Frage von Sunny3704, 45

Ist es normal, wenn man von einem VS Sattel zu einem Dressursattel umsteigt, und man wenig halt hat?

Ich habe jetzt seit gestern einen Dressursattel der meinem Pferd auch super passt. Davor hatte ich einen Wintec-Wildledersattel VS. Wenn ich in den Dressursattel reite habe ich dann irgendwie ganz Schlechten Halt :/ Also der Sattel ist neu. Wird das wohl mit der Zeit besser oder ist das normal? Falls nein habt ihr Tips für mehr halt? und wie ist das mit einer Grip Reithose?

Antwort
von Urlewas, 32

Das ist Gewohnhiet.

Das glattes Leder sich etwas rutschiger anfühlt als win tec ist ja klar. Mit Sattelseife ( nicht polieren, nur gleichmäßig auftragen und entsprechender Hose kannst die am Anfang etwas dem gewohnten näher kommen.

Aber denk einfach dran: man spricht nicht vom Haftsitz sondern vom Gleichgewichtssitz - du gewöhnst dich sicher bald dran :-)

Antwort
von MilleW, 20

Das ist so: "...Allerdings gibt ein Dressursattel meist  nur wenig Halt und die Form der Sattelblätter verhindert, dass sich die Steigbügel kurz schnallen lassen. Daher kann der Reiter weder in den leichten Sitz noch in den Springsitz gehen, um den Rücken des Pferdes so maximal zu Entlasten. Dadurch ist diese Sattelform zum Springen ungeeignet. Ein paar kleine Hüpfer über Cavaletti sind aber durchaus auch mit einem Dressursattel drin..."

Aber ein Springsattel: "...Ein Springsattel ist darauf ausgelegt dem Reiter möglichst viel Halt und Bewegungsfreiheit zu geben. Dadurch wird es möglich den Pferderücken über dem Sprung zu entlasten. Große Pauschen vor und hinter dem Schenkel, sollen verhindern, dass der Reiter über dem Sprung ausgehebelt wird..."

Und ein VS Sattel wie du vorher hattest: "...Die Form von Pauschen und Sattelblättern ermöglicht meistens einen relativ guten Dressursitz, erlaubt aber auch einen Entlastungssitz, so dass auch Sprünge möglich sind. Vielseitigkeitssättel gibt es auch mit einem Schwerpunkt Dressur oder Springen. Dann nähert sich die Form vermehrt dem Spezialsattel an.

Durch den besseren Halt ist ein Vielseitigkeitssattel auch gut fürs Gelände und jüngere oder heftige Pferde geeignet.

Diese Sattelform ist vor allem für Anfänger und Reiter, die hauptsächlich ins Gelände gehen, eine gute Wahl. Wer sein Pferd im Freizeitbereich vielseitig reiten möchte und sich nicht auf eine Disziplin festlegen möchte ist mit einem Vielseitigkeitssattel gut Beraten. Auch auf dem Tunier ist ein solcher Sattel bis zur Klasse A kein Problem..."

Quelle: http://www.tipps-zum-pferd.de/kaufberatung-einen-passenden-sattel-kaufen_tipp_13...

Also es ist so das ein DressurSattel an sich weniger hat bietet. Aber am besten testest du ob es in paar Monaten besser ist mit dem Halt. Wenn nicht rate ich dir eher ihn zu verkaufen den wenn du weißt und merkst das du in einem Sattel nicht den richtigen halt hast um dich wohl zu fühlen, ist es Schwachsinn. Wenn du dich nicht wohlfühlen macht das Reiten keinen Spaß mehr und das überträgt sich auch auf dein Pferd. Ich hoffe ich konnte dir helfen. :)

Kommentar von Sunny3704 ,

Inzwischen komme ich super mit dem sattel klar und auch das pferd ist sehr zufrieden mit dem sattel :) danke für deine antwort

Antwort
von Baroque, 12

Eigentlich wollen wir, vor allem beim Dressurreiten, aber auch sonst gar nicht so viel Halt. Aus der Kurve soll es uns nicht tragen, aber nicht, weil wir am Sattel pappen, sondern weil wir ausbalanciert sitzen.

Wenn ich am Sattel pappe, kann ich nicht mit kleinem Verrutschen um wenige cm umlasten, ich muss mein Bein abheben und wieder anlegen, wenn ich es vom treibenden zum verwahrenden oder seitwärts treibenden Schenkel umlegen möchte. All diese Hilfen die möglichst weich und flüssig passieren sollen, werden, wenn die Oberfläche von Sattel und / oder Hose haftet, ruppig für's Pferd und auch, wenn man sich Richtern stellt, nicht schön anzusehen. Ganz zu schweigen davon, dass feines Reiten so gar nicht möglich wäre.

Wenn ich mein Bein um eine Handbreit gleiten lassen kann, treffe ich das ziemlicht gut genau, wenn ich es weg heben muss, um es woanders anzulegen, wird es ungenau. Wir kennen das alle von unserer Computertastatur. Tippen wir mit mehr als einem Finger, haben wir den anderen Finger als Referenz. Wer viel tippt, erwischt auch, wenn er es nicht gelernt hat, die richtige Taste ganz automatisch. So jemanden bitten wir nun, zwischen zwei Tasten die Hand 10 cm hoch zu heben ... keine Chance, oder? Das ist natürlich ein abstrahiertes Beispiel mit den gleich 10 cm Entfernung und wo doch die Finger eine Referenz geben, während wir nur ein Bein haben. Aber es gibt uns eine Vorstellung davon.

Das heißt, wir lieben am Dressursattel genau das, dass wir unbemerkt ein bisschen rutschen können, um z.B. besser innen zu sitzen oder zentrischer ... was wir halt grade für unsere Arbeit brauchen. Es ist quasi Sinn und Zweck des Dressursattels. Weil wohl mehr Reitern die Umstellung vom VS auf den Dressursattel nicht ganz leicht fiel, kam es um den Jahrtausendwechsel rum dazu, dass vermehrt "Sitzprothesen" gebaut wurden. So richtig will die Entwicklung noch nicht zurück gehen, aber man hofft mit jedem neuen Modell, dass es wieder ein bisschen freier zugeht ;-)

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