Frage von sophie1235, 165

Ist es möglich, ein CT oder MRT präventiv zu machen?

Gibt es die Möglichkeit, ein CT (Computertomographie), MRT (Magnetresonanztomographie) oder etwas ähnliches präventiv zu machen, um eventuelle Krankheiten, Tumore, Veränderungen, etc. frühzeitig zu erkennen?

Falls ja, wie und wo ist es möglich? Falls nein, warum nicht?

Ein Auto schickt man ja auch präventiv zum TÜV, damit es nicht während der Verwendung kaputt geht. Warum sollte man das mit seinem (viel wichtigeren) Körper nicht auch machen?

Antwort
von FragaAntworta, 95

Aufgrund der Mittel, Kontrastmittel, ist eine Risikoabwägung zu treffen, wenn Du zudem auch nicht ein Krankheitsbild hast um ein CT oder MRT zu begründen, wird Deine Krankenkasse die Kosten auch nicht übernehmen, und das mit Recht. Zudem hinkt Dein Vergleich mit Tüv und Auto, Du müsstest ja dann Dein Auto zum Hersteller (Krankenhaus) bringen und nicht zum Hausarzt (Tüv)

Kommentar von sophie1235 ,

Das Beispiel dient der Illustration, damit man sich besser vorstellen kann, was ich meine.

Ob die Untersuchung letztendlich vom Hausarzt, Krankenhaus oder einer anderen Praxis durchgeführt wird, spielt ja keine Rolle.

Kommentar von FragaAntworta ,

Also gut, machen wir es doch einfach, das Kontrastmittel ist schädlich und sollte nur im Falle einer Notwendigkeit eingesetzt werden, zudem würden Falsch-Positiv Ergebnisse zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen, Du hättest mehr Probleme mit als ohne, und kein Arzt der diesen Titel verdient, würde da mitmachen.

Kommentar von sophie1235 ,

Danke für die Antwort!

Antwort
von JuxSinnlos, 70

Viele Argumente, warum das nicht möglich ist, wurden schon genannt:

  • Relativ hohe Strahlenbelastung im CT, Risiko einer Reaktion auf das Kontrastmittel in MRT und CT
  • Sehr hohe Kosten, die unser Gesundheitssystem überfordern würden, alternativ müssten die Beiträge entsprechend steigen
  • Fehlende Kapazitäten (es dauert schon jetzt Wochen bis Monate, ohne dringenden Grund einen MRT- Termin zu bekommen), somit müssten wirklich kranke Menschen länger auf eine sinnvolle Untersuchung warten

Dazu kommt, dass es ein Irrglaube ist, dass mehr Untersuchungen auch zu mehr Gesundheit führen. Fakt ist: Die meisten Erkrankungen, die behandelt werden müssen, lösen auch Beschwerden aus. Es ist deshalb wesentlich sinnvoller, von den Beschwerden ausgehend eine sinnvolle Diagnostik (Untersuchung) einzuleiten und dabei mit einfache und günstigen Dingen (wie der Anamnese und körperlichen Untersuchung) anzufangen.

Umgekehrt kann man auf CT- und MRT- Bildern sehr viele Auffälligkeiten finden, die keine Beschwerden hervorrufen. Dann steht man vor dem Problem, dass man oft nicht weiß, ob etwas gefährliches dahinter steckt oder (meinstens) etwas harmloses.

Um das sicher sagen zu können, muss man oft weitere Untersuchungen machen, das kann zum Beispiel eine Probenentnahme (Biopsie) oder eine operative Entfernung sein. Dadurch kann es wiederum zu einer Schädigung des Patienten kommen.

Ich bin mir sicher, dass unter dem Strich wesentlich mehr Patienten durch so eine "Massenuntersuchung" geschädigt (oder zumindest stark beunruhigt) würden, als davon profitieren würden.

Auch die derzeit bestehenden Früherkennungsprogramme (Brustkrebs, Prostatakrebs etc.) sind aus den oben genannten Gründen mit großer Vorsicht zu genießen. Natürlich entdeckt man einige Tumore etwas früher als sonst, jedoch findet man auch viele falsche Befunde, die unter Umständen großen Schaden anrichten können.

Kommentar von Thaliasp ,

Gute Antwort, ich hatte gestern ein MRT und ich muss sagen, ich bin froh dass ich nicht präventiv so ca. alle 2 Jahre so eine Untersuchung machen muss. Die Untersuchung ist nicht gerade angenehm, 20 Minuten ohrenbetäubender Lärm und je nachdem welcher Bereich abgefahren wird ist auch die Lagerung alles andere wie angenehm.

Kommentar von Barbdoc ,

Diese Antwort ist exzellent.

Antwort
von Bernerbaer, 35

Möglich wird es sein aber ich denke nicht sinnvoll.

Willst du einen Ganzkörperscan oder nur bestimmte Bereiche? Ich denke ein regelmäßiges großes Blutbild wird besser sein.

Nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hat jede Untersuchung einen bestimmten Punktwert aus dem sich wiederum ein Betrag für die jeweilige Untersuchung errechnet, den der Arzt mit dieser geltend machen kann. Diese Werte werden hier für die Kosten der Computertomographie angeführt, es sei darauf verwiesen, dass diese Werte die alleinige technische Untersuchung meinen und keine Beratung. Nach der GOÄ kosten ein CT des Kopfes 116,57 Euro, eine computertomographische Untersuchung des Bauchraumes (Abdomen-CT) kostet 151,55 Euro, eine CT des Brustraumes (Thorax-CT) kostet laut GOÄ 134,06 Euro.

Der Vergleich mit dem Auto hinkt gewaltig. Die HU bescheinigt dass bis zur Prüfung das Auto in einem verkehrssicheren Zustand war und in näherer Zukunft keine relevanten Probleme zu erwarten sind. Es ist kein Garant dafür dass es wärend der Verwendung nicht kaput geht.

Motor, Nebenaggregate und Getriebe werden nicht durchgecheckt und die Elektrik nur in bestimmten Bereichen.

Kommentar von sophie1235 ,

Kann man einfach so zum Arzt gehen und sagen, dass man ein großes Blutbild machen möchte?

Kommentar von Bernerbaer ,

Ein Blutbild kann man immer machen lassen. Es ist nur die Frage wer die Kosten übernimmt.

Sprich am Besten mit deinem Hausarzt. Wenn du nicht ständig eine Blutuntersuchung machen lässt dann sollte das die Krankenkasse problemlos übernehmen.

Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung sollte das, glaube ich, eh enthalten sein.

Antwort
von Panazee, 45

In Deutschland gibt es ~ 1.500 Computertomographen. Wir sind 82 Millionen Menschen. Wenn die alle jetzt alle 2 Jahre in einen Computertomographen gesteckt werden wollen, so dürfte das wohl schon rein zeitlich nicht ausgehen.

Auf jede Anlage kämen 50.000 Patienten. Das wären pro Tag 71 CT Untersuchungen an jedem CT, das es in Deutschland gibt, wenn man davon ausgeht, dass es alle 2 Jahre gemacht wird und das CT jeden Tag (auch Wochenenden und Feiertage) in Betrieb ist. Pro Tag kann man aber höchstens ~20 CT Untersuchungen machen, weil die Untersuchung pro Patient ca. 30 Minuten dauert.

Es ist also schon rein logistisch nicht möglich so etwas zu machen. Dazu gibt es zu wenig Computertomographen.

Zudem sind CT Untersuchungen, vor allem mit Kontrastmittel, eine Belastung für den Körper und könnten genau die Krankheit auslösen, auf die du überprüft werden willst.

Antwort
von Strolchi2014, 62

Das kannst du machen, darfst du dann aber aus eigener Tasche bezahlen., Und so etwas ist sehr teuer.

Und was nützt es dir, wenn die Krankheit erst nach den Untersuchungen auftritt und vorher nicht zu sehen ist ?

Kommentar von sophie1235 ,

Man kann es ja auch in regelmäßigen Abständen machen, so wie die TÜV-Untersuchung. Zum Beispiel in einem Fünf-Jahres-Zyklus.

Kommentar von Strolchi2014 ,

Das kann man beim Hausarzt machen lassen. Und wenn er es für nötig hält, schickt er dich zum MRT oder CT

Kommentar von sophie1235 ,

Ja klar, das geht.

Wenn ich einen Sonnenbrand habe, dann spüre ich das und kann dem Arzt das erzählen. Wenn ich einen Tumor habe, dann spüre ich das vielleicht erst, wenn er schon sehr groß ist. Darauf will ich hinaus.

Kommentar von Strolchi2014 ,

Dafür gibt es Vorsorgeuntersuchungen die von der Krankenkasse gezahlt werden. Welche man regelmäßig in Anspruch nehmen kann.

Antwort
von Thaliasp, 50

Sei froh wenn du eine solche Untersuchung nicht machen musst. Ich hatte gestern ein MRT. Diese Untersuchung empfinde ich als sehr unangenehm. Erstens muss man mindestens 20 Minuten ohrenbetäubender Lärm ertragen, zweitens ist, je nachdem welche Körperpartie abgefahren wird die Lagerung sehr unangenehm.
Es ist nicht möglich den ganzen Körper mit der gleichen Lagerung abzufahren.

Kommentar von Thaliasp ,

Ich weiß nicht ob es schon neuere Geräte mit reduzierter Lärmbelästigung gibt, bei uns gibt es das leider nicht.

Antwort
von TailorDurden, 65

Da das sehr teuer ist, wird es von der Krankenkasse nicht gezahlt. Allerdings.. was meinst Du mit "präventiv".. wenn ein Verdacht besteht, wird soetwas ja auch durchgeführt.

Meinst Du sowas wie ein jährliches Untersuchungs-CP? Das wäre einfach zu teuer. Und wenn man das in allen Bereichen machen würde, wäre man ein Leben lang  nur beim Arzt :D

Kommentar von sophie1235 ,

Ich war ebenfalls davon ausgegangen, dass soetwas nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird. Gibt es private Krankenkassen, die soetwas tragen?

Viele Krankheiten erkennt man erst, wenn es schon sehr schwierig ist, diese noch wirksam zu behandeln. Dem könnte dadurch vorgebeugt werden.

Es muss ja nicht jährlich sein, ein Fünf-Jahres-Zyklus würde doch reichen.

Kommentar von TailorDurden ,

Mach dich mal schlau.. Man darf sich ab 35 zum Beispiel alle 2 Jahre auf Hautkrebs testen lassen, auch jährlich auf Gebährmutterkrebs. Aber ob man da CT und MRT bekommt, weiß ich nicht.


Hier zum Beispiel eine kleine Tabelle:


http://www.krebshilfe.de/wir-informieren/ueber-praevention-frueherk/krebs-fruehe...

Kommentar von sophie1235 ,

Ja, das wollte ich auch gerade schreiben. Ich kenne den Checkup ab 35, siehe https://www.kvberlin.de/30patienten/30vorsorge/40check/ .

Kann man den auch schon vor 35 Jahren machen lassen?

Kommentar von user8787 ,

Auch private Versicherungen achten auf den Cent und geben nie unnötig Gelder aus. Was du möchtest wird nicht gezahlt und ist auch keine Vertragspunkt. Ich habe einen recht umfangreichen Vertrag, ordnet ein Arzt diese Untersuchungen ab werden die Kosten gedeckt. 

Klar kannst du dich untersuchen lassen....allerdingt auf deine Privatrechnung. 

Antwort
von Karl37, 39

Es gibt doch schon die Geräte, bei denen ein PET mit einem CT gekoppelt sind. Tumore zeigen einen höheren Stoffumsatz und werden daher mit dem PET erfasst. Das CT lokalisiert dann den Ort.

Kommentar von sophie1235 ,

Kann man das präventiv machen?

Kommentar von Karl37 ,

Sobald eine Zelle entartet ist, dann steigt der Stoffumsatz und das wird bei diesem Verfahren sichtbar.

Ob man dann noch dazu präventiv sagen kann, weiß ich nicht. Es ist aber der ganz frühe Zustand einer Krebserkrankung.

Antwort
von basiswissen, 23

Eine solche Untersuchung ist sehr kostenintensiv und wird deshalb nur bei konkreten Verdachtsfällen verordnet die durch andere Untersuchungen nicht zu erfassen sind. Wo also Ultraschall und Röntgen nicht weiterhelfen.

Zudem sind sowohl die Untersuchung wie auch die nötigen Hilfsmittel (Kontrast) nicht unbedingt unbedenklich....

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