Frage von GXleif, 107

Ist es nicht eigentlich besser wenn man ohne Lehre, weiterführende Schule oder Studium einen Beruf sucht?

Weil ein Arbeitsgeber stellt doch eher einen ein der nicht gelehrt ist, da diese Arbeitskraft weniger Geld kostet. Und soviel mehr wissen gelehrte/studierte Arbeitskräfte wahrscheinlich auch nicht.

Oder täusche ich mich da? Weil bei immer mehr Berufen braucht man scheinbar keine Lehre mehr um eingestellt zu werden.

Antwort
von Rubezahl2000, 38

Wer für sein gesamtes Leben mit einem Job als ungelernte Arbeitskraft zufrieden ist und wem das Gehalt ausreicht, der kann das gern machen.
Auch für solche Tätigkeiten werden Arbeitskräfte gebraucht ;-)

Aber die meisten Leute haben mehr Ansprüche und Erwartungen an ihren Job und an ihr Gehalt.

Wenn du glaubst, dass ausgebildete Fachkräfte und Akademiker nicht mehr wissen als ein Ungelernter, dann liegst du ziemlich daneben.
Und wenn es tatsächlich einen Ungelernten gibt, der genausoviel Ahnung hat wie eine Fachkraft oder wie ein Akademiker, dann läuft der trotzdem gegen die Wand in Bezug auf Aufstiegschancen und Gehalt.

Antwort
von Selly1980, 57

Als Ungelernte bekommst du immer das Geld eines Ungelernten. Du bleibst dann Zeit deines Lebens Hilfsarbeiter oder Zuarbeiter. Nur ein Maurer baut ein Haus, ein Dachdecker deckt das Dach, ein Erzieher erzieht die Kinder und ein Lehrer unterrichtet. Nur ein Arzt verschreibt Medikamente und ein Apotheker gibt sie raus. Eine ungelernte Kraft kann helfend tätig sein. Er bekommt sehr wenig Geld für meist anstrengende Arbeit. Er schleppt die Steine für den Maurer, er brennt die Pfannen für den Dachdecker, er fährt die Kinder in den Kindergarten und ist als Hausmeister in der Schule tätig. Er reinigt die Praxis vom Arzt oder packt die Medis in die Verpackungen. 

Alles wichtige Tätigkeiten, die aber von fast jedem Menschen gemacht werden können. Keine Qualifikation, leicht ersetzbar, daher billig.

Kommentar von hutten52 ,

Alles richtig, aber ein Schulhausmeister ist kein Hilfsarbeiter. Ohne Lehre als Elektriker, Schlosser etc. läuft da nichts. 

Antwort
von botanicus, 36

Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?

Wer nichts gelernt hat, bekommt allenfalls einen Hilfsjob mit schlechter Bezahlung und der guten Chance, schnellstens wieder gekündigt zu werden.

Ich kann Dir versprechen, dass ich in meinem Studium einiges gelernt habe – und niemand hätte mich ohne diese Kenntnisse eingestellt. Nenne mir einen echten Beruf, zu dem man keine Ausbildung braucht!

Antwort
von OnkelSchorsch, 33


… bei immer mehr Berufen braucht man scheinbar keine Lehre mehr um eingestellt zu werden.

Doch, man benötigt nach wie vor eine gute Ausbildung, um einen vernünftigen Job zu bekommen.

Was heute allerdings etwas anders als noch vor zwanzig Jahren ist:
Die Ausbildung muss heutzutage nicht mehr zwingend direkt mit dem ausgeübten Beruf, der Branche, in der man tätig ist, in unmittelbarer Beziehung stehen.

So kann es also sein, dass zum Beispiel ein promovierter Psychologe eine Stelle als Marketingassistent antritt oder dass ein gelernter Verwaltungsangestellter Community Manager in einer Onlinespiele-Firma wird.

