Frage von healthylifex, 202

Ist es etwas schlechtes wenn man auf seine Nation/Herkunft stolz ist?

Findet ihr das schlimm? Ich persönlich finde das toll, solange man gegenüber anderen Ländern 'fair' ist bzw wenn man die anderen Länder nicht als Feind betrachtet, wenn man einfach zusammenhaltet, für das Land etwas gutes tut und stolz auf die Vorfahren/ 'mächtigen' sind (die, die bekannt dafür sind das die für das Land etwas gutes tun, sei es Politik, Musik oder Fußball etc etc).. Ich bin Türkin und bin halt mega stolz auf meine Landsleute, auf unser Land, Erfolg usw(gestriges Spiel zB) ... Natürlich finde ich das wie gesagt auch bei anderen total schön, auch bei deutschen (leider gibt es ja ein Vorurteil das ein deutscher gleich ein Nazi ist, wenn er von stolz und Land spricht) .. Wie steht ihr dazu?

Antwort
von mm78pr, 38

Auf der ganzen Welt sind die Menschen in gewisser Weise stolz auf ihr Land bzw ihre Nation.
Deutschland steht wirtschaftlich in Europa sehr gut da und wer daran mithilft in dem er produktiv ist und seine Zeit und Schweiß dafür einsetzt kann zunächst natürlich stolz auf sich selbst sein (gilt natürlich auch für den Sport, Wissenschaft usw). Da aber viele Menschen in Deutschland oder in anderen Ländern so denken kommt das natürlich gesamt gesehen dem Land zu gute. Also kann man sehr wohl auch Stolz auf sein Land sein bzw auf die anderen Landsleute im eigenen Land. Das Land besteht ja nicht aus einer Grenze und der Regierung .. das Land sind die Menschen darin.

Kommentar von healthylifex ,

Genau das meine ich! Die Menschen machen es aus, und ich liebe beide Kulturen, deutsche und türkische! Und diese Kulturen entstehen auch durch Menschen. 

Antwort
von dadita, 71

Ich finde es nicht unbedingt schlimm...aber leicht absurd.

Ich bin derselben Meinung wie andere hier: Man kann auf die eigenen Leistungen stolz sein, oder auf Leistungen an denen man zumindest einen Anteil hatte. Aber man hat keinerlei Einfluss auf seinen Geburtsort...warum sollte man also darauf stolz sein? 

Antwort
von OhneRelevanz, 50

Nationalstolz führt, da er über Includierungsfaktoren funktioniert, automatisch zu Ausgrenzung und - besonders in Krisenzeiten - zum Chauvinismus, zum Rassismus und zur Diskriminierung. 

Es klingt immer sehr versöhnlich, behauptet man, man "liebe" "sein" Land sei aber immer noch "fair" anderen Ländern gegenüber, aber die Realität sieht nun mal anders aus. Ich verbiete niemanden zu sagen, dass er ein bestimmtes Land mag oder gerne in diesem oder einem anderem lebt, aber Nationalstolz ist ein gefährliches Relikt aus der Vergangenheit und hat in der heutigen, modernen Zeit nichts mehr verloren.

Kommentar von Gedankenundso ,

Frage .... wenn man eine gesunde Mischung hat mit Nationalstolz, wirkt sich das ja nicht auf Mitmenschen oder anderes aus? es gibt natürlich in jeder sache Extremisten

Kommentar von OhneRelevanz ,

Nationalstolz an sich tendiert zum Extremismus. 

Antwort
von Dahika, 20

Schlimm nicht, nur etwas albern. ich bin stolz  darauf, dass ich eine gute Schulbildung geschafft habe. Ich bin stolz darauf, dass ich gut im Beruf bin. Ich bin stolz darauf, dass ich rel. gut reiten kann. Ich bin stolz darauf, dass ich gut English kann und gut kochen.

Ich bin nicht stolz darauf, Deutsch zu sein. Warum? Das ist purer Zufall. Ich hätte auch - bloß nicht - als Afghanin auf die Welt kommen können. Ich bin froh, Deutsche zu sein, weil es hier friedlich zugeht, kein Krieg herrscht und es uns gut geht. Aber froh sein ist nicht stolz sein.

Ich bin nicht mal stolz, wenn die Nationalelf im Fußball gewinnt. Warum? Ich habe doch nicht mitgespielt. Ich freue mich, aber ich bin nicht stolz darauf.

