Frage von MausMitGebiss, 105

Ist es nicht komplett egal, dass die Erde 4,6 Milliarden Jahre alt ist - was hat die Menschheit durch dieses Wissen für einen Gewinn?

Ob 1 Milliarde Jahre alt oder 4,6 Milliarden... wo ist der Unterschied?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dovahkiin11, 59

Keinen Praktischen, außer dass es zu weiteren Erkenntnissen und Verständnissen führt. 

Für mich hätte diese Erkenntnis im Dunkeln bleiben können.

Kommentar von sarahj ,

eigentlich schade, denn ute hatte eine bessere Antwort.

Kommentar von stey1954 ,

@MausMitGebiss,

Ich bin der gleichen Meinung (nichts gegen Dovahkiin11), aber, es beschleicht mich langsam das Gefühl, daß  die MausMitGebiss sich gar nicht so für die Antworten interessiert hatte, da die ziemlich philosophisches Wesen offenbarten und, es gab zu vel zu lesen, oder?

Stimmst Du mir zu, Mäuschen? Zeig aber nicht Dein Gebiss!

LG

Expertenantwort
von uteausmuenchen, Community-Experte für Universum, 27

Hallo MausMitGebiss,

es ist, wenn ich es einmal philosophisch sagen darf, DIE Eigenschaft des Menschen, die uns zum Mensch macht: Dass wir in der Lage sind, die ganz großen existenzialistischen Fragen zu stellen. Fragen also, die über das schiere Fressen/Schlafen/Fortpflanzung-Bedürfnis des Daseins hinausblicken.

Der Mensch kann Fragen stellen und über unser Dasein nachdenken, ohne dass die Fragen oder Antworten einen direkten oder Nutzen zum Überleben des Individuums haben.

Das ist nicht unsere Schwäche, hierauf Energie zu verwenden, es ist unsere Stärke: Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, die über den unmittelbaren Bedürfnishorizont hinaus gehen. Fragen nach unserem Platz in der Welt und den Prozessen, die in dieser Welt ablaufen - auch auf größeren Maßstäben.

Der Mensch hat recht früh im Laufe seiner Entwicklung festgestellt, dass er etwas über die Natur herausfinden kann, wenn er sie genau beobachtet. Wir kennen etliche antike Bauten, die als Kalender dienten und den jährlichen Sonnenhöchststand vor Ort korrekt anzeigen konnten.

Der Mensch fand so heraus, dass ihm präzise Beobachtung der Natur beim Überleben sehr wohl weiter helfen kann: Wer die Vorgänge in der Natur gut versteht, kann präzise Vorhersagen über Ereignisse in der Natur machen. Das Wissen um den Lauf der Gestirne ermöglichte rechtzeitige Aussaat und Ernten, oder Vorhersage der Wanderrouten großer Tierherden als Grundlage für die Jagd.

Später erkannte man so, dass man sich vor Sonnen- und Mondfinsternissen nicht zu fürchten braucht, dass Kometen auch nur die Sonne umrunden und aufgrund der Schwerkraft regelmäßig wiederkommen - nicht, weil sie uns Unglücke melden möchten.

Mit jeder einzelnen Beobachtung überprüfen wir auch die Physik, die die Vorhersage gemacht hat, was man beobachten wird. Und genau darin liegt auch der Nutzen von Beobachtungen, bei denen sich der Erkenntnisgewinn für den Einzelnen von uns nicht so sehr erschließt.

Wir können an den Messdaten, die wir in Beobachtungen gewinnen, überprüfen, ob unsere Vorstellungen von der Welt, unser Netz an naturwissenschaftlichen Erkenntnissen die Natur gut beschreibt.

Zu wissen, ob unsere naturwissenschaftlichen Aussagen zuverlässig sind - oder ob sie durch Beobachtungen widerlegt werden, das ist sogar sehr wichtig für uns im Alltag: Wir benutzen verschiedenste naturwissenschaftliche Aussagen ständig, ohne uns Gedanken darum zu machen.

Die Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie, die die Kosmologen benutzen, um das Alter des Universums abzuschätzen, stecken so auch in der Satellitentechnik und damit in jedem Navi, in jedem GPS-Gerät.

Deshalb müssen wir überprüfen, ob die Altersstrukturen, wie wir sie aus der einen oder anderen Beobachtung ableiten alle konsistent zueinander passen - ob alle unsere Daten, die wir gewonnen haben, ein stimmiges Gesamtbild ergeben - oder ob sich irgendwo Hinweise auf Abweichungen ergeben.

Mit einem Erdalter von unter einer Milliarde Jahren würden wir zum Beispiel mit der Evolution und den für sie notwenigen Zeiträumen in Erklärungsnot kommen. Wir würden in Erklärungsnot geraten, wenn Lebenserwartung der Sterne und ihre beobachteten Helligkeiten nicht zu den errechneten Werten über die Kernfusion passen würden. Die Frage, wie schnell sich Sterne entwickeln oder wie schnell sich Lebensbedingungen auf Planeten verändern, ist aber unmittelbar von Bedeutung für uns:

Je mehr wir über die Welt wissen, desto besser für uns. Denn man weiß im Voraus nie, wofür man Wissen anwenden kann. Auch Einstein hätte 1915 im Traum nicht gedacht, dass seine Formeln einmal in Satelliten Verwendung finden würden: Damals gab es so was noch nicht.

Zuverlässiges Wissen über die Welt, das ist ein mühsam erarbeiter Schatz der ganzen Menschheit. Und wie bei einem Goldschatz auch: Man weiß im Voraus oft nicht bei allen Teilen, wofür man sie brauchen wird.

