Frage von ShinyShadow, 123

Ist es ok, einen älteren Kollegen auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen?

Hi :)

Es geht jetzt nicht um was morz dramatisches oder so, aber manches stört mich an einem meiner Arbeitskollegen ganz besonders... Grob gesagt kann man sagen: Man merkt, dass er das Leben lang noch nie irgendwas zuhause im Haushalt selbst machen musste, und das macht er auch bei der Arbeit so.

Beispiele:

-Wir haben eine Spülmaschine, jeder macht da am Abend seine Kaffeetasse / seinen Teller / ...(Was man eben so gebraucht hat) rein, nur er stellt sein Zeug einfach auf der Arbeitsplatte ab...

-Der Kaffee ist leer, statt dass er die Packung in den Müll wirft, liegt sie einfach auf der Ablagefläche...

-Wenn Müll abgeholt wurde und er an dem Tag alleine da ist, steht die Mülltonne am nächsten Tag immer noch draußen...

-Wenn er nachmittags alleine da ist, ist immer am nächsten Morgen noch die Kaffeemaschine und alles an...

-....

Das Problem: Ich trau mich nicht was zu sagen, weil ich das Gefühl hab, ich hab kein Recht dazu... Er ist schon fast 60 (wohnt aber noch im Haus seiner Mutter, sie kocht immer für ihn, wäscht,....) und arbeitet schon seit über 20 Jahren hier... und ich bin Mitte 20 und erst seit ca. 1,5 Jahren hier. (Von der Rangordnung sind wir "gleichberechtigt")

Ich versuch immer, ihm das irgendwie klar zu machen, indem ich einfach das Zeug von ihm stehen / liegen lass, aber er kapierts nicht. Als wir beide mal ne Woche allein waren, lag die leere Kaffeepackung dann von Di. bis Fr. da.... Und wenn einer der anderen Kollegen da ist, räumen die es immer weg...

Was meint ihr: Darf ich was zu ihm sagen? Oder ist das in meiner Position eher nicht so gut?

Vielen Dank für eure Meinung! :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Oliver Fleidl, 21

Hallo erstmal,


da hast du eine echt verzwickte Situation. Und ich glaube, jeder hat in seinem Leben solche Leute einmal erlebt. Das kann einem ganz schön auf die Nerven fallen.


Kurze Antwort auf deine Frage aus "Knigge-Sicht": Selbstverständlich kannst du deinem Ärger Luft machen. Das hat nichts mit Alter oder Hierarchie zu tun.


Überlege dir gut, auf welche Weise du das ansprichst. Die Vorschläge, die ich hier teilweise lese, sind da wenig hilfreich. Denn es sind Angriffe, die deinen Kollegen in die Verteidigung zwingen. 


Versuche es mit einer sogenannten Ich-Botschaft. Z. B.: Hallo Herr..., ich würde gern mit Ihnen über etwas reden, was mich schon eine Weile beschäftigt. Wann haben Sie Zeit, sollen wir das gleich besprechen oder lieber... "


(Es ist wichtig das unter 4 Augen zu klären)


"Ich habe jetzt einige Male erlebt, wie Sie in der Küche.... 

Das ärgert mich, denn ich finde es den Kollegen und mir gegenüber ungerecht. Und jetzt wollte ich das einfach direkt ansprechen, denn vielleicht tue ich Ihnen auch Unrecht. Und mir liegt viel daran, mit Ihnen gut auszukommen, immerhin haben Sie hier viel mehr Erfahrung (oder eine andere ERNSTGEMEINTE Wertschätzung)."


Ihn fragen bzw Gelegenheit geben, sich zu äußern. 


"Sehen Sie, ich wünschte, es gäbe dafür irgendeine Lösung. Wenn Sie z. B. (irgendetwas, was er als Ausgleich tun könnte, seine Mutter könnte einmal die Woche Kuchen für alle backen)."


Versuche also nicht,  ihn krampfhaft zu ändern, sondern mit ihm eine Lösung zu finden. Vielleicht gibt es einen anderen Job, den er stattdessen übernehmen könnte. Lass ihn da ruhig drüber nachdenken, evtl am nächsten Tag dann nochmal weiter sprechen. 


Könnte sein dass das der Beginn einer langen Freundschaft ist :)


Viele Grüße,  Oliver vom Team 


www.bundesverband-knigge.de 

Antwort
von Malavatica, 43

Ich finde da kann man schon mal etwas sagen wie :Es wäre schön, wenn sie Ihren Kram auch mal selber wegräumen würden. 

Wenn ihm noch nie jemand etwas gesagt hat, ist es ihm wahrscheinlich gar nicht bewusst. 

Ich würde seine Sachen grundsätzlich liegen lassen. 

Alter rechtfertigt nicht alles. 

Antwort
von user8787, 69

Selbst wenn du deine Ansagen lustig verpackst, ich denke nicht das du einen Menschen in dem Alter diesbezüglich noch grundsätzlich ändern kannst. Das wird sicherlich bereits an der Einsicht etwas falsch zu machen scheitern . 

