Frage von TheHiddenBanana, 54

Ist es normal, wenn man den Tod als schön empfindet?

Ich wollte fragen, ob es normal ist, wenn man den Tod als gut oder "Freund" betrachtet und ihn nicht fürchtet. Ich mag vieles was mit dem Tod zu tun hat, z.B. (alte) Friedhöfe, verlassene Häuser/Anlagen und andere alte Gebäude (und Menschen) an denen die Zeit nicht spurlos vorrübergegangen ist.

Außerdem habe ich in letzter Zeit (ein paar Monate) nicht wirklich Gefühle. Mir ist alles mehr oder weniger egal (natü. Sogar als vor etwa einem halben Jahr 4 Verwandte kurz hintereinander gestorben sind war ich nicht traurig, obwohl ich sie wirklich mochte. Fast täglich liege ich abends im Bett und wünsche mir, dass ich mich in Rauch auslöse oder zu Sand zerfalle (also sterbe). Mich interessiert es sehr wie der Tod ist und denke oft darüber nach, was nach ihm sein könnte.

Ein weiteres Problem ist, dass ich zwar Freunde habe, aber nicht weiß, wem ich mich anvertrauen kann, weil wir alle grundverschieden sind. Und drüber reden will ich eigentlich nicht, ich will nur meine Ruhe. Weinen hilft mir, nur schaffe ich es nicht. Ich hab schon alles Mögliche versucht, aber meistens ohne Erfolg, was mich frustriert und nur meine Stimmung verschlechtert (=lustloser).

Kann mir bitte irgendjemand Tipps geben, die mir wieder Lust am Leben geben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von koraline, 5

Wieder Lust am Leben? Suche nach etwas was die gefällt. Was hat dir früher gefallen? Den Tod als schön zu empfinden, das ist aus einem lebendigen Körper heraus schon etwas eigenartig, weil in Wirklichkeit erschrecken sich die Augen vor einem toten menschlichen Körper (außer gewohnt, berufsbedingt). Auf Friedhöfen fühlen sich einige Leute wohl, weil es dort so ruhig ist, man kann tiefere Gedanken entwickeln und man ist dem verstorbenen Freund...näher. Vor dem Tod selber muss man nicht Angst haben, aber es ist schade, wenn man das Leben nicht leben kann. Du scheinst etwas in dir zu versinken und dich in der Dunkelheit gut einzurichten. Aber irgendwie macht es dir doch zu schaffen und das ist wie ein Zeichen, aus dem Zustand der Gleichgültigkeit heraus zu wollen. Wir tragen, sobald wir geboren werden auch den Tod in uns und kommen ihm im Laufe der Zeit immer näher, aber lasse dich nicht in so jungen Jahren von ihm so einfangen. Sport könnte dir helfen, etwas unternehmen, das Augenmerk auf andere Sachen lenken... Du musst dich selber anschubsen und anfangen etwas lebensbejahendes zu denken und zu tun.

Antwort
von JTKirk2000, 8

Ich fürchte den Tod auch nicht, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man diesen als schön empfindet oder als Freund. 

In meinem Fall ist es so, dass ich den Tod als eine Möglichkeit zur Rückkehr in ein ewiges Dasein sehe und damit zu einer Möglichkeit mit einer geliebten Person wieder zusammen zu sein, die ich zwar mein Leben lang gekannt habe, aber der ich in meinem Leben bisher nie begegnet bin. Das klingt vielleicht seltsam, aber für mich ist es alles andere als das. Auch bin ich einer anderen Person begegnet, die ich aufgrund derselben Quelle kenne und die sowohl mich, als auch die Person aus ihrer entsprechenden Quelle kennt, die ich mein ganzes Leben lang und vermutlich auch eine Ewigkeit davor bereits gekannt und geliebt habe. Spätestens dadurch wurde es für mich zu einer Gewissheit.

Allerdings sehe ich zwischen meiner und Deiner Sichtweise zum Tod doch einen Unterschied, denn mir geht es um die Erfahrung in einem ewigen Dasein nicht aber um die physischen Hinterlassenschaften im irdischen Dasein.

Dadurch dass ich mir meines Glaubens an ein ewiges Dasein und an ein Wiedersehen in diesem vollkommen sicher bin, begrenzt dies auch meine Trauer auf die eines vorübergehenden Abschiedes, auch wenn eine geliebte Person gestorben ist, wie beispielsweise meine beiden letzten Großeltern im Februar 2006 und im Mai 2016, die ich ebenfalls beide sehr gemocht hatte.

Kann mir bitte irgendjemand Tipps geben, die mir wieder Lust am Leben geben?

Tipps vielleicht, aber die Lust am Leben kannst nur Du selbst Dir wieder geben, indem Du Dich mit Dingen beschäftigst, die Dir die Lust am Leben wiedergeben. Allerdings kennst nur Du selbst Dich gut genug, um letztlich die Grundlage für solche Tipps zu bieten.

Antwort
von WazeIt, 16

Hallo,

du  bist einfach demotiviert, du musst für dich selbst einen Grund geben Lust am Leben zu finden, vielleicht Liebe, vielleicht Freundschaft. Du! Niemand anderes kann besser als du einschätzen was gut für dich ist.

Kann ich dir Tipps geben wie du wieder Lust am Leben bekommst, Nein. Kann ich dir sagen das es sehr wohl möglich ist Lust am Leben zu haben, Ja. Mach was, mach viel mit Freunden, genieß deine Zeit und verschwende Sie nicht.

Ritzen, Drogen usw sind keine Lösungen sondern nur Mittel um die Realität zu verdrängen in die du so oder so einmal wieder fallen wirst.

Falls du was brauchst, melde dich.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
von Olga1970, 10

Hey, also ich persönlich finde das nicht normal, weil das Leben doch viel wichtiger ist, du bist ja schließlich nicht umsonst geboren. Mag sein, dass du derzeit viel mit dem Tod konfrontiert wurdest, was auch sehr traurig ist, aber das ist kein Grund ständig darüber zu sinnieren. Konzentriere dich besser auf dein Leben (denn das ist viel zu kurz), da hast du wesentlich mehr von. 

Antwort
von stromling, 25

Den Tod kannst so empfinden wie du möchtest. Da gibt es kein richtig oder falsch. Was die anderen Punkte angeht, dein Empfinden zum Tod wird wohl mit deiner Depression zusammenhängen und nicht gerade mit Einstellung zum Tod.

Antwort
von BeliPerle, 3

Wer Angst vom Tod hat, der ist nicht mehr ganz Dicht!

Natürlich ist das was schönes! 

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