Das sind dann aber immer berufliche Tätigkeiten, die sich dem Betreffenden niemals geboten hätten, wenn der nicht vorher eine gute Ausbildung gemacht hätte und vielleicht auch schon berufliche Erfahrungen hat sammeln können, mit denen er nachweisen kann, für den jeweiligen Job qualifiziert zu sein.

Ohne Ausbildung bist du gar nichts. Das ist der direkte Weg in die perspektivlose Langzeitarbeitslosigkeit.

Antwort
von Bibliothikar, 48

Heutzutage muss man schon irgendetwas vorweisen können um eine Arbeit zu bekommen.Um ungelernt etwas zu bekommen muss man zumindest einen Zeitraum in einem Beruf gearbeitet zu haben um sich mit gelernten Leuten messen zu können

Antwort
von voayager, 22

Die allermeisten Berufe setzen entweder ein Studium oder eine Lehre voraus. Eigentlich ist das fast schon eine Binsenweisheit.

Wer nun also nichts gelernt hat, ist dann eben nur Hilfsarbeiter und erhält dann fast immer weniger Geld als die qulifizierten Arbeitskräfte. (Binsenweisheit Nr. 2)


Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 44

Hallo!

Ungelernte Arbeitskräfte werden nur sehr selten eingestellt.. oft noch nicht mal mehr auf Bauhöfen & meist nur für Hilfs- oder gar Saisonjobs. Also mehr als klassische Handlangertätigkeiten kannste ohne Abschluss oder Lehre nicht machen.. es sei denn, man ist Autodidakt & erfolgreicher Selbstständiger ;)

Es kommt schlicht auf den "Titel" an eine Lehre zu haben bzw. einen Beruf gelernt zu haben.. da zählt oft nur ausgebildet zu sein und den Zettel zu haben, selbst wenn die praktischen und theorethischen Kenntnisse mehr als lückenhaft sind.

Es ist wahr, dass in vielen Betrieben nur schlechte und oberflächliche Ausbildungen offeriert werden & der Nachwuchs nach drei Jahren zwar grad so die Prüfung besteht, aber effektiv kaum Kenntnisse hat.. das ist Unfug & es ist oft tatsächlich so, dass Ungelernte keinesfalls schlechter seien ------> aber in Deutschland herrscht 'ne totale "Titelkultur", da muss alles schriftlich da sein, selbst wenn's nicht die Tinte und das Papier wert ist auf dem es steht.

Kommentar von aloisff ,

Sorry, aber das ist fern der Realität

Kommentar von Kristall08 ,

Für jeden simplen Yoga- oder Familienbildungskurs musst du zig Zettel vorlegen, dass du qualifiziert bist. Titelkultur trifft es schon.

Antwort
von Lennister, 26

Du gehst gerade davon aus, dass für einen Arbeitgeber nur der Preis einer Arbeitskraft relevant ist.

Das ist aber nicht der Fall. Mindestens ebenso wichtig ist die "Qualität" des Humankapitals. Und da steht ein Ungelernter richtig schlecht da.

Antwort
von Karl37, 14

Der Arbeitgeber interessiert nur die Wertschöpfung. Ein ungelernter MA muss erst für viel Geld eingearbeitet werden und ist dann immer noch nicht flexibel einsetzbar.

Aber du täuscht dich, denn der Beruf ist immer noch die Grundlage einer Tätigkeit. Nur die Ausbildung wird dem Betrieb immer teurer und daher drücken sich viele Betriebe davor Lehrlinge auszubilden.

Antwort
von AriZona04, 40

Es ist eine Tatsache, dass viele Leute gar nicht ihn ihrem erlenten Beruf arbeiten. Insofern frage ich mich, ob eine Lehre überhaupt Sinn macht. Ergo stellen Chefs Leute ein, die den Beruf nicht gelernt haben. Hmh. Wiederum kannst du Karriere machen, WENN Du mit einer Ausbildung z. B. anfängst. Ob das ungelernt auch funktioniert ... hmh. Wenn Du ungelernt arbeitest, wirst Du allerdings immer nur unterbezahlte Jobs bekommen. Wenn Dir das reicht ... ?

Kommentar von Kristall08 ,

Ergo stellen Chefs Leute ein, die den Beruf nicht gelernt haben.

Aber sie haben etwas gelernt. DAS ist der Unterschied.

Antwort
von josef050153, 12

Ohne Lehre, weiterführende Schule oder Studium kannst du bestenfalls Politiker werden.

Der Arbeitgeber beurteilt neben der fachlichen Qualifikation auch die menschlichen. Was soll er mit jemandem, der nicht einmal eine Ausbildung geschafft hat?

Heute ist in jedem Beruf lebenslanges Lernen angesagt. Das würde so jemand nicht erfüllen können.

Antwort
von kevin1905, 29

Also wenn ich mal wieder eine Innendienstkraft einstellen muss, will ich ganz sicher keine ungelernte Kraft haben....

Antwort
von Cwaay, 62

Azubis sind weit billiger als feste Arbeitskräfte. Aber wenn man ohne Lehre gleich einen Job haben will ist das auch kompliziert. Da ist man meist noch unter 18 und somit Berufsschulpflichtig. Ich musste auch meine Berufsschulzeit absitzen (in einer Fachinfo Klasse, 2 Wochen und dann 4 Wochen Pause) weil ich mich Selbstständig machen wollte und das dank meiner Beruf Schulpflicht nicht ging.

Kommentar von Karl37 ,

Eine Personalkostenkalkulation hast du vermutlich noch nie gesehen.

Ein Azubi kostet unter dem Strich ca. 40'000 bis 60'000 Euro dem Ausbildungsbetrieb. Das ist der Grund weshalb viele Kleinbetriebe nicht ausbilden.

Kommentar von Cwaay ,

Da ich Ausbilde, und es tausendmal günstiger ist als einen Fest Anzustellen, weiß ich das wohl besser. Oo

Antwort
von Ree83, 36

Der Arbeitgeber hat aber auch gerne jemanden der was auf dem Kasten hat und ist bereit dafür mehr zu zahlen. Es kommt immer auf die Job-Anforderung an.
Ohne irgendwas > schlechte Karten
Ausbildung > mittlere / gute / sehr gute Karten, je nach Beruf, Weiterbildung & Zuverdienst
Studium > gute / sehr gute Karten, auch hier wieder was du machst und Weiterbildung etc.

Antwort
von Artus01, 24

Du kannst gerne Dein Leben lang Hilfstätigkeiten ausführen.

Wenn ich aber einen Elektriker benötige weil mein Herd nicht funktioniert möchte ich Dich nicht sehen, weil mir hinterher die Bude abfackelt.

Antwort
von FahrradLecker, 32

Stimmt, ich geh nur so 4 Jahre zur Uni weil ich so schön da finde^^

Antwort
von SebRmR, 16

Oder täusche ich mich da?

Ja.

Antwort
von DoktorBlues, 20

Und deswegen haben fast 99% aller Flüchtlinge ohne Ausbildung hier in BRD einen Job gefunden.

Ironie aus.

Kommentar von Vampire321 ,

Echt?

Ich seh die Anfang des Monats vor dem Job Center und bei schönem Wetter draußen rumlungern...

"Arbeiten" geht kaum einer von denen, höchstens in beschäftigungstherapieen (Fahrräder reparieren z.b)

Kommentar von Kristall08 ,

@Vampire321 Was sagt dir der Begriff "Ironie"?

Kommentar von gamine ,

Man kann halt leider nicht voraussetzen, dass hier alle wissen, was "Ironie" bedeutet...

Kommentar von DoktorBlues ,

@vampire321 +gamine

Danke für die lieben Worte. Daher ist eine Schulbildung und Ausbildung das Alpha und Omega in unserer Gesellschaft.

LG     

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