Antwort
von Sqitra, 82

Ich finde das absolut nicht schlimm. Ich bin auch stolz auf mein Land, allerdings hab ich auch ein großes Herz für anderen Nationalitäten und ich finde solange alle fair miteinander sind ist das doch schön.

Antwort
von Citoyen, 54

Nationalstolz bedeutet, dass man eine starke emotionale Bindung und Identität hinsichtlich seiner Landsleute und seinem Heimatland entwickelt. Man fühlt sich mit seiner Heimat und den Menschen verbunden und bewertet die gemeinsame Entwicklung und gemeinsame Errungenschaften sehr positiv.

Das ist an sich nichts schlechtes und sofern du andere Kulturen nicht als unterlegen und minderwertig betrachtest, ist ein solcher Nationalstolz durchaus gut. Schlimm wird es wie gesagt, wenn du deiner Nation eine absolute Daseinsberechtigung erteilst und andere Kulturen als daseinsunwert betrachtest.

Normalerweise stehe ich Nationalstolz eher skeptisch gegenüber, weil es viele damit übertreiben. Aber du scheinst da vernünftiger zu sein.

Daher: In deinem Falle würde ich sagen: Mach das. Da spricht echt nichts gegen. :)

Antwort
von Lazybear, 18

Naja patriotismus und nationalismus sind für mich verschiedene dinge, freude am eigenen land, freude über traditionen und kultur sind sehr gut, das ist für mich patriotismus, aber zu sagen mein land über andere länder ist nationalismus, wenn noch rassismus dazukommt ist das eine sehr schlimme kombo, das ist meine meinung dazu!

Antwort
von PoisonArrow, 56

Stolz zu sein auf seine Herkunft ist in meinem Verständnis einhergehend mit eingeschränktem Verstand.

Ich kann stolz sein, wenn ich etwas gebaut, gezeichnet, gelernt, in welcher Form auch immer geschaffen / geschafft habe.

Ich hatte keinen Einfluss darauf, in welchem Land mich meine Mutter, zugehörig zu einer Nation, die ich mir ebenfalls nicht aussuchen konnte, auf die Welt gebracht hat.

Wie kann ich auf ein solch zufälliges Ereignis stolz sein?

Ich bin bestenfalls froh / dankbar, das ich Deutscher sein darf, und nicht in einem Land mit Armut und Hungersnot beheimatet bin.

Heimatliebe lass ich ja noch durchgehen - aber Nationalstolz ist für mich ein nicht begründbares Gefühl.

Grüße, ----->

Antwort
von napoloni, 14

Stolz ist ein Wort, das viele Menschen in diesem Land nervös macht^^

Die Argumentation ist dann etwa: Wie kann man auf etwas stolz sein, zu dem man nichts beigetragen hat? Und die Angst ist stets, dass der "Stolz" auf die eigene Identität in Geringschätzung gegenüber andere Identitäten umschlägt.

Es gibt den Begriff "Berufsethos" oder "Berufsehre". Der heißt, dass man z.B. als Arzt oder Handwerker alles daran setzt, Seinesgleichen bestmöglich zu repräsentieren und seinen Kollegen keine Schande zu machen.

Diese Art Stolz lässt sich auch auf das eigene Land, auf die eigene Nationalität übertragen. Das hat dann nichts mit Ausgrenzung oder Nationalismus zu tun.

Antwort
von Malavatica, 61

Ich finde das normal und nichts Schlimmes. 

Und es sollte auch für Deutsche gelten. 

Kommentar von healthylifex ,

Natürlich. Schließlich sind deutsche auch nur Menschen, es wird immer einen geben der ziemlich viel s.heisse bauen wird, aber deshalb kann man doch nicht all andere beschuldigen. 

Kommentar von Malavatica ,

Ja eben. Es werden immer nur die Nachteile gesehen. Ausser bei der Fußball EM. 

