchenlehre dazu aussagt. Gegebenenfalls können, um ein Thema abschließend zu klären, mehrere Termine erforderlich sein und es kann auch sein, dass Du erst nach Monaten Antworten auf Deine Fragen erhältst, denn ein örtlicher Gemeindeleiter hat auch viele andere "Schafe" in seiner "Herde".

Jedenfalls kann es nicht schaden, wenn man sich entsprechend ausreichend vor der Konfirmation darauf vorbereitet, und nicht erst auf dem letzten Drücker, da man sonst nur selbst enttäuscht wird, wenn man vielleicht selbst nach der Konfirmation nicht die Antworten erhält, die man bräuchte oder sogar gar keine Antworten erhält, wie es bei mir der Fall war. Im Gegensatz zu heute gab es zu meiner Zeit kein Internet und daher damals auch keine Möglichkeit, einen solchen Rat zu erhalten. Auch wenn ich diverse persönliche Glaubensansichten schon vor der Konfirmation hatte, hatte ich erst nach der Konfirmation in der "Jungen Gemeinde" die Möglichkeit, mir der betreffenden biblischen Grundlagen und der Haltung der evangelischen Kirche dazu bewusst zu werden. Von daher habe ich im Nachhinein kein Problem damit, dass ich mich konfirmieren ließ, aber ich habe mich in der Hinsicht von der evangelischen Kirche betrogen gefühlt, weil erst nach der Konfirmation eine wirkliche Leserunde in der Bibel eingeführt wurde, um sich wirklich mit diesem Glauben auseinander zu setzen, das heißt mit dem, was in der Bibel steht, und mit dem, was der Lehre der evangelischen Kirche entspricht.

Antwort
von Striker310501, 53

Ja. Deine Überzeugung im glauben ist genauso deine Sache wie dich konfirmieren zu lassen (selbst wenn es wegen dem Geld ist). Dafür musst du dich bei keinem rechtfertigen. Lassen würde ich es aber wenn du selbst dagegen was hast dich konfirmieren zu lassen und es nur machst weil du glaubst du müsstest es tun.

Kommentar von ArinaStarker ,

Danke. Ich mache es nicht wegen des Geldes, sondern weil ich es möchte. Auch wenn ich anders glaube als meine Religion. 

Antwort
von danhof, 18

Nein, das ist absolut nicht OK.

Es gibt nicht wenige Orte auf der Welt, wo man verfolgt, denunziert, eingesperrt oder sogar umgebracht wird, wenn man sich als Christ bekennt. Das solltest Du bedenken, wenn Du mit dem Gedanken spielst, dich nur zum Schein zum Christentum zu bekennen.

Ich finde es abgesehen davon ziemlich inkonsequent. Wenn man nicht so glaubt, wie es der Glaubensrichtung entspricht (Ob nun Moslem, Christ oder Jude), warum dann so tun als ob?

Christ zu sein bedeutet, an die Bibel als das Wort Gottes zu glauben. An den Vater und seinen Sohn Jesus Christus. Dass er für uns gestorben ist und auferstanden. Dass er uns von unseren Sünden befreit hat und den Weg zu Gott, dem Vater, freigemacht hat.

Und da gibt es keinen Zusatz und nichts, was man weglassen kann.

Also kann man schon, aber dann ist per Definition man kein Christ. Ich kann natürlich sagen "9 Plus 1 ist A" aber dann bin ich eben nicht mehr im Dezimalsystem :-)

Kommentar von ArinaStarker ,

Wenn ich aber anders glaube, als alle Glaubensrichtungen, von denen ich jemals gehört habe? Nicht stark anders, aber eben doch?

Kommentar von nachdenklich30 ,

Schau doch mal ganz vorsichtig in die Bibel, welche Menschen Gott für sich ausgesucht hat.

Den viel zu jungen Samuel.

Den Terroristen Mose, der von ungläubigen Ägyptern erzogen wurde, trotzdem zum Mörder wurde, bei einem heidnischen Priester in die Leere geht, trotzdem nicht vernünftig sprechen kann.

Petrus, diesen wankelmütigen Knilch. Selbst der tragische Judas war im Team. Oder die Prostituierte Rahab in Jesu Stammbaum.

Oder der "ungläubige" Thomas...

Nee, ich bin ganz froh, dass ich an Gott glauben darf und nicht an Dich glauben muss. Gott ist großzügiger.

Kommentar von danhof ,

Meinst Du mich? An mich glauben?

Gott bewahre, das soll auch niemand :-)

Natürlich waren in Jesu Stammbaum und Umgebung die größten Verbrecher und Banditen. Das ist ja auch ein Teil der Botschaft: JEDER kann kommen. Niemand ist zu gering. Niemand ist zu schlecht. Niemand ist zu arm. Niemand ist zu dreckig. Niemand ist zu arbeitslos.

Aber um (nach dem christlichen Verständnis!) gerettet zu werden, muss man sich eben auch zu Jesus bekennen. Und gleichzeitig anderen Göttern abschwören. Das hat nichts mit streng oder großzügig zu tun. Sondern mit JA oder NEIN.

Es ist eben NICHT OK zu sagen, "Ja, ein Pfund Jesus, dann noch ein bisschen Buddha... hmmm... vielleicht noch ein paar Wundersteine und Wünschelrouten". Da ist Jesus in der Bibel ganz klar und eindeutig.

Ich trete auch nicht in die SPD ein, wenn ich doch eigentlich lieber in der CDU wäre. Ich trete auch nicht in die SPD UND in die CDU ein. Das ist nicht mal erlaubt.

Ein klares Bekenntnis ist gefragt. Natürlich kann jeder glauben, was er will. Er/sie kann es auch ganz lassen. Aber Christsein bedeutet eben auch etwas bestimmtes.

Natürlich müsste man auch wissen, was genau "anders glauben" bedeutet. Das weiß ich ja nicht. Das geht ja aus der Fragestellung nicht hervor. Wenn es nur Kleckerkram ist, um den es geht... sowas wie "Ich will aber im Stehen beten und nicht im Sitzen" - das ist natürlich was ganz anderes. Aber wenn es um die Grundlage geht, wäre es falsch, sich zu etwas zu bekennen, wenn man es nicht akzeptiert oder daran glaubt.

Antwort
von Ichthys1009, 48

Mit der Konfirmation sagst du "ja" zu dem Weg, den du in deinem Glauben begonnen hast.

Dieser Weg hat erst angefangen und du wirst weiter suchen müssen, bis du genau weißt, was du glaubst oder glauben möchtest.

Um in deinem Glauben weiter zu wachsen, braucht es Zeit. Dieser Weg ist nicht mit der Konfirmation vorbei. Sondern im Gegenteil fängt es jetzt erst richtig an.

Von daher muss dein Glaube jetzt noch gar nicht so perfekt und "richtig" sein. Wichtig ist vor allem, dass du die Bereitschaft und Offenheit hast, deinen Lebensweg und deinen Glaubensweg weiter zu gehen.

Wenn du auf diese Weise ein suchender Mensch bist und immer wieder bereit bist, nachzudenken und mit anderen Menschen über deine Fragen zu reden, kann die Konfirmation Sinn machen und dir neue Wege eröffnen.

Kommentar von ArinaStarker ,

Danke! 

Kommentar von RonnyFunk ,

Die Konfirmation drückt doch nicht aus "Vielleicht werde ich mal Gott suchen", sondern "Ich habe Gott gefunden und glaube an ihn" oder habe ich da etwas missverstanden?

Kommentar von Ichthys1009 ,

@Ronny

...da hast du mich schon missverstanden.

Und die Fragestellerin hast du scheinbar auch nicht recht verstanden. Schau dir einfach noch mal ihre Kommentare an, dann merkst du, dass es ihr nicht um ein "vielleicht werde ich mal ..." geht, sondern dass sie bereits ernsthaft bei der Sache ist.

Kommentar von nachdenklich30 ,

Die Konfirmation drückt aus: Ich finde es toll, dass Gott mich gefunden hat.

Glaube ist und bleibt ein Geschenk. Etwas, das man nicht selber machen kann. (Mt 19,24-26)

Was aber Gott für einen tut.

Antwort
von neeleKL, 57

Wenn du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst?

Kommentar von RonnyFunk ,

Hm, anscheinend doch nicht, sonst würde Arina nicht hier fragen.

Antwort
von Nordseefan, 6

Wie wenn du anders glaubst?

WEnn du eher an Allah glaubst dann fände ich es nicht ok, oder auch gar nicht nicht glaubst. Oder zum Judentum tendierst. Spirch wenn du es wegen dem Geld machst.

Solange du aber "nur" nicht alles sklavisch befolgst, was die Kirche sagt, sondern dir in machen Punkten so deine eigene Meinung machst ist es ok

Kommentar von ArinaStarker ,

Ich glaube nicht an eine andere Religion, und ich mache es auch nicht wegen des Geldes. Es ist eher so, wie im zweiten Abschnitt beschrieben. Danke.

Antwort
von LizTayler, 63

Liebe ArinaStark,

ich denke du bist damit nicht die einzige, die soetwas machen möchte. Viele machen es des Geldes wegen. Niemand kann dich daran hindern, jedoch ist es falsch bzw. meiner Meinung nach nicht das Richtige. Du solltest nur wissen, ob dein Gewissen damit klar kommt.

Kommentar von ArinaStarker ,

Ich mache es nicht wegen des Geldes. Mein Gewissen kann damit klar kommen, weil ich diese Religion okay finde, und ich möchte es machen. Ich finde die Sachen, die in dieser Religion 'geglaubt' werden richtig, aber glaube trotz dem auch anders. Danke für deine Antwort.

Kommentar von RonnyFunk ,

Aber eigentlich schwindelst Du doch. Du bekennst einen Glauben, den Du nicht hast und feierst diese Heuchelei ganz groß.

Und wenn Dein Gewissen mal vorsichtig fragt, ob es nicht dran wäre, sich Gott zuzuwenden, dann kannst Du dies mit den Ausreden "Ich bin getauft, ich bin konfirmiert, ich bin Kirchenmitglied" abspeisen.

Zu DDR Zeiten hatte ich meine Jugendweihe, machte diese mit, um keine Scherereien zu bekommen, aber gelobte etwas, das ich nicht wollte. Aber wenn es nicht in der Diktatur gewesen wäre, hätte ich so ein Ritual nicht mitgemacht.

Also ich halte es für sinnvoll, wenn Du konsequent wärst und die Konfirmation nicht mitmachst. Wenn sie nicht ernst gemeint ist, bringt sie nichts gutes.

Kommentar von nachdenklich30 ,

Konsequent christlich glauben heißt annehmen: Nobody is perfect. Und Gott mag mich trotzdem.

Die Bibel selbst ist so vielfältig, da dürfen wir unsere eigene Position finden.

Wer konsequent glauben will, wird den Glauben verfehlen.

Im Übrigen:

Es sind immer die Sensiblen, die so skrupelvoll nach ihrer Konfirmation fragen. Die anderen kassieren einfach.

Und die Sensiblen haben es nicht verdient, dass man mit dem Hammer drauf haut.

Antwort
von warehouse14, 42

Mal überlegen... 

Du gibst Dich durch die Konfirmation als etwas aus, daß Du eigentlich nicht bist.

Hmm...

Für mich hört sich das nach Heuchelei und Lüge an.

Ist sowas ok? Wäre es für Dich in Ordnung, wen sich jemand als Angehöriger Deines Glaubens (oder was auch immer Dir eben etwas bedeutet, also wichtig ist) ausgibt, es im Herzen aber nicht wirklich sein will? 

Nein? Wieso würdest Du das dann anderen antun?

Ja? Viel Spaß mit der Feier. Hoffentlich bereust Du es niemals.

warehouse14

Kommentar von ArinaStarker ,

Ich finde die Religion richtig, glaube aber anders. Ich will konfirmiert werden. In dieser Religion. Nicht wegen der Geschenke.

Kommentar von warehouse14 ,

Sei Dir einfach sicher, daß jeder Deiner Geschwister im Glauben seinen eigenen Glauben hat. Es wird niemals 2 geben, die alles völlig identisch sehen... ;)

Es wird auch nicht jeder alle Zeremonien identisch handhaben...

Auch wenn manche aufgrund des Balkens in ihrem Auge gerne Deinen Splitter rügen... ;)

warehouse14

Kommentar von RonnyFunk ,

Hm... "Ich finde meine Schwiegermutter nett, und deshalb heirate ich den Mann, den ich nicht liebe, nur auf dem Papier". Wie klingt das?

Antwort
von robi187, 42

rede mit einem pfrarrer der wird dafür bezahlt? solche fragen zu beantworten?

Kommentar von RonnyFunk ,

Bleibt die Frage, ob er dazu rät, ehrlich zu bleiben oder meint "Der Appetit kommt beim Essen".

Kommentar von robi187 ,

ein misonar würde ich nicht fragen? aber ein pfarrer der die 10 gebote ernst nimmt schon

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