Ist es normal, neben den Opfern auch mit den Tätern Mitgefühl zu haben?

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2 Antworten

Meine Erfahrung mit den Deutschen ist, sie haben mehr Mitgefühl mit den Tätern als mit den Opfern. Ich bin Deutsch. Hier geboren. Und es geht mir gehörig auf den Sack. 

Da haben wir zunächst mal das Strafrecht. Dieses bevorzugt nachweisbar bis heute die Täter in vielen Bereichen. 

Dann haben wir viele Täter, die werden von unserer Politik vor Strafverfolgung ausdrücklich geschützt. Thema Steuerhinterziehung hier als ein Beispiel. 

Und dann mögen wir uns vielleicht eine sehr kurze Zeit mit den Opfern solidarisch erklären. Maximal hält diese Solidarität dann aber bis zum Ende des Prozesses an. 

Und dann?

Dann haben wir vielleicht den Straftäter, der nur Lebenslänglich bekam. Aufgrund eines falschen ärztlichen Gutachtens. Kenne ich einige Fälle. Nach 15 Jahren kommt der spätestens wieder raus. Warum? Weil es so Gesetz ist. Der kann auch in den 15 Jahren in einer Psychiatrie für psychisch Kranke gewesen sein. 

Selbst, wenn es dann ein Gutachten gibt, dass er sofort wieder straffällig werden wird, muss er entlassen werden. Sollten deutsche Richter wissen. Geht ihnen aber nicht mal wo vorbei. 

Und dann zurück zu den Opfern:

Die Opfer bekommen ganz gewiss auch heute nicht automatisch und auch nicht auf Antrag angemessene Unterstützung. Warum nicht? Weil die Bundesregierung sich weigert, entsprechend viele Fachmenschen zuzulassen. 

Und dann haben wir in diesem Staat eine unbekannt große Anzahl an Opfern, denen jegliche Unterstützung verweigert wird. Selbst rechtliches Gehör wird ihnen unmöglich gemacht. 

Warum?

Bei häuslicher Gewalt ist bekannt und recherchierbar, dass sehr viele deutsche Richter sich weigern, das Grundgesetz zu beachten. Sie bevorzugen es, den Tätern mehr Glauben zu schenken als den Opfern. 

Doch dahin kommen sehr viele Opfer erst gar nicht. Denn eine Strafanzeige wird längst nicht in jedem Fall aufgenommen. Und die Staatsanwaltschaft will nicht, weil kein öffentliches Interesse für sie erkennbar ist. 

Dann bleibt den Opfern vielleicht noch ein Frauenhaus. Das wird ehrenamtlich geführt. Und ist in der Regel unterbezahlt und überbelegt. Da kann selbst eine in Todesgefahr befindliche Mutter mit Kindern Pech haben und wird abgewiesen. Einfach, weil kein Platz da ist. 

Und dann haben wir eine unbekannte Anzahl an minderjährigen Opfern. Hier wird den Tätern aus vielerlei Gründen eher geglaubt als den Opfern. 

Da sind zunächst mal die Ärzte. Diese sind absolut nicht dazu ausgebildet, ein Opfer von einem Unfallpatienten unterscheiden zu können. Hat unsere Gesellschaft kein Interesse dran. 

Aber selbst, wenn das Kind Glück hat und ein ärztliches Attest vorlegen kann, dann kann es noch davon träumen, Hilfe von einem Familiengericht zu erhalten. Denn mancher von Politik berufene Familienrichter hat einfach keine Lust, sich mit solchen Fällen auseinander zu setzen. Beispiele sind auf youtube zu finden. 

Hat das Familiengericht die außerordentliche Güte, tatsächlich eine minderjährige Person ernst zu nehmen, dann wird in der Regel erst mal das Jugendamt hingeschickt. Und da ist noch sehr viel Nazi-Dreck zu beseitigen. Zum Thema. 

Denn viele Jugendämter sind komplett unterbesetzt. Ob sich bis zu allen deutschen Jugendämtern geltendes Recht herum gesprochen hat - wir dürfen daran zweifeln. 

Ach ja: Und dann noch die Polizei. Diese ist in den letzten Jahrzehnten dermaßen personell gekürzt worden, dass sie gar keine Möglichkeiten hat, sich auf angemessene Opferhilfe hin fortbilden zu können. Die gibt es nämlich War mal Vorschrift vor Jahren, dass pro X Einwohner eine spezialisierte Polizeikraft vorhanden sein muss. Bundesvorschrift. Kostet aber. Also abgeschafft. 

Von den um ihr Leben zu uns Flüchtenden will ich mal ganz schweigen. 

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Doch. Mit Pädophilen haben ich Mitgefühl. Denn da läuft sehr viel schief. Politisch gewollt. Was mich sehr ärgerlich macht. 

Es gibt tatsächlich präventive Hilfe. Diese wird auch sehr gerne von den Erkrankten angenommen. Dadurch sinkt die Zahl der Straftaten gegen Null. Den Beweis erbringt ein privat geführter Berliner Verein. Seit einigen Jahren. Will Politik Nichts mit zu tun haben. Andere Bundesländer verbieten sich die Aktivitäten dieses Vereins in ihrem Zuständigkeitsbereich. 

Das nenne ich Verfassungsbruch. 

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Ein interessantes Thema, finde ich.

Je nach Lage der Dinge kann Mitgefühl mit Tätern angebracht sein, wenn man nämlich den Hintergrund beleuchtet, durch den der Täter zum Täter geworden ist. Niemand tut Dinge, nur weil er 'böse' ist. Manche sind böse gemacht worden, weil die Lebensumstände gegen sie waren, sie entsprechend sozialisiert, gepiesackt, gemobbt usw. worden sind - das prägt eben. Insofern habe ich hohen Respekt vor Richtern, wenn sie ein gerechtes angemessenes Urteil fällen müssen, das beiden Seiten gerecht wird.

Sicher haben manche Täter aber eine hohe kriminelle Energie und Kreativität - wer weiß, wodurch die genährt wird: wollen sie jemandem imponieren? Dann sind es in ihrer Persönlichkeit gestörte arme Würstchen - mit denen hätte ich deutlich weniger Mitleid.

Niemals aber darf das Mitgefühl mit den Opfern geringer gesetzt werden als das mit den Tätern. 

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