Frage von 314159265358979, 211

Ist es möglich mit 13 Jahren ein Frühstudium (Mathematik) zu belegen.Hat jemand Erfahrungen oder Hinweise. Oder einfach nur eine Meinung zum Frühstudium?

Zunächst möchte ich erwähnen, dass die Universität in unserer Nähe keine Altersbegrenzung für ein Frühstudium hat. Es steht sogar in einerm Informationstext auf der Website, dass ein Frühstudium in jedem Alter und jeder Jahrgangsstufe absolviert werden kann. Außerdem bietet die Universität einen Internet Eignungstest (Mathematik) an, bei dem ich das Ergebnis 1,3 erreicht habe (Das soll nicht angeberisch klingen; sollte es trotzdem so sein, dann bitte ich dies zu Entschuldigen, denn es ist nicht mein Ziel auf irgendeine Weise anzugeben. Ich bin nur hier, weil ich Rat suche.), was laut dem Test klar überdurchschnittlich sein soll. (Ich habe die Zeitbeschränkung eingehalten.) Ich habe mich schon von klein an für Mathematik interessiert und mir den Stoff bis zum Abitur in Mathematik und Physik beigebracht. Physik habe ich erst neuerdings so weit gelernt und zur Zeit gilt meine Faszination besonders Chemie und Biologie. Wobei ich erst vor knapp drei Monaten angefangen habe nach Lehrplan zu Lernen, um möglichst nichts zu übergehen. Allerdings muss ich zugeben, dass mir einige kleinere Teilbereiche fehlen, da ich als Lehrplan einen Plan im Internet verwendet habe und dort einige Bereiche nicht erwähnt wurden und sie auch nicht in den Abiturprüfungen wichtig waren, die ich bis jetzt geschrieben habe. Für meine Interessen bin ich durchaus bereit zu lernen und Zeit zu investieren. Das Frühstudium, dass mich besonders interessiert ist Mathematik.

Da ich niemanden kenne, der Mathematik studiert und mir Tipps oder Empfehlungen geben könnte, weiß ich nicht ob ich es tun sollte... Natürlich habe ich davon gelesen, das die Abbrecherquote besonders in Mathematik sehr hoch sein soll und ich bin mir nicht sicher, ob ich das schaffe. In der Schule schreibe ich hauptsächlich 2, in den Naturwissenschaften stehe ich auf einer 1. Ich würde mich nicht als einen sonderlich guten Schüler bezeichnen, weil ich manchmal den Unterricht störe, indem ich mit einem Freund rede oder meine Hausaufgaben nicht mache. Seit dem ich aber eine Möglichkeit gefunden habe unbemerkt Bücher im Unterricht zu lesen hat sich mein Verhalten gebessert. Ich würde mich zudem nicht als besonders intelligent bezeichnen, denn wenn man sich gerne mit Fächern auseinandersetzt, dann ist es nicht schwer sich den Stoff so weit beizubringen.

Ich hoffe jemand kann mir in irgendeiner Weise weiterhelfen. Hat vielleicht jemand ein Frühstudium absolviert (egal welche Richtung) oder Studiert zur Zeit noch früh und kann mir Ratschläge oder Hinweise geben? Oder kennt sich jemand mit dem Thema aus? Kennt vielleicht einen Frühstudenten? Vielleicht sogar in meinem Alter?

Ich würde mich wirklich unglaublich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen könntet=)

Liebe Grüße

Antwort
von PhotonX, 85

Ich denke, dein Wissensstand ist sicher ausreichend, um das Studium anzufangen. Mehr Sorgen würde ich mir über deine Frustrationstoleranz machen. Denn jeder, der sich mit Wissenschaft beschäftigt, kommt mal an einen Punkt, wo er nicht weiter weiß. Für manche kommt dieser Punkt schon in der Schule, die sind im entsprechenden Schulfach dann nicht erfolgreich. Für andere an der Uni, für besonders begabte und motivierte erst in der Forschung. 

Wichtig ist, dass dieser Punkt irgendwann mal kommt und man dann richtig damit umgehen können muss. Dass du dir bisher schon so viele Dinge selbst beigebracht hast, ist eine super Sache, aber es war für dich offenbar keine Herausforderung. Zu einem erfolgreichen Studium gehört es aber auch mit Herausforderungen umgehen zu können.

