warrenbuffet am 09.11.2007 um 21:15 Uhr
Neulich habe ich böse Blicke geerntet, als ich unserer Bedienung am Ende Essens in einem recht feinen Restaurant den leeren Teller gereicht habe, damit sie nicht um den halben Tisch herum laufen muss. Wie sind hier die Anstandsregeln? Wer kennt sich aus?
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Das hat weniger mit Anstandsregeln zu tun, sondern damit, dass Du als Gast der Bedienung überhaupt keinen Gefallen tust, wenn Du die Teller reichst. Ein professioneller Kellner hat eine Technik, die Teller so auf dem Arm zu stapeln, dass er einen ganzen Tisch komplett auf ein Mal abräumen kann.
Wenn Du nun "hilfst", bringst Du seine Technik und sein System durcheinander, er muss öfters Laufen, verliert Zeit und muss den Tisch halb abgeräumt stehen lassen, was aus Sicht des Kellners unprofesionell ist.
Deshalb: Lass ihn seine Arbeit machen, er kann es alleine am Besten.
koira1975 am 9. November 2007 21:38 Klare Worte für das, was ich sagen wollte;-) DH
Wolfgang Foerster am 9. November 2007 21:42 :-)
Wenne am 9. November 2007 21:45 Dank GF wieder mal was dazu gelernt! :-)

Ich habe jahrelang gekellnert und kann dir deshalb aus der Perspektive der Kellnerin anworten: Wenn mehr als drei Leute am Tisch sitzen, gibt es für das Tellerstapeln ein bestimmtes System, gerade wenn man mit Besteck abräumen will. Wenn Dir jetzt nur einer den Teller reicht und er/sie der Letzte am Tisch mit Teller ist, ist das ok, aber meist tritt die eigentlich ja sehr nett gemeinte Geste eine Lawine los und alle reichen Dir dann den Teller und damit es vermeintlich noch einfacher wird, wird dann gerne auch gestapelt. Diese Teller dann aufzunehmen ist schwierig, da du zB das Besteck eigentlich separierst, um mehr Halt zu haben und ein Stapel Teller sehr schwer mit einer Hand aufzunehmen ist, die du ja nur frei hast.Normalerweise läuft man die Gäste ja ab und nimmt immer von rechts den Teller. Wenn Du ihn nun von links hinten reichst, kann es auch sein, das die Kellnerin bei einer Tafel recht schwer dran kommt ohne ihren Tellerbau zu gefährden. Dann fällt gerne mal ein Besteck oder Schlimmeres;-).
in einem sogenannen "feinen" restaurant wirst du niemals sehen, dass eine Servierkraft mehr als drei Teller auf einmal abserviert!! Das stapeln von tellern, u.ä. ist äußerst "unfein"; bei geeigneter technik und in der geeigneten location jedoch durchaus in ordnung und meist auch gar nicht anders möglich (verhältnis personal:gästen, ...)ABER: ich entscheide aus der situation heraus, ob ich mit dem reichen eines z.b. tellers dem personal behilflich sein könnte oder nicht - dieses recht gestehe ich mir eben zu - ein lächeln erntest du meist!!
in einem feinen Restaurant würde ich keinen Teller reichen; in einem anderen schon!

Um es mal ganz im Ernst zu sagen: Ich sch... auf die Anstandsregeln!
Wenn ich beim Essen bin und mich mit Freunden oder Bekannten danach unterhalten will, dann ist die Tätigkeit der Bedienung für mich eigentlich nur störend. Da die Bedienung ja nichts anderes machen kann versuche ich doch, rein aus Eigennutz, diese zwangsweise Störung so kurz wie möglich zu halten.
Dazu gehört auch dass ich ihr bei Bedarf den Teller reiche oder man auch mal das Geschirr schon vorher zusammenstellt.
Für die Bedienung ist es eine kleine Erleichterung ihrer Arbeit und für mich
a) kein Problem ihr diese Erleichterung zukommen zu lassen
b) leichter ein laufendes Gespräch fort zu setzen.
Was sollen solche 'Anstandsregeln' die uns das Leben allen nur schwerer machen?
shagdalbran am 9. November 2007 22:45 Vielleicht solltest Du 'mal in ein Restaurant gehen, in dem Profis bedienen.
Deine Aussage, dass Du auf Anstandsregeln "sch...", stempelt Dich ab als Soziopathen. Anstandsregeln mögen in manchen Fällen der Abgrenzung dienen, im Allgemeinen regeln sie das respektvolle Zusammenleben von Menschen.
Shag d'Albran
Wenne am 9. November 2007 23:29 Dass mit dem Soziopathen fasse ich mal als Beleidigung auf.
Anstandsregeln oder Etikette haben in meinen Augen oft den Touch der Abgrenzung.
Da ich aber keinen Unterschied zwischen den Menschen im Vornherein mache sehe ich eben diese Abgrenzung nicht als sinnvoll.
Unterschiede im zwischenmenschlichen Bereich zeigen sich ja erst dann wenn zwei Menschen aufeinander treffen und die kann man nicht vorher regeln.
Also gehe ich so auf die Menschen zu und behandle sie so wie ich mir ebenfalls wünsche behandelt zu werden.
Die Sache mit den 'Profis bei der Bedienung' ist doch so:
Bisher hat von den Bedienungen noch nie jemand was gesagt. Wohl auch deshalb weil ihnen beigebracht wird den Kunden nicht zu kritisieren.
Wenn du diesen Thread etwas aufmerksamer gelesen hättest, hättest du auch gesehen dass ich bei 'Wolfgang Foerster' dazu geschrieben habe:
> Dank GF wieder mal was dazu gelernt! :-)