Ist es nicht eine unvertretbare Geste, dass der deutsche Bundespräsident seit Jahren nicht mehr auf der Siegesparade am 9. Mai in Moskau erscheint?

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7 Antworten

Für den Sohn eine Offiziers der Kriegsmarine und überzeugten Nazis ist der 9. Mai ein Tag der Niederlage.

Da trifft es sich gut, wenn die antirussische Konfrontationspolitik des Westens ihm ein gutes Alibi gibt, nicht an diesem für Russland so wichtigen Feiertag teilnehmen zu müssen.

Die Zeiten, in denen der 8. Mai als Tag der Befreiung in Deutschland galt, sind vorbei. "Der Russe" ist heute wieder der Feind, dem gratuliert man nicht zu seinen Siegen, schon gar nicht, wenn dadurch die Welt vor der eigenen Barbarei gerettet wurde. Dieses Verdienst will man nicht auch noch anerkennen müssen.

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Kommentar von alexklusiv
07.05.2016, 18:12

Genau so sieht es aus, wenn man nicht hingeht. Man könnte das als Russe dann tatsächlich denken - und so schwer ist es nun wirklich nicht, für einige Stunden auf einer Tribüne Platz zu nehmen.

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Kommentar von kayo1548
08.05.2016, 00:09

"
Für den Sohn eine Offiziers der Kriegsmarine und überzeugten Nazis ist der 9. Mai ein Tag der Niederlage. "

Fakt ist, dass der Vater von Gauck zwar im Militär tätig war und auch diese Überzeugung ist etwas, das eine weit verbreitete Annahme ist und auch Gauck selbst bezeichnete die Eltern als "Mitläufer";

inwiefern da welche Überzeugung vorhanden war ist da natürlich schwer zu sagen; man musste damals ja auch nach außen hin ein gewisses Bild präsentieren.

Wenn du da Dokumente kennst die da genauere Infos über das politische Wirken o.ä. von Gaucks Vater haben wäre das natürlich eine interessante Sache und über einen Link o.ä- würde ich mich freuen

Auch richtig ist, dass Gauck das DDR Regime abgelehnt hat, aber ist er deshalb ein nationalsozalistisch eingestellt? Ich sehe da den Zusammenhang nicht.

Möglicherweise bestand die Ablehnung auch aus den früheren Erfahrungen mit dem Vater oder der politischen Einstellung der Eltern, das mag sein;

aber ob das der springende Punkt war?  Ich kenne auch viele die aus der DDR kamen und mit Hitler und co nicht viel zu tun haben wollten und trotzdem von der Politik der DDR nicht begeistert waren, was ja auch nicht verwunderlich ist.

Und wie Gauck heute dazu eingestellt ist, ist wieder eine andere Sache und ob er den Tag als Niederlage sieht oder nicht vermag ich ebensowenig zu beurteilen.

Aber nur weil die Eltern entsprechend eingestellt waren dasselbe Bild auch auf Gauck zu projezieren halte ich für zu einfach.

"
nicht an diesem für Russland so wichtigen Feiertag teilnehmen zu müssen."

ob er will, was er will und warum er es so will sind Dinge, über die man nur spekulieren kann

Aber daraus abzuleiten das man den damaligen Tag als Niederlage empfand (wie auch immer man das definieren mag), sehe ich hier kaum als machbar an, weil man damig die ganzen anderen Faktoren die bei so einer Handlung eine Rolle spielen vernachlässigt.

"
"Der Russe" ist heute wieder der Feind,

"

was heißt heute; die Konflikte zwischen den USA und Russland gibt es ja schon sehr lange.

Das Problem bei dem Thema ist, dass die meisten nur pro USA oder pro Russland gelten lassen; wenn jemand etwas das die USA macht nicht gut heißt muss er ja pro Russland sein und umgekehrt.

Und wenn jemand Kritik an der russischen Politik äußert  muss er ja dem "Feindbild" zum Opfer gefallen sein.

Das finde ich einfach zu stark pauschalisiert.

Nicht jeder der eine Seite kritisiert muss pro der anderen Seite sein und nicht jeder der die Poltik einer Seite nicht gut findet muss das aufgrund eines Feindbiles machen, sondern kann auch einfach aufgrund individueller Überlegungen und Vorstellungen zu diesem Bild kommen.

