Frage von Panderos, 43

Ist es gegebenenfalls klug, den ersten Roman selbstständig zu verlegen?

Durch Websites wie bod ist das ja im Endeffekt nur eine Frage des Geldes, ansonsten benötigt man im Endeffekt doch nur Geld. Oder? Dann hat das Buch auch einen eigenen IBAN, sprich ist gelistet und bestellbar, und damit kann man problemlos ein wunderbares Minusgeschäft machen, um populärer zu werden.

Mit anderen Worten: Die Bücher kostenlos verteilen, nachdem man den einen oder anderen Menschen interessiert gemacht hat.

Klingt für mich nach einer ganz neuen Idee, weil sie sehr hirnrissig scheint. Aber Geld ist mir egal, Schreiben ist meine Passion und wenn ich eines Tages mein Geld damit verdienen kann, dann heißt das, dass ich schreiben kann und nicht von blöden anderen Berufen davon abgehalten werde. Dafür würde ich alles tun, und bei einem Verlag genommen zu werden erfordert unendlich viel Glück - das Bekanntmachen des Romans ist dann aber gleich die nächste riesige Hürde für einen Neuling.

Wäre es nicht vorteilhaft, wenn man Geld investiert, um seinen Roman zu verbreiten? Sprich Leute darauf anspricht, so nach dem Motto "Haben Sie Interesse an einem Roman eines Jugendautors? Zahlen müssen Sie dafür lediglich mit ein paar Minuten Ihres Lebens, in denen ich Ihnen über das Buch und meine Intentionen erzähle." Ich denke, (ehrliche) Leidenschaft und KOSTENLOS sollten viele Leute darauf ansprechen.

Wenn man sich damit dann theoretisch schon einen Namen gemacht hat (und ich denke allgemein, dass das sich auch herumspricht, weil das dann doch eher sehr ungewöhnlich ist, wenn jemand in Deutschland, Österreich und ggf. Teilen der Schweiz umherreist und etwa vor Buchläden Leuten "auflauert" :D) und das Buch natürlich auch auf positive Resonanz stößt nach mindestens ein bis zwei Jahren, dann kann man entweder einen zweiten Roman bei diversen Verlagen bewerben oder eben diesen ja technisch gesehen noch freien Roman, hat somit schon viele Leute, die sich an den Namen, die Person und die interessante Begegnung erinnern und somit den Weg, berufstätiger und vielleicht auch erfolgreicher Autor zu werden.

Das Problem ist, dass mich die Logistik ein wenig irritiert. Kann man das Buch dann ggf. auch im Buchladen bestellen, wobei dann die entsprechende Website, books on demand, das Zeug druckt und verkauft (und natürlich einen Großteil des Gewinns einstreicht)? Ich würde dafür natürlich ein paar tausend Euro investieren. Problem: Ich hab nicht so viel auf einmal. Würde natürlich erst lange lange sparen. >Auf einmal< Da es um meine Leidenschaft geht auch sehr, sehr konsequent. Würde mir die Bücher also selbstständig immer mal wieder "bestellen", aber das Angebot scheint ja befristet zu sein, oder?

Ist natürlich nur eine verrückte und ggf. sogar total wahnsinnige Überlegung meinerseits, und da ich ein unqualifizierter Ahnungsloser bin (der aber wirklich nicht vor Ausgaben fürs Schreiben scheut). :D

Erst einmal belasse ich es natürlich noch bei Schreibwettbewerben. Das als Fundament ist ein starkes Ding, glaub ich. Und sonst: Schreiben geht immer

Antwort
von TorDerSchatten, 24

Wenn du einmal im Selbstverlag was rausgebracht hast, bist du für die seriöse Literaturszene und Verlagswesen eine persona non grata und ein für allemal weg vom Fenster.

Was soll es dir denn nützen, deine Bücher zu verschenken? Was ist das  für eine Marketingstrategie?

Und es ist keine IBAN um Gottes Willen sondern eine ISBN...

Ich flehe dich an, kauf dir das "Handbuch für Autorinnen und Autoren" von Sandra Uschtrin, und lies sich erstmal in das ganze Veröffentlichungsgenre ein.

Und wenn du mit Fremdbüchern vor Buchläden herumlungerst, kriegst du Hausverbote und Androhung von Unterlassungserklärungen schneller als du "Literaturverlag" sagen kannst

Ganz wichtig ist auch, daß du keinesfalls ein Erstlingswerk veröffentlichst, sondern dein Schreiben in vielen Jahren der Übung erstmal verfeinerst und dazu lernst. Es ist noch kein Autor vom Himmel gefallen...

Jeden Beruf muß man erlernen, und Schreiben ist ein Handwerk, genauso wie jeder andere Beruf auch. Du hast deine Lehrjahre nichtmal ansatzweise hinter dir.

Ich würde mir gern so ein Buch von dir schenken lassen und dann wahrscheinlich vor Grauen den Ofen damit anschüren

Kommentar von Panderos ,

Lol, ups. :D Das ist natürlich super.

Es geht mir nicht ums Geld. Das ist für mich schlichtweg Mittel zum Zweck, und das war selbstverständlich ebenfalls nur eine theoretische Frage.

Dass das Erstlingswerk ein fragwürdiges Produkt ist, ist mir bewusst. Ich muss anmerken, dass das mitnichten das erste ist, das ich schreibe, sondern nur das erste "richtige" eigenständige, das länger als 10000 Wörter ist. Aber auch das ist in diesem Fall mehr oder weniger irrelevant, da relativ.

Das ist mir alles sehr wohl bewusst. Bevor ich überhaupt irgendwelche Schritte zu irgendwas einleiten würde, würde ich mich selbstverständlich ernsthaft informieren. Das ist ja auch der Grund für derlei Fragen, mensch. Ich stürm keineswegs drauf los und mach irgendwas Blödes. ;)

Kommentar von TorDerSchatten ,

Es geht darum, daß du dich intensiv mit dem Handwerk des Schreibens beschäftigst und nicht einfach drauflos schreibst. Jeder Roman hat eine bestimmte Struktur und es gibt Regeln einzuhalten.

Dazu kommen bestimmte Schreibtechniken, wie man verschiedene Handlungsstränge, die auch zeitlich differieren, optimal in den Verlauf einpasst.

Dann die hohe Kunst des Dialogs - man schreibt nicht einfach, was Leute sagen, sondern in jedem Dialog muß ein Wandel in einer Figur vorgehen, z.B. eine ratlose Person hat nach dem Dialog einen Entschluß gefasst.

Dazu muß es einen Hauptkonflikt geben und jede Figur hat ihren eigenen Konflikt.

Und noch viele Grundlagen mehr, die ich hier jetzt nicht alle aufzählen kann und werde. Jeder hat mal angefangen - aber es ist vermessen, seine Wörter zu zählen (10.000 ist lächerlich) und schon nach Veröffentlichung und Verlagen zu schielen...

Gute Autoren entwickeln sich über Jahrzehnte, und dann ist mal eine Perle dabei, die es wirklich lohnt, sie über einen Lektor und Literaturagent weiterzuverfolgen.

Es geht also nicht um Information, sondern darum, das Handwerk von grundauf richtig zu erlernen - was auch Rückschläge beinhaltet.

Denk dran: der wahre Künstler ist immer auf der Suche, nur Dillettanten sind mit sich selbst zufrieden.

Du bist noch lange nicht so weit!

Kommentar von TorDerSchatten ,

Ich war neulich für einen User hier auf gutefrage wieder ein Betaleser für einen Mystic-Thriller - wieder mal verschwendete Energie an ein völlig dillettantisches Werk. Die Figuren nicht richtig ausgearbeitet, keine plastischen Szenen, keine Emotionen die transportiert werden.

Eine gute Idee macht noch kein gutes Buch! Ich habe hier noch niemand getroffen, außer einer freischaffenden Lektorin die das beruflich macht, der mir etwas zum betalesen geschickt hat, was mich wirklich vom Hocker gehauen und berührt hat.

Antwort
von RenaUchiha, 10

Dein ganzes Buch komplett kostenfrei rauszugeben ist keine gute Idee. Außer du sponsorst es als Wettbewerbspreis irgendwo. Ansonsten würde ich höchstens solche kleinen Leseproben drucken lassen. Die kannst du dann verteilen, allerdings musst du drauf achten wo du sie verteilen darfst, das ist rechtlich nicht so einfach.

Mich würde auch interessieren wie viel Kritik (nicht von Freunden und Familie) du bereits zu seinen Geschichten bekommen hast. Das sagt nämlich weit mehr aus als die Anzahl an Geschichten oder Büchern die man geschrieben hat.

Wettbewerbe sind auf jeden Fall eine gute Idee. Bleib erst einmal dabei und such dir vielleicht einen guten Betaleser wie Enny Wilsbrook (enny-wilsbrook.com/) oder jemanden hier bei gf. Dadurch lernst du am meisten. Dann heißt es viel schreiben, schreiben, schreiben. Wenn du dein Buch veröffentlichen möchtest würde ich dir empfehlen entweder über Selbstverlag zu gehen wenn  es dir wirklich nur darum geht es an die Leute zu bringen und nicht um das Geld.

Für Verlage braucht es inzwischen einen Agenten um überhaupt eine Chance zu haben. Das ist dann nochmal eine ganz andere Geschichte.
Lies ruhig das Buch, das TorderSchatten empfohlen hat und erkundige dich genauer.

Es gibt auch kleinere online Verlage wie http://newauthors.jimdo.com/ die speziell Jungautoren oder Nonames eine Chance geben zu veröffentlichen. Sehr viel Geld kommt dabei auch nicht unbedingt herum aber man erreicht eventuell mehr Leser als über die unendlichen Weiten von wattpad und Konsorten.

Viel Spaß auf jeden Fall beim Schreiben und Erfolg bei deinen zukünftigen Plänen :)

Antwort
von Jerne79, 11

Ich bin da völlig bei TorderSchatten, die Idee ist nicht so brillant.

Viele der Gründe dafür wurden bereits genannt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass es heute mehr als einfach ist, kostenlose oder extrem günstige Texte unbekannter Autoren im Netz zu lesen.

Wenn du bekannt werden willst als Autor, muss nach der Pubikation auch die Marketing-Maschinerie anlaufen. Und ohne entsprechenden Verlag im Rücken wirst du die kaum in Gang bekommen. Oder meinst du, dass eine Buchhandlung eine Lesung mit einem Schriftsteller machen will, der seine Bücher hinterher verschenkt? Willst du auch noch die Miete für die Locations deiner Lesungen zahlen? Printwerbung?

Bei seriösen Publikumsverlagen angenommen zu werden ist nicht nur Glückssache. Es bedeutet, dass der Verlag glaubt, dein Werk auch verkaufen zu können. Er investiert Zeit und Geld in dich und nimmt dir eben das ab, was du allein kaum schaffst.

Ich denke, du solltest dir dringend bewusst machen, dass in Deutschland gerade einmal eine Handvoll Autoren vom Schreiben leben kann. Die Mehrzahl publizierter Autoren finanziert sich größtenteils über normale Berufstätigkeit.

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