Frage von AsianHomie, 104

Ist es kindisch und unreif, die Welt verändern und die Menschheit vorantreiben zu wollen, und große Visionen zu haben?

Antwort
von Norina78, 31

Auf keinen Fall!

Mir hat man immer gesagt, ich könnte die Welt nicht alleine ändern. Ich finde, das stimmt nicht. Ich achte z.B. auf Umwelt und Tiere und bin seit 23 Jahren Vegetarierin. In dieser Zeit habe ich unzählige Tiere NICHT gegessen, also habe ich die Welt geändert.

Und wenn ich mit meinem Verhalten nur ab und zu ein paar Menschen auch nur ein bisschen anspornen kann, dann habe ich ebenfalls etwas dafür unternommen, dass die Welt besser wird.

Davon bringt mich keiner ab und ich fahre weiterhin Fahrrad, kaufe mit Stoffbeuteln ein und esse keine Tiere. Ohne andere belehren zu wollen, denn ich mache es gerne und es macht mich glücklich.

;-)

Antwort
von derMannohnePlan, 42

Wir Menschen sind geblieben, wie wir seit Millionen von Jahren waren - im höchsten Maße gierig, neidisch, aggressiv, eifersüchtig, ängstlich und verzweifelt, mit gelegentlichen Ausbrüchen der Freude und der Zuneigung. 

Wir sind eine seltsame Mischung von Haß, Furcht und Freundlichkeit. Wir sind gewalttätig und auch friedfertig. 

Der äußere Fortschritt hat uns vom Ochsenkarren bis zum Düsenflugzeug geführt; aber innerlich hat sich das Individuum überhaupt nicht geändert, und dieses Individuum hat die Struktur der Gesellschaft in der ganzen Welt geschaffen. 

Das äußere soziale Gefüge ist das Ergebnis der inneren psychologischen Struktur unserer menschlichen Beziehungen, denn das Individuum ist das Resultat der gesamten Erfahrungen, des gesamten Wissens und Verhaltens des Menschen. 

Jeder von uns ist das Lagerhaus der ganzen Vergangenheit. Das Individuum ist das Wesen, das die ganze Menschheit in sich trägt. Die gesamte Geschichte des Menschen ist in uns niedergeschrieben. 

Beobachten Sie, was sich wirklich in Ihnen und in der Außenwelt abspielt - in dieser Wettbewerbskultur, in der Sie leben, mit ihrem Verlangen nach Macht, Position, Einfluß, Namen, Erfolg und allem Drum und Dran. 

Betrachten Sie die Leistungen, auf die Sie so stolz sind, den ganzen Bereich, den Sie Leben nennen, in dem alle Beziehungen voller Konflikte sind, die Haß, Widerstreit, Brutalität und endlose Kriege erzeugen. 

Dieser Bereich, dieses Leben ist alles, was wir kennen, und da wir unfähig sind, den gewaltigen Daseinskampf zu begreifen, fürchten wir uns natürlich davor und spüren die verborgensten Möglichkeiten auf, um zu entrinnen. 

Wir fürchten uns auch vor dem Unbekannten, fürchten uns vor dem Tode, fürchten uns vor dem, was hinter dem Morgen liegt. 

Wir fürchten uns vor dem Bekannten und fürchten uns vor dem Unbekannten. Das ist unser tägliches Leben, in dem es keine Hoffnung gibt. Darum ist jede Philosophie, sind theologische Begriffe jeder Art nur eine Flucht vor der eigentlichen Wirklichkeit, vor dem, was ist.

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Ich denke, daß ich verstehe, was du schreibst und ich stimme damit weitgehend überein. Hoffnung gibt es jedoch nur dann nicht, wenn man vorraussetzt, daß die Anderen diese Welt besser machen sollen. Ich selbst kann die Welt, die ich hier und jetzt erlebe besser machen, z.B. durch Freundlichkeit, Zugewandheit und Hilfsbereitschaft.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Mann ohne Namen,

Dasist wohl Deine subjektive Sichtweise. Aber da wage ich doch ein paar Fragezeichen zu machen: Es gab durchaus friedliche Zeiten in der Menschheitsgeschichte. Sie ist nicht immer durch Gewalt und Kriege geprägt gewesen. Diese Annahme ist schlichtweg falsch!

Neuere Untersuchungen, und die betreffen durchaus auch die Evolutionstheorie, legen nahe, dass das Sozialverhalten die Menschen stark gemacht haben und das Überleben ermöglicht haben. Es ist auch offensichtlich, dass Heute, zu einer Zeit, da die Bevölkerung explosionsartig steigt, eine Zeit des Egoismus ist, wo sich alle nach den Rücksichtslosen richten. Es ist abzusehen, dass genau dieses Verhalten, wenn es sich nicht ändert, dfas Ende der Menschheit bedeuten wird.

Auf der anderen Seite ist unbestritten, dass die Menschen durchaus auch zu Solidarität und gegenseitiger Hilfe fähig sind. Es ist die Frage, ob die Menschheit die Kurve kriegt.

LG

Kommentar von Einstein2016 ,

Dann sollten wir mal aufhören zu flüchten, indem wir uns von unserem ganzen egoistischen und medial künstlich erzeugtem Gedankengut lösen und uns wieder mehr dem hintergründigen Bewusstsein und dessen wahren Bedürfnissen zuwenden wie Liebe, Toleranz, Zusammenhalt, Natur, Weisheit, Freiheit, etc....  

Leider liegen die Chancen hierfür (fast) bei Null !                       

Diese Welt - so wir sie kennen - wird leider beherrscht vom           Ego, Macht, Geld, Medien, Hass, Krieg, Angst, Schmerz, etc...

Lässt uns dieses erwähnte  "(FAST)"  doch noch hoffen ??

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Einstein,

„Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht, was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist. Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von  Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, d. h., die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen. Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr erlebt.“

Horst-Eberhard Richter

:

Psychoanalyse und Politik

, Vorwort

Schau mal nach,, wer das ist, und was der geleistet hat.

Kommentar von Einstein2016 ,

Sicher sind das weise, zutreffende Worte.                                     Da fällt mir spontan als schemahaftes gutes Beispiel die Situation als Arbeitnehmer im Arbeitsleben hierfür ein.....

Antwort
von Sonja66, 27

Nein, aber man sollte das bei sich selbst beginnen, sprich nicht andere bzw. die Welt ändern wollen, sondern sich selbst,
damit ändert man auch die Welt und die Menschheit, mehr, als man zu glauben wagt, - oder willst du bei dir selbst gar nicht schauen, um zu sehen? -
und vor allem den Platz, den man gerade (realistisch betrachtet) einnimmt, zuerst mal für kurze Zeit voll akzeptieren.

Antwort
von Trashtom, 45

Die Menschen sind im Grunde eine große Herde. Einer alleine kann nicht mehr viel ausrichten. Die Menschheit wird sich nur entwickeln, wenn sie vor dem Abgrund steht.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Trashtom,

Dein Vorschlag, zu warten, bis der Druck so groß wird, ist eigentlich nur eine Ausrede, selbst tatenlos zuschauen zu dürfen, wie alles den Bach runtergeht.

LG

Kommentar von Trashtom ,

Hast recht, ich zieh am besten nackt in eine Hütte im Wald und ruf dann mal bei der Servicehotline der amerikanischen Waffenlobby an ob sie vielleicht Lust hätten alle Kriege zu beenden.

Kommentar von Barney123 ,

Ja Trashtom, das ist die Platteste Antwort, die auf meinen Kommentar möglich ist

Herzlichen Glückwunsch

LG

Kommentar von Trashtom ,
 das ist die Platteste Antwort,

Und für deine freie Interpretation von "Die Menschen sind Herdentiere" in die unverschämte Unterstellung "ich möchte gerne zusehen dürfen wie die Welt zugrunde geht", ohne auch nur einen Hauch von mir oder meinen Überzeugungen zu wissen, glaubst du nun den Nobelpreis zu verdienen?

Da darf man doch auch mal Klatschen oder?

"LG"

Kommentar von Barney123 ,

Klatsch ruhig, am Liebsten bis Du Blasen an den Fingern hast. Mit dem Platten primitiven Sprüchen kannste mich in Zukunft nicht mehr hinter dem Ofen vorlocken. ich Antworte hier nicht für dich, sondern für jene, die noch bereit sind etwas zu denken. Also fühle Dich frei und nicht mehr angesprochen.

Klatschen ist übrigens ein besserer Zeitvertreib, als hier rumzupampen

Schönen Nachmittag!

Kommentar von Sandroo70 ,

Wenn überhaupt

Antwort
von Nicodemus0815, 23

Ich denke, daß es in der Tat unreif ist, die Welt verändern und die Menschheit vorantreiben zu wollen. Mit dem Erwachsenwerden treffen viele Jugendlichen erstmals bewußt auf Widersprüche in der Erwachsenenwelt. Die kindliche Reaktion ist erst einmal, diese Widersprüche auflösen zu wollen. So lesen sie dann Supermann und all die Heldengeschichten, in denen dann jemand diese Widersprüchlichkeit beseitigen.

Unreif ist es vor allem dadurch, daß ein Einzelner nicht einmal wissen kann, was für andere in der Nachbargemeinde gut ist und schon gar nicht für alle Menschen.

Man muß mit dem Erwachsenwerden lernen, daß jemand, der denkt er wisse, was für andere Menschen gut ist, ohne diese gefragt zu haben, deren Würde verletzt, da er sich über diese Menschen stellt.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Nicodermus,

Deinen letzten Absatz kann ich voll und ganz unterschreiben. Das sehe ich absolut genauso! Aber ich denke, darum geht es bei der Fragestellung nicht.

Es gibt halt Dinge, die, wenn sie sich nicht ändern unweigerlich zu einem Ende der menschlichen Existenz führen werden. Und immer darauf warten, dass die Anderen anfangen etwas zu ändern, ist doch das Problem! Sicher ist der Beitrag eines Einzelnen sehr klein! Aber viele Regentropfen füllen den Ozean!

Die Kunst besteht also darin, den eigenen Wert nicht zu überschätzen, aber auch darin, ihn nicht zu unterschätzen!

LG

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Da stimme ich dir zu. Ein jeder kann sein Leben gestalten und gemeinsam mit anderen gemeinsames Leben gestalten. Das kann sehr wirkungsvoll sein.

Wichtig dabei ist, finde ich, beim Handeln darauf zu achten, ob die Ergebnisse den Menschen wirklich gut tun, ansonsten verwirklichen wir nur Ideale. Das hat in der Geschichte meist nur zu unbeschreiblichen Leid geführt.

Kommentar von Barney123 ,

Jup, da muss man mächtig aufpassen.

Nachtrag, Dein mittlerer Absatz ist genau so gut

LG

Antwort
von Schnoofy, 27

Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen.

© Paul M. Zulehner

Antwort
von MonkeyKing, 18

Ja ist es. Darum ist es so großartig.

Antwort
von 1900minga, 42

Nein, auf gar keinen Fall!

Antwort
von friendfeeler35, 44

Wenn du dazu in der Lage bist nein, aber ansonsten ist es Größenwahn zu denken, du alleine könntest etwas Weltbewegendes in Gang setzen.

Natürlich sollte man auch daran denken, das alle kleinen Menschen zusammen etwas großes bewirken können, wenn sich alle daran halten.

Kommentar von Carrier ,

Irgendjemand muss ja der Katalysator sein, derjenige, der die große Veränderung ins rollen bringt. Theoretisch gesehen kann das ja jeder sein

Kommentar von friendfeeler35 ,

Aber nicht wenn man dazu nicht in der Lage ist.

Jeder Mensch hat seine Aufgabe auf der Welt, die einen bewegen große Dinge, die anderen eher kleine, so ist das eben.

Kommentar von MonkeyKing ,

Woher soll man wissen ob man dazu in der Lage ist, wenn man es nicht versucht?

Kommentar von Barney123 ,

Hallo friendfeeler,

Das ist das Problem! Viele Menschen unternehmen gar nichts, weil sie mit dem Kleinen und Wenigen, wa sie tun können nicht zufrieden sind. Und große Taten bleiben nun einmal nur wenigen besonders Großen vorbehalten. Aber es gibt sie, diese Großen Menschen!

Und vieles scheitert Heute nicht daran, dass wir zu wenige Große Menschen haben, sondern daran, dass die Meisten das Wenige, das sie zu einer verbesserung der Welt beitragen können nicht wertschätzen und deshalb aus Bequemlichkeit ihre Ideale verraten. Das ist das Problem!

Und nein, es ist völlig unvorstellbar, dass bei auch nur einem einzigen Punkt alle Menschen an einem Strang ziehen werden. Diese Erwartung ist eine billige Ausrede, mehr nicht!

LG

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