Ist es normal bei einer Herz-Druckmassage, dass der Patient blau anläuft?

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1 Antwort

Nachdem Blut erst bei Kontakt mit ausreichend Sauerstoff oxidiert und seine rote Farbe annimmt, entsteht bei ausreichendem Kreislauf also einem Blutdruck der bis in die Hautgefäße reicht und gleichzeitigem Fehlen von Sauerstoff eine Zyanose (Blaufärbung der Haut).

Bei einem oft durch Herzinfarkt ausgelösten Kreislaufstillstand zentralisiert der Patient zunächst - die Hautgefäße ziehen sich zusammen und der Pat. wird primär blass.

Wird nun durch eine Herz-Druck-Massage ein Blutdruck erzeugt, wird das unterdessen stark sauerstoffarme  "blaue" Blut auch wieder in die Haut befördert, was zunächst eine Zunahme der Zyanose bewirkt.

Bei einer gleichzeitigen suffizienten Beatmung (30:2) wird im laufe der Reanimation auch wieder eine Oxigenierung des Blutes eintreten und die Farbe sollte allmählich wieder in Richtung "rosig" umschlagen.

Bleibt der Pat. auch bei längeren Reanimationsbemühungen blau, kann dies der Hinweis auf eine insuffiziente Beatmung durch den Ersthefer (z.B. fehlende Kopfüberstreckung oder Magenbeatmung) liegen, oder dass zwar die Beatmung richtig durchgeführt wird, aber der Gasaustausch in der Lunge behindert ist (z.B. Lungenembolie / Broncho- oder Laryngospasmus etc.).

Das Wichtigste ist bei der Reanimation aber die Herz-Druck-Massage.
Hierdurch wird das Gehirn zumindest von der im Sauerstoffmangel entstehenden Säure befreit, und der drohende Hirntod wird um einige Minuten nach hinten verschoben - was bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Chance auf Überleben deutlich verbessert.

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