Frage von MissDance, 30

Ist es normal das ganz am Ende, also kurz vor der Finanzierungseinleitung noch Kosten beim Immobilienkauf hinzukommen, es betrifft die Kosten für die Auffahrt?

Hallo, da wir gerade dabei sind eine Immobilie zu kaufen, bin ich auf ein Unding gestoßen.

Eine Immobilie, die uns Vorgerechnet wurde hatte Summe X Jetzt wo die Finanzierung konkreter wird, brauchen wir die genauen Kosten. Dort kam jetzt noch einmal eine Summe von 6000 Euro für 20m2 Auffahrt hinzu (die anderen 20m2 zahlt der Haushälftennachbar, für den die Auffahrt eigentlich ist).

  1. ist das normal so spät darüber informiert zu werden
  2. ist es legitim für so eine Auffahrt/Zufahrt, die wir nur 50% nutzen und der Nachbar 100%, dennoch 50% an den Kosten beteiligt werden
  3. sind die Kosten von 6000 Euro bei 20m2 realistisch? Bei meinen Recherchen im Netz kam ich auf eine Empfehlung mit allem drum und dran 2000 Euro, also nur 1/3 des Preises.

Vielen Dank an die Kenner und Bauherren

Antwort
von FordPrefect, 26

Eine Immobilie, die uns Vorgerechnet wurde hatte Summe X

OK.

Jetzt wo die Finanzierung konkreter wird, brauchen wir die genauen Kosten.

Logischerweise wird die Finanzierungssumme konkreter, je weiter fortgeschritten die Planungsphase ist. Es ist zudem zu bedenken, dass die Gesamtkosten eines Erwerbs immer mit einer gewissen Schwankungsbreite für Unvorhergesehens zu platzieren sein wird, wenn es um einen Neubau geht. Das ist zwar primär das Risiko des Verkäufers, allerdings hängt es zum Einen von der Berechnungsgrundlage und zum Anderen von den detaillierten Vertragsunterlagen ab, was im Gesamtpreis inkludiert sein wird und was separat zu berechnen ist.

Dort kam jetzt noch einmal eine Summe von 6000 Euro für 20m2 Auffahrt hinzu (die anderen 20m2 zahlt der Haushälftennachbar, für den die Auffahrt eigentlich ist).

Ob die € 6000.-- für die anteiligen AHK der Zufahrt angemessen sind oder nicht, ist nur nach Begutachtung und Orsbegehung abzuschätzen. Hierzu sollte man Vergleichspreise im Umfeld heranziehen als Richtschnur. Richtig ist jedoch, dass - wenn die Zufahrt je zu 50% auf den jeweiligen Parzellen liegt -  die Kostenverteilung ebenfalls hälftig erfolgen wird.

ist das normal so spät darüber informiert zu werden

Definieren "spät". Wieviel Zeit lag zwischen dem Erstgespräch und der jetzigen Feststellung? Und in welchem Baustadium fand das Erstgespräch statt?

ist es legitim für so eine Auffahrt/Zufahrt, die wir nur 50% nutzen und der Nachbar 100%, dennoch 50% an den Kosten beteiligt werden

Eine 150% Nutzung gibt es nicht. Zudem ist der Nutzungsgrad für die Frage der Kostenverteilung völlig irrelevant. Selbst wenn ihr Eure Hälfte nie befahren/benutzen würdet, wärt ihr dennoch aufgrund der Eigentumsverhältnisse zu einer hälftigen Kostendeckung verpflichtet. Anderes Beispiel: Wer einen Stellplatz anmietet, zahlt ja auch nicht nach Benutzung sondern für die Bereitstellung.

Ein Eigentumserwerb sollte grundsätzlich (und ganz besonders bei einem Neubau) eine Finanzierungsreserve von ca. 5 - 10% für Unvorhergesehenes beinhalten. Ansonsten droht bei jeder Verzögerung oder Mängelanzeige ein Finanzierungsdesaster erster Güte.

Kommentar von MissDance ,

Danke für deine ausführliche Antwort.
Also es ist ein Neubau und der Bau hat noch nicht angefangen.
Der Kreditantrag wurde schon eingereicht, es fehlten aber noch paar Unterlagen, wie z.B. die konkrete Kostenaufstellung. Wir sollten aber erst einmal mit dem Expose rechnen, daraus sind alle Kosten herzuleiten - so hieß es. Aus diesem Grund sind wir jetzt von so offensichtlichen neuen Kosten (ca. 2 Wochen später, nachdem wir schon die Unterlagen für die Finanzierung eingereicht haben) erstaunt.

Der Kredit würde das natürlich abdecken, dafür setzt man ja auch immer den Kredit höher an, doch wollen wir natürlich wissen, ob das so alles legitim ist. Und wenn ja, ob wir das alles so hinnehmen sollten, oder ob wir da was drücken oder beanstanden können (vielleicht versucht man ja immer solche Tricks bei Erstbauern ohne Erfahrung).

Achso, wir bauen nicht wirklich das Haus - es wird gebaut, also schlüsselfertig.
Wir rechnen z.B. mit Zusatzkosten, wenn es ein harter Winter wird, oder wenn Änderungswünsche von uns kommen und somit umgestaltet werden muss, jedoch nicht mit Kosten, die eigentlich spätestens im Expose hätten stehen müssen, oder wenigsten darauf hingewiesen werden müssen, dass da noch Kosten kommen.

Nochmals zu den Prozenten der Auffahrt/Zufahrt. Vielleicht benutze ich die falschen Begriffe. Ich meine damit nur, dass wir von etwas, was 100 Anteile ausmacht, nur 50% nutzen, und der Nachbar wird von den 100 Anteilen immer 100% nutzen.
Vergleichbar mit einem Handtuch, das nass gemacht wird. Wir kippen zu 50% Wasser auf die eine Seite, der andere kippt Wasser zu 100% auf das ganze Handtuch. Jetzt wo das Handtuch durchgeschimmelt ist, sollen wir 50% des Kaufpreises für ein neues Handtuch zahlen. Gerecht wäre, aus unserer Sicht, nur 1/3 ca..
Aber das hast du ja anscheinend dennoch verstanden, und wenn dein eigens Beispiel nicht greift 

"Anderes Beispiel: Wer einen Stellplatz anmietet, zahlt ja auch nicht nach Benutzung sondern für die Bereitstellung."

Denn dein Beispiel müsste man so auslegen: Es ist eine großer Stellplatz fürs ganze Haus vorhanden, wobei sich die beiden Parteien die Kosten teilen, jedoch die 1. Partei nur ein Auto parkt und auch nur parken kann, und die 2. Partei 3 Autos. - ist irgendwie ungerecht, oder.. also die Kostenverteilung. Man bedenke nämlich, wie schon erwähnt, wenn dann der Stellplatz kaputt geht, bei drei Autos zu einem Auto ist die Wahrscheinlichkeit der Abnutzung und oder komplette Zerstörung des Stellplatzes durch die 2. Partei mit den 3 Autos 3x höher als von der Partei mit 1 Auto.

Wahrscheinlich ist das vom Bauträgern eine gängige Methode, die vor Gericht keinen Bestand hätte, jedoch kaum einer vor Gericht anprangert. Sowas wie beim Kletterturmkauf von Kinderspielzeug für den Garten, wo online immer mit "Kletterturm Pipapo mit Rutsche und Sandkasten..." zu einem Preis X beworben wird, aber am Ende vor dem Kauf klein dabei steht (Preis ohne Rutsche, Rutsche 100 Euro extra) - machen auch 95% aller Anbieter.

Sorry, rege mich grad über Gesetzeslücken auf.

Wer dennoch noch mehr Infos und Erfahrungswert in so einem Fall mit der Auffahrt/Zufahrt hat, kann mir gerne noch was vermitteln. Ich finde es super, dass es so eine Plattform gibt.

Antwort
von schelm1, 25

Da Sie noch keinen Kaufvertrag unterschrieben haben, können Sie von Ihrer Kaufabsicht generell aufgerund der neuen Bedingungen Abstand nehmen oder den Kaufpreis zu Ihren Gunsten neu verhandeln; so würden dann evtl. die Mehrkosten verschwinden.

Sollte die Finazierung ohnehin "mit der heißen Nadel gestrickt sein", empfiehlt es sich, den Zeitpunkt eines solchen Kaufs nochmal zu überdenken und vielelicht ein wenig mehr Eigenmittel anzusparen!?!


Kommentar von MissDance ,

Das ist selbstverständlich. Wir machen bei solchen Methoden nicht mit. Zumal wir jetzt recherchiert haben, dass die Kosten eigentlich 2000 Euro (preiswerte aber renommierte Firma) und nicht 6000 Euro betragen müssten.

Allgemein gesagt, wer nicht daran interessiert ist 6000 Euro, aus gefühlt unberechtigten Gründen, einzusparen, der tummelt sich auch nicht auf solchen Plattformen wie diese hier. ;)

Antwort
von AchIchBins, 5

Dann ist euer "Schlüsselfertig" ja garnicht so schlüsselfertig. Jetzt noch "nachträglich" mit Kosten für eine herzustellende Einfahrt zu kommen finde ich schon seltsam. Wie ich aus eurer (dürftigen) Beschreibung nun erlesen habe, soll die Einfahrt eigentumsmäßig auf 50:50 aufgteilt werden, aber es parken zwei Fahrzeuge vom Nachbarn und nur eines von euch? Ist das so korrekt? Wenn ja, dann würde ich auch nur ein Drittel Grund besitzen wollen und deshalb auch nur ein Drittel bezahlen. Letztendlich ist nachkobern eine unseriöse Arbeitsweise und ich würde mir einen Kauf bei so einem Geschäftsgebahren gut überlegen.

Antwort
von webya, 26

Ist die Immobilie bereits fertig gebaut? Kauft ihr also ein komplettes Objekt mit Grundstück? Oder handelt es sich um ein Haus das jetzt noch gebaut wird?

Kommentar von MissDance ,

Sorry, hätte ich mit angeben müssen. Es handelt sich um ein Grundstück worauf das Haus noch gebaut wird, sobald der erste Käufer der beiden Parteien zuschlägt.

Kommentar von webya ,

Dann steht sicher im Kaufvertrag von dem Haus, dass es sich nur um das Haus handelt ohne die Zufahrt und ohne Kanal. Schaue noch mal genau in den Kaufvertrag.

Antwort
von wfihsw, 30

Wie kommst Du auf 50% + 100% = 100%.

Es geht ja immer darum wollt Ihr die Immobilie oder nicht. Wenn es zu teuer ist dann sagt einfach klipp und klar zum Verkäufer so nicht. Sie haben uns getäuscht. Das merkt er sich dann schon und kommt nächstes mal damit nicht durch, Oder er einigt sich mit euch.

Kommentar von MissDance ,

Dann will ich mal deine Fragen beantworten. Ich würde 50% von der Auffahrt abnutzen, der Nachbar nutzt 100% ab. 

Ich finde, es geht immer darum, dass man auf eine neuen Terrain als Unerfahrener reingelegt werden kann. Ich versuche hier herauszufinden, ob und was nicht mit rechten Dingen zu geht.

Ich möchte niemanden erziehen. Ich danke dir dennoch für dein Anteilnahme und hoffe, dass ich dir deine Frage beantworten konnte.

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