Frage von Panderos, 25

Ist es für einen Neuautor dienlich, gleich mehrere Texte in petto zu haben, wenn er sich schließlich bei diversen Verlagen mit einem bewirbt?

Hallöle,

ich habe bald den ersten Entwurf meiner allerersten Geschichte fertig, die da wohl rund 100.000 bis 110.000 Wörter fasst. Ich werde den gesamten Text dann noch einmal nachtippen und komplett verbessern, um ihm den nötigen Feinschliff zu geben. Denke, dass das auch noch mal seine Zeit braucht, aber wenn der Text dann tatsächlich fertig ist ...

Nun, ich würde ihn dann gerne an unzählige Verlage senden, verständlicherweise hege ich den Wunsch, ihn zu veröffentlichen. Er ist auch relativ originell, denke ich (also keine Jugendbuch-Dystopie im Stil von TvP, irgendwie ist das ja in Mode [was auch nix Schlimme ist, mein ja nur]), wenn auch offenkundig von einem Anfänger verfasst. Nun frage ich mich, ob es klüger wäre, mit dem Bewerben bei den entsprechenden das Genre auch beinhaltenden Verlagen zu warten, bis ich meine zweite Geschichte beendet habe, die auch in ein ähnliches Genre fällt. Da auch diese eine sehr eigenartige Idee ist, könnte es ja vielleicht einen positiven Effekt haben, zu erwähnen, neben dieser ersten noch eine oder gar zwei vorweisen zu können, da das ja von diversen Dingen zeugen könnte.

Steigert das meine Chancen, dass mein Buch von einem Verlag angenommen wird? Ich weiß, meine Chancen stehen allgemein sehr schlecht, aber Schreiben ist meine Passion; es zum Beruf zu machen, wäre legendär.

Auf der anderen Seite möchte ich natürlich auch den zweiten Texten dann veröffentlichen.

Antwort
von TorDerSchatten, 15

Nein, deine Chancen als unbekannter Erstautor mit einem Erstling stehen extremst schlecht, egal wieviel du noch in der Schublade hast.

Du wirst auf dem direkten Weg keinen Erfolg haben. Wende dich erst an einen freischaffenden Lektor, der dein Werk gegen Entgelt auf Potenzial prüft und dir Verlage nennt, wo du Erfolg haben könntest.

Oder wende dich an einen Literaturagenten, die nehmen aber auch nicht jeden.

Mache erst einen Schritt in Richtung Veröffentlichung, wenn dein Werk fertig ist - komplett fertig. So hört es sich nämlich nicht an. Schnellschüsse bringen gar nichts.

Kommentar von Panderos ,

Ich weiß sehr wohl, wie hoch meine Chancen stehen, und da mir soeben dieser Gedanke in den Sinn kam, wollte ich wissen, ob er denn so auch sinnvoll ist. Scheint aber irrelevant zu sein, demnach danke für die Antwort. :)

Den Tipp mit dem Lektor merke ich mir, danke. Literaturagenturen habe ich schon in meine Überlegungen miteinbezogen.

Keine Sorge, ich schreibe seit eineinhalb Jahren an dem Text, ich kann mich noch etwas gedulden. Die Frage war schließlich auch erst für ebendiesen Punkt, die tatsächliche Vollendung, gedacht, ich habe niemals die Intention gehabt, irgendetwas vorschnell zu tun.

Kommentar von TorDerSchatten ,

Wenn ich dir einen Rat geben darf: schreib weiter, wenn du noch Ideen für weitere Werke hast und veröffentliche erstmal nicht. Ich spreche aus eigner Erfahrung.

Ich war von meinem Erstling absolut zu 1000% überzeugt, daß es das beste ist, was ich jemals schreiben könnte. Ich hab dann weitergeschrieben und jetzt im Nachhinein - wenn ich meine ganzen Manuskripte durchleuchte - wurde ich mit jedem Manuskript immer besser und besser und wenn ich mir jetzt den Erstling hernehme und lese darin, bekomme ich eine Art Gefühl des "Fremdschämens", weil er wirklich schlecht war.

Das merkt man aber nur, wenn man Jahre im Schreiben Erfahrungen gesammelt hat und auch Qualen und Rückschläge durchlitten hat, aber dennoch immer bestrebt war, sich zu verbessern.

Momentan arbeite ich an etwas, was aufgrund der Vielschichtigkeit der Handlungsstränge und der Plastizität der Figuren und auch Unverwechselbarkeit der Idee, die dahinter steckt, Potenzial haben könnte, es an Lektoren und Agenten zu schicken.

JETZT bin ich soweit, aber mit dem Erstling war ich es nicht. Daher mein Rat an dich: versuche nie, einen Erstling an einen Verlag zu senden, es endet unweigerlich mit einer Absage.

Kommentar von PPTNovak ,

stimmt

immer das ziel vor Augen haben

wenn man von Anfang an sagt, das es eh nicht klappen wird es auch nicht klappen

ich hoffe dich, das du Erfolg bei einem Verlag hast (kein Angebot von Verlagen annehmen die Geld wollen, aber das weist du ja )

LG Tim

Antwort
von AnnJabusch, 5

Ich möchte TorDerSchattens Antwort ergänzen:

Schicke bitte dein Exposé nicht an unzählige Verlag, sondern suche sie gezielt aus. Wenn immer davon gesprochen wird, dass Neuautoren kaum eine Chance haben, dann beinhaltet das auch all diejenigen, die ihre Exposés oder Manuskripte nach dem Gießkannenprinzip verschicken, und das tun über 90% der Neuautoren!

Je mehr Sorgfalt man für die Auswahl der Verlage aufwendet, desto größer werden auch die Chancen, den "richtigen" darunter zu finden! Alles andere ist vergeudete Zeit, Porto oder Papier.

Gehe also in einen Buchladen deiner Wahl und schaue dir Bücher an, die so ähnlich, wie deines sind (Zielgruppe, Genre, Umfang, ...). Schaue bei den betreffenden Büchern ins Impressum und notiere dir die Verlage. Wenn du jetzt noch via Internet oder Telefon die Namen der verantwortlichen Ansprechpartner im Verlag herausfindest und deinem Exposé ein nettes Anschreiben mit persönlicher Ansprache voranstellst, bist du allen anderen Neuautoren schon mal erheblich im Vorteil.

Wenn du in dem Anschreiben erwähnst, dass du noch mehr geschrieben hast oder dabei bist noch mehr zu schreiben, ist das natürlich von Vorteil.

Viel Erfolg!

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