Frage von ToniKim, 23

Ist es einfacher eine Promotion zu machen als einen Bestseller zu schreiben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Everklever, 10

Frag dich doch einfach mal, weshalb nicht alle Bestsellerautoren promoviert sind (vom Dr. h. c. rede ich jetzt nicht).

Andererseits - es gibt auch massenhaft Doktoren, die (noch) keinen Bestseller produziert haben.

Sollte das gar auf den Vergleich von Äppeln und Birnen hinaus laufen?

Antwort
von BrutalNormal, 10

Einfacher mit Sicherheit nicht.

Eine Promotion hängt viel von einem selbst ab und ist halt "Handwerk" nach einem formalen Muster.

Ein Bestseller ist auch eine "Kunst" für sich, aber sehr viel bedingt durch aktuellen Bekanntheitsgrad, Netzwerken, Kritiken und vor allem dem Herausgeber und der "Promotion", also dem Bewerben und Platzieren des Produkts.

Das hängt nicht von einem selbst ab ;)

Antwort
von achimjenisch, 11

^sogi

Ich sehe das ja undogmatisch. Wieso soll man einen Abschluss nicht wegen der damit verbundenen beruflichen Vorteile machen? Bei diesem Thema wird doch gerne moralisiert. Das Studium oder auch Weiterbildungen wie der Handwerksmeister werden ja auch meist mit mehr oder weniger bestimmten beruflichen Zielen (ob akademisch oder außerakademisch) verbunden. Ich weiß auch aus BWL-Vorlesungen, dass die Dozenten schonmal ausrechnen, welchen finanziellen Gewinn das persönliche Studium in Bezug auf das Lebensarbeitseinkommen bringt. Das ist wohl Teil der Fachkultur. Wenn man regelmäßig den finanziellen Vorteil von möglichen Investitionen ausrechnet, wieso soll man ausgerechnet bei der Investition in die Bildung eine Ausnahme machen?

Nun aber zu deiner Frage, hier kann ich dir allerdings aus vielfältigen Gründen keine Möglichkeit nennen. Jeder versucht doch, so gut wie möglich durchzukommen, ob man dies aber im Vorfeld stark beeinflussen kann, ist fraglich. Gründe, die einer "möglichst einfachen" Promotion im Wege stehen:

- Eine Promotion ist nun einmal eine selbständige wissenschaftliche Leistung. Man mag zwar mal mehr und mal weniger in eine Arbeitsgruppe eingebunden sein, die einem wichtige Impulse gibt, aber im Endeffekt gibt es keine Abkürzung dafür, sich selber den Kopf zu zermartern und sich zu quälen.

- Wenn du einmal mit der Promotion anfängst, wirst du dich vermutlich nicht trauen eine minderwertige Arbeit einzureichen, die man ein Leben lang einsehen kann und die wahrscheinlich sofort vom Prof zerfetzt wird. Einen gewissen Ehrgeiz entwickelt man meistens schon und die Forschung muss auch Spass machen. Das ist übrigens kein Widerspruch zur monetären Zielsetzung. Auch wenn der berufliche Vorteil das Ziel ist, hält man das nicht lange durch, wenn man nicht auch in jeder anderen Hinsicht voll dahinter steht.

- Es gibt kein Schema F für eine Doktorarbeit. Wie man eine schreibt, lernt man nur, indem man eine schreibt.

- Auch international ist die Promotion heutzutage relativ gleichwertig, wenn Beiträge auf Konferenzen erforderlich sind. Wissenschaft ist nun einmal international und nicht national. Wenn man eine merkwürdige Abkürzung nimmt, kann das leicht auf einen zurückfallen (Stichwort: "kleiner Doktor").

- Wieso sollte sich ein Professor darauf einlassen, wenn er keinen großen wissenschaftlichen Gewinn aus deiner Arbeit ziehen kann? Es stehen oft genug hochmotivierte Doktoranden in den Startlöchern. Mit der nötigen kriminellen Energie kann man höchstens noch jemanden bestechen oder einen Ghostwriter engagieren, aber Lügen haben bekanntlich kurze Beine, wie man in den letzten Jahren vermehrt feststellen konnte. Außerdem ist eine Diskussion hierzu sicherlich unerwünscht im Forum.

- In vielen Fächern gehören auch anerkannte wissenschaftliche Publikationen zur Promotion dazu. Hier kann man schwerlich tricksen, die Konkurrenz ist dabei so hoch, dass auch exzellente Paper auf großen Tagungen abgewiesen werden können.

- Eine völlig fachfremde Promotion (noch dazu nebenberuflich) halte ich für ausgeschlossen. Wie soll man mitgestalten können, wenn man nicht einmal die Grundlagen des Fachs beherrscht?

Alles in allem, gibt es keine offensichtliche Möglichkeit. Wenn du einen Weg gefunden hast, gib uns hier bescheid.

Ach so, du könntest einen Dr. med machen. Vermutlich müsstest du dazu erstmal Medizin studieren.

 

Kommentar von Everklever ,

 Wenn man eine merkwürdige Abkürzung nimmt, kann das leicht auf einen zurückfallen (Stichwort: "kleiner Doktor").

Ende der 70er bis Anfang der 80er gab es durch eine Übergangsregelung in den Hochschulgesetzen mal eine Schwemme von Leuten, die ohne Habilitation an den Titel Professor gelangten und sich fortan im akademischen Umfeld als "Discount-Professor" besonderer Achtung, Zuneigung und kritischer Beobachtung erfreuen durften.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten