Frage von sophie1235, 37

Ist es für eine Buy&Hold-Strategie wichtig, dass die Aktien Dividenden ausschütten?

Ist es für eine Buy&Hold-Strategie an der Börse wichtig, dass die Aktien bzw. die Unternehmen dahinter Dividenden ausschütten?

Falls ja, warum? Falls nein, warum nicht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Wischkraft1, 27

Buy and hold = Kauf und halten. Das heisst, du bist investiert für wenigstens die nächsten fünf Jahre (eher 10 und mehr), da du an den Erfolg des Unternehmens glaubst. Der Tageskurs hat insofern einen Einfluss auf die Rendite, als der Prozentsatz der Dividende steigt bei tieferem Kurs. Für dasselbe Geld kriegst du mehr Firmenanteile (Aktien) und erhoffst dir dadurch einen höheren Ertrag.

Anders als bei der Obligation ist jedoch die Dividende vom laufenden Geschäftsverlauf des Unternehmens abhängig. Du darfst nicht darauf zählen (obwohl es doch mehrheitlich der Fall ist), dass die Gesellschaft auch nächstes Jahr Dividenden ausschüttest in gleicher Höhe wie in der Vergangenheit. Es kann mehr sein oder auch weniger oder sogar mal  gar nichts. An der GV schlägt der Verwaltungsrat vor, wie ein allfälliger Gewinn verwendet werden soll. Dieser Vorschlag wird in praktisch allen Fällen von der Versammlung akzeptiert und durchgewunken.

Es kann aber auch sein, dass die Firma Expansionspläne hat, eine andere Firma zukaufen möchte und deshalb auf eine Ausschüttung verzichtet um genug Geld zu haben für die Übernahme. Ist diese dann erfolgreich, schlägt das (normalerweise) in einem höheren Kurs der Aktie nieder.

Eine Aktie ist ein Anteil an einer Firma. Dem Aktionär gehört drum ein Teil der Firma und er ist mit dem Geschick der Firma verbunden. Geht es ihr gut, kriegt er Geld, geht es der Firma schlecht, macht sie sogar Konkurs, verliert er im Konkursfall alles.

Nicht so bei der Obligation. Da kriegt der Obligationär einen fixen Prozentbetrag auf sein der Firma zur Verfügung gestelltes Kapital. Er hat keinerlei Einfluss auf die Geschicke der Firma, verliert im Konkursfall in den meisten Fällen auch nur einen Teil seines Geldes. Er kriegt jährlich zum festgelegten Termin seinen Zins, unabhängig davon, wie es der Firma geht. Die Obligation wird zum festgelegten Zeitpunkt (2, 5, Jahre oder was immer)   zurückbezahlt.

Für Buy and Hold Investoren spielt der Tageskurs der Aktie nach dem Kauf nurmehr eine sehr untergeordnete Rolle, da er ja nicht auf einen Kursgewinn hofft oder darauf aus ist. Der Tageskurs sagt ihm lediglich, wie es der Firma geht.

Antwort
von archibaldesel, 26

Nein. Am Ende kommt es auf den Gesamtertrag aus dem Investment an. dabei ist es egal, ob er aus Dividende, Kursgewinnen oder beidem besteht.

Beispiel: Die Apple-Aktie ist in EUR von 2003 - 2012 von 1,15 - auf 70,00 gestiegen, ohne einen einzigen Cent Dividende auszuschütten. Das ist, wenn Excel sich nicht verrechnet hat, eine Rendite von 54% p. a.. Also eine perfekte Buy & Hold-Strategie ohne Dividende.

Kommentar von Wischkraft1 ,

Also Excel muss da wohl voll daneben gelegen haben - oder du hast falsche Angaben gemacht (wahrscheinlicher).

Kauf 1.15 Kurs 70

3 wären 100 %   6 wären 200%,  60 wären dann 10 mal mehr  also 2000%

OK?

Kommentar von Wischkraft1 ,

sorry selber falsch! 1.15 =100%, der Ausgangskurs/Kaufkurs -
70 der Kurs heute (angenommen)
somit der Dreisatz: 100*70/1.15 ergibt so 6087% Gewinn (sehr! theoretisch)

Bei Buy and Hold zockt man nicht, man investiert und bleibt für Jahre hinaus investiert.

Ein Glücksfall, wenn man zu Beginn eine Apple oder Google Aktie gekauft hat und sie heute noch hat, nicht verkauft für z.B. bereits schon 20$.  Die meisten Start Up Unternehmen gehen jedoch pleite.

Es gibt sehr viele Theorien über wie man gewinnbringend sein Geld anlegen soll/kann. Eine der erfolgreicheren ist die Buy and Hold Strategie. Sie ist auch sehr viel weniger stressig als wenn man täglich die Kurse life verfolgen muss, um die richtigen Zeitpunkte des Kaufs und Verkaufs (immer mit Spesen verbunden) erwischt. Der Investor kann da ruhiger schlafen, braucht nicht über jede Nachricht sich aufregen, weil

in the long run

die Aktien im Kurs steigen. (Hoffen wir mal, dass es so bleibt.) Selbst über die grosse Depression 1921-41, sofern die Firma 'überlebte' kam am Ende ein Gewinn heraus.

Kommentar von archibaldesel ,

Und wieder falsch. p. a. bedeutet per annum. Also eine durchschnittliche Jahresverzinsung inkl. Zinseszinseffekt. Du rechnest den absoluten Wertzuwachs über neun Jahre. Etwas völlig anderes. Wenn du es in Excel nachrechnen möchtest,es ist die Formel "XINTZINSFUSS" 

Du hast übrigens nur den halben Spruch von John Maynard Keynes zitiert. Vollständig lautet er "In the long run we are all dead" Und soll genau das Gegenteil von dem ausdrücken, was du eigentlich meintest.

Dass es durchaus Argumente gegen eine Buy & Hold-Strategie gibt, hat der "Neue Markt" Ende der 90er bewiesen. Wer sich da beispielsweise 1995 mit einem Einsatz mit DM 3.000 an EMTV & Merchandising beteiligt hat war im Jahr 2000 Millionär und im Jahr 2005 pleite.

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