Daher sollte man sich auch fragen ob dieses Schwarz-Weiß denken (das es auf jedenfall gibt - keine Frage) wirklich immer existent ist oder es nur dadurch wird, das man selber einfach immer dieses Bild hineinsortiert

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Kommentar von PeVau
08.05.2016, 12:07

Danke für den Stern!

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Man "darf" solche Militärparaden ablehnen - auch wenn man sich über den Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland freut.

Das gilt auch für Feiern am Jahrestag der alliierten Invasion am Atlantik. Man "darf" - ohne sich dem Vorwurf des Nationalismus oder der Geschichtsvergessenheit aussetzen zu müssen.

Gruß, earnest


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Was soll ich als Russe davon halten wenn ein ranghoher, regierender Politker aus dem Land das die Nazis in den baltischen Staaten und in der Ukraine unterstützt kommt? Es ist hier wirklich die Frage was schlimmer ist: wenn er kommtoder wenn er nicht kommt. Ich persönlich will so eine Heuchelei nicht sehen. Leute, die die Nazi-Schwadronen in der Ukraine an die Macht gebracht haben möchte ich nicht am 9.Mai in Moskau haben.

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Das ist eine Siegesparade, keine Friedensparade.

Putin selbst steht für ein nationalistisches, chauvinistisches Russland und nicht für Frieden und Völkerverständigung. Sich mit ihm dort hinzustellen und Panzer und Raketen zu beklatschen, fände ich deplatziert.

Gemeinsames Gedenken der Opfer finde ich richtig, aber sich zum Tschingderassabum an den Straßenrand zu stellen ... pfff, der Putin kommt ja auch nicht nach Köln zum Karneval!

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Kommentar von alexklusiv
07.05.2016, 12:11

Die Siegesparade dient zum Gedenken an die zig Millionen Helden, welche die Sowjetunion mit Einsatz ihres Lebens erfolgreich verteidigt haben. Die Militärparade soll ihr Opfer ehren und sozusagen zeigen, dass es nicht umsonst war, aber dass man das auch weniger gut finden kann, finde ich verständlich.

Dann muss man sich doch aber auch vernünftig engagieren! Nach Moskau reisen, um Blumen am Denkmal des unbekannten Soldaten niederzulegen, wäre zum Beispiel eine Möglichkeit - aber das Schlimmste, was man tun kann, ist meiner Meinung nach so zu tun, als sei nichts geschehen, wie es aktuell gemacht wird.

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Ehrlich gesagt fände ich das ziemlich skurril.
Man stelle sich einen Frieden predigenden, deutschen Bundespräsidenten vor, wie er in Moskau auf einem Balkon eine Militärparade eines Landes bewundert, welches die Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit und so gut wie alles was wir als schützenswert erachten, mit Füßen tritt. 

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Kommentar von Huckebein
10.05.2016, 09:14

Du solltest deinen Redefluss!!! eindämmen. Es kommt nichts Gutes dabei heraus.
Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, alles, was schützenswert ist...
Hört sich gut an, aber wie wär's denn mal, wenn du diese Güter bei unseren Freunden einfordern würdest: Polen, Ukraine, Türkei?

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Das dort kein westlicher politiker ist wundert mich nicht mehr, es würde mich wundern wenn dort einer währe.

Das mit dem russland-hass ist soweit gekommen das dort keiner mehr erscheint.

Ich finde das es rein aus Respekt zu den Millionen toten jeder da sein sollte.

Und zu den anderen kommentaren das es sinnlos ist oder verschwendung - das ist nicht nur eine parade das ist auch ein andenken an all die toten und all die Veteranen.

Und sowas ist besser als eine Gay-parade!

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Kommentar von alexklusiv
07.05.2016, 17:03

Genau so sehe ich das auch;)

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Kommentar von lupoklick
08.07.2016, 21:19

Eine Militärparade 

hat nichts mit würdigem Gedenken zu tun, sondern zeigt in diesem Jahr nur die Großmannssucht eines ehemaligen KGB-Offiziers, der in Dresden den "Parteiauftrag" ausführte....

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Militärparaden sind in der heutigen Zeit so überflüssig wie Schreibmaschinen oder Plattenspieler. Es wäre Verschwendung von Steuergeldern, wenn ein deutsches Staatsoberhaupt an solch einem Kasperletheater teilnehmen würde.

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Kommentar von JBEZorg
07.05.2016, 23:46

Da hat jemand sehr wenig Ahnung von Schreibmashinen und Plattenspielern, also würde ich behaupten auch ein stückweit vom Leben.

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