Frage von Qochata, 166

Ist es ein Nachteil oder ein Vorteil und sogar herrlich, ein Atheist zu sein?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 34

Ich bin Buddhist und damit sowohl religiös, als auch atheistisch.

Konkrete Nachteile kann es meiner Meinung nach höchstens bei der Berufswahl geben, wenn der potentielle Arbeitsplatz einen kirchlichen Träger hat und die Konfession somit ein Einstellungskriterium wäre.

Außerdem können Atheisten in einer Krisensituation womöglich nicht auf das Gefühl religiöser Gewissheit einer Erlösung zurückgreifen, so dass ihnen dieses emotionale Ventil nicht bewusst zur Verfügung steht.

Meiner Meinung nach könnte es auch sein, dass es gänzlich areligiösen Menschen, ohne Bezug zur Transzendenz und Spiritualität an einer gewissen Tiefe mangelt, unabhängig davon, ob sie an einen Gott glauben.

Einen wirklichen Nachteil sehe ich sonst eigentlich nicht.

Ein Atheist lebt nicht in der Furcht vor einem strafenden Gott, ist nicht an religiöse Regeln gebunden und unterliegt nicht der Vorstellung der Sünde. Er hat also viele Freiheiten, die einigen religiösen Menschen verwehrt bleiben.

Ein Atheist ist nicht automatisch unmoralisch, nur weil er womöglich keine religiösen Werte vertritt, sondern er kann sich beispielsweise an humanistischen Idealen orientieren.

Grundsätzlich sehe ich weder Religion noch Atheismus als schlecht an. Allerdings sind mir Arroganz und Absolutheitsansprüche von beiden Seiten zuwider.

Ich finde einen fanatischen Atheisten, der ständig meint über seinen Nichtglauben reden zu müssen, genau so unangenehm, wie einen fanatischen Gläubigen, der mich ständig irgendwelchen Bekehrungsversuchen aussetzt.

Ich respektiere den Glauben, sowie den Unglauben anderer Menschen - wenn aber im Rahmen einer Ideologie die persönlichen Freiheiten massiv beschnitten werden und Diskriminierung und Manipulation daraus folgen, sehe ich Grund zu offenes Kritik.

Kommentar von Qochata ,

Religionen beschneiden doch die persönlichen Freiheiten unter Zuhilfename von Manipulation und Indoktrination

Kommentar von Enzylexikon ,

Ich sehe auch positive Aspekte in den Religionen, so dass ich sie nicht auf diesen isolierten Einzelaspekt reduzieren würde.

Ähnliches könnte man immerhin auch von gesellschaftlichen Normen, oder Gesetzen sagen, die uns entweder manipulieren, oder in unseren Selbstausdruck beschränken.

Für mich ist Religion nicht das große Übel, als das es von eingen Menschen wahrgenommen wird.

Kommentar von Baoshan ,

Meiner Meinung nach könnte es auch sein, dass es gänzlich areligiösen Menschen, ohne Bezug zur Transzendenz und Spiritualität an einer gewissen Tiefe mangelt, unabhängig davon, ob sie an einen Gott glauben. 

Aus Interesse: inwiefern?

Kommentar von Enzylexikon ,

Aus Interesse: inwiefern?

Erst einmal vielen Dank, dass du es offenbar nicht als Beleidigung aufgefasst hast, manche Menschen sind da ja seeehr empfindlich.

Zu deiner Frage:

Wir hatten hier beispielsweise mal eine Diskussion zum Thema Dankbarkeit  - unter anderem auch Dankbarkeit für Nahrung.

Da sagte jemand sinngemäß:

"Ich brauche niemandem zu danken, auch nicht dem Bauern für seine Arbeit, schließlich wird er dafür bezahlt".

Bei so einer Einstellung mangelt es dieser Person meiner Meinung nach an einer gewissen geistiger Tiefe.

Kommentar von Rixon ,

Das hat aber nichts mit Religiosität zu tun. Zudem Atheisten halt mehr froh oder glücklich über etwas sind, während religiöse Menschen eher dankbar sind. So habe ich es zumindest erlebt. Ich bin Froh das ich gesund bin, christen (als beispiel) dankbar. Wem sollte ich auch danken, dass ich Gesund bin. Mir selbst weil ich auf meine Ernährung achte? Wenn es keine höhere Macht gibt, brauch ich ihr auch nicht dankbar sein. Aber ich kann froh sein, dass alles ist wie es ist.

Antwort
von zoety, 72

kommt darauf an manche leute leben quasi für ihren glauben und der macht sie glücklich andere interessieren sich nicht für Religion ich finde es gibt weder vor noch Nachteile muss jeder selber entscheiden

Kommentar von Qochata ,

alles hat doch seine Kehrseite, sagt man

Antwort
von SturerEsel, 48

Ich bin sehr zufrieden mit meinem "Nicht-Glauben-Müssen".

Manchmal jedoch beneide ich die Katholiken. Haben die einen Bockmist gebaut, geht es zur Beichte und nach drei Vaterunser ist alles vergeben, vielleicht sogar vergessen.

Kommentar von lea3000 ,

Glauben ist kein MUSS

Kommentar von Qochata ,

Wenn der Glauben schon in frühester Kindheit anerzogen und geschult wird, dann steht schon ein gewaltiges Muss dahinter. Sich dem in späteren Jahren zu entziehen, gelingt nicht vielen

Kommentar von Rixon ,

Na doch. Es gelingt schon vielen. Nur je strenger sie religiös erzogen wurden um so länger dauert der endgültige Abnabelungsprozess. Bei mir hat es vielleicht 10 Jahre gedauert. Um auch den letzten Rest los zu werden. Bei dem einen gehts von heute auf morgen, weil eh kaum religiös erzogen beim anderen dauert es Jahre wenn nicht ein ganzes Leben lang, weil schwerst mit Religion traumatisiert.

Kommentar von Qochata ,

Droge Religion? "Opium fürs Volk" (Lenin)

Kommentar von Qochata ,

Es gibt da aber noch ein unabhängiges Naturgesetz, das für alle gilt, auch für unsereiner. Alles negative, was wir aussenden, kommt irgendwann wie ein Bumerang zu uns zurück; manchmal mit doppelter Wirkung. "Gott vergibt, Django nie!"

Antwort
von Raubkatze45, 42

Für mich wäre es absolut unvorstellbar, ein Atheist zu sein. Ich will nicht nur vorübergehend glücklich sein - sondern ewig

Ich will nicht nur vorübergehend lieben und geliebt werden - sondern ewig.

Mein Ich soll nicht vergänglich sein, sondern nie vergehen

Ich ertrage keinen  Abschied für immer, sondern ersehne ein Wiedersehen

Traurigkeiten, Krankheit, Leid, Ängste, Sorgen, Tod muss auch ein Atheist aushalten, das finde ich eher trostlos als herrlich.

Als Vorteil wird von Atheisten gesehen, dass man das Leben ohne Tabus und Gewissensbisse  genießen kann, ohne dass es eine Rechtfertigung gibt. Diesen vermeintlichen Vorteil kann ich nicht erkennen, das Vergnügen des einen wird dem anderen meist zum Schmerz.

Eine Ewigkeit ohne Gott finde ich nicht herrlich, sondern furchterregend. Da du diese Möglichkeit aber ohnehin als größten Blödsinn bezeichnest, wird deine Frage somit  hinfällig und  dient nur der Provokation gegen gläubige Menschen.

Kommentar von Baoshan ,

"Als Vorteil wird von Atheisten gesehen, dass man das Leben ohne Tabus und Gewissensbisse genießen kann, ohne dass es eine Rechtfertigung gibt."

Sorry, aber das ist absoluter Blödsinn. Man brauch wahrlich keine theistische religion um Moral zu besitzen.

Im gegenteil, ich käme z.b. Nie auf die idee mich für dein oben beschriebenes ewiges leben in die luft zu sprengen.

Kommentar von Qochata ,

Ja, genau. Und dann redet die Raubkatze vom ewigen  Glück. Glücklich sein ein Leben lang, schon das kann niemand, da Glück kein Dauerzustand ist  - immer mal wieder Glücks Momente erleben, das geht natürlich. Davon abgesehen können sich auch Atheisten ein Leben nach dem Tod vorstellen, da wir alle letztendlich aus Energie  bestehen. Und Energie hat ewigen Bestand, weil sie weder zu erzeugen noch zu vernichten ist - nur umwandeln lässt sie sich

Kommentar von Qochata ,

Und waren es in der Vergangenheit und in der Gegenwart nicht gläubige Mörder und Banditen, die im Namen ihrer Religion andere abgeschlachtet haben?

Kommentar von Rixon ,

Auch Atheisten müssen sich rechtfertigen.
Wenn ich heut lebe, als gäbe es kein Morgen, ist die Welt schneller kaputt. Ich versuche die Welt ein wenig besser zu machen. Überdenke meinen Konsum, überlege mir ob ich den Weg jetzