Frage von nummer12345678, 426

Ist es eine Lüge mit den Ingenieur Mangel?

Hallo. Ich will Ingenieur werden, habe aber Angst das ich kein Platz Kriege in einem Unternehmen, da es viel zu viele Ingenieure in Deutschland gibt und viele Ingenieure arbeitslos sind. Stimmt es wirklich das Ingenieur Mangel eine Lüge iSt? Soll ich lieber was anderes studieren? Danke :-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Schmunzel135, 334

Mit dem „Fachkräftemangel“ ist es wie mit Ungeheuer von Loch Ness.
Jeder hat davon gehört. Schwierig - wenn nicht unmöglich - ist es aber, es zu fassen.

Mal abgesehen von der hier schon erwähnten Definition von Mangel wurden die Einstiegsgehälter für die hierzulande dringend benötigten Ingenieure aus dem Ausland vor 4 Jahren angepasst.
Als so knappe Ware hatte sich deren Wert aber nicht etwa verteuert:
http://www.sueddeutsche.de/karriere/zuzug-auslaendischer-fachkraefte-jetzt-reich...
Das allein sollte Sie bereits nachdenklich werden lassen.

Seither haben überdurchschnittlich viele junge Leute eines Jahrgangs ein Ingenieurstudium aufgenommen:
http://bildungsklick.de/pm/94962/arbeitslosigkeit-unter-ingenieuren-und-naturwis...
Für alle, die jetzt beginnen – wird die Konkurrenz sicher nicht besser.

Wer später sagt, er habe dem „Fachkräftemangel“ doch nur Glauben geschenkt, dem könnte es wie Dr. Jens Romba ergehen, der jetzt davor zu warnen versucht:
https://propagandaschau.wordpress.com/2014/09/04/gastbeitrag-die-mar-vom-fachkra...
Wer Dr. Romba nicht mag oder glaubt, den überzeugt vielleicht die
(zu bewusst später Stunde ausgestrahlte) ARD-Reportage:


(Der Arbeitsmarktreport - das Märchen vom Fachkräftemangel | ARD Reportage vom 21.07.2014 )

Wer gut ist – der bekommt immer was?
Das höre ich oft. Ich habe auch was.
Hatte in der Schule außer im Sport ein Sehr Gut – im Studium ein Gut bis sehr gut und in der Promotion ein Gut.
Ich habe daher tatsächlich etwas – und jetzt nach 25 Jahren im Beruf 30.000 Euro brutto im Jahr.
Wenn Sie mehr wollen – brauchen Sie Glück oder gute Beziehungen.
Damit ist es dann kein Problem, das Doppelte zu erzielen.

Kommentar von nummer12345678 ,

Was hast du denn studiert?

Kommentar von Schmunzel135 ,

Physik.

Verglichen mit den Ingenieurwissenschaften waren und sind diese schlechter dran. Übrigens immer noch besser als Chemiker, Biologen oder Astronomen.

Siehe auch:
http://bildungsklick.de/pm/94962/arbeitslosigkeit-unter-ingenieuren-und-naturwis...
Insofern ist ein Studium einer Ingenieurwissenschaft mehr zu empfehlen als das einer Naturwissenschaft.

Kommentar von nummer12345678 ,

Ich dachte das Physiker sehr viel verdienen.

Kommentar von Schmunzel135 ,

Und damit sich solche wie andere Legenden nicht unwidersprochen halten – habe ich mich zu Wort gemeldet.
Man muss immer nur wieder fragen – Wem nützt es?
wenn
-ein Fachkräftemangel behauptet wird
-von besseren Chancen im MINT-Bereich geredet wird
-von höheren Einkommen usw.

Warum wohl (ich erwähnte es) wurden die Einstiegsgehälter für die Einstellung von Ingenieuren aus dem Ausland gesenkt?
So betrachtet liege ich ja gar nicht schlecht.

Antwort
von Jackie251, 279

Man muss sich eben anschauen was "Mangel" bedeutet, zumindest im Hinblick auf dieses Thema.
Hier ist es ein Mangel, wenn die Wirtschaft nicht die "Flexibilität" vorfindet die sie sucht.
Die Wirtschaft interessiert es nicht ob ingesamt 10.000 Leute bereitstehen, die Wirtschaft fragt eher viele Leute im Pool "arbeite für 30.000 Euro im Jahr und an 10 wochenenden im Jahr zuhause reicht mit" sind.
Und da dort recht wenige vorhanden sind, existiert eben ein Mangel.

