Frage von josef050153, 76

Ist es in der katholischen Kirche erlaubt, das Lesen einer Messe für eine bestimmte Person zu verweigern?

Ich frage das aus einem gegebenen Anlass.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von suziesext08, 21

im CIC gibt keine bindende Pflicht des Pfarrers, die Messe für eine bestimmte Person zu lesen, noch gibt es ein Recht des Gemeindemitglieds, dass seinem Antrag entsprochen wird. Es liegt im Ermessen eines Pfarrers, der sich aber wohl in den seltensten Fällen weigern würde.

In so nem Fall kann man sich aber an eine andere Pfarrei wenden, oder sich auch beim erzbischöflichen Ordinariat beschweren.

Antwort
von PaulPeter44, 9

Nein, ein Priester darf das Gebet für eine Person nicht verweigern.

Das wäre unchristlich und unbarmherzig.

Allerdings würde ich es nicht ausschliessen, das es schon vorgekommen ist, die Ablehnung. Priester sind auch nur Menschen und machen auch Fehler.

Auch für Menschen wie Hitler oder Stalin kann gebetet werden, im Grunde hätten sie sogar sehr viele Gebet nötig!

Antwort
von Eselspur, 38

"Verweigern" ist ein unpassendes Wort. Ein Priester kann nicht gezwungen werden, einer bestimmten Person in der Messe besonders zu gedenken.

Kommentar von WALDFROSCH1 ,

Na also ich habe noch nicht gehört das eine Priester solches verweigern würde ..du etwa?

Der hätte seine Berufung komplett verfehlt.

Kommentar von Eselspur ,

Nein, kenne ich nicht. Ich habe aber gehört, dass viele es unpassend finden, Messen für Butler, Stalin und ähnliche zu feiern... Das würde wohl falsch aufgefasst werden.

Antwort
von wolfruprecht, 22

Das kommt darauf an. Dazu bräuchte ich schon ein paar Infos zu den Umständen und zur Disposition des Verstorbenen.

Kommentar von josef050153 ,

Das war eine rein hypothetische Frage, deshalb kann ich nicht mehr dazu schreiben. Aber ist es wirklich möglich, z.B. für Hitler eine Messe lesen zu lassen?

Kommentar von wolfruprecht ,

Prinzipiell ist es möglich.

Am besten nachvollziehbar ist das, wenn man sich den Vorgang einer Selig-/Heiligsprechung ansieht. In diesem Fall spricht die Kirche (in ihrer Lehramtsfunktion) verbindlich aus, dass sich diese Person sicher im Himmel befindet. Dieser Vorgang hat kanonischen Charakter, d.h. vom Prinzip her eine Unfehlbarkeitsentscheidung. Im Laufe der Kirchengeschichte gab es also diesbezüglich schon sehr viele Entscheidungen, dass Menschen sozusagen den Himmel sicher erreicht haben (Ich weiß, dass meine Ausdrucksweise unzulänglich ist, aber ich versuche mein Bestes!).

Im Gegenzug hat die Kirche --- obwohl sie es mit der gleichen Vollmacht könnte --- noch nie eine vergleichbar verbindliche Entscheidung bzw. Feststellung getroffen, dass sich ein Mensch ganz sicher in der Hölle befindet. Nicht einmal von Judas Iskariot sagt sie das, obwohl die Aussagen Jesu über seinen Verräter sehr stark in diese Richtung gedeutet werden können. Dahinter kommt die Überzeugung und Hoffnung zum Ausdruck, dass das heilende und rettende Werk Jesu für jeden Menschen gilt und wirksam ist. Das heißt nicht, dass es trotzdem die Möglichkeit zur bleibenden, selbst gewollten und wirklich frei gewählten Verdammnis nicht gäbe. Anders und etwas salopper formuliert: Ich hoffe, dass die Hölle leer ist; aber ich fürchte, sie ist es nicht.

Wenn nun für einen Menschen wie Hitler --- den ich mir aufgrund seiner Handlungen und des (auch) okkulten Hintergrunds seiner Weltanschauung durchaus in der Hölle vorstellen kann --- eine Hl. Messe gefeiert werden kann, dann heißt das, dass auch das Opfer Jesu am Kreuz für seine abscheulichen Taten rettend und erlösend wirksam ist und in der Eucharistiefeier auf ihn hin gegenwärtig wird. Davon sind also auch Personen wie Hitler, Stalin, Crowley, Marquis de Sade, usw. nicht ausgenommen. Das widerspricht unserem menschlich-natürlichen Gerechtigkeitsempfinden, aber Barmherzigkeit ist nun mal seit dem Tod Jesu am Kreuz und seiner Aufserstehung an Ostern ohne Grenze. Mir ist jedenfalls keine bekannt. Die christliche Hoffnung und der Glaube an die Gnade Gottes ist schon verwegen mutig, finde ich.

Kommentar von WALDFROSCH1 ,

möglich aber dann nur aus menschlicher Unzulänglichkeit eines bestimmten PRiesters.

Ich hätte noch nichts gehört dass,dass ,dies nach der Lehre verweigert werden könnte ..Du ?


Kommentar von wolfruprecht ,

@Waldfrosch

Meine Antwort "Prinzipiell ist es möglich" bezog sich auf die Frage im unmittelbar vorausgehenden Kommentar von josef050153 auf seine Frage: "Aber ist es wirklich möglich, z.B. für Hitler eine Messe lesen zu lassen?" und nicht darauf, ob das verweigert werden kann.

Mir ist nichts bekannt, dass das von der Lehre her verweigert werden könnte. Das würde nämlich bedeuten, dass man die erlösende für den betreffenden Menschen nicht für möglich hält. Aber grundsätzlich hätte die Kirche die Vollmacht dazu (vgl. wie in Joh 20,23b). Ich finde es angesichts so zahlreicher Heilgsprechungen schon sehr bemerkenswert, dass es mit der gleichen Vollmacht noch nie zu einer Verdammnis gekommen ist.

Kommentar von WALDFROSCH1 ,

Wieso nicht, willst du jetzt über die  Grosse Barmherzigkeit Gottes jetzt bestimmen . Falls ein A..H.. im letzen Moment bereut  und bekannt hätte ,dann ist die Erlösung auch für solch einen Menschen ..Lies das Evangelium dann weisst du  dies danach .

Kommentar von wolfruprecht ,

Auf wen oder welchen Beitrag bezieht sich dein Kommentar?

Antwort
von WALDFROSCH1, 12

Nein sicher nicht .Ich kenne keinen Grund der solches  Verhalten Rechtfertigen würde .

Lediglich ist es nicht immer möglich die aktuelle stattfindende Messe  dazu lesen zu lassen .Da vielleicht schon andere Intentionen schon bestehen .

Antwort
von NewYorkerin87, 42

Aus welchen Gründen z.B.?
Hab sowas noch nie gehört.

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