In einer engeren Beziehung könnte man es versuchen, mit viel Liebe könnte das auch bis zu einem gewissen Punkt möglich sein. 

Ihr Zwei steht zu weit auseinander....ich kann mir vorstellen das dein Kollege auf kontra geht. 

Nebenbei ansprechen würde ich das aber immer wieder...so " ganz zufällig " . 😎

Kommentar von ShinyShadow ,

Ich glaube, er merkt das gar nicht... Wir wurden letztens alle vom Chef zum Essen eingeladen, und irgendwie kamen wur da auf  das Thema Haushalt...

Ich meinte dann: "Mich stresst das immer so, wenn manche Leute immer ihr Zeug überall liegen lassen und ihr Geschirr nur auf der Spülmaschine abstellen!" Er meinte dann sogar noch: "Ja, das würde mich auch stressen." Und am nächsten Tag wars wieder so...

Kommentar von user8787 ,

Eine Frage seiner eigenen Wahrnehmung....

Kommentar von PeterSchu ,

Das zeigt, dass es keinen Sinn macht, irgendwelche Andeutungen "um die Ecke herum" zu machen.

Antwort
von Worf3333, 60

Ich befürchte in dem Alter ist es zu spät ihm noch etwas beizubringen.

Alleine die Tatsache, dass er noch bei Mama wohnt ist schon gruselig genug.

Ärgere dich nicht darüber, sonst bekommst du irgendwann Magenprobleme.

Ihn wird es nicht weiter interessieren, da es schon ewig geduldet wird.

Aber eigentlich ist es natürlich so, das man ihm das einfach mal sagen muss.

Kommentar von ShinyShadow ,

Ja, das denke ich auch immer.. "eigentlich sollte man mal..."

Wegen dem Thema gruselig: Naja, er hat ja immerhin schon ne eigene Wohnung, sein Bruder wohnt auch noch da im Haus... Aber wie es halt so ist... Solange man noch unterm selben Dach wohnt, macht die Mama eben alles fürs Söhnchen mit... ;)

Kommentar von frischling15 ,

Kann es sein , dass Du Dich da zu sehr engagierst ? :(

Er ist doch Dein Kollege ..nicht Dein Feind ?

Kommentar von ShinyShadow ,

Ja, das ist genau meine Frage... Ob man da was sagen darf / sollte / ... ;)

Ich bin eben eigentlich der Meinung, dass in einer Gemeinschaft (in dem Fall eben die Arbeitskollegen) jeder ein wenig seinen Teil beitragen sollte. Und sowas wie seinen eigenen Müll entsorgen gehört für mich da zum absoluten Minimum...

Aber wie ich sehe, gehen die Meinungen da auseinander.

Antwort
von Dymoria, 27

Selbstverständlich kannst du dazu etwas sagen.

Die Dauer der Betriebszugehörigkeit entscheidet doch nicht darüber, was man in der Büroküche vom Arbeitsplatz erdulden muss und was nicht. Nur als Praktikant wäre ich vielleicht bei sowas vorsichtiger *lach*

Gibt es denn nicht ab und zu eine Mitarbeiterversammlung oder sowas, wo man das Thema anschneiden kann? Eine "Filial-Stunde" im Monat, bei der man sich mal "auskotzen" kann?


Du würdest das Problem bestimmt am liebsten lösen, ohne dem Kollegen direkt zu zeigen, daß ER was falsch gemacht hat und ER was zu ändern hat - weil du eine Verschlechterung des Betriebsklimas befürchtest.

Von daher müsstest du alle zusammen involvieren und perfekt wäre dafür die Einführung eines Ordnungsplanes.

Nichts großes und kompliziertes - einfach nur wer eine Woche lang darauf zu achten hat, daß bei Feierabend elektrische Geräte ausgeschaltet sind, Spülmaschine eingeräumt ist und generell Ordnung herrscht. Für die richtigen Putzarbeiten habt Ihr ja bestimmt eine Reinigungskraft.

So könntet Ihr alle ihm geradeaus ins Gesicht sagen was er zu tun hat und gleichzeitig tretet Ihr ihm nicht auf den Schlips - denn schließlich informiert Ihr ihn ja nur darüber, für welche Aufgaben ALLE Mitarbeiter abwechselnd zuständig sind. Und wenn er an der Reihe ist und sich nicht daran hält, dann könnt Ihr wegen des Planes ganz offen sagen: "Denkst du an die Spülmaschine? Du bist ja diese Woche dran!"
zwinker

Allerdings schafft das mehr Arbeit, denn Ihr müsstest Euch über den Plan Gedanken machen.
Und wenn Euer Betrieb relativ viele Mitarbeiter hat und vielleicht sogar noch Schichtarbeit - dann wäre die Anstrengung bestimmt größer als der Nutzen.

