Frage von Rekkarma, 61

Ist es nicht ein Vorteil, dass die GewSt nicht mehr als BA abgezogen werden darf?

Ich weiß nicht, ob ich gerade einen Denkfehler habe, aber meiner Meinung nach ist es doch gut, dass die Gewerbesteuer nicht mehr als Betriebsausgabe abgezogen werden darf, oder? Als "Entschädigung" wurde doch die Steuerermäßigung nach § 35 EStG eingeführt. Und eine Steuerermäßigung bringt doch bessere steuerliche Vorteile als eine Betriebsausgabe, da die Steuerermäßigung ja direkt die Steuerschuld mindert. Ein Mandant hat sich gerade aufgeregt, dass die GewSt nicht mehr abziehbar ist und da ich nicht wusste, ob ich einen Denkfehler habe oder nicht, hab ich ihn nicht aufgeklärt. ^^

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 39

Na es ist wie so oft im Steuerrecht, "es kommt drauf an."

Wenn ich den Gewerbesteuerhebesatz in Berlin sehe, so ist der 410 %

 Bei einem Gewinn als Einzelunternehmer von 124.500,-, keine zu und abrechnungen. 100.000,- * 3,5 % =3.500 * 410 % = 14.350,- Euro Gewebesteuer.

Einkommensteuerermäßigung 13.300,- euro.

Das ist günstiger, als nur 110.150,- Euro als Gewinn in die Einkommensteuererklärung aufzunehmen.

Allerdings muss man ja auch dem Umstand Rechnung tragen, das früher der Gewerbsteuermessbetrag anders berechnet wurde.

Kommentar von Rekkarma ,

So dachte ich eben auch. Und was wäre der andere Fall von "es kommt drauf an"?

Kommentar von wfwbinder ,

Man hat sich das auf Seiten der Körperschaften mit einem beschämend geringen KSt-Satz erkauft. Genau genommen sind wir für GmbH/UG/AG das Steuerparadies in der EU.

Ich muss ehrlich sagen, in Sachen der Kapitalgesellschaften hätte ich gern das KStG von 1977 zurück mit dem Anrechnungsverfahren. Es war Sozial ausgewogen. Die Kleinaktionäre und Rentner, die Geld in Aktien hatten, bekamen oft nach Geld wieder raus und die Großaktionäre musste ggf. etwas nachzahlen.

Das gleiche System, nur mit geänderten Steuersätzen heute, wäre eine sehr positive Sache 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community