Frage von Halloooo00, 129

Ist es ein Vorteil, wenn man in der Schule Latein hatte, um Medizin zu studieren?

Expertenantwort
von Miraculix84, Community-Experte für Latein, 37

1) Du hast den Vorteil, dass du dich fachsprachlicher besser ausdrücken kannst.

Mit Latein weißt du z.B. dass es...

* DIE Clavicula, aber DAS Schlüsselbein
* die ClaviculAE und die SchlüsselbeinE

... heißt. Das muss der Nicht-Lateiner erst mühsam erlernen.

2) Als Lateiner musst du viel auswendig lernen und als Medizinstudent auch. Das übt. :)

Aber ansonsten solltest du die Sprache lernen, die dir mehr Freude bereitet und in der du bessere Noten bekommen wirst. Für ein Medizinstudium ist der Abi-Schnitt entscheidend!

LG
MCX

Antwort
von Pangaea, 65

Nicht wirklich. Es gibt in den vorklinischen Semestern einen Kurs "Medizinische Terminologie", da lernst du alles, was du brauchst.

Wenn du Vorkenntnisse in Latein hast, wirst du in eine andere Gruppe eingestuft, das ist alles. Den Schein musst du aber trotzdem machen.

Kommentar von Halloooo00 ,

Soll ich Franz abwählen und Latein nehmen?

Kommentar von Pangaea ,

Nein, würde ich nicht machen.

Antwort
von capi89, 44

Es schadet bestimmt nicht, obs ein großer Vorteil ist, wage ich aber auch zu bezweifeln. Im Lateinunterricht lernt man keine medizinischen Fachbegriffe, mal abgesehen davon, dass viele auch aus dem Griechischen kommen. Es hilft bestimmt, wenn Du ein gewisses Gefühl für die alten Sprachen hast bzw. die Deklinationsparadigmen nicht mehr lernen musst, aber kriegsentscheidend ist das nun wirklich nicht.

Antwort
von Adrian593, 59

Nein, dennoch: Wenn du die Wahl zwischen Latein und Französisch hast, nimm Latein! 1. Gehen die Voabeln nur über 3 Klassen, mehr relevante gibt es nicht! Und 2. ist Latein eine Sprache, die man sehr leicht verstehen kann, wenn man die Grammatik und v.a. die Vokabeln gut lernt. Ich bin Streber und sprieße auch nicht vor Motivation, dennoch habe ich in Latein eine 2 ( 8.Klasse), einfach weil es leicht ist. All diejenigen aus meiner Klasse, die eine 5 haben, lernen nicht. Ausserdem beginnt man ab der 8. Klasse mit Lektüren, dann wird es erst interessant! Kein Lateiner ist vom Himmel gefallen, aber mit minimalem Zeitaufwand ist es locker machbar. Habe meine Entscheidung nie bereut, die meisten Franzosen schon. Beste Grüße,Adrian13J:) PS: Ausserdem kannst du dann immer mit Weissheiten wie carpe diem pralen:)

Kommentar von Halloooo00 ,

Leider ist das schon zu spät, ich habe Französisch genommen.

Kann ich irgendwie nebenbei Latein lernen?

Kommentar von Adrian593 ,

Man braucht Latein lediglich wegen den Deklination, dazu benötigt man das kleine Latinum, das man im 1. Semester leicht nachholen kann. Im Unterricht lernt man vielleicht 5 Fachbegriffe:)

Kommentar von beamer05 ,

das kleine Latinum, das man im 1. Semester leicht nachholen kann.

Niemand, der im Medizinstudium (in D zumindest) einigermaßen bei Verstand ist, wird statt des kleinen Kurses "med. Terminologie" mit ca. 2 Dutzend Stunden ein Latinum "nachholen" wollen.


1. nützt letzteres für das Studium nichts

2. wird man in der Regel keine Zeit dafür haben


Kommentar von Adrian593 ,

Ich kann auch nur wiedergeben, was mir mein Kinderarzt gesagt hat, der hat aber schon vor gut 40 Jahren studiert. Genau deswegen, weil man vielleicht 5 Fachbegriffe lernt, bringt Latein einem in dieser Hinsicht keinen Vorteil, was andere hier aber behaupten.

Antwort
von Pilotflying, 28

Früher war es noch zwingend Voraussetzung für das Medizinstudium, heute ist es das nicht mehr.

Trotzdem bringt es Vorteile. 

Gestern wolltest Du aber ja noch Pilot und Fluglotse lernen. Heute ist es Medizin. 

Da musst Du Dich aber ordentlich auf den Hosenboden setzen. Das gilt für Latein.. und auch fürs Medizinstudium. Sonst wird das nichts. Ohne Fleiß kein Preis und auch im Medizinstudium wird Dir nichts vorgekaut oder nachgetragen.

Kommentar von kimonina2015 ,

Pilot und Arzt? Ähnlichkeit gegeben- zumindest für Anästhesisten. MIr hat mal ein Anästhesist erzählt, er wollte Pilot werden. Er hat dann aber anders entschieden und viel später festgestellt, wie Ähnlich Start/Landung und Narkose Ein-Ausleitung sind:

Anfang und Ende anspruchsvoll, dazwischen meist Routine. Wenn anders, kann es richtig Stress geben.

;-)  fand ich witzig.

Kommentar von Pilotflying ,

Ja - hört sich witzig an. Aber er hat Recht.

Die Antwort bezog sich aber mehr auf den Fragesteller, der jeden Tag was anderes werden möchte und sich nicht entscheiden kann. Die Kombination Arzt wird Pilot oder anders herum gibt es aber durchaus. Kann ich aus eigener Erfahrung berichten und bestätigen. 

Aber es sind trotzdem zwei verschiedene Welten. Meist findet man sich am Ende nur im einer dieser Welten wieder. 

Solche Kombinationen findet man z. B dann, wenn man nach dem Medizinstudium oder auch erst nach ein paar Jahren im Beruf feststellt, dass dieser Job doch nicht das ist, was man bis am sein seeliges Ende machen möchte. Gerade bei den Piloten gibt bzw. gab es in früheren Jahren auch viele Quereinsteiger. Da war eben vom Bankkaufmann bis zum Arzt alles dabei.

Was nun besser ist,  muss jeder für sich entscheiden. 

Antwort
von kimonina2015, 51

Du hast gut gewählt. Latein hilft bei Ableiten von Wortstämmen . Französisch auch.

Du musst die medizinische Terminologie sowieso lernen, und da war zumindest bei mir die gelebte Sprache näher dran als dieser ganze theoretische Kram . 4

Ich habe mit 19 begonnen und war mit 25 approbiert. Ohne Latein. Aber mit Voltaire und Co. genauso fit.

Kommentar von Adrian593 ,

Endlich einer, der weiss, dass man Latein nicht braucht, um mit den 5 in der ganzen schulischen Laufbahn gelernten Fachbegriffen, sich mit den Kollegen zu unterhalten. Zu banal um wahr zu sein:)

Antwort
von xoKira, 52

Es hat den Vorteil, dass man die Basics schon kennt und sich evt. etwas ableiten kann.

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