Frage von Luculla, 76

Ist es legitim, der neuen Partnerin des "Noch-Ehemanns" mitzuteilen, dass er ein vorbestrafter Gewalttäter ist, der Frauen misshandelt?

Hallo liebe GF Community,

ich erfuhr durch Zufall, dass mein Noch-Ehemann in einer neuen Beziehung ist. Das Trennungsjahr ist noch nicht vorbei, eine Härtefallscheidung konnte nicht durchgebracht werden, da man hätte beweisen müssen, dass er mich vorsätzlich töten wollte. Er wurde wegen der Taten (psychische und starke physische Gewalt) in der Ehe mittlerweile auch verurteilt (Bewährungs,- und Geldstrafe). Meine Freundinnen meinten, man müsse die neue Frau doch vor ihm warnen, danach könne sie ja noch immer entscheiden, ob sie bei ihm bleibt oder nicht und keine normale Frau würde so einen Typen gern an ihrer Seite haben wollen. Es seien ja auch keine Lügen die man erzählt, sondern Fakten. Ich wiederum finde, dass die Dame ihre eigenen Erfahrungen mit ihm machen soll. Ihm werden doch immer wieder Frauen auf Grund seines guten Aussehens, seiner Lügen und seines Charmes auf den Leim gehen.

Antwort
von GoodFella2306, 24

Zum einen hast du mit diesen beiden Menschen im Endeffekt nichts mehr zu tun, da ihr getrennt seid. Zum anderen frage ich ernsthaft, ob es nicht sein kann dass er durch die Bestrafung vielleicht auch geläutert ist?

Natürlich hat man irgendwo auch ein bisschen zumindest den Wunsch nach Rache, und es spricht ja auch für deine Freundinnen, dass sie zu dir halten und mit Dir gemeinsam gegen diesen Typen einstehen.

Egal was es auch ist, eines steht auf jeden Fall fest. Solange er sich bei der neuen Partnerin nichts zu Schulden kommen lässt, hast du kein Recht, ihn vorsorglich bei ihr anzuschmieren. Du könntest dich eventuell sogar der üblen Nachrede schuldig machen.

Antwort
von Ilyana, 31

Naja, also das kann man sehen wie man will. Wenn es dir persönlich nicht ein dringendes Bedürfnis ist, die neue zu warnen und du dich schlecht fühlst, wenn du des nicht machst, lass es bleiben. Du bist sicherlich nicht dazu verpflichtet. Die Frage ist auch, ob sie es dir überhaupt glauben würde...und dann gibt es auch tatsächlich Frauen, die meinen das "diesmal alles anders wird und er sich mit ihnen geändert hat". Ich vermute mal eher nicht. Sie wird schon merken, was sie sich da geangelt hat früher oder später. Ich bin nicht sicher, was ich machen würde aber ich glaube ich würde sie es auch eher selbst herausfinden lassen. Die Sache ist für dich abgehakt. Sei froh, dass du den Mistkerl los bist. Abgsehen davon, find ich es krass, dass man inzwischen jemanden töten wollen muss um eine Härtefallscheidung durchzukriegen. Krankes System. Viel Glück dir! Ich hoffe du findest einen tollen neuen Partner, der dich liebt und der dich so gut behandelt, wie du es verdient hast. 

Kommentar von GoodFella2306 ,

eine Härtefallscheidung hat nichts mit einer realen Tötungsabsicht zu tun. Vielleicht sollte man sich in der Richtung noch mal ein bisschen eindeutiger informieren statt sofort das System als krank zu bezeichnen.

Kommentar von Luculla ,

Ich bin durch die Sache sehr misstrauisch geworden, was Männer angeht. Und ich fand es auch übel, dass ich für die Härtefallscheidung hätte beweisen müssen, das die fast vollzogene Tötung (konnte mich zum Glück befreien und aus dem Haus fliehen) vorsätzlich und nicht aus Affekt stattfand. 

Antwort
von Wurzelstock, 15

Ich meine, dass deine eigene Einstellung besonnen und richtig ist.

Bei der Gewalttätigkeit handelt es sich eindeutig um eine Beziehungstat. Die Ursachen hierfür sind multifaktoriell und in jedem Fall auf das jeweilige Paar bezogen. Das heißt, dass derselbe Mensch, der in der einen Partnerschaft gewalttätig wurde, nicht automatisch auch in anderen Partnerschaften gewalttätig werden wird.

Weiterhin sagst Du von ihm, dass er klug sei. Deshalb wird er die Vorstrafe seiner neuen Partnerin nicht verschwiegen haben. Dies ist umso eher, als er ja sogar vor Gericht sich allein rechtfertigen zu können glaubte.

Kommentar von Luculla ,

Davon gehe ich auch aus. Er wird es ihr sicherlich zu seinen Gunsten "plausibel" erklärt haben und ich denke, sie hat sogar Mitgefühl mit ihm und wird sich nicht vorstellen können, dass er sowas tun würde. 

Antwort
von Mignon5, 22

Mit unbewiesenen Behauptungen wie "vorsätzlicher Tötung" solltest du sehr vorsichtig sein, wenn du dich nicht selbst strafbar machen willst. Gerichtlich festgestellt ist offenbar "nur" eine Körperverletzung, für die dein Ex eine Bewährungsstrafe gegen eine Geldbuße (nicht Geldstrafe) erhalten hat. Du darfst also nur von der im Urteil genannten Straftat (vermutlich Körperverletzung) sprechen und das auch nur dann, wenn das Urteil gegen ihn bereits rechtskräftig ist.

