Ich bin grundsätzlich bei allen meinen Terminen pünktlich, da ich es hasse, zu spät zu kommen. Genauso wenig mag ich es, wenn ich warten muss und mir irgendwelche Ausreden etc. anhören muss.

Es war nie angemessen! ... und ich bin Akademiker :-)
Pünktlichkeit ist der respektvolle Umgang mit der Zeit anderer Menschen. - hat mal jemand gesagt.
Frag' die Unpünktlichen doch 'mal, ob Du ihnen so schnurzegal bist.
Du hast aber nur zwei Möglichkeiten - Dich ärgern, oder es lassen. Wenn Du gerne Rückmeldung geben möchtest - knall ihnen auf den Tisch, wie Du Dich fühlst. Mal sehen, wie sie damit umgehen.
Bedenke aber immer, was Dir wichtig ist - andere erziehen oder Freunde mit kleinen Macken haben.
Shag d'Albran
Ich bin keine Akademikerin. ;-) Ich bin immer pünktlich. (Mann kann auch bei Verspötungen anrufen) Diese Ausrede - akademische viertelstunde - ist für mich trotzdem eine unhöfliche Geste. Gerade wenn man zum Essen eingeladen ist - es ist ärgerlich wenn das Essen pünktlich fertig ist - die Gäste aber fehlen. Oder beim Arzt und dergleichen - Pünktlichkeit ist oberste Form von Höflichkeit.

Das "Akademische Viertel" gilt grundsätzlich nur für Akademiker untereinander. Bei denen gibt es den Zusatz "ct" (= cum tempore, d.h. mit Zeit = man hat ein Viertelstündchen Zeit, anzukommen, die Garderobe abzugeben, die anderen zu begrüssen und Smalltalk zu machen, dann gehts richtig los) und "st" (= sine tempore, d.h. ohne Zeit = pünktlich) bei der Zeitangabe. Hierdurch wird exakt festgelegt, was erwartet wird. Im Zweifel (ohne Zusatz) würde ich grundsätzlich st annehmen. "Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige" lautet ein Sprichwort. Soll heissen: Das geringste Maß an Höflichkeit, die man einer anderen Person entgegenbringen kann, ist Pünktlichkeit. Ich fand das obengesagte sehr schön, deshalb wiederhole ich es nochmal: Pünktlichkeit ist der respektvolle Umgang mit der Zeit anderer. Also wenn Du Dich weiterhin bemühst, pünktlich zu sein, machst Du nichts verkehrt. Es wird aber auch nicht erwartet, daß Du mit hängender Zunge eine Viertelstunde zu früh da bist. Alles mit Maß und Ziel. Denn sollte es mal wegen unvorhersehbarer Ereignisse etwas später werden, wird das auch keiner krumm nehmen, es sei denn, die Entschuldigung klingt gar zu haarsträubend ...

Zu spät zu kommen ist immer unhöflich. Und ich komme (auch als Akademiker) immer s. t.
"ct" und "st" haben im akademischen rahmen einen sinn, im privaten nicht. - chronische zuspätkommer sollten sich fragen, weshalb sie andere menschen und deren zeitplanung so gering schätzen.

Shag d'Albran ist ein weiser Mann ... denn "wenn man einen Menschen nicht verlieren möchte, muss man seine mackenbehaftete Seite respektieren! nur solltest du hier differenzieren: handelt es sich um geschäftsbeziehungen oder sind es freunde, die auf sich warten lassen. ich bin sehr für gegenseitigen respekt - wenn er mir nicht schadet!

Die Vorredner haben schon recht, aber trotzdem: Lieber zu spät, wie zu früh ... ... zumindest wenn es sich um ein paar Minütchen handelt!
Ich habe vor 20 Jahren zwei semester in oxford studiert. Die Uhrzeit auf dem Unigelände ist eine andere, nämlich exakt 15 min später, die sogen. Oxfordunitime. Damit wird, geboren aus gesundem Elitedenken und zum Training, eine Tradition gepflegt. Auch das will gelernt und respektiert sein, da für Mitteleuropäer nicht sofort nachvollziehbar.