Kommentar von Kasumix ,

Geh mal ins Ausland und sag du bist deutsch... “ahhh, German, hitler“ niemand verbindet wirklich was anderes damit... Über uns schwebt die Wolke und die wird man nicht los...leider :/

Kommentar von Malavatica ,

Manche mögen uns aber auch. Zum Beispiel Italiener. Warum kommen die alle so begeistert nach Deutschland? :)

Kommentar von healthylifex ,

Naja man muss auch bedenken, der Typ hat Weltkriege ausgelöst und so viele Menschen umgebracht, deshalb wird das sofort erwähnt. Natürlich könnt ihr dafür nichts, aber ich kann dir eins versichern, die nehmen das gar nicht so ernst wie wir es hier ernst nehmen :D es ist halt nur Geschichte und wird nur mal erwähnt, aber die denken über euch ganz sicher nicht 'öh schau dir die Nazis mal an, Hitler anhänger' oder ähnliches, das ist Schwachsinn. Ihr solltet das nicht so ernst nehmen :) 

Kommentar von Malavatica ,

Ich glaube auch, die jüngeren sind da offener. 

Antwort
von walthari, 77

Naja, im Grunde ist es nichts schlechtes wenn man auf seine Herkunft stolz ist aber man sollte bedenken das man das ja nicht selbst entscheiden kann...du hättest ja auch am Nordpol zur Welt kommen können oder in Südafrika...ist also reiner Zufall das du Türkin bist. ; )))

Kommentar von healthylifex ,

Das weiß ich :D Ich will hier keine Nation besser darstellen oder so, aber es ist trotzdem meine Heimat, die Menschen die mir ähnlich sind, verstehst du was ich meine? Würde es jetzt zB einen ernsthaften Krieg geben würden wir wahrscheinlich alle(Türken) zusammenhalten, und genau darauf bin ich stolz, das man nicht vergisst woher man herkommt, wer man ist und wer unsere Vorfahren sind. Aber wie gesagt ich will hier niemanden als Feind oder 2. klasse darstellen oder so :) 

Kommentar von FragaAntworta ,

Warum bist Du dann hier? Und verteidigst nicht das erreichte gegen Erdogan? Er bringt Schande über Deine Vorfahren, die ein demokratisches Land wollten.

Kommentar von Malavatica ,

Für Erdogan kann der Fragesteller jetzt aber auch nichts. Es geht um mehr. 

Kommentar von healthylifex ,

@FragaAntworta, nur weil ich hier bin, heißt es nicht das mein Land für mich weniger wert ist oder ich weniger tun kann. Wenn ich Türke bin, dann überall. Und weißt du was, es ist gut das ich hier bin, weil ich auch anderen viel von meiner Kultur und allem weitergeben kann, und soll ich dir mal was sagen, all diese Politiker, all diese unnötigen Menschen KOMMEN UND GEHEN. Das was am Ende 'übrig' bleibt, ist das volk und deshalb würde ich niemals einen anderen Türken - nur weil er AKP Anhänger ist, verspotten. Die Medien, die Außenstehenden, die Mächtigen, wollen das wir untereinander Feinde werden, aber sowas lasse ich persönlich nicht zu. 

Was Erdogan angeht; lächerlich das du mit solch einem Argument ankommst, du weißt genau das Paar Türken ihn nicht 'stoppen' könnten, außerdem sollte man sich nicht so sehr von den Medien blenden lassen und mal selbst hingehen und schauen :-) 

Kommentar von FragaAntworta ,

Ah ja, manchmal muss man nur warten, dann zeigen die Menschen, was sie wirklich meinen, ich hatte er mir schon gedacht, aber Deine Sätze zeigen was Du meinst, und ja, es gibt auch genügend Beispiele für Menschen, einzelne und Gruppen, die etwas ändern können, so wie der Weg mit dem ersten Schritt anfängt, so beginnt die Veränderung in einem ersten Menschen. Aber egal, Du wirst es so wenig verstehen, wie ein AfD Anhänger das Konzept Brüderlichkeit versteht.

Kommentar von hoermirzu ,

FragaAntworta; alle meine Kollegen mit türkischen Wurzeln sehen das genauso.

Die Methode, seine Kritiker zu eliminieren oder zumindest einzusperren, kennen wir doch schon aus der Antike. Den ewig Gestrigen auf der ganzen Welt, fällt eben nichts anderes ein.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 9


Ich persönlich finde das toll, solange man gegenüber anderen Ländern 'fair' ist bzw wenn man die anderen Länder nicht als Feind betrachtet, wenn man einfach zusammenhaltet, für das Land etwas gutes tut und stolz auf die Vorfahren/ 'mächtigen' sind


Das Wort "stolz" im Zusammenhang mit dem Herkunftsland bzw. dem eigenen Volk beinhaltet immer einen gewissen Hochmut anderen Ländern und Völkern gegenüber. Wenn du also "gegenüber anderen Ländern 'fair'" sein willst, dann kannst du diesen Begriff guten Gewissens nicht verwenden!

In einem deutschen Sprichwort wird der Begriff trefflich charakterisiert:

"Bey dem stoltz man Narren kennt, denn stolz von stultus [dumm] wirdt genennt, die Teutschen hant verstanden wol, wie man der Hoffart nennen sol."


Quelle: Sigmund Feyerabend: Theatrum diabolorum. 1569 (und Nachauflagen; hier eine Ausgabe:  http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10148089.html)


Obwohl also die Bedeutung des Wortes weit vorher längst bekannt war, ist die obige Mahnung dennoch im 19. und 20. Jahrhundert von allen europäischen Völkern und besonders den Deutschen missachtet worden. Man kann also vor dem Gebrauch dieses Wortes im Zusammenhang mit der Fragestellung nur warnen!

MfG

Arnold




Antwort
von MasterChristian, 54

Schlimm find ich es nicht. Aber ich persönlich finde man kann nur auf etwas Stolz sein, dass auf das man selbst einfluss hatte und da gehöhrt die Herkunft nicht dazu.

MfG MasterChristian

Antwort
von SoVain123, 47

Natürlich ist das nicht schlimm! 

Antwort
von hoermirzu, 31

Stolz ist ein Wort, das ich gar nicht gerne in den Mund nehme.

Stolz zu sein auf etwas, das einem passiert ist, finde ich affig. Der Zufall hätte Dich auch in Somalia auf die Welt kommen lassen können.

Dass erwachsene Menschen ihren Unterhalt mit Ballspielen verdienen ist schon merkwürdig, dass man denen auch noch dabei zusieht, in Stadien pilgert und in Kauf nimmt, da von einem Idioten verletzt zu werden, ist meiner Meinung nach dumm.  

Kommentar von healthylifex ,

Ich finde die Aussage mit 'dumm' bisschen respektlos. Geld verdienen muss nicht immer 'im Büro sitzen und Rückenschmerzen bekommen' sein. Es ist eine Leidenschaft. Ich persönlich würde mal auch gerne mein Geld im besten Fall mit Kunst verdienen oder in dem ich anderen Menschen helfe, der Welt etwas gutes mitgebe. Das ist auch eine gewisse Leidenschaft von mir und es tut mir gut. Und ich weiß auch dass es nichts schöneres gibt wenn man seine Leidenschaft in vollen Zügen ausleben darf, deshalb freue ich mich zB für die Fußballer umso mehr wenn sie etwas erreichen. 

Kommentar von hoermirzu ,

Ist auch schön, sich über etwas mit anderen freuen zu können, noch schöner, sein Geld mit Kunst zu verdienen, das ist leider sehr viel schwieriger zu realisieren. Anderen zu helfen ist ebenso löblich wie schlecht bezahlt.

Gott sei Dank, gibt es viele Menschen, die nicht ausschließlich dem Mammon hinterherhampeln!

Antwort
von atzef, 31

Ja.

Nationalstolz ist eher eine Neurose und insoweit etwas krankhaftes.

"Stolz" kann man fraglos auf eine eigene Leistung sein - aber auf fremde? Auf beliebige Zufälligkeiten wie die Geburt in eine Staatsangehörigkeit?

Ferner geht Nationalstolz unweigerlich einher mit einem scheuklappigen Verdrängen negativer Aspekte und Erscheinungen der eigenen Nationalgeschichte oder politischen Verhältnisse. National"stolz" verhindert in der Türkei zum Beispiel, sich kritisch mit der eigenen Völkermordgeschichte auseinanderzusetzen.

Um derzeit als Türkin "stolz" zu sein, muss man ausblenden, was für ein Hinterwäldler in der Türkei zum Staatspräsidenten gewählt wurde. "Adolf" Erdogan und seine Politik sind für Türken eher ein Grund, sich zu schämen.

Kommentar von healthylifex ,

Ich lese deine Antwort erst jetzt aber diggah, wenn wir uns für Erdogan schämen sollen, dürften dann die deutschen ja nicht mehr raus mit ihrer Geschichte 😂 Aber wir beurteilen hier ja keinen nach einen Präsidenten oder nach der Geschichte, wie manch andere ;) 

 Was können wir bitte dafür das solch ein Mensch zurzeit Präsident ist? es ist 50/50, nicht ALLE Türken lieben ihn abgrundtief und trotzdem ist er Präsident was können wir bitte dafür?  Ach ja, ich bin dennoch stolz auf mein Land, und wie ich das bin!! außerdem würde ich mal an deiner Stelle das mit 'Völkermord' mehr recherchieren, die Türken haben schon seit Jahren unglaublich viele Beweise die dagegen sprechen aber die Armenier wollen es nicht wahrhaben und ignorieren bzw 'übersehen' das komplett :D  

Außerdem, wäre der Erdogan auch nur ANSATZWEISE so schlimm wie ihr ihn darstellen wollt, würden die anderen Parteien nicht mehr so eine große fre.se gegenüber Erdogan haben, s.heis mal auf deren Fre.sen, die würden nicht mal existieren, nach dem was sie über Erdogan so alles behaupten!!!!!  Außerdem würden fast in allen arabischen Ländern krieg WEGEN IHM herrschen, aber WARTE, nehmen wir mal palästina, Afghanistan, irak als Beispiel, hmmm wer greift diese Länder wohl an? wieder Erdogan .. ? :D

Die WAHREN, die ECHTEN Diktatoren werden ausgeblendet, schön eingeredet, und ihr bemerkt das nicht, genau DAS finde ich an solchen Menschen wie dich traurig, aber auch lächerlich zugleich. 

Kommentar von atzef ,

ICH habe keinen National"stolz". :-) Ich würde nie einen Menschen nach der Geschichte seines Landes beurteilen. Im Zweifel ist er an der nicht beteiligt und kann also nichts für sie.

Bedingt aber kann man natürlich einen Menschen nach der politischen Führung seines Landes beurteilen. Ich finde zwar auch manches diskussions- und kritikwürdig, was unsere Regierung macht, aber schämen muss ich mich für nichts, was die tun. :-)

Die türkische politische Führung wiederum hat zu verantworten einen eklatanten Rückstand gegenüber europäischen Standards an Presse- und Meinunngsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Schutz des Rechts auf Opposition, Wahrung der Menschenrechte und rechtsstaatlicher Prinzipien, ein deprimierend schlechtes Schulsystem, das bis 1997 eine Schulpflicht von lediglich 5 (!!!) Jahren kannte und sie seither auf sagenumwobene 8 Jahre erhöht hat, eine außenpolitische zunehmende Isolierung der Türkei, die ihr imensen volkswirtschaftlichen Schaden zufügt in Milliardenhöhe durch z.B. Einbrüche in der Tourismusbranche, etc. pp.

Angesichts solcher Probleme sich hinzustellen und trotzig seinen "Nationalstolz" zu bekunden, verlängert und verschlimmert nur diese Probleme. Was gibt es bitteschön auf dem Umstand "stolz" zu sein, dass die Mehrheit der Türken mit ihrer 5-klassigen Schulbildung kaum in der Lage ist, eine Tageszeitung unfallfrei zu lesen...?

Es gibt auch keinerlei "Beweise" gegen den Völkermord an den Armeniern. Die offizielle türkische Position räumt ja selber die Tötung von mindestens 300.000 Armeniern ein, weigert sich aber, von Völkermord zu sprechen, um sich einfach die Verantwortung für dieses Verbrechen vom Leib zu halten. Ständig seinen Verantwortungen zu fliehen, ist aber auch nichts, auf das man "stolz" sein kann, sondern das eher für Ehrlosigkeit steht.

Angesichts solcher Probleme sich hinzustellen und sich "stolz" auf die türkische (Hühner)Brust zu trommeln ist das einzigste, was da wirklich lächerlich wirkt.

Antwort
von FragaAntworta, 118

Man kann nur Stolz sein, auf die eigenen Leistungen, woher ich komme ist vom Zufall abhängig und nicht ein Wink des Schicksals. Also ist es doch ziemlich seltsam stolz darauf zu sein, für etwas woran man nichts ändern kann. Man könnte stolz sein, auf z. B. die eigenen guten Noten, einen guten Abschluss usw.

Kommentar von SoVain123 ,

Dann könnte man aber auch nicht stolz auf seine Eltern sein ... 

Kommentar von atzef ,

Man kann seine Eltern lieben, man kann sie bewundern, man kann sich darüber freuen, was sie geleistet haben -aber stolz sein auf seine Eltern? Da geraten dir ein wenig die gefühlsdimensionen durcheinander...

Kommentar von Kasumix ,

Ich finde es ist was schönes...

Stolz ist generell etwas tolles...

Nur durften wir Deutsche das nie wirklich zeigen oder fast schon nicht “empfinden“... Vllt kommt es einem deshalb befremdlicher vor...

Kommentar von healthylifex ,

Ich finde das ehrlich gesagt teilweise egoistisch. Ich kann auch stolz auf andere sein, weil ich einfach wert auf diese Dinge, auf diese Menschen vor allem auf meine Herkunft lege. Würde es jetzt zB einen ernsthaften Krieg in der Türkei geben würde ich hier keine Sekunde warten, schließlich haben meine Vorfahren für unser Land ebenfalls so gekämpft, damit wir es jetzt gut haben.  

Kommentar von FragaAntworta ,

Nein, dann ist Stolz das falsch Wort, und ehrlich gesagt, wie kann man auf ein Land wie die Türkei momentan stolz sein? Aber ich verstehe, dass Du einen übertriebenen Nationalstolz besitzt, und diesen auch verteidigst, aber Du solltest dann noch das Wort "Stolz" überdenken.

Quelle: http://wiki.yoga-vidya.de/Stolz

Kommentar von Jonas711 ,

Und genau da sieht man eben schon, wo Nationalstolz und Patriotismus hinführen...

Eben noch "andere Länder nicht als Feind betrachten", jetzt "Wenn es zu einem Krieg kommt, bin ich sofort dabei". Ohne nach Kriegsparteien, Gründen, Interessen, Rechtmäßigkeit, irgendwas zu fragen, einfach mitmachen, weil die Leute ja aus dem gleichen Land kommen.

Kommentar von FragaAntworta ,

Ja Jonas711, da siehst man doch dann immer woher der Gedanke kommt, wenn Menschen Stolz mit Land verbinden. Am Ende geht es doch um Feinde und Krieg.

Kommentar von healthylifex ,

@Jonas711 ich habe hier niemals behauptet das ich nicht hinterfragen würde, oder unschuldige etwas antun würde, du unterstellst mir hier Dinge, die nicht mal ansatzweise stimmen(von meiner Seite aus, ich weiß das es solche und solche gibt). 

Du verstehst mich nicht richtig, deine Vorfahren haben für dein Land, für das was du jetzt besitzen DARFST, auch gekämpft oder nicht? Also würdest du, wenn jetzt andere ankommen würden und dir das wegnehmen wollen würden was du besitzt, nicht kämpfen? Würdest du dann immer noch sagen 'mir egal, kriege sind unnötig'? Ich denke nicht. Ich will hier nicht andeuten das NUR Krieg eine Lösung ist, aber wenn es keine andere Lösung gibt muss es sein. 

Kommentar von Jonas711 ,

Ich bin mir sicher, dass du keine übertriebene Freude daran hättest, Menschen für die Türkei zu töten, aber du scheinst bereit zu sein, deinen Widerwillen, entgegen deiner Überzeugungen zu handeln, deinem Nationalstolz ein Stück weit unterzuordnen. 

Du sprachst zudem von "keine Sekunde warten". Entweder bist du also sehr schnell in der Lage, dir einen umfassenden Überblick über die Situation zu machen oder Dinge zu hinterfragen ist doch nicht so dein Ding. 

Diese Kombination ist in meinen Augen brandgefährlich und macht dich relativ leicht manipulierbar. Mit ähnlichen Grundsätzen sind in Deutschland vor bald 80 Jahren haufenweise junge Menschen in den Krieg gezogen.

Ja, meine Vorfahren oder deren Landsleute haben in dem Land und für das Land, in dem ich lebe gekämpft. Aber warum sollte das eine positive Sache sein? Wenn ich mir anschaue, wer hier alles gegen wen gekämpft hat - Österreicher gegen Preußen, Katholiken gegen Protestanten, Deutsche gegen Franzosen, etc. - was zur Hölle ist dann daran gut? Die Geschichte ist eine einzige Ansammlung von völlig sinnlosen Kriegen, in denen völlig sinnlos haufenweise Menschen gestorben sind. Stolz ist das merkwürdigste Gefühl, das man damit verbinden kann. Ekel wäre angemessener. 

Bezüglich Krieg: Ich würde tatsächlich nicht für mein Land in den Krieg ziehen. Auch nicht, wenn es zur Abwehr eines angreifenden Gegners ist. Aber ich denke auch nicht, dass dies notwendig ist. Krieg ist präventiv durch kluge Bündnissysteme verhinderbar. Kein Land der Nato braucht einen Angriffskrieg durch ein anderes Land mehr zu befürchten, vorausgesetzt man lernt im Umgang mit Russland deutlich hinzu. Daher stellt sich die Frage nach dem Krieg nicht.

Kommentar von atzef ,

@ Jonas711

Daumen hoch! Sowas von Blattschuss!!! :-)

Kommentar von Gedankenundso ,

meines Erachtens kann man stolz auf ein Land sein (oder mehrere) schließlich leisten die meisten Länder natürlich auch viel alleine in den letzten kriesen haben viele länder zusammengehalten. kriege Hass und all das entsteht alleine schon in der Politik.... worauf wir Otto normal Bürger keinen Einfluss haben zumindest nicht immer. es wird dann viel information unterschlagen und die Leute halten zu ihrem Land und wollen dafür auch kämpfen weil sie auch manchmal nicht die ganze Wahrheit kennen. alleine im 2. Weltkrieg wurden sehr viele lügen verbreitet. man darf nicht vergessen Menschen sind leicht zu manipulieren

Kommentar von FragaAntworta ,

Nö., kann man nicht Gedankenundso, ich ahne zwar worauf Du hinauswillst, aber der Ansatz ist meines Erachtens nach falsch, ein Land kann nichts leisten, außer das dort was wachsen kann, es sind die Bewohner dieses Landes, Du kannst z. B. Stolz darauf sein, einer Nation von hilfsbereiten Menschen anzugehören, die andere in Not aufnehmen, aber auf ein Land?

Kommentar von healthylifex ,

Habe ich etwas anderes behauptet? Wenn ich mir unsere Geschichte anschaue, was für Menschen das waren, freut es mich umso mehr und ich hoffe das sich das nie ändert. Ich habe nicht behauptet das ich auf das Land an sich stolz bin, sondern auf das Volk, deren allgemein betrachteten Charaktere, unsere Vorfahren - kurz gefasst; unser 'Land'. Ihr führt euch hier so auf, als würde ich all andere Länder und all andere Menschen verspotten und NUR die Türken sehen. So ist das eben nicht. Ich bin sogar dankbar das ich überhaupt von anderen Kulturen etwas mitbekommen habe, das ich mit der deutschen Kultur und Disziplin aufgewachsen bin, ich bin nicht eine die nur an Traditionen und an der eigenen Kultur festhält und sich alles schön einredet. Wenn es so wäre würde ich hier ganz sicher nicht leben, denn dann würde ja für mich nur Türkei zählen haha. 

Natürlich hat alles auch schlechte Seiten, aber es geht um den Zusammenhalt, das man in guten wie in schlechten Tagen zusammenhält.  

Kommentar von Gedankenundso ,

@healthiylifex mach dir da jetzt keinen Kopf jeder interpretiert anders.... ich finde auch das du in bestimmten Punkten recht hast.

Kommentar von Gedankenundso ,

ich glaube das meint man aber auch damit das man stolz ist. eher weniger das du genau da Geboren bist sondern weil eben ein Land durch ihre Bürger so großes leisten. keiner wäre auf ein Land stolz wo nur Egoisten leben würden

Kommentar von FragaAntworta ,

Du meinst das Gedankenundos, der FS nicht unbedingt, er spricht dann sofort von Landesverteidigung und Krieg, usw., das kennt man auch aus der Geschichte vor dem ersten WK, da waren die Deutschen auch Feuer und Flamme für Nation und Krieg.

Kommentar von healthylifex ,

@FragaAntworta, diese Flamme hat bei den deutschen nie aufgehört und das ist auch gut so ;-) würde das aufhören, wäre Deutschland ganz sicher nicht da wo sie jetzt ist. Es geht darum was man unter kämpfen versteht. Wie man das definiert. Die Deutschen haben für ihr eigenes Land auch nach dem Krieg gekämpft, für die Freiheit, für ihre Meinungen. Sie haben alles getan damit wir es JETZT hier gut haben. Was meinst du wieso es diese Menschen sonst getan haben, hm? 

Und ich bin mir sicher, sollte so etwas wieder passieren, sollten die Meinungen wieder unterdrückt werden oder ähnliches, würden die Deutschen wieder kämpfen, sei es durch Frieden, oder Krieg. 

Kommentar von FragaAntworta ,

@healthylifex, wenn Du dieser Meinung bist, musst Du auch handeln und Deine Türkei vor Erdogan retten.

Kommentar von healthylifex ,

:D du redest von 'du wirst mich eh nicht verstehen' aber verstehst mich selbst nicht, was für eine Ironie. 

Du weißt ganz genau das ich recht habe, deshalb gehst du auf viele Dinge nicht ein und kommst hier immer noch mit 'dann rette Türkei vor Erdogan' an. Und ich weiß auch ganz genau das ihr Erdogan als eine Art Bedrohung ansieht, und genau das finde ich lächerlich, weil ihr euch von Medien und von euren mächtigen Leuten blenden lässt. Wie gesagt, geh hin und sieh selbst bevor du dir so eine zu viel versprechende Meinung 'bild'est. Und wenn du meinen letzten Satz nicht verstanden hast, brauche ich glaube ich keinen Kommentar mehr dazu abgeben .. ^^ 

Kommentar von FragaAntworta ,

@healthylifex, ja wir sind alle geblendet von den Medien (hust)... die gleichen Argumente wie die AfD, und das letzte was Du hast ist Recht, zudem erzählst Du immer davon, dass Du im Fall eines Krieges keine Sekunde zögerst Dein Land zu retten, aber wenn es wirklich Rettung braucht, weil es innere Feinde hat, dann zwickst Du Deinen Ego ein und erzählst was von Blendung durch Medien. Kann mir schon vorstellen was Du bist, das türkische Pedant eines AfD Fans.

Ein Staat, von außen angegriffen, kann wieder aufgebaut werden, Vernichtet werden Staaten von innen.

Kommentar von Gedankenundso ,

Ja aber eine Frage noch dann ist doch jegliche Art von stolz unangebracht wenn ich das falsch verstehe Bitte ich um Korrektur weil ich meine man sagt ja ich bin stolz auf dich nur als Beispiel

Kommentar von FragaAntworta ,

Wenn es Dich interessiert kannst Du das auch mal lesen: http://wiki.yoga-vidya.de/Stolz

Kommentar von Gedankenundso ,

man kann im Grunde als einzigste Person kein Land retten man kann nur dazu beitragen ;) @fragaAntworta ja bestes Beispiel der 2. Weltkrieg

Kommentar von FragaAntworta ,

Vor allem kann man dann Stolz darauf sein, etwas an solchen Zuständen geändert zu haben, wenn auch nur im kleinen Kreis, und wenn Stoltenberg nicht so gewesen wäre, wie er war, hätte er Hitler auch erschießen können, oder den Sprengsatz per Hand zünden, er hätte als Einzelner alles geändert.

Kommentar von Gedankenundso ,

ich denke selbst wenn Hitler damals die Attentate nicht überlebt hätte... hätte sich im großen und ganzen nicht viel geändert.... es standen zu viele Personen hinter ihm zu viele Politiker.... es wäre weiter gegangen aber eventuell nicht in diesem Umfang

Kommentar von FragaAntworta ,

Nein, es wäre dann aus gewesen, denn es lagen schon die Pläne vor, für ein Deutschland ohne Hitler, und Stoltenberg war ein Akteur darin, weswegen er auch nicht vorher sterben wollte.

Kommentar von Gedankenundso ,

interessant das is mir so leider nicht mehr in Erinnerung geblieben.... man lernt nie aus muss ich mal nach lesen das interessiert mich sehr

Antwort
von DarkWolf922, 13

Nennt man Patriotismus.Eigentlich eine gute Eigenschsft ohne die ein Volk und ein demokratischer Staat nicht überleben können.

Antwort
von Dexit, 40

Man darf Stolz auf etwas sein wie man moechte. Man sollte auch auf gewisse Dinge stolz sein.

Jedoch sollte man diesen Stolz nicht anderen unter die Nase reiben.

Antwort
von Gedankenundso, 26

Ich finde man kann nicht immer sagen man kann nur auf seine eigene Leistung stolz sein.
Natürlich kann man auf sein Land/Herkunft stolz sein.
Man sagt ja auch mit stolz seine Flagge tragen (Landes Flagge)
Ich persönlich finde es toll hier zu leben und geboren zu sein und respektiere auch alle anderen Nationalitäten welche auch mit stolz und viel Liebe über ihr Land reden.

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