Frage von piusalex, 73

Ist es normal, dass während des Abiturs nur die "Akademiker" miteinander zu tun haben?

Wir haben eine Gruppe bei uns im Jahrgang, die besteht aus einem Sohn zweier Anwälte, der nach dem Abi auch Jura studieren wird und sich bereits fühlt als wäre er jetzt schon Star- Anwalt und einem anderen, der auch Jura studieren wird nach der Schule. Dann sind da noch ein angehender Medizinstudent und einer, der sich für BWL interessiert. Diese Schüler sind teilweise nur unter sich und benehmen sich ziemlich abgehoben für Abiturienten und vor allem der Anwaltssohn kleidet sich so richtig klischeehaft mit Polohemd und Pulli über die Schultern etc. Wieso bilden sich Schüler auf die Zukunft etwas ein, die nicht mal begonnen hat? An anderen Gymnasien gibt es solche Gruppen ja auch nicht. Und das ist ein staatliches Gymnasium, also kein Internat oder so etwas. Die sind so richtig als wären so schon Elite- Studenten.

Antwort
von Schwervelke, 1

Mich wundert, dass dich das wundert :-) 

Menschen schlüpfen nicht einfach aus einem Ei und sind dann fertige Individuen. Sie sind das Produkt von genetische Programmierung, Erziehung, Umfeld, Bildungsinstitutionen, äußere Einflüsse und mehr oder minder traumatischen Erfahrungen.

Bei den von dir beschriebenen Mitschülern ist es ganz einfach so, dass sie sich verhalten, wie ihre Umwelt es von ihnen verlangt hat, und auch weiterhin tut, und wie sie es zu Hause gelernt haben. Vermutlich verhalten sie sich korrekt, beschimpfen niemanden, laufen nicht schmuddelig umher, betrinken sich nicht, und tragen ordentliche Klamotten. Das kannst du zwar "merkwürdig" oder auch "nervend" finden, aber so ist nun mal die Realität. Es zeigt ja eigentlich nur, dass sie aus guten Kreisen stammen.

Wenn sie mit dem Verhalten bei Euch in der Schule eine Minderheit sind, sollte man sich eher fragen, wie die Schule es erreichen kann, dass aus ihren Reihen, also aus dem Abitursjahrgang, mehr Schüler den Schritt in einer höheren Gesellschaftsgruppe schaffen könnten.

Nicht, weil sie dann mehr verdienen und sich arrogant gebärden können, sondern weil aus dieser Oberschicht noch immer die Mehrheit jener Leute stammen, die die Geschicke des States oder den großen Betrieben leiten. 

Wir werden zu jeder Zeit gesellschaftliche Eliten brauchen, die auf Basis ihrer Intelligenz und umfassender Ausbildung, ihrer Lebenserfahrung und ihren Hintergrund, Authorität genießen und das Land voran bringen. 

Antwort
von Schwoaze, 41

Na witzig! Solche Typen hat es schon immer gegeben, die das Fell des Bären schon verkauft haben, bevor sie ihn erlegt hatten.

Auch diese Elite-Clique muss erst einmal beweisen, was sie können. Man kann ihnen schon ein bissl aufs Pferd helfen. Aber reiten muss noch immer jeder selber!

Gar nicht anstreifen, an solchen Typen.

Antwort
von Negreira, 38

Ich habe 1969 Abitur gemacht und kann Dir sagen, daß es das schon immer gegeben hat. In meiner ersten Medizin-Vorlesung saßen dann die Reichen und Schönen separat und schauten auf uns herab. Einem Jungen aus meiner Klasse hat der Vater sogar "geholfen", das Abi zu bestehen (unsere Schule benötigte damals eine neue Bestuhlung für die Aula).

Nach einem Jahr und vielen weiteren Kursen waren die plötzlich alle nicht mehr da und wir Arbeiterkinder unter uns.

Antwort
von Kuestenflieger, 24

Die paar Mitschüler haben eben ein anderes häusliches Umfeld in das sie genagelt wurden .  Jeder allein ist genauso wie ihr anderen auch .

Antwort
von KeinName2606, 45

Sowas gibt es dann auch auf der Uni. Sitzt der Ersti mit Anzug in der Vorlesung. Lass sie doch lächerlich sein ;-) 

Antwort
von wfwbinder, 25

Club der toten Wunderkinder.

Gab es schon immer und wird es immer wieder geben.

Antwort
von MrHilfestellung, 44

Nö, bei uns gabs sowas eigentlich nicht und auch bei Bekannten nicht.

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