Grüße

Kommentar von deepxpalexblue ,

Du hast recht, die Neugier der Menschen ist eine ihrer größten Stärken, aber manchmal frage ich mich, was uns das eigentlich bringt. So faszinierend und Augen öffnend es auch ist, eine für uns neue Wahrheit zu erforschen, wir Menschen sind doch immer noch eine winzige Spezies, die nichts, aber auch gar nichts ausmacht - und daran wird sich ja auch nie etwas ändern. Wir sind alle gleich vergänglich, egal, wie viel Ruhm wie in der Menschenwelt erreicht haben. Einen Augenblick da, im nächsten wieder weg. Ohne Spuren zu hinterlassen. Wir versuchen, in unserer kurzen Lebenszeit so viel wie möglich heraus zu finden und an die nächste Generation weiterzugeben. Aber was ist eigentlich unser Ziel? Ein komplettes Verstehen des Universums werden wir doch sowieso niemals erreichen können, oder?

Kommentar von uteausmuenchen ,

Wissen zu verweigern oder schlecht zu machen, weil wir vergänglich sind, postuliert zwingend, dass es auch im hier und jetzt keinen Unterschied macht, ob wir nach Wissen streben oder strunzblöd sind.

Mein Eindruck nach 50 Jahren Beobachtung sehr vieler Mitmenschen ist, dass es einen Unterschied macht...

Kommentar von sarahj ,

"..Goldschatz..."
eher eine Kiste voller Legosteine (Fischertechnik, für etwas ältere), von denen man auch nicht immer weiss, wozu sie da sind -
bis man sie später mal braucht und genau die fehlende Lücke schließen.

Antwort
von spellon, 39

Aufklärung bezüglich der Entstehungsgeschichte, sonst würden viele immer noch der Bibel hinterher rennen.

Berechnung von möglichen Ressourcen bzw. Aufschluss über das entstehen dieser könnte ich mir gut vorstellen.

Finden Historischer Ereignisse die auch heute oder in Zukunft noch aktuell sein könnten bzw. sich wiederholen könnten.

Rückschlüsse auf andere Planeten, deren Entwicklung und Entstehung bzw auf unser Sonnensystem.

Neugier im allgemeinen.

...usw ...

Antwort
von stey1954, 27

@MausMitGebiss,

wenn Dir, als Einzelkind, jemand in deiner Kindheit, nur 3 Worte zugeflüstert hätte: "DU HAST GESCHWISTER", hättes Du dein ganzes Leben lang nach Deinen Geschwistern gesucht. Nun, kennst Du das Gefühll, daß uns dazu treibt, herauszufinden, wo wir herkommen. Eins der zuverlässigsten Anzeichen der Kausalität, in diesem Falle, ist auch der Alter. 

Und so kommen wir langsam dahin, wie so der 3,567 Milliarden Jahre - Unterschied, zwischen 1-ner und 4,567 Milliarden, für uns Menschen so wichtig ist, der zeigt unter anderem, daß im Vergleich zum Universum's 13,81 Milliarden, wir erst im letzten Drittel, die Chance bekamen, das Leben eingehaucht zu bekommen. Erst im letzten Drittel !

🔴Gibt es auch solche, die es im ersten und im zweiten Drittel, eingehaucht bekamen?

🔴Haben wir ein, bereits vorbestimmtes Ende, oder können wir Einfluß nehmen, wenn wir so weit sind ?

🔴Ist der Mensch "GROß" genug um die Rolle der Natur nahtlos zu übernehmen, hat es es bereits getan und gauckelt uns selbst vor "Friede, Freude, Eierkuchen,..."?, da alles um uns herum, schon längst NICHTS ist?

Auf Deine Frage gibt es -zug Tausende verschiedener Antworten, die alle, aber wirklich alle, nur in eine Richtung zeigen, 

ZITAT: "DAS LEBEN FINDET EINEN WEG" ! ! ! 

Da der Weg, das Leben ist! 

Denkende, atmende, blutende, gebärende, .... Partikelchen!

Du verfügst nicht über Dein Leben, da Du nicht um sonst da bist !  =(ENERGIEERHALTUNGSSATZ)

Liebe Grüße von uns beiden  <(●_●)>  Pippa & Rozina. Und eine Bitte an die, die nicht so denken und handeln würden, wie ich es tue: bei konstruktiver Kritik, die nicht zu vermeiden ist, bitte unbedingt sachlich bleiben.

Antwort
von Bauchwehistdumm, 32

Wenn du dich für Autos interessierst, möchtest du auch genau heraus finden, welches Baujahr der Wagen hat oder?

Wenn du das weißt, weißt du z.B wann das erste mal Air Bags benutzt wurden etc.

Antwort
von niceguy1991, 17

du möchtest du auch wissen wie alt deine Freundin ist

ob 20 oder 50 macht das schon einen großen Unterschied :)

Kommentar von MausMitGebiss ,

Was hat die Erdgeschichte mit der Geschichte einer Freundin/Freund zu tun?

Mit der Erde geh ich nicht ins Kino, nicht ins Restaurant, hab keinen Sex mit ihr, muss mit ihr nicht die gemeinsame Wohnung/Haus bezahlen, etc.

Kommentar von niceguy1991 ,

da nichts für immer ist, ist es wichtig zu wissen wie alt die Erde ist

wieviel Zeit uns noch bleibt bis die Sonne zum roten Riesen anschwillt und erst Merkur, Venus und dann wahrscheinlich auch die Erde verschlingt

Antwort
von pxayax, 37

es sind halt informationen. die können wichtig sein

Antwort
von DanBam, 23

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

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