Die nicht ganz so nette Alternative wäre, daß man ihm sein schmutziges Geschirr einfach in seiner Abwesenheit auf den Schreibtisch stellt...^^

Antwort
von PeterSchu, 18

Überall, wo man mit Menschen zu tun hat, sollte es möglich sein, zu sagen, wenn einem was nicht passt. In der Regel ist es allerdings die Kunst, die richtigen Worte zu finden. Also einerseits deutlich ausdrücken, was man will, aber andererseits auch niemanden vor den Kopf zu stoßen.

Ich hab in deinem Kommentar gelesen, dass du mal in einer allgemeinen Runde das Thema angesprochen hast: "Mich stresst das immer so, wenn manche Leute immer ihr Zeug überall liegen lassen und ihr Geschirr nur auf der Spülmaschine abstellen!"

Wenn du schon "manche Leute" sagst musst du dich nicht wundern, wenn es nicht ankommt. Da liegt vielleicht der Unterschied in der Kommunikation zwischen Mann und Frau.   ;)

Männer verstehen es wahrscheinlich erst, wenn es etwas direkter ausgerdückt wird. Wenn du zum Beispiel sagen würdest: "Mir ist heute kühl hier drinnen", kann es passier, dass "er" nur verständnisvoll nickt. Wenn du aber sagst: "Könnten wir vielleicht das Fenster zumachen?" könnte er sagen: "Klar, machen wir."

Wir Männer fragen uns da manchmal, wenn es einen einfachen Weg gibt, zu sagen, was Sache ist, warum sollen wir dann erst dreimal um die Ecke denken und erraten, was sie denn will?

Wenn du Widerstand befürchtest, achte doch drauf, dass es wertschätzend ist, was du sagst. Zum Beispiel "Hey, eigentlich ist es ganz okay, mit dir zusammen zu arbeiten, aber es gibt schon was, das mich stört."

Wenn er damit auch nicht zurecht kommt, dann ist ihm vielleicht nicht zu helfen.

Antwort
von Kuestenflieger, 45

Frau [ Name der Mutter ] würden sie bitte hier auch für Sauberkeit sorgen ?

Das Schild an die Wand tapen . Vielleicht hilft es .

Kommentar von ShinyShadow ,

Das wäre natürlich auch ne Idee :D Aber ich glaub, dazu bin ich zu feige... Ich denk drüber nach ;)

Kommentar von Kuestenflieger ,

ausgedruckt mit : seine ihren sohn liebenden mitnutzer .

Antwort
von rolfmartin, 34

Ich würde mir den Kollegen? mal vorknöpfen und ihn fragen, ob er analog zu seinen Hinterlassenschaften auch so mit seiner Hygiene verfährt. Milieubei-spiele gibt es genug. Und was Anmerkungen zu einem solchen Verhalten be-trifft, sehe ich keinen Hinderungsgrund, ihn darauf hinzuweisen. Letztendlich leben wir in einer Demokratie, in der jeder das Recht hat, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Siehe hierzu Artikel 5 Abs. 2 GG. Von Altersbegrenzung ist mit keinem Wort die Rede.    

Antwort
von Goodnight, 8

Er kapiert es schon, er will es nicht kapieren.

Sag ihm genau was du von seinem verhalten denkst und räume ihm nichts hinterher.

Antwort
von frischling15, 47

Es ist doch kein so großer Akt , die paar Handreichungen für ihn zu machen ?

Wenn es Andere bereits  kommentarlos erledigen , hast Du doch keinen Schaden davon ?

Leben und leben lassen , die Kollegen tolerieren das , nimm Dir daran ein Beispiel !

Diese Großzügigkeit vermittelt Dir ein gutes Gefühl !

Kommentar von ShinyShadow ,

Ja, aber für ihn wäre es auch kein Großer Akt, oder?! Was mich stresst ist diese Selbstverständlichkeit.

Er kam auch schon zu uns ins Büro und meinte von wegen: "Vor der Kaffeemaschine ist was ausgelaufen, das sollte man mal wegmachen"

Dass ER die Überschwemmung verursacht hat, hat er nicht dazu gesagt, und wieso WIR das weg machen sollten, kapier ich auch nicht... Aber meine Kollegin ist natürlich gleich gerannt...

Du kannst mir nicht erzählen, dass dich das nicht stressen würde.

Kommentar von frischling15 ,

Ich bin selbst nicht ohne Fehler, und ich finde  solch kleinliche  Erbsenzählerei  überflüssig , denn sie vergiften den Alltag .......

Kommentar von Malavatica ,

Wenn die eigenen Kollegen einem in den Rücken fallen, ist natürlich schwer. Ihr müsst alle an einem Strang ziehen. 

Kommentar von DasWeiseKind ,

Wenn man das einfach so hinnimmt und den Müll von anderen wegräumt, bewirkt dass nur,  dass man sich selbst (stillschweigend) darüber ärgert und von dem Kollegen nicht Ernst genommen wird, wenn es mal um andere Entscheidungen geht.

Die Antwort von Oliver Fleidl ist genau richtig.

Antwort
von muchachode, 24

hi ich bin dein älterer arbeitskollege und fühle mich nun angegriffen und beleidigt :(

Kommentar von ShinyShadow ,

Na dann ist die Katze ja jetzt aus dem Sack ;)

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