Frage von Jupiter7468, 128

Ist es falsch, die animalischen Bedürfnisse nicht in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen?

Also ich kenne viele Leute, die machen alles in ihrem Leben nur um die nächste Frau ins Bett zu bekommen.

Und sie tun alle immer so als hätten sie vollkommen recht und das es mir irgendwann mal leid tun würde, das ich nicht dafür gelebt habe.

Auch wenn ich tollen Bettsport sicher nicht verachte, muss ich Angst haben das das bei mir nur an zweiter oder dritter Stelle kommt?

Antwort
von berkersheim, 26

Schon die alten Griechen wussten noch aus ihren Mythen, dass Menschen eben "nicht nur Tiere" sind. Schon in diesen Mythen wird erzählt, dass Menschen anders "sozialisiert" sind als Tiere. Daraus hat man im Dualismus Platons und seiner Nachfolger gleich eine Ideologie und vielfach die Grundlage von Religionen gemacht und in Geist und Materie eingeteilt, die Tiere der Materie zugeordnet und uns Menschen in einer großen Selbstüberhöhung natürlich dem "höherstehenden" Geist. Das hat uns dann nach Machtübernahme des Christentums über 1.500 Jahre geprägt. Als Gegenreaktion und in der entstellten Kenntnis z.B. des Epikureismus (triebverfallene Hedonisten, also geistlose Materialisten!) hat eine Gegenbewergung (genannt Aufklärung) den Dualismus aufgekündigt und auf die Materie reduziert.

Der Epikureismus war ein Monismus, genauso wie die meisten Vorsokratiker. Für sie war das Sein ein einziges und nicht in Geist und Materie teilbar. Für sie war der Mensch (in heutiger Sprache) ein "Kind der Evolution", der seiner natürlichen Evolution eine kulturelle Evolution angehängt hat (Prometheusstory). Darum hat der Mensch auch einen anderen, kulturell überformten Umgang mit seinen natürlichen Bedürfnissen. Jeder Mensch hat einen kulturell vorgebildeten Verstand, den er benutzen kann oder es lässt. Natürlich sagt ihm ein unverdorbener Verstand, dass berechtigte, überlebenswichtige natürliche Bedürfnisse zu erfüllen sind und die damit verbundenen Freuden vollkommen in Ordnung sind, wenn ihm nicht religiöse Kasteiungsideen etwas anderes einflüstern. Die kulturelle Erfahrung lehrt uns aber auch, dass natürliche Bedürfnisse in unersättliche Gier umschlagen können und wir uns in Acht nehmen sollten, nicht in Abhängigkeit dieser Gier zu geraten. Der Preis der Gier ist so hoch wie der Preis nicht beherrschter Ängste: Der Verlust der Selbstbestimmung. 

So favorisiert der Epikureismus den Weg einer möglichst großen Selbstbestimmtheit, dessen Feinde überzüchtete, oft fremdgesteuerte Änste und eine nicht mehr beherrschte Gier sind. Hilfreich ist immer die Frage, was brauche ich wirklich, kann ich etwas haben, aber muss ich es nicht haben. Wenn ein "haben müssen" durch die Ritze schaut, sollte man um seiner selbst willen vorsichtig sein. Auch der als Hedonist verschrieene Sokratesschüler Aristippos hat den lehrreichen Satz geprägt (ungefähr): Alle Freuden sind willkommen, wenn ich sie haben kann aber sie nicht zu meinem Herrn und Beherrscher werden. Epikur riet jemandem, von dem ihm zugetragen wurde, dass er dem Sex verfallen wäre: Achte darauf, dass Deine Neigung weder Deine Gesundheit noch Deinen Haushalt ruiniert und bleibe Du Herr Deiner Neigungen. Die Bandbreite natürlicher Bedürfnisse ist groß, weshalb Epikur sie klugerweise nur negativ eingrenzt. Letztlich liegt die Verantwortung für das eigene Leben bei jedem selbst.

Antwort
von Ottavio, 18

Das sexuelle Bedürfnis, das Bedürfnis nach sexueller Aktivität ist nicht animalisch, sondern menschlich. Es ist ein wesentlicher Teil der Grundlage, deren Überbau die menschliche Kultur ist. Es zu unterdrücken, ist Indiz einer psychischen Störung.

Sicher ist es auch Indiz einer psychischen Störung, das Bedürfnis zu haben, immer und immer wieder eine andere Frau im Bett zu haben. Die menschliche Kultur hat verschiedene Formen hervorgebracht, Sexualität in eine gesellschaftlich akzeptable Bahn zu lenken. Eine davon ist die Ehe, insbesondere die patriarchaisch geprägte. Sie ist dem Untergang weiht. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs.

Welche Form auch immer eine Gesellschaft findet, Sexualität zu regulieren, ändert das doch nichts daran, dass letztlich sie es ist, die den Menschen dazu bringt, miteinander Gemeinschaften zu bilden, Kinder zu zeugen und zu gebären, sie aufzuziehen und instand zu setzen, dasselbe zu tun. Das ist eine überaus gesunde Grundlage auch für die geistige Tätigkeit des Menschen und hat nichts Animalisches an sich.

Antwort
von Wuestenamazone, 31

Nein absolut nicht. Und lass dir da nichts einreden. Sicher Sex ist schön aber deswegen kann man trotzdem eine Ausbildung machen. Und mal an später denken. Sex kann man trotzdem haben. Sex muß eine untergeordnete Rolle spielen

Antwort
von Haldor, 11


Auch Aristoteles, der sich mit der Glückseligkeit (als Sinn des
Lebens) befasste, sagte: wer sich von seinen Leidenschaften treiben  lässt, weiß nichts vom Glück als oberstem Ziel des Menschen. Man braucht eigentlich keinen Philosophen zu bemühen, um zu erkennen, dass alles  auf dieser Welt, was im Übermaß betrieben wird, für den Menschen  schädlich ist (und sei es, dass er sich durch seine Gier die Gesundheit  ruiniert).
Niemandem muss man auch erklären, dass die Sexualität etwas Natürliches ist und dass sie von der Natur geschaffen ist, damit der Mensch sie auch ausübt; allerdings nicht im Übermaß. So wie es  Alkoholsucht gibt, gibt es neuerdings (verbreitet) auch Sexsucht. Sie wird als psychische Erkrankung behandelt. Ganz sicher werden heute so  viele von ihr befallen, weil die Gesellschaft den freizügigen Sex nicht  mehr – wie früher – (moralisch) sanktioniert. Damals musste man sich  zurückhalten, hat den freizügigen Sex allenfalls heimlich praktiziert. Heute ist die Versuchung halt zu groß für diejenigen (abenteuerlich
Veranlagten), die sich wegen ihrer Attraktivität den Sex überall leicht  „holen“ können. Doch jeder Abenteurer muss auch mit Gefahren rechnen.

In einem Grimm- Märchen („Der treue Johannes) werden die Gefahren so  dargestellt: Der Königssohn landet mit seiner wunderschönen Braut im  heimatlichen Hafen. Da erscheint ein attraktives rotes Pferd, und der Königssohn möchte es besteigen. Der ihn begleitende und beschützende Diener Johannes erschießt dieses Pferd sofort, denn er weiß von den drei Raben, die ihm auf dem Schiff geweissagt haben, dass das Pferd eine  ungeheure Gefahr für seinen Schützling darstellt. Wer es besteigt, reitet mit ihm ins Verderben. -

Manchmal habe ich das Gefühl, es wimmelt heute in unserer Gesellschaft von solchen roten Pferden, und es sind nicht wenige, die gerne eins besteigen und mit ihm davonreiten.




Antwort
von Minabella, 61

Es muss ja jeder für sich entscheiden was in seinem Leben die größte Rolle spielt. Ich finde es seltsam Sex eine so  große Bedeutung zu geben, ich sehe das eher als eine Sache "nebenbei" . Zwar auch wichtig aber keine zu wichtige Rolle, so wie essen :D. Also da gibt es doch tausend andere Dinge die wichtiger sind.
Ich hoffe du weißt was ich meine :D

Antwort
von Richard30, 33

Naja durch was untetrscheiden wir uns vom Tier? Durch unseren Verstand. Man sollte sich also ruhit trauen diesen auch zu benutzen. Disziplin ist nix für was man sich schämen sollte, eher im Gegenteil, eine hohe Disziplin macht einen Menschen erst richtig stark.

Wir sind in vielen anderen Punkten den Tieren stark unterlegen, Kraft, Geschwindigkeit, Sehkraft, Kraft der Sinne, aber wir haben halt den Verstand und die Fähigkeit, über den puren Instinkt hinaus zu gehen. Warum sollen wir unsere Stärke also nicht nutzen?

Antwort
von nowka20, 5

ja, das ist falsch.

der mensch ist auf der erde, um seine "animalischen" bedürfnissen in den griff zu bekommen, nicht aber, ihnen unkontrolliert nachzugehen

Antwort
von CBA123ABC321, 25

Jeder lebt wie er es will und nicht für andere oder wie andere es wollen und wenn für jemand Sex nicht die höchste Priorität hat, dann ist es halt so. 

Nicht für jeden steht Sex an erster Stelle, auch wenn einen die Medien Sex als das beste auf der Welt verkaufen wollen. 

Ehrlich gesagt, kann ich das ganze Getue und die ganze Aufregung um Sex nicht wirklich nachvollziehen. Jeder wie er es will und fertig. Wer ständig so leben will, wie andere es wollen, der darf es auch.

Antwort
von BrutalNormal, 18

Lass sie doch, hat ja nichts mit dir zu tun.

Irgendwann wollen sie Familie und wissen nicht, wie das geht. Beziehung ist harte Arbeit. Und ich meine nicht nur das gute "hart"! Auch das will gelernt sein ...

Antwort
von rockylady, 29

fürchte dich nicht^^ ...Sex ist toll, aber oberste Priorität muss man ihm nicht einräumen ;)

Antwort
von devkatos, 17

Im Leben gibt es kein Falsch und Richtig. Allerdings sind Leute, die keine anderen Ziele haben, als die nächste Frau ins Bett zu bekommen meistens nicht sehr intelligent.

Antwort
von chrissi396, 51

Ich tue alles um alles animalische in mir zu unterdrücken weil ich ein MENSCH bin, und kein Tier.

Kommentar von Tragosso ,

Menschen gehören zu den Tieren.

Kommentar von chrissi396 ,

und da geht es ins philosophische. ist der Mensch noch als Tier zu identifizieren, wenn man sich Selbstwahrnehmen kann, sein Spiegelbild erkennt und eine hohe Intelligenz aufweist? 

Antwort
von MajorKuenzel, 10

mein psychologe sagt alles kopfsache zu mir hat er gesagt jeder mensch hat seine bedürfnisse nach zu gehen und zu holen wenn man seine bedurfnisse nicht der andere vollgenommen, oder wahrgenommen wird und ihm oder sie belastet und unter druck gefult wieso hat er oder sie das recht nicht die bedürfnisse zu ermöglichen?

z.b. sex, liebe, küssen, streichel einheiten, kuscheln und co. weiso darf der mensch das nicht haben muss man alles verbieten nein sagt mein psychologe wer etwas haben möchte muss sich es auch holen und nehmen wer nicht will oder kann soll es sein lassen und andere aus dem weg gehen wenn einen zu viel ist und belastet wird sonst kommen zu ständigen stress, gehetzterei, und depressionen muss das genau das alles sein sein sagt er^^

mfg. micha

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