Frage von HontaYOYO, 130

Ist es nicht widersprüchlich, Forschungsergebnisse aus Tierversuchen zu benutzen, um gegen Tierleid zu argumentieren?

Ein Beispiel:

Die vegane Tierrechtsorga PETA skandiert immer wieder, dass Fische Schmerzen empfinden und berufen sich dabei auf Tierversuche:

http://www.peta.de/fische-fuehlen-schmerzen

Genannt wird z.B. Sneddon (2003).

Das steht für Lynne Sneddon und ihre Forscher  vom Roslin Institut in Edinburgh.  Diese entdeckten in einer 2 jährig währenden Studie nach vielen  Versuchsreihen, dass  Regenbogenforellen am Kopf  58 Schmerzrezeptoren besitzen und stellte fest: " Die sog. Nozizeptoren wurden nach mechanischer Verletzung, beim Kontakt mit heißen Gegenständen oder schmerzhaften Chemikalien aktiv. Damit würden die Sensoren ähnliche Eigenschaften aufweisen, wie jene des Menschen..."

PETA lehnt Tierversuche ab, aber nutzt Ergebnisse solcher Test zu Argumentationszwecken. Liegt darin nicht ein Widerspruch?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wickedsick05, 39

Es ist der größte wiederspruch nur bemerken sie es selbst nicht mal weil sie von ihrem Fanum geblendet sind und nicht mehr objektiv denke können. Dazu gabs mal eine untersuchung

Der
Fanatiker - Eine Persönlichkeitsanalyse

Charakteristisch für den Fanatiker ist eine eigentümliche Enge des Wertblicks.
Mit extremer Einseitigkeit ist sein Denken und Handeln auf die eine Idee
gerichtet, die ihm eben sein Fanum bedeutet. Er ist der Mensch des rigorosen
Entweder-Oder, des Alles oder Nichts. Er kennt keine Kompromisse und in
der Sphäre dessen, was er als das Wertwidrige ansehen muß, keine
Abstufungen. In eigentümlicher Blindheit geht er an der Fülle
der Werte vorbei. Um einer abstrakten Idee willen wird die Wirklichkeit
im Denken vergewaltigt, im Handeln zerstört. "Begeisterung für
ein Abstraktes, für einen abstrakten Gedanken, der negierend sich
zum Bestehenden verhält", so definiert Hegel den Fanatismus(4).
Der Idealismus des Fanatikers läßt keine Erweiterung, keine
Erfassung von etwas Neuem, keine Angleichung an eine lebendige Situation
zu, er fährt sich fest in einer "fixen Idee", die er ernst, düster,
humorlos vertritt. Ein großartig geradliniger Dualismus bestimmt
sein Weltbild
: hier Gott, das Gute, dort der Teufel, das Böse, und
der leidenschaftliche, bis zur Entflammung gesteigerten Bejahung des einen
entspricht die ebenso leidenschaftliche, bis zum Haß gehende Verneinung
und Verwerfung des anderen, das mit Stumpf und Stiel, mit Feuer und Schwert
ausgerottet werden muß
. Denn mag sich der Fanatiker an manchen Stellen
noch so eng mit dem grundsätz- [82 Ende] lichen Menschen berühren(5):
während dieser sich unter Umständen damit begnügt, das Leben
nach Grundsätzen zu betrachten oder es zu führen, um allgemeine
Regeln daraus zu gewinnen, drängt jener leidenschaftlich nach Tat
und Verwirklichung. Selbst wenn ihn das Schicksal ein Leben lang zur Untätigkeit
verurteilte, nie wird er in der Theorie, in der bloßen Schau seine
Bestimmung und Erfüllung finden, und wenn ihn die historische Stunde
ruft, so wird die Unbedingtheit seines Tatwillens eruptiv aus ihm herausbrechen
und ihn zum fraglosen Lebenseinsatz führen, mag auch seine kleine
Persönlichkeit im Rausch einer Massenbewegung verschwinden.

Darin liegt zugleich seine Stärke und Schwäche, daß er in dem Einen
unbedingten Halt findet, daß er aber innerlich zerbrechen würde,
wenn er einmal die Fülle der Werte zu Gesicht bekäme. So wenig
wie er Kompromisse kennt, so wenig kennt er eigentlich eine innere Wandlung
und Entwicklung, es sei denn, daß eine Bekehrung im Stile des Damaskus-Erlebnisses ihn von einem Extrem zum anderen führt; fremd aber bleibt er jener
Sphäre, in der sich die Vermittlung und Versöhnung der Gegensätze
vollzieht; eher endet er im Nihilismus.

Man kämpft für Gewissensfreiheit und knechtet zugleich das Gewissen der Andersdenkenden, und oft sind die weltbeglückenden Träume und Utopien der Fanatiker in dem Strom von Blut erstickt, das sie selbst vergossen haben.

http://www.sgipt.org/politpsy/fanat0.htm

Kommentar von wickedsick05 ,

Danke für den Stern !

Antwort
von Undsonstso, 56

Die Frage ist etwas unglücklich formuliert, besser wäre:

Ist es widersprüchlich /  ethisch korrekt /  doppelmoralig, wenn Tierversuchsgegner einerseits Tierversuche ablehnen, sich aber andererseits auf die Ergebnisse (qualvoller) Tierversuche berufen....?