Natürlich muss man der Internationalen Entwicklung Rechnung tragen, die fetten Jahre sind vorbei. China zB hat in den letzen 15 Jahre Projekte mit eigenen Fachkräften abgearbeitet, deren geistige Vorarbeit in den 80er komplett im Westen gemacht worden wären.
Solche Nationen werden als vom Käufer von Ingenieurleistungen zum Verkäufer.
Genau wie in allen anderen Branchen wird natürlich auch hier in internationaler "Lohnausgleich" stattfinden. Wer heute studieren geht wird daher in seinen 50+ noch kommenden Berufsjahren mit viel Mitbewerbern zu kämpfen haben.

Allerdings würde ich die Frage dennoch anderherum stellen.
Geld ist natürlich nicht der unwichtigste Faktor. Aber einen Job den man nicht mag, hält man auch keine 50 Jahre durch. Es muss also schon zum eigenem Geschmack passen.
Und dann ist die Frage, welche Alternativen hat man? Es ist ja nicht sinnvoll zu sagen "bei den Ingenieuren gibts Konkurrenz, da werde ich lieber Maurer, Biologe, Chemiker" - denn ähnliche Entwicklung gilt für alle Berufe.

Antwort
von Mojit00, 241

Eines vorweg: Gute Ingenieure sind nie arbeitslos!

Je höher die geforderte Ausbildung für einen Beruf ist desto weniger Bewerber pro Stelle gibt es üblicherweise.
Die Bezeichnung "Ingenieur" ist im deutschen Sprachraum eher schwach definiert. So wird ein studierter (Diplom-) Ingenieur und ein angelernter Techniker oft in den selben Topf geworfen.

Aber um deine Frage zu beantworten: für einen studierten Ingenieur gibt es vielleicht nicht in jeder kleinen Gemeinde eine Stelle, aber bundesweit hat man es leichter als viele andere Berufsgruppen!

Antwort
von BrilleHN, 227

Das ist eine Frage der Definition die Industrie-Verbände sprechen von einem Mangel wenn auf eine freie Stelle nicht mindestens 7 Bewerber kommen - oder anders ausgedrückt in jedem Beruf in dem es nicht mindestens 6 Arbeitslose pro Stelle gibt herrscht ein Mangel an Arbeitskräften.

Antwort
von Hoegaard, 211

Viel zu viele arbeitslose Ingenieure? Sollte mich wundern. Da wäre ein aktueller Link als Beleg hilfreich.

Kommentar von Hoegaard ,

Vier Jahre alt.
Den vielen offenen Ingenieursstellen - laut VDI 76.400 - standen im August knapp 20.400 Arbeitslose gegenüber. 

Wie man dafür einen Beweis für den angeblich ausgedachten Ingenieurmangel konstruiert, bleibt das Geheimnis von Spiegel online.

Kommentar von Jackie251 ,

Weil das VDI die Definition "offene Stellen" nicht als "jetzt sofort zu besetzen" definiert, sondern mehr so als Schätzung für die nächste Zeit (inklusive der üblichen Alte gehen in Rente, junge rücken nach) und das Ganze mit einem Faktor hochmultipliziert für "es werden bestimmt nicht alle Stellen ausgeschrieben, die man besetzen könnte.

Das bedeutet, in der Zahl der verfügbaren sind die aktuell noch studierenden nicht enthalten.
In der Zahl der zu besetzenden Stellen, sind die mittelfristig in Rente gehenden jedoch sehrwohl enthalten.

Zudem sind für den VDI 2 Ingenieuere die je 55 Stunden/woche arbeiten, je so gesehen schon 3 Stellen zu je 37 Wochenstunden - also besteht bedarf für einen weiteren Angestellten. Die Tatsache das der zugehörige Arbeitgeber diese Stelle nicht besetzen will, sondern auch zukünftig Mehrarbeit eher auf die bestehenden Angestellten verteilt ist für den VDI belanglos.

Anders gesagt, da beide Zahlen auf völlig unterschiedliche Wege ermittelt werden, kann man sie gar nicht gegenüberstellen.

Antwort
von angy2001, 265

Ich habe bisher immer nur vom Ingenieurmangel gehört und kenne auch nur solche Daten. Nach meiner Ansicht hättest du also gute Jobchancen dann.

Aber hier ist doch ein interessanter Artikel dazu: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/bedarf-an-ingenieuren-in-deu...

Die Frage ist, wann wärest du denn mit deiner Ausbildung fertig und wie ist die Lage dann. Da ist also auch ein bischen Glaskugel dabei. Wenn du das gern machen möchtest, dann denke ich, solltest du das auch tun.

Antwort
von baindl, 212

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