Frage von LessThanThree, 114

Ist es nicht heuchlerisch einerseits die Amerikaner wegen ihrer Waffengesetze ständig mies zu machen aber selbst gegen ein generelles Temoplimit auf Autobahnen?

zu sein?

Beides eine Sicherheitsgeschichte, daher vergleichbar.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ES1956, 34

Ich finde es eher dumm.

Leute die die weder Ursachen noch die Realität in den USA überhaupt kennen urteilen aufgrund unbedarfter Medienberichte und dem was sie aus dem TV "wissen" über kulturelle Eigenheiten eines souveränen Staates anhand ihres eigenen beschränkten Horizonts.

Natürlich völlig überzeugt dass es ein gottgegebenes Recht ist rücksichtslos zu rasen. (Freie Fahrt für freie Bürger).

Erzähl einem US-Bürger dass in D Minderjährige Alkohol kaufen und öffentlich konsumieren dürfen und du wirst ungläubiges Kopfschütteln ob dieser unverantwortlichen Gesetzeslücke ernten.

Antwort
von Raketenfritze, 10

Auch meine Meinung ist, dass das nicht wirklich vergleichbar ist, obwohl sich beide Themen prinzipiell um Sicherheit drehen.

Zuerst einmal gibt es in den USA so viele Waffengesetze wie Staaten, eine allgemeine Aussage ist diesbezüglich also schwierig. Es gibt Staaten, in denen die Gesetzgebung strikter ist als in Deutschland, gleichzeitig aber auch welche, in denen Waffen für Zivilisten recht liberal gehandhabt werden. Interessanterweise ist in Staaten mit strenger Gesetzgebung sehr häufig die Schusswaffenkriminalität deutlich höher als in Ecken, in denen die Regelungen weniger strikt sind. Dies muss nicht prinzipiell heißen, dass mehr Waffen für weniger Verbrechen sorgen (obwohl es eine Reihe von Fällen gibt, in denen sich das Opfer eines Angriffs mit einer Schusswaffe wehren konnte, häufig reicht schon die Drohwirkung aus), hier spielen auch die sozialen Bedingungen eine Rolle, in Ballungsgebieten treten soziale Unterschiede stärker zu Tage, gleichzeitig existiert Banden- und organisierte Kriminalität in höherem Maße.

Ob wenig restriktive Waffengesetze also für eine höhere Schusswaffenkriminalität oder besonders viele getötete Zivilisten sorgen, muss stark bezweifelt werden.

Zu einem generellen Tempolimit auf Autobahnen möchte ich auf die Antwort von Agentpony verweisen, kurz gesagt: Wer sich an bestehende Regelungen hält und seinen Verstand benutzt, der muss auch jenseits der Richtgeschwindigkeit keine Angst haben. Von vielen Autofahrern habe ich schon gehört (und das deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung), dass bei höheren Geschwindigkeiten sich auch die (gefühlte) Konzentration verbessert und man weniger dazu neigt, sich ablenken zu lassen.

Wie in allen Bereichen kann man auch bei Waffen und beim Autofahren verantwortungslos handeln. Wer bei den falschen Bedingungen zu schnell fährt oder dabei zu wenig Abstand einhält, seine Umgebung nicht beachtet, zu wenig Erfahrung und Fähigkeiten im Umgang mit seinem Fahrzeug hat etc., der stellt eine Gefahr für andere dar. Wer seine Waffen unsachgemäß handhabt, in die Hände von ungeeigneten Personen gelangen lässt etc., der stellt eine Gefahr für andere dar.
Beides kann man aber auch verantwortungsvoll tun, man kann rücksichtsvoll, vorausschauend und entsprechend der eigenen Fähigkeiten und der äußeren Bedingungen fahren, man kann Waffen entsprechend ihrer Zweckbestimmung nutzen, in korrekter Weise handhaben und ihr Gefahrenpotential (das ja praktisch jeder Gegenstand hat) in das eigene Verhalten einbeziehen (ich gehe ja auch nicht bei Rot über eine vielbefahrene Hauptstraße, sondern nutze eine Ampel dafür).

Für verantwortungsvolles Handeln ist allerdings ein entsprechendes Wissen und ein gesunder Menschenverstand bzw. eine gewisse Allgemeinbildung notwendig. Meiner Meinung nach sollte man sich eher um diese Voraussetzungen kümmern, als immer mehr zu verbieten. Das erhöht die Sicherheit für alle, ohne Freiheiten unnötig einzuschränken.

Antwort
von Panazee, 51

Eine Waffe kann man mit einem Auto nur schwer vergleichen.

Ein Auto hat den Zweck von A nach B zu kommen, wenn man es benutzt. Der Zweck einer Waffe ist in der Regel andere Menschen (zumindest) zu verletzen, wenn man sie benutzt.

Wenn einer mit 260 km/h über die Autobahn heizt, dann mag das fahrlässig sein, aber er will niemanden willentlich verletzen. Wenn einer eine Waffe benutzt sieht das in der Regel ganz anders aus.

Sportliche Tätigkeiten nehme ich in beiden Fällen aus. Bei einem offiziellen Autorennen dürfen die Fahrer weltweit ohne Tempolimit fahren und Sportschützen schießen natürlich auf Scheiben und wollen keinen Menschen treffen.

Kommentar von Raketenfritze ,

Naja, die Waffengesetzgebung, über die wir uns hier unterhalten, betrifft ja nur den zivilen Bereich, der von Jägern und Sportschützen dominiert wird. Und die benutzen Waffen eben wirklich nur, um Löcher in Pappscheiben zu stanzen oder Wild zu erlegen.
Menschen zu verletzen oder zu töten ist daher als Ziel eher die Ausnahme als die Regel bei der Benutzung einer Waffe.

Kommentar von Panazee ,

Wie gesagt würde ich Sportschützen ausnehmen.

Allerdings hat sich kein Erfinder von Schusswaffen gedacht "Wenn ich das baue, dann kann man damit besser auf Scheiben schießen."

Die Erfinder von Automobilen werden nicht gedacht haben "Damit kann man mit 260 km/h über die Straße rasen und ein paar Leute mit in den Tod reißen."

Die Intention der Erfinder war doch eine grundsätzlich andere. Waffen wurden erfunden um andere Menschen "effektiver" zu töten und Autos um schneller von A nach B zu kommen.

Kommentar von Raketenfritze ,

Sportliche Tätigkeiten auszunehmen ist nicht so einfach machbar, damit fällt nämlich ein Großteil der Anwender und der Anwendungsfälle weg, dann macht die Betrachtung nur noch wenig Sinn.

Wenn man sich den zivilen Waffenmarkt anschaut, dann findet man da zu einem großen Teil Waffen, die explizit zum Sportschießen oder zur Jagd konstruiert wurden, da hat ein Konstrukteur durchaus das Ziel, dass damit ein Schütze besser Löcher in Pappscheiben schießen oder Wildtiere erlegen kann.

Wenn diese Waffen Merkmale aus dem militärischen Bereich übernehmen (auf den deine Aussage bezüglich des effektiveren Tötens bzw. Verletzens von Menschen ja durchaus zutrifft), dann entweder aus funktionellen oder optischen Gründen, das ändert aber an der Intention der Verwendung nichts.

Die Befürworter von Tempolimits würden nach dieser Logik dem Konstrukteur eines schnellen Straßenfahrzeugs sicher zumindest eine Fahrlässigkeit unterstellen. Seine Intention war, ein schnelles Auto zu bauen. Hätte er kein so schnelles Auto gebaut, dann würden bestimmt weniger Menschen sterben.

Antwort
von HasemitNase, 36

Also der Vergleich ist sehr Schlecht. Da du dich nur auf die Zahl der Toten konzentrierst.

Es stimmt, das viele Sterben wegen Autos und wegen deren hohen Geschwindigkeit. Was aber oft nicht mal der Fall ist, was du dementsprechend berücksichtigen solltest, wenn du die Frage stellst. Grundsätzlich sterben mehr Menschen im Alltäglichen Verkehr, sprich Stadt oder Überland Straßen und nicht auf den 300km/h Autobahnen.

Zudem ist das Auto als Transportmittel zu betrachten und nicht als Waffe, wobei man diese als eine Missbrauchen kann. Bei einer Waffe dagegen ist es Ziel eine Person zu töten. Was natürlich ein sehr wichtiger Punkt ist.

Wenn du aber Vergleiche magst, in der Küche sterben und verletzten sich mehr Menschen als mit einer Waffe. Dennoch willst du nicht mit einem Plastik Buttermesser dein Schwein schneiden.

Deine Idee und deren Ansatz ist zwar gut, aber kann eben nicht verglichen werden.

Kommentar von LessThanThree ,

Bei einer Waffe dagegen ist es Ziel eine Person zu töten.

Nein?!

Kommentar von HasemitNase ,

Ich betreibe seit einem knappen Jahrzehnt den Schießsport und besitze zudem noch eine Waffen, von Pistolen und Gewehren.

Eine Waffe ist eine Waffe und kein Pflaster! Eine Waffe ist zum töten Gedacht, schon die Steinzeitmenschen haben das verstanden und haben diese dementsprechend auch so genutzt. Du kannst damit natürlich jemanden verletzen was dann aber von der Grundlegenden Grundlage abweicht.

Es gibt natürlich auch Luftgewehre etc. aber davon redet die Waffenlobby in der USA nicht...

Kommentar von Raketenfritze ,

Interessant, wie man als Sportschütze zu solchen Schlüssen kommt...

Dass Waffen bei falscher Handhabung ein Gefahrenpotential bergen können ist klar, das können aber Autos und die von dir angesprochenen Küchenmesser auch und es hat niemand das Gegenteil behauptet. Aber was wir heute an Waffen auf dem zivilen Markt haben, wird in den allermeisten Fällen nicht dafür gebaut, geschweige denn angeboten oder erworben, Menschen zu verletzen oder zu töten.

Die Waffenbefürworter in den USA reden nicht davon, massenhaft auf Menschen zu schießen, die allermeisten wollen nur weiter schießen, jagen und sich im Ernstfall vielleicht auch mal verteidigen können.

Antwort
von Agentpony, 27

Wenn man das so plump tut, dann schon. Aber das stellt ja nicht die Realität der Debatte dar.

Autofahren ist komplett durchreguliert. Auch bei schnellem Fahren kann theoretisch nichts passieren, solange man sich an alle Gesetze, an den gesunden Menschenverstand und die Logik hält.

Tode durch zu schnelles Fahren entstehen in Erster Linie wegen unsachgemäßem Verhalten der Fahrer, die Geschwindigkeit verringert nur den margin of error und erhöht das Schadenspotential. Wer seine Geschwindigkeit den Verkehrs-  und Strassenverhältnissen anpasst, hat dagegen kaum was zu befürchten.

Das kranke an der amerikkanischen Waffendebatte ist ja, daß die 2nd-Amendment-Lobby ausnahmslos JEDE Form der Regulierung blockiert. Sie blockieren sogar Budgets nur für die staatliche Erforschung des Waffenproblems.

Sowas sinnvolles wie ein Sachkundenachweiszwang für Schusswaffen ist in diesem Klima schonmal völlig undenkbar. Im Gegensatz dazu muss zum Beispiel jeder Fahrzegführer - hier wie dort - einen gültigen Führerschein besitzen, um überhaupt fahren zu dürfen.

Antwort
von ThommyGunn, 33

Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Waffengesetzen und Verkehrsregeln. Die deutschen Autobahnen gelten als sehr sicher, sowohl im internationalen Vergleich, als auch im Vergleich zu Land- oder Bundesstraßen.

Auch andere Länder haben sehr liberale Waffengesetze und lange nicht die Mordraten wie die USA, andererseits haben die USA eine niedrigere Mordrate als viele andere Länder auf dem amerikanischen Kontinent (ich meine die drittniedrigste nach Kanada und Chile) mit sehr viel strengeren Waffengesetzen, es ist nicht bewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen privatem Schußwaffenbesitz und der Mordrate gibt, man kann Menschen auf viele Weise töten.

Antwort
von wilees, 52

Inwieweit vergleichbar? Kinder tummeln sich noch nicht auf Autobahnen.

Kommentar von LessThanThree ,

Kinder tummeln sich auch nicht in gun stores?

Kommentar von mrsinister154 ,

In Amerika zuweilen schon

Antwort
von Yape1n, 47

Das ist auf keinen fall Heuchlerisch, ein Geschwindigkeitslimit kann man nicht mit Sturmgewehre für alle vergleichen...

Kommentar von DocCyanide ,

Und wo gibt es Sturmgewehre für alle? In den USA jedenfalls nicht. Und wer fordert Sturmgewehre für alle? In USA und D niemand.

Antwort
von ich313313, 61

nicht vergleichbar, da es sich bei dem einen um eine Waffe, bei dem anderen um ein normales Fortbewegungsmittel handelt.

Mit einer Waffe werden gezielt Menschen getötet, beim Autofahren passieren eben Unfälle, die sich auch durch ein Tempolimit auf Autobahnen oft nicht vermeiden lassen. 

Kommentar von Kronos007 ,

Mit einer Schusswaffe werden normalerweise nicht gezielt Menschen getötet, sondern es wird damit Sport getrieben, gejagt oder sie dient zum Selbstschutz. Wenn ein Polizist eine Waffe führt, dann geht es darum das eigene Leben und das Leben der Bevölkerung zu beschützen und nicht darum gezielt Menschen zu töten. Das ist etwas vollkommen anderes. Aus dem selben Grund besitzen auch viele Amerikaner Schusswaffen (übrigens reicht in 95% aller Notwehrsituationen in den USA bereits das Drohpotenzial der Schusswaffe aus um ein Verbrechen zu verhindern).

Wenn man mit einer legal besessenen Schusswaffe einen Menschen ermordet, dann begeht man ein Verbrechen, was dementsprechend eine missbräuchliche Verwendung darstellt und somit eine Zweckentfremdung.

Es gibt aber auch viele Fälle, in denen mit Fortbewegungsmitteln gezielt Menschen getötet werden. Ich verweise mal auf Nizza und den 11. September.

Kommentar von ThommyGunn ,

Es ist ein sehr schmaler Grat zwischen Werkzeug und Waffe, auch Autos lassen sich als Waffe verwenden, siehe Nizza. Ich weiß nicht, ob es jemals einen Amoklauf eines Einzelnen mit Schußwaffen gab, bei dem mehr Menschen getötet wurden als durch die Amokfahrt von Nizza.

Antwort
von Smithers70, 33

In Amerika gibt es eine sehr starke Waffenlobby, daher wird niemals einPräsident es schaffen denen das Recht auf Waffenbesitz wegzunehmen. Du hast schon recht,min Deu6istves insoweit ähnlich, dass hier dienAutomobilindustrie sehr einflussreich ist. Sobald eine Politiker auf die Idee kommt ein Tempolimit einzuführen, gibt es gleich einen riesigen Aufschrei der Entrüstung.

Trotzdem sind die Lasche Waffengesetze in den USA wohl doch um einiges bedenklicher.

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