Frage von Kefflon, 28

Ist es möglich die Oberflächen-Leitfähigkeit/Streufähigkeit des Elektrolyten von Stahl durch Verzinken und wieder Beizen(HCl) zu erhöhen?

Frage an alle Galvaniseure und Hobbychemiker da draußen :D In unserer Firma haben wir unter anderem einen Zink-Automat. Ein einzelner Kunde schickt uns immer wieder mal ein bisschen was zum Verzinken. Die Oberfläche(augenscheinlich gewöhnlicher Stahl) ist sehr rau, fast wie Sandpapier. Bei jedem 1. Versuch des Verzinkens ist die Streufähigkeit zu niedrig um das Zink in alle Ecken zu streuen. Nach dem 2. Versuch ist aber alles gut. Jetzt meine Theorie: Durch "anverzinken und beizen" lässt sich Schmutz besser entfernen. Ist es möglich, dass durch das Verzinken(beim 1. Versuch) und das wieder entfernen der Schicht (2.Versuch) die Oberfläche teilweise abgetragen wird und sich durch die geringere Rauigkeit die Streufähigkeit erhöht?

Antwort
von WeicheBirne, 15

Hey Kefflon, die Rauhigkeit einer Oberfläche läßt sich durch Lichtstreuung messen. Ich weiß nicht ob Du das bei Dir ganz grob ohne teure Geräte hinkriegen kannst. Aber hier ist ein Vorschlag, den Du ausprobieren könntest.

Besorge Dir zunächst einen möglichst starken Laserpointer. Den Laserpointer spannst Du dann irgendwo fest ein, so daß der Laserstrahl immer in die gleiche Richtung geht.

Die Stahlplatte stellst Du so, daß der Laserstrahl in einem flachen Winkel auf die Platte treffen kann (vielleicht 10°). Außerdem sollte das von der Platte reflektierte Licht auf eine Leinwand, weiße Wand oder sonst irgendeine glatte Oberfläche treffen wo Du es gut betrachten kannst.

Das Laserlicht strahlst Du in dieser Anordnung einmal auf die unbehandelte und einmal auf die behandelte Platte. Es ist wichtig, daß die Platte in beiden Fällen genau an der gleichen Stelle steht und genau den gleichen Winkel zum Laserstrahl hat. Am besten spannst Du die Platte auch ein.

Betrachte die Reflektion des Laserlichts von der Platte an der Wand. Eine rauhere Platte wird einen breiteren und schwächeren Lichtpunkt erzeugen als eine glattere Platte.

Leider weiß ich nicht ob sich das mit dem menschlichen Auge sehen lassen wird. Wenn Du also keinen Unterschied erkennen kannst, heißt das nicht, daß Deine Theorie falsch ist. Wenn Du aber einen Unterschied siehst, kannst Du Dir sicher sein, daß sich die Rauhigkeit verändert hat.

Eventuell könnte es helfen wenn Du mit dem Abstand zwischen Platte und Wand spielst. Das müßtest Du ausprobieren.

Kommentar von Kefflon ,

Die Idee ist nicht schlecht. Aber wahrscheinlich beträgt die Veränderung wenige Mikrometer...  schon mit bloßem Auge sind beide Oberflächen nicht von einander zu unterscheiden. 

Kommentar von WeicheBirne ,

Es ist völlig ok, daß die Veränderung einige Mikrometer beträgt. Du kannst Dir die rauhe Oberfläche wie ein sehr unebenes optisches Gitter vorstellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Optisches\_Gitter

Die Strukturelemente in einem optischen Gitter sind nur wenige Mikrometer groß, aber sie erzeugen ein für Menschen sichtbares Lichtmuster wenn Du einen Laserstrahl draufscheinst. Solche Muster kannst Du Dir hier ansehen

http://www.teralab.co.uk/Experiments/Diffraction/Diffraction\_Page1.htm

Wenn Du die wenige Mikrometer großen Strukturelemente in einem optischen Gitter entfernen würdest, würden die Muster verschwinden.


In einem optischen Gitter sind die Strukturen sehr regelmäßig angeordnet. In Deinem Fall hast sind Höhen und Tiefen in der Platte sehr unregelmäßig. Daher solltest Du statt eines schönen Musters eher einen breiten Lichtbereich sehen.

Wenn Du die Rauhigkeit in der Platte um mehrere Mikrometer änderst, besteht eine gute Chance, daß sich die Breite des Lichtbereichs deutlich ändert.

Antwort
von Kefflon, 22

Mein Meister und mein Ausbilder haben keine Idee... und können meine Theorie nicht bestätigen, aber auch nicht wiederlegen.

Antwort
von CubeNoob, 13

Oehm das ist eine gute Frage bei der ich die Antwort jetzt auch gerne wissen wollen würde :0

Kommentar von Kefflon ,

haha :D 

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