Frage von SaBoThage, 66

Ist es (ethisch) legal einen senilen und dementen 86Jährigen Wertpapierfonds (DEKA Invest.der SPARKASSE!) im Wert von über 20.000Eur zu verkaufen?

Mein Opa konnte 2013 sein Bargeld nur so holen, dass er mit dem Taxi bei der Bank vorfährt, seine täglichen "10 Schritte" zu machen und zurück. außer wegen Ärzten verlässt er die Wohnung nicht (mehr, nach wie vor). Alles lässt er sich liefern und die Pflegedienste machen den Rest (Pflegestufe 1). Die Sparkasse hat ihm bereits ein Festgeld angedreht. Laut Beratervertrag habe er ein Studium (Fernschule, kein Titel) und seit 10 Jahren mit "Investment und Wertpapierhandel" SEHR gute Erfahrung [Ja, wenn in Western - Filme Banküberfälle zählen] Was da alles steht, was er "könnte" und sich bestens informiert hält (Er liest nicht die Handelszeitungen, sondern das TV-Programm) Das ist der reinste hohn...Er wusste damals nicht was DEKA-Fonds sind, weil er seit Jahren gegen Wertpapierhandel und "den ganzen Börsenquatsch" hetzte....und DA schließt er 20000Euro SO ab?

Jetzt braucht er eine neue Wohnung, wo die 20000Eur für umbauten gut sind. Jedoch sollte er in die Hauptstelle kommen (Mittlerweile kann er nicht mehr laufen). Dass war ihm zu weit, dann "plötzlich" wollte der Berater auch in die Zweigstelle kommen. Mit jetzt 89 ist er fast nur noch an den Sessel gebunden und hat 3mal in den letzten 6 Monaten vergessen, dass er mehr Geld als sein Rentenkonto hat. In diesem Zusammenhang fand ich diesen DEKA-Ordner und finde das grenzwertig. Von einer radikalen Profit-Bank hätte ich das erwartet, aber im Internet setzt sich die Sparkasse ethische Richtlinien, zumal ist die Sparkasse gemeinnützig....

Antwort
von Achwasweissich, 24

So lange dein Opa nicht dement ist oder sonstwie geistig beeinträchtigt kann er mit seinem Geld machen was er will. Das die Banken versuchen ihm so viel wie möglich anzudrehen ist nicht korrekt aber legal und auch nicht neu. Wenn du dem alten Herrn helfen willst geh mit zur Beratung oder rede mit ihm damit du dir die Unterlagen erstmal in Ruhe durchesen kannst und mit ihm drüber reden.

Meine Oma (fast 92) ist mittlerweile ziemlich drüber, meine Ma und ich haben ihr aber auch schon vorher zur Seite gestanden und zum Teil das finanzielle fachchinesisch aufgedröselt mit dem man versuchte sie zu Fonds etc. zu überreden. Oma war immer fit mit Finanzen, jahrzehntelang Buchhalterin aber etwas Hilfe (wobei sie das Gefühl hatte uns helfen zu können^^) ist sicher nicht verkehrt. Letztendlich will jeder nur Gewinn machen, Provision kassieren und verkaufen - egal bei welcher Bank.

Antwort
von Stellwerk, 31

Eine Sparkasse muss auch Profit machen; sie unterstützen zwar mehr soziale Projekte und fördern auf regionaler Ebene; das verhindert aber leider nicht, dass es geldgierige und verantwortungslose Berater gibt.

GIbt es denn ärztliche Nachweise oder Befunde über seinen Zustand zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses? Stand er bereits unter Betreuung? Damit könnte man den Vertrag bestimmt anfechten.

Die anderen Einträge bzg. Studium und sehr guter Erfahrung sind schwammiger. Ich fürchte, da hilft nur der Gang zu einer Rechtsberatung, um zu eruieren, ob es überhaupt Chancen gibt, etwas gegen den Vertrag zu unternehmen.

Ethisch ist das mit Sicherheit nicht. Inwiefern es gesetzeswidrig war, müssen Anwälte/Richter beurteilen.

Antwort
von ArcticBear, 13

Solange drin Opa keiner gesetzlichen Betreuung unterliegt (im Bereich finanzen) ist es natürlich legal. Allerdings hätte man das vor 3 Jahren anfechten können. (Die sparkasse hat auch mal einer 93 einen bausparvertrag mit Laufzeit 15 Jahren aufgedrückt. Der wurde im Nachhinein angefochten).

Antwort
von gurufinanzen, 16

Irgendwer muss ja den Vertrag unterschrieben haben.
Alleine davor erhält jeder Anleger z.B. mind. das Produktinformationsblatt (alle wichtigen Infos zu dem Wertpapier) sowie eine Broschüre Basiswissen Börsenhandel mit allen Infos.

Spätestens dort, hätte man das ablehnen können und sagen:"Achso, dass ist etwas mit Fonds - das möchte ich nicht."

Ob es 'vertretbar' ist, hängt auch vom Vermögen ab. Hat dein Opa nur diese 20.000€?
Oder hat dein Opa 100.000€ + zB Immobilien und legt davon 20.000€ in ein Fonds. Dann sieht das schon anders aus. Eine Diversifikation (Streuung) des Vermögens wird gerade von allen empfohlen, um das Geld überhaupt etwas für sich arbeiten zu lassen.

Antwort
von grubenschmalz, 15

Wenn er nicht unter Betreuung steht, ist das seine Entscheidung gewesen.

Antwort
von Tellerwaermer, 26

Erstens muss man LittleBobV2 zustimmen und zweitens ist jede Bank eine "Profit Bank".

Kommentar von SaBoThage ,

Sparkassen sind aber einen besonderen gemeinnutz, da öffentlich-rechtlich, unterworfen.

Kommentar von Stellwerk ,

Trotzdem machen sie normale Bankgeschäfte, verlangen z.B. auch Kontoführungsgebühren, schließen Filialen, wenn sie nicht mehr rentabel sind etc.

Sie unterliegen bis zu einem gewissen Grad anderen Richtlinien, aber sie sind KEINE Wohlfahrtsverbände.

Kommentar von Tellerwaermer ,

Den gemeinnutz kann man in der Pfeife rauchen.

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