Jupp, ich sehe da sehr wohl eine Doppelmoral.

Beim oben genannten Beispiel zeigt sich das sehr gut. Andere haben die Forschung ("Drecksarbeit") gemacht und die Tierrechtler benutzen die Erkenntnisse. Warum haben jene Tierrechtler nicht selbst geforscht? Genau, weil sie Tierversuche ablehnen und allein das Tauchen und Fische beobachten bringt keine Erkenntnisse bezüglich Schmerzempfinden bei Fischen.

Antwort
von LeylaU, 6

Nein, darin liegt kein Widerspruch, weil sie diese Versuche ja nicht in Auftrag geben. 

Es ist einfach so: Ich muss keinen IQ von 200 haben um zu wissen, dass z.B. Würmer Schmerzen haben, wenn man sie durchtrennt. Sie kringeln sich ja nicht aus Spaß. Aber es gibt eben genug Menschen die glauben selbst das Offensichtliche nicht, bis man es ihnen bewiesen hat. Also muss man ihnen Tests vorlegen.

Ich bin kein Fan von Peta aber sie sehen und glauben das Offensichtliche, aber da es genug Menschen gibt die offensichtlich nicht ihren eigenen Augen und Gefühlen glauben, muss Peta es ihnen eben "beweisen", indem sie sozusagen sagen: "Wussten wir zwar sowieso, aber damit selbst ihr es glaubt - hier ist der Beweis."

Antwort
von Omnivore08, 75

Ich verstehe die Frage nicht ganz.

Tierversuche sind für Medizin und Grundlagenforschung essentiell und sehr wichtig. Der moderne Fortschritt in der Medizin haben wir Tierversuchen zu verdanken.

Antwort
von Fielkeinnameein, 55

Wo soll da ein Widerspruch sein? Verstehe ich nicht .. oder anders: Es gibt dort keinen Widerspruch.

Antwort
von Tarsia, 87

Wenn du damit meinst, dass sie sagen, dass die Tiere leiden - nein? Sie führen die Versuche ja nicht selbe durch?

Antwort
von Pestilenz2, 58

Ja das ist sehr wiedersprüchlich.

Tierversuche sind wichtig.

Tierversuche haben praktisch jeden zu überleben geholfen.

Tierversuche helfen den frauen nicht schwanger zu werden. (Pille - Es ist gesetzlich vorgeschrieben das bei JEDEM hormonellem wirksamen verhütungsmittel tierversuche vonstatten gehn müssen)

Tierversuche sind ethisch "einfacher" zu rechtfertigen als versuche am menschen (aktuelles beispiel)

Tierversuche sind durch alle instanzen vertretbar und auch nötig. Disbezügliche (strenge) vorschriften (in unseren landen) gibt es schon.

Linke, antifa und veganer können/dürfen sich aber gerne an tieresstatt freiwillig zu versuchszwecken melden. 

Antwort
von GoodbyeKitty1, 76

Was wäre denn die alternative Argumentationskette? Natürlich ist das nicht widersprüchlich.

Antwort
von AppleTea, 71

Versteh ich nicht ganz.. Da wäre mehr Kontext hilfreich gewesen.

Kommentar von HontaYOYO ,

Kontext wurde zugefügt.

Kommentar von AppleTea ,

Ah wunderbar :) Also ich sehe bei deinem Beispiel jetzt keinen Widerspruch.. Immerhin weisen sie nur darauf hin, dass der Versuch gezeigt hat, dass die Tiere schmerzen empfinden können. Hätten sie den Versuch selber durchgeführt, wäre das schon widersprüchlicher gewesen, denn dann hätten sie den Tieren selbst schmerzen zugefügt. Versehst du was ich meine?

Kommentar von HontaYOYO ,

Mit dem Benutzen der Ergebnisse erkennt man aber auch an, dass Tierversuche nötig sind um zu klären, ob Fische Schmerzen besitzen. Quasi gibt PETA dem Tierversuch eine Daseinsberechtigung.

Kommentar von AppleTea ,

Warum? Es sagt ja keiner, dass dafür Tierversuche nötig sind. Wenn es anders möglich wäre zu beweisen, dass die Tiere schmerzen empfinden, dann hätte man sich vielleicht darauf bezogen anstatt auf den o.g. Versuch. Nun wurde er eben durchgeführt und wenn man die Info's nicht nutzt die daraus folgen, dann haben die Tiere ja völlig umsonst gelitten.

Kommentar von HontaYOYO ,

?? Ich verstehe das nicht ??

Es sagt ja keiner, dass dafür Tierversuche nötig sind.

Wie soll man ohne Tierversuch herausfinden, ob ein Tier Schmerzen empfindet?

Kommentar von AppleTea ,

Ich meine damit Tierversuche bei denen Tiere bewusst gequält werden um irgendwas zu beweisen. Wenn es einen anderen Versuch gegeben hätte, der das gleiche Ergebnis gebracht hätte ohne dabei Tiere zu quälen, dann hätte man sich darauf beziehen können. Da es sowas aber nicht gab/gibt, muss man sich eben auf diesen Versuch beziehen. Und wie gesagt: Es ist doch sinnvoller die Ergebnisse dieses Versuches zu nutzen, als sie überhaupt nicht zu nutzen und die Tiere damit umsonst gelitten haben zu lassen. Gelitten haben sie nämlich so oder so..

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