Frage von Cara1992, 32

Ist es möglich das ein Richter in den USA es als Bewährungsauflage macht das man auf eine Millitärschule muss?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Cara1992,

Schau mal bitte hier:
USA Jugend

Antwort
von Brandenburg, 12

Eine Militärschule weniger, aber sog. Bootcamps. Diese haben starke militärische Parallelen bezgl. pers. Drill, Ordnung, Sauberkeit usw. 

Das Vorbild der Bootcamps beruht auf dem Kadettendrill der US-Marines: 13 Wochen Dauerdrill incl. Erniedrigungen der Ausbilder nach der Methode: 

Den Rekruten zerbrechen um ihn anschliessend wieder neu zusammenzusetzen und aufzurichten. 

Ein Richter kann aber muss nicht straffällig gewordenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Deal anbieten: 

Je nach Schwere der verhandelten/begangenen Straftat entweder mehrjährige Knaststrafe oder im Gegenzug ein mehrmonatiger Aufenthalt im sog. Bootcamp. Wird dieser Aufenthalt erfolgreich absolviert, wird die eigentlich zur Diskussion stehende längere "normale Haftstrafe" erlassen. 

Auch kann der US-Jugendrichter "als Abschreckung von weiteren Straftaten" einen verurteilten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen direkt zum Bootcampaufenthalt "verdonnern". 

Aufenthaltszeit: Durchschnittl. 90-120 Tage. Längere Zeiten sogar über Jahre sind aber auch möglich. 

In faktisch jedem US-Bundesstaat gibt es Bootcamps. Mit einigen Ausnahmen gleicht sich der Tagesablauf aller US-Bootcamps. U.a. gibts innerhalb des Tagesablaufs Schulunterricht, gemeinnützige Arbeiten (Parkanlagen säubern) usw. Das jedoch ist abhängig vom jeweiligen Bootcamp. 

Mehr zum Thema US-Bootcamps findet man z.B. mit dem Google-Suchbegriff " boot camp usa tagesablauf" in deutscher Sprache. 

Soviel jedoch schon im Vorfeld: Wie eingangs erwähnt gleicht der Bootcamp-Aufenthalt extrem einem militärischen Drill mit der Ausnahme des Trainings an Schusswaffen etc..

Kleinste Regelverstösse werden hart geahndet, nur Einheitskleidung ist erlaubt. Dem Insassen werden SÄMTLICHE pers. Rechte während des Aufenthalts genommen. 

Allein die "drill instructors" haben über ALLE Belange (auch über den Toilettengang) das uneingeschränkte Sagen. 

Ein Bootcamp selbst ist vergleichbar mit einem Hochsicherheitsgefängnis gesichert. U.a. Wachtürme, Stacheldrahtzäune, Bewegungsmelder Kameraüberwachung usw. 

Die Aufseher u.a. "drill instructors" genannt, brüllen incl. übelster Beschimpfungen, Erniedrigungen etc..schlimmer als die übelsten Schleifer des "normalen Militärs" die Insassen an. 

Die primäre psychologische Absicht dahinter: Den Insassen seelisch brechen und auf Linie bringen. 

Die Anrede z.B. muss immer mit der Satzendung "sir" enden, z.B. yes sir, no sir, I don´t know sir, usw. Vergisst der Insasse das "sir" einmal, sind zur sofortigen Strafe z.B. 100 Liegestützen fällig, einer der noch "humansten Strafen". 

Auch gibts immer wieder Todesfälle in US-Bootcamps. Entweder durch Suizid, weil Insassen dem Drill-Druck schlicht nicht gewachsen sind. Den übertriebenen Schikanen der Wärter (drill inspectors) und auch Krankheiten z.B. Herzschwächen, welche von den Wärter als angebl. Weichei-Mentalität abgetan werden. Anders gesagt wird auf evtl. körperl. nicht behebbare Schwächen der Insassen keine Rücksicht genommen. 

Es erscheint teils auch in Teilen der US-Öffentlichkeit zweifelhaft, ob in allen Fällen der eigentliche Aufenthaltszweck im Bootcamp tatsächlich erreicht wird: Ein dauerhaft straffreies strukturiertes geordnetes Leben zu führen. 

Während über 90% der Ex-Insassen von Bootcamp A wieder rück-und straffällig werden, sind es bei anderen Ex-Insassen von Bootcamp B nur 6% oder weniger. 

Soviel fürs Erste in diesem hoffentlich weiterhelfenden Posting. 

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