So lang man nie in so einer Situation gewesen ist, kann man natürlich nicht sagen, wie man sich da verhalten würde. Es ist also nicht schlimm, wenn du noch nicht sicher von dir behaupten kannst, mit Schwierigkeiten umgehen zu können. Es kann gut sein, dass du genau der Typ Mensch bist, den Schwierigkeiten nur dazu anspornen noch mehr zu arbeiten. Es kann aber auch sein, dass die Schwierigkeiten dich frustrieren und du eine Abneigung gegenüber Mathe entwickelst - und das wäre natürlich sehr sehr schade!

Ich würde es also durchaus mal versuchen, aber mit der folgenden Einstellung: Was ich aus dem Studium mitnehmen kann, nehme ich mit, aber wenn es nicht so gut klappt, dann bin ich nicht frustriert, denn ich weiß, dass ich eigentlich eh noch viel zu jung dafür bin und nicht den Anspruch an mich selbst haben kann im Studium erfolgreicher zu sein als ein "normaler" Student.

Antwort
von mexp123, 120

Hey also ich hab deinen Text nicht ganz genau gelesen (sollte ich was übersehen haben, tut s mir deshalb leid).

Mein Bruder ist 17 und macht ein Frühstudium in Mathe, er ist ein ziemlicher "freak" sag ich mal 🙈 er ist auch in der zweiten schon in den matheunterricht von der dritten oder hat meine Hausaufgaben (bin zwei Jahre älter als er) ohne Probleme lösen können.

Die Inhalte die da behandelt werden, sind meist eigenständig und bauen nicht auf dem Unterricht der Oberstufe auf, sie setzen aber einige Grundkenntnisse voraus: gleichungssysteme, Variablen, alle Zahlenräume (reelle, natürliche,...), Bruchrechnen, Wurzeln, Sinus und cosinus, Geometrie... Wenn man sich mit Informatik auskennt schadet es auch nicht, da sie oft mit statistischen Softwares arbeiten.
Ich weiß, dass bei ihm im Jahrgang das auch schon in der 9. klasse gemacht hat (die ist auch hochbegabt)

Aber mit 13.. Naja, mit 13 wäre ich dem unialltag nicht gewachsen gewesen. Professoren haben meistens eher Lust, es möglichst kompliziert zu erklären. Ich könnte mir vorstellen dass es deswegen echt langweilig und frustrierend werden könnte (ist halt auch alles Frontalunterricht) also wenn du auf 3-stündige Fachvorträge stehst.

Aber es kostet nichts, also Probier s halt aus. Wirst aber komische Blicke ernten. Wenn du mich persönlich fragst, warte noch zwei Jahre und mach jetzt, wenn dich sowas interessiert, vielleicht bei Jugend forscht oder so mit :)

Kommentar von mexp123 ,

Also mit komischen blicken mein ich nur, dass die sich wundern wenn du da mit 13 auftauchst, aber ist ja egal :)

Antwort
von lauriparis, 86

Hey:)

also erstmal bewundere ich dich dafür, dass du dir das alles soweit selbst beigebracht hast und dass du die ganze Motivation hast!

Ich würde durchaus sagen, dass vom Mathematischen her, einem Frühstudium nichts im Weg steht! Allerdings gibt es ein paar andere wichtige Punkte: 

1) du musst bedenken, dass der Uni alle mindestens 18 (eher Anfang 20) sind und du dich schon deutlich von den anderen abheben würdest und es so für dich eventuell schwerer ist Anschluss zu finden und dich eventuell in der Umgebung einfach nicht so wohl fühlen würdest.

2) bist du dir sicher, dass du auf ewige Vorträge von Professoren Lust hast? Das Ding bei Mathe ist nämlich: in der Vorlesung erklärt dir der Professor nicht, wie du Ableitungen anwendest und bildest, sondern erklärt die in einer 2-seitigen Rechnung wie die Ableitungen hergeleitet werden. Und die Anwendung darfst du dir selber daheim bei bringen.

das bringt uns zu Punkt 3): ewige Arbeitsblätter daheim! Es ist vorgesehen, dass man für ein AB 8 Stunden daheim braucht, aber in der Zeit schafft man vielleicht die ersten beiden Aufgaben. 

Letztendlich will ich dich nicht davon abbringen, da es wirklich vorbildlich ist, aber du sollst bitte alle Punkte bedenken (und es gibt sicher noch einige Punkte mehr). Vielleicht wartest du auch lieber noch 2 Jahre :)

Antwort
von Roach5, 60

Mathestudent hier (4. Semester).

Wenn ich eine Sache gelernt habe, dann ist es, dass der Fleiß in der Mathematik vernachlässigt wird, das sorgt für die meisten Studienabbrüche und nicht die Schwierigkeit des Stoffes (die eigentlich nur mittelmäßig ist). Wenn man irgendwo durchfällt, dann hat man nicht genug dafür gelernt, und viele eigentlich intelligente Leute sind in Vorlesungen durchgefallen, für die sie einfach nicht genug Aufwand an den Tag gelegt haben (ich selbst inklusive).

Mein Vorschlag: Mach einfach die Schule ganz normal weiter und genieß deine Zeit, denn es gibt keinen Grund zur Eile. Ich wurde mit 5/gerade 6 eingeschult und habe danach noch eine Klasse übersprungen, was mich in der Schule und auch im Studium zum Jüngsten gemacht habe, ich kann es auf jeden Fall keinem empfehlen. Also einfach die Schule in ganz normalem Tempo machen, gute Noten schreiben, und arbeite an deinem Problem "Hausaufgaben". Dann kannst du evtl. in der Oberstufe noch einmal kurz in die Uni reinschnuppern und schauen, ob dir Mathe immernoch gefällt (vor allem die höhere Mathematik, nicht Schule), und dann mach dein Abi und genieß die Uni-Zeit ;) Wenn du über den Schulstoff hinaus lernen willst und Uni zu viel Zeit kostet (vor allem mit 13!), wende dich an mich/andere Internettutoren, da gibt es genügende.

LG

Antwort
von cocoxococo, 62

Bin 16 und werde auch eins machen.Ich würde an deiner Stelle echt warten bis du in die Kursstufe kommst. Bei uns ist es so, dass man erst ab der zehnten Klasse ein Frühstudium machen kann. Und was diesen Eignungstest angeht:was wurde denn der abgefragt und war das StudiumNiveau?

Kommentar von 314159265358979 ,

Ich kann nicht sagen, ob es Studiumniveau war, allerdings befindet sich der Test auf der Seite der Universität und wird als Eignungstest bezeichnet. Natürlich ist vorgesehen das es von Leuten gemacht wird, die Abitur abgeschlossen haben und es werden auch einige Dinge benötigt die man eben so in der Schule gelernt hat, (B.s.p Potenzregeln) allerdings war das nur eine Aufgabe, wo wirklich Grundwissen gebraucht wurde. Die meisten Aufgaben benötigen logisches Denken. Zum Beispiel wurden Rechenzeichen definiert mit denen man dann rechnen musste; es war auch viel mit Mengen und Teilmengen darunter, allerdings waren auch diese Aufgaben eher zum Nachdenken und nicht zum Rechnen.

Liebe Grüße=)

Antwort
von schokolad3nk3ks, 20

Hi,

also du kannst es ja auf jeden Fall mal ausprobieren, der Eignungstest scheint ja ganz gut gewesen zu sein! 

Mathematik in der Uni ist sehr anders als die Mathematik aus der Schule. In den Vorlesungen fängt man aber auch von "Null" an, danach steigert sich die Schwierigkeit aber sehr schnell. Erkundige dich doch mal, ob es einen Vorkurs gibt (Diese Kurse sind für angehende Studenten, da wird Grundwissen aufgefrischt, um das Studium zu erleichtern), damit kannst du dich schonmal ein wenig vorbereiten. 

Ich würde aber empfehlen, zunächst nur eine Vorlesung zu belegen und dann zu schauen wie du zurecht kommst. In der Regel gibt es jede Woche einen Übungszettel, den du bearbeiten musst und dann zur Korrektur abgibst, es ist sehr wichtig für das Verständnis, diese (möglichst eigenständig) zu bearbeiten. Es gibt dann Übungsgruppen, wo diese besprochen werden und du auch Fragen stellen kannst. Fleiß ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Mathematik-Studium.

Sollten dir die Vorlesung der "reinen" Mathematik doch zu schwer sein, sieh dich doch nochmal im Mathe-Angebot von anderen Studiengängen um. Dort gibt es dann oft eine etwas "gedämpftere" Version des ganzen, also z. B. Mathematik für Ingenieure oder sowas. (Probier aber lieber erstmal die reinen Mathe-Vorlesungen).

Wünsche dir viel Erfolg!

Antwort
von Discipulus77, 81

Das und das hier:

Kommentar von Discipulus77 ,

Also die beiden Playlists. Analyis 1 und 2 von dem Kanal.

Kommentar von 314159265358979 ,

Vielen Dank ich habe schon ein paar interessante Vorlesungen auf dem Kanal Christian Spannagel gesehen, aber nur wenige und nur die, die sich um Probleme drehten auf die ich in Büchern gestoßen bin. :D

Aber so eine Playlist ist natürlich klasse:D Vielen Dank ^^

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