Ist es erlaubt die Miete für eine Wohnung in einem Altbau anhand Mietspiegel zu erhöhen?

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5 Antworten

Leider fehlt die Angabe der Größe Deiner Wohnung. Somit nehme ich mal 70 m² an. Ich gehe davon aus, dass es sich um ein ansonsten normales Mehrfamilienhaus handelt.

Über die Ausstattung der Wohnung hast Du nichts geschrieben. Da Du über das lange nicht renovierte Treppenhaus als einzig negatives schreibst, gehe ich davon aus, dass die Wohnung ansonsten gut ausgestattet ist.

Dass sie altersgemäß nicht besonders gedämmt ist, wird im Mietspiegel berücksichtigt. Häuser von 1930 müssen nicht schlechter sein, als Häuser aus der Nachkriegszeit bis 1969. Gerade in den 50er und 60er Jahren wurde viel schlechtes gebaut.

Bei 70 m² liegt die Miete mit 450 € an der oberen Grenze dessen, was der Mietspiegel her gibt, soweit man das ohne Kenntnis der Wohnung beurteilen kann. Wenn nun eine Erhöhung von 2 % für 2 Jahre, also 1 % pro Jahr vorgenommen wird, kannst Du davon ausgehen, dass das der normalen Preissteigerung auch in Neukirchen-Vluyn entspricht. Da die Mieterhöhung vermutlich erst ab nächsten Januar oder Februar gilt, gilt bis dahin vielleicht auch schon ein neuer Mietspiegel, der diese allgemeine Preissteigerung schon berücksichtigt.

Aber selbst, wenn Deine Miete künftig 4,57 € je m² beträgt, ist das immer noch im Bereich dessen, was  noch lange nicht als Wucher angesehen würde.

Solltest Du wirklich auf die Idee kommen, die Mieterhöhung zu verweigern, darfst Du davon ausgehen, dass der Vermieter noch einmal eine Anfrage stellen wird, aber dann sicher nicht nur 2 %, sondern deutlich mehr.

Ich würde jedem normalen Mieter einer halbwegs normalen Wohnung dringend raten, eine Erhöhung von 1 % pro Jahr zu akzeptieren und lieber mit dem Vermieter die Gelegenheit benutzen, um beispielsweise jetzt schon zu vereinbaren, dass die jetzige Erhöhung wieder 2 Jahre gelten soll und dann beispielsweise wieder max. 10 € mehr verlangt wird.

Wir schließen mit unseren Mietern immer Index- oder Staffelmietverträge ab, wo die Mieter von vornherein wissen, um wieviel sich die Miete in den folgenden Jahren jeweils erhöhen wird. Das gibt Sicherheit für beide Seiten und vermeidet Streit und Ärger.

Abschließend: Sollte Deine Wohnung deutlich kleiner als 70 m² sein, würde ich der Erhöhung unter Hinweis auf den Mietspiegel allerdings schon widersprechen und mit dem Vermieter erst Recht eine Vereinbarung für künftige Erhöhungen treffen, sofern er dazu bereit ist.

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Kommentar von Hadrow
21.11.2015, 19:25

Hallo und danke für ihre Antwort. Die Wohnung befindet sich in einem Mehrfamilienhaus mit 6 Wohnungen. Sie ist nur 51,5 m² groß. Die 450 € ist die Gesamtmiete. Die Grundmiete beträgt jetzt 271,69 €.

Nach dem Mietspiegel wird der Mittelwert für Wohnungen zwischen 50 und 70 m² und normaler Wohnlage von 5,46 €/m² genommen womit die neue Miete ab 2016 281,19 € betragen soll. Es ergibt sich also eine Erhöhung von 3,68 %.

Bei Ausstattungsklasse wird in dem Schreiben nur Heizung, Bad/WC und Isolierverglasung genannt. Die Ausstattung der Wohnung würde ich aber nicht als gut bezeichnen, da alles schon ziemlich als ist (Die Kunststoffabdeckung an der Heizung ist Kaputt, Badewanne hat auch schon besser Tage gesehen, Holzdielenboden knarzt beim gehen)

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Wenn der Mietspiegel diese nicht modernisierten Häuser mit deren Kriterien erfasst - dann ja! Wurmstichige Äpfel kann man zwar mit Birnen vergleichen aber nicht gleichsetzen. Gibt es jedoch Vergleichswohnungen, dann sollten diese zum Vergleich herhalten. Das muss aber der Vermieter einleiten. Auch ein Gutachter könnte durch den Vermieter hinzugezogen werden.

Wenn du dem Mieterhöhungsverlangen aus diesem Grund nicht zustimmen willlst, dann kannst du gleich dem Vermieter widersprechen oder gar nicht antworten. Der Vermieter müsste dann deine Zustimmung einklagen.

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Kommentar von Hadrow
20.11.2015, 15:17

In dem Mietspiegel auf den sich der Vermieter bezieht gibt es keine Aufteilung nach Modernisierungsgrad. Es wird lediglich nach Wohnfläche und Lage (normal/gut). In unserem Fall nimmt der Vermieter von der Spalte "gute Lage" den Mittelwert.

Die Kosten der Klage müsste dann ich übernehmen, falls entschieden wird, dass die Mieterhöhung rechtens ist?

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Das ist erlaubt. Sogar für noch ältere Häuser.

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Ist es erlaubt die Miete für eine Wohnung in einem Altbau anhand Mietspiegel zu erhöhen?

Auch bei einem Altbau darf man die Miete erhöhen.

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Die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen während der Mietzeit beträgt 20% (der Nettopmiete), In bestimmten Ländern sogar nur 15% binnen drei Jahren. Die 10 EURO/Monat liegen da wohl weit drunter. Was zahlst du derzeit Netto (ohne BK)?

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Kommentar von Hadrow
20.11.2015, 19:52

450 Euro. Klar die 10 Euro sind nicht viel. Nur befürchte ich, dass der Vermieter sich das zur gewohnheit macht und in den nächsten Jahren wieder erhöht.

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