Frage von DewelLion, 91

Ist es normal, sich nach dem Tod seiner Großmutter einfach nur leer zu fühlen?

Vor einigen Tagen wurde meine Großmutter ins Krankenhaus eingeliefert und ins künstliche Koma versetzt. Die Chancen standen 50:50, dass sie wieder gesund wird und aufwacht. Nach einer Woche verschlechterte sich ihr Zustand aber immer mehr und am 2.2.2016 bekam ich in der Schule den Anruf, dass sie den Tag nicht überleben würde. Ich wurde aus der Schule geholt und wir fuhren ins Krankenhaus, aber sie starb bereits eine Viertelstunde bevor wir eintrafen. Jetzt, Tage danach, fühle ich mich einfach nur leer. Manchmal kommen mir einfach die Tränen, aber den größten Teil der Zeit ist da einfach nur diese unendliche Leere. Wir haben uns sehr nahe gestanden und ich kenne kaum ein schlimmeres Szenario als das. Ich wohne gerade bei meinem Großvater, für ihn und für mich, ich bin für ihn da und andersherum genauso. Ich will einfach nur trauern, schreien, aber ich kann es nicht. Ich kann es einfach noch nicht begreifen. Geht das nur mir so oder hat jemand anderes dasselbe Gefühl beim Tod eines geliebten Menschen empfunden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von danitom, 17

Es ist normal, vor allem wenn man einen Menschen sehr geliebt hat und ich glaube fest, dass du es getan hast. Man sieht es auch schon daran, dass du jetzt bei deinem Großvater aufhälst  - finde ich ganz große Klasse.

Ich finde es sehr schön, wenn du um einen Menschen trauerst und auch weinst.

Das mache ich heute noch und meine Mutter ist schon vor 25 Jahren gestorben. Ich sitze manchmal da und auf einmal fange ich an zu weinen. Es geht mir auch so, wenn ich an meinen Vater denken und an meine Großeltern, die schon sehr lange tot sind. Meine Schwiegermutter darf ich nicht vergessen. Ich hatte die beste und liebste auf der ganzen Welt.

Ich spreche auch mit ihnen und hoffe, dass sie mich hören. Manche werden mich jetzt für beklopft halten, aber es ist mir egal.

Ich weine jetzt mir dir - tschüs und weiterhin alle Liebe und Gute.

Antwort
von LiselotteHerz, 38

Mein herzliches Beileid - das geht vielen Leuten so. Das dauert eine ganze Weile, bis man richtig verinnerlicht hat, dass man diesen Menschen niemals mehr wiedersehen wird.

Auch ich fühle jedesmal, wenn jemand stirbt, der mir sehr nahegestanden hatte, eine schreckliche Leere, als ob mir jemand ein Stückchen Herz rausgerissen hätte. Ich hatte da sogar schon ganz reale Herzschmerzen. Das geht glücklicherweise vorbei, das gehört leider dazu, wenn man aufrichtig um jemanden trauert.

Als meine Mutter gestorben ist, habe ich die ersten Tage fast gar nicht weinen können - richtig trauern konnte ich erst nach einer Woche. Wenn Du weinen kannst, dann lass es zu - das tut Dir gut.

Ich wünsche Dir und Deinem Großvater viel Kraft für die kommende Zeit. lg Lilo

Antwort
von newbie80, 50

Abschied zu nehmen ist immer hart und neben Schmerz auch mit Leere verbunden. Die Person wurde aus dem Leben gerissen und es dauert, bis wieder Normalität einkehrt. Ein abgedroschener Spruch: Die Zeit heilt alle Wunden. Er stimmt, auch wenn man ihn momentan nicht hören will/kann. 

Bewahr dir die schönen Erinnerungen die du an sie hattest gut auf - und du kannst sie immer besuchen in Gedanken. Sie ist bei dir! 

Wenn dir nach Schreien ist - tu es. Es befreit selbst dann, wenn keine Tränen mehr kommen... 

Von Herzen alles Gute! 

Antwort
von Goldenangel20, 33

Das ist normal, schließlich wirst du ja deine Oma sehr geliebt haben. Sie war vielleicht immer für dich da, wenn du dich einsam gefühlt hast.

Lass das Gefühl ruhig zu. Jeder bewältigt anders die Trauer und irgendwann vergeht das wieder.

Antwort
von baumschul, 11

Mein herzliches beileid. Das mit der leere kenne ich auch. Das ist aber normal es war bei mir wie mein vater gestorben ist auch so in krankenhaus haben wir uns von ihn verabschiedet und ich konnte das alles nicht verstehen nach der bereerdigung kammen mein trauer wie ich zu ruhe kam

Antwort
von Retrohure, 19

Das ist völlig normal. Leider kann man da aber nichts machen. Wenn ein geliebter Mensch von uns geht, dann muss man trauern. Nur die Zeit kann da den Schmerz lindern.

Vielleicht hilft dir ja der Gedanke an die schönen Zeiten, die ihr gemeinsam hattet.

Jeder trauert anders, aber als meine Oma gestorben ist, hat mich der Gedanke auch befreit, dass sie echt schon sehr alt war und ein langes, erfülltes Leben hatte. Menschen sterben, das gehört zum Leben dazu. Meine Oma war auch sehr krank und es war fast wie eine "Erlösung". So hat meine Oma das auch selber immer gesagt, sie war sehr religiös - vielleicht hilft dir die Hinwendung zur Religion (sprich mal mit einem Pfarrer) ja auch irgendwie. 

"Du bist nicht mehr da, wo du einmal warst - aber dafür überall, wo wir sind." 

Antwort
von ToastBrotBaum, 21

Das ist völlig normal. Wenn du sie geliebt hast, ist es klar du sie vermisst. Irgendwann wirst du dich aber besser fühlen.

Antwort
von larry2010, 9

ja, man kann das gefühl mit leere umschreiben.

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