Frage von dawnfold, 42

Ist es moeglich, dass ein Mensch in seinem Leben alles lernt, was bisher herausgefunden oder situationsbedingt erlernt wurde?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tasha, 6

Schwierige Frage. Vor allem, da zwei Faktoren meines Wissens wenig erforscht bzw. bekannt sind:

Wann reizt jemand seine Höchstbegabung (IQ 145+) wirklich aus und wie viel kann ein Mensch im Leben lernen, wenn er wirklich jede denkbare Minute dazu nutzt, die er nicht zum Arbeiten, für die Familie oder zum Erholen (oder Schlafen) braucht?

Normalerweise hat man ja viele Interessen, die einen auch vom Lernen ablenken, und man hat auch viele Phasen, in denen man einfach gar nicht lernen möchte. Selbst wenn man gerne liest, liest man in manchen Phasen eher bekannte Bücher (anspruchslose Romane, bekannte Genres, die einen nicht mehr so stark fordern) und die meisten Menschen lesen nicht zum Vergnügen Fachbücher oder Fachartikel.

Viele Menschen haben in der Schule, im Studium oder als Rentner mal eine Phase, in der sie gern Lexika oder auch Wörterbücher fremder Sprachen lesen oder eben Wikipedia durchforsten (was frustrierender ist, da ein Lexikon in Buchform irgendwnan mal zu Ende gelesen ist; Onlinewörterbücher und -lexika aber immer wieder aktualisiert werden, so dass man theoretisch nie fertig würde).

Andere haben sich Projekte vorgenommen wie z.B. Bill Bryson für sein Buch "A short history of nearly everything" (meines Wissens: 3 Jahre Naturwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte gelernt/ gelesen/ recherchiert). Viele erreichen so im Laufe ihres Lebens ein beachtliches Wissens auf dem Gebiet ihres Berufs oder Hobbys. Die meisten erreichen allerdings entweder ein Spezialwissen in einem oder wenigen Bereichen oder ein Allgemeinwissen (oft auch umfangreich, aber nicht fachlich spezialisiert, also nicht auf dem Niveau von studierten/ ausgebildeten Experten) von beachtlicher Breite und - für einen Laien - Tiefe.

Nur normalerweise schafft das keiner in allen Fachbereichen, vor allem nicht in Tiefe und Breite. Schon ein Wissenschaftlicher schafft es heute nicht mehr, auf mehr als einem winzigen, sehr eng umgrenzten Gebiet mit dem Stand der neuen Veröffentlichungen (Fachartikel) Schritt zu halten. Ein Wissenschaftler würde es nur schwer schaffen, mit allen Fachbereichen seines Faches Schritt zu halten, jeden neuen Fachartikel über winzige Bereiche zu lesen und zu verarbeiten. Jedenfalls nicht, wenn er noch ein normales Arbeitsleben hat.

Das auf ALLEN Gebieten zu tun, dürfte unmöglich sein und wir reden hier nur von den aktuellen Fachartikeln. Würde man dazu noch den Anspruch haben, alle bisher erschienen Forschungen und Diskussionen - Fachartikel und zusammenfassende Lehrbücher als Grundlage - zu lesen, würde wohl jeder Mensch überfordert, auch wenn er nichts anderes mehr tun würde.

Was man aber sicherlich schaffen würde: Sich einen Lehrplan zusammenstellen relevanter Wissensbereiche - was relevant ist, mag noch jeder etwas anderes gewichten, z.B. ob man nur "Literaturwissenschaft" oder Literatur verschiedener Länder/ Kulturen heute und in der Vergangenheit studieren möchte etc. - und dann Lehrbücher, vom ganz einfachen Buch für Kinder bis zum Buch für Studienanfänger, zu diesem Thema lesen und verstehen können. Wenn der Lehrplan begrenzt ist, würde man das schaffen, wenn man sich entsprechend Zeit nimmt und Mühe für Hintergrundwissen etc. gibt.

Z.B. der Mensch, der das Britannica-Lexikon ganz gelesen hat, hat meines Wissens zwei bis drei Stunden pro Tag und insgesamt ein Jahr gebraucht, um das Lexikon zu lesen. Würde man sich ab ca. dem 15. Lebensjahr - da könnte man so ein Projekt schon planen und angehen - konsequent jeden Tag (den man nicht krank ist) ein bis drei Stunden Zeit nehmen und vom Einfachen zum Anspruchsvollen gehen sowie einen definierten Lehrplan haben und befolgen (welche Fachbereiche, welche Themen, wie tief, wie ist das Wissen definiert - also nur theoretisch oder auch praktisch - und wie weit möchte man theoretische und praktische Kenntnisse erlagen, also z.B. immer automatisch abrufbar oder nur irgendwann mal gelernt) könnte man, je nach Lehrplan und Voraussetzung sowie Lebensalter und Gesundheit eine ganze Mennge schaffen. Problem: Viele würden unterwegs mal aufgeben, weil andere Dinge Prioritäten hätten. Man könnte aber, je nach Lehrplan, seine eigenen Ansprüche erfüllen, wenn man es nur schaffen würde, dran zu bleiben.

Das beweisen mMn genug Menschen in der Vergangenheit und Gegenwart, die sich umfangreiche Projekte vorgenommen und privat ein beachtliches Wissen angehäuft haben im Laufe ihres Lebens.

Würde man nur mal die Zeit, die man im Netz surft, ausschließlich für Wissensaneignung nach einem vorgegebenen/ ausgearbeiteten Plan nutzen, hätte man schon einen beachtlichen Fortschritt und könnte locker alle Wissensshows knacken, Nur dafür haben die meisten keine Disziplin, bzw. Erholung beim ziellosen Surfen, Bloglesen, Chatten oder Videoschauen ist ihnen wichtiger. Wobei man auch heute viele Videos im Netz findet, die das Allgemein- oder Spezialwissen erweitern, z.B. auch einführende Univorlesungen oder Interviews mit Experten/ Forschern, sowie diverse frei zugängliche Datenbanken.

Antwort
von questner321, 10

Nope. Dementsprechend hättest du von Anbegin der Zeit überall jede mögliche Art von Wissen aufnehmen und speichern können. Allein da es schon niemanden gibt, der schon mit den Dinos gelebt hat bezweifle ich stark das es möglich ist.

Antwort
von Dontknow0815, 11

Auf keinen Fall. Das würde bedeuten dass du im Leben alles erreichen musst und überall gewesen sein musst. Du musst von Maurer bis zum Konzernchef alles gewesen sein. Und das schafft man in so kurzer Zeit nicht.

Antwort
von iamJustAhuman, 16

Wenn es um Sachen geht wie Kampfsport würde ich ja sagen wenn du wirklich alles meinst dann leider Nein.

Antwort
von lalala321q, 9

nein

kuck dir mal an wieviele unterschiedliche Berufe es gibt. für einen Beruf musst du schon jahrelang lernen. rechne das mal hoch und du weißt bescheid. 

Antwort
von ponyfliege, 20

nein. ist es nicht.

Antwort
von skyberlin, 7

Global gesehen wohl kaum, denn das Wissen und die Erfahrungen der Menschheit und der Länder/Ethnien sind unerschöpflich.

Kulturell gesehen, kann man alles lernen, was (mindestens) eine Kultur hervorgebracht hat.

Für das Gesamtwissen und die Gesamterfahrungen der Menschheit wird 1 Menschenleben nicht mehr ausreichen.

Antwort
von Almalexian, 20

Nein.

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