Ob du deiner Nachfolgerin davon berichten sollst, ist eine schwierige Frage. Vermutlich würde sie dir gar nicht glauben und es für einen Racheakt von dir halten. Oder er hat ihr möglicherweise selbst bereits von seiner Bestrafung berichtet. Das weißt du nicht. Selbst, wenn sie davon weiß, könnte sie in dem Glauben bei ihm bleiben, dass seine Körperverletzung eine einmalige Tat war und sich bei ihr nicht wiederholen würde.

Kommentar von Luculla ,

Zunächst einmal erhielt er eine Geldstrafe, welche in Tagessätzen verhängt wurde. Diese Strafe hat nichts mit der Körperverletzung zu tun, sondern mit einem anderen Tatbestand. Wegen der schweren Körperverletzung erhielt er die Bewährungsstrafe.

Das Durchbringen der Härtefallscheidung, wurde kurz nach dem Erlass der einstweiligen Verfügung versucht. Die Richterin gab an, dass Beweise für eine vorsätzliche Tötung da sein müssen, um die Härtefallscheidung zu vollziehen. Diese Beweise gab es nicht, es fand eine schwere Körperverletzung mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung im Affekt statt.

Antwort
von o0bellaAnna0o, 26

Es würde wirklich nichts nützen, die Frau zu warnen, meiner Erfahrung nach. Selbst wenn sie es selbst am eigenen Leib erfahren, dauert es oft noch lange, bis Frauen sich trennen. Du würdest nur bei ihr als eifersüchtige Ex gelten, die ihr den Mann madig machen will.

Antwort
von Willibergi, 32

Na klar!

Wissen kostet nichts, wenn sie es weiß und weitermacht, ist sie selber schuld.

LG Willibergi

Antwort
von Daniel26B, 42

Ich würde sie warnen.
Sie sollte nicht schmerzhaft ihre eigenen Erfahrungen machen müssen.

Antwort
von rafaelmitoma, 47

wenn Gefahr für die neue Partnerin besteht, würde ich ihr dies mitteilen. wie sie dann reagiert, ist ihre Entscheidung.

Antwort
von TheAllisons, 35

Schwierig, der Mann könnte sich doch ändern, dazu müsste man alle Fakten kennen.

Und wenn die Frau clever ist, wird sie das sehr bald wissen.

Kommentar von Luculla ,

Er ist ein sehr intelligenter Mensch, welcher ständig versucht Menschen zu manipulieren und zu kontrollieren. Selbst vor Gericht (er nahm sich keinen Anwalt, versuchte die Verhandlung zu führen und die Richterin vorzuführen) zeigte er keine Einsicht und sieht sich auch nicht als Teil des Rechtsstaates. Er findet, dass er über allem steht. Ich bin einfach nur froh, dass ich ihn los bin.

Kommentar von TheAllisons ,

Wenn du sie näher kennst, würde ich sie warnen, wenn sie völlig fremd ist, wird sie dir ohnehin nicht glauben. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Alles Gute

Kommentar von Luculla ,

Nein, ich kenne sie nicht. Darüber bin ich auch froh. Sie kommt aus einer anderen Stadt, denn in der Stadt in der wir gemeinsam lebten, wissen viele Bescheid und sein damaliger Freundeskreis wollte mit ihm auch nichts mehr zu tun haben. Er baute sich ein komplett neues Netzwerk auf. Ich sah online Fotos von ihr und schätze sie objektiv als naiv ein. Zumal er sich damals über das Aussehen solcher Frauen lustig machte. Er bezeichnete jeden Menschen, der eine Brille trägt als Genetikkrüppel. 

Kommentar von o0bellaAnna0o ,

Hört sich an, als wärst du mit meinem Vater verheiratet gewesen 😞 mein Beileid

Kommentar von Luculla ,

Solche Typen gibt es wohl wie Sand am Meer. 

Antwort
von supersuni96, 24

Ich würde zwar mit der neuen Frau mitfühlen, und es ihr auch sagen wollen, aber ich würde mich ehrlich gesagt vor den Repressalien des Mannes fürchten, wenn er heraus bekommt, was du über ihn erzählst. Auch wenn es stimmt, kann das doch üble Nachrede/Verleumdung/Rufschädigung und somit eine Straftat sein.

Antwort
von HeikePlauner, 9

Deine Einstellung ist sehr gut! 

Er wird ihr sicherlich mit der Mitleidsschiene gekommen sein, dass er ein Opfer der Justiz sei...bla bla und Dich als die böse Ehefrau darstellen. Er ist wohl von sich sehr überzeugt und in seinen Augen tat er nichts Falsches, weshalb soll er sich dann einen Anwalt nehmen. Er wird sich wohl diesmal ein graues Mäuschen geangelt haben, welche sich total freut, dass ein so toller Mann sich ihrer annahm und es nie in Erwägung ziehen wird ihm Widerworte zu geben. Der Typ kommt mit starken Frauen nicht klar und will die Kontrolle haben.

Antwort
von grisu2101, 31

Mhh... auch Wahrheiten können hart sein... ich denke eher wie Du.
Und: Wenn es ihr jemand sagt, dann solltest Du es nicht sein, sondern eine neutrale Person.

Antwort
von berlina76, 20

Die Frage ist ob sie dir glaubt. 

Warnen kannst du sie. Einmal. Was sie dann draus macht ist ihre Entscheidung und du solltest dich dann nicht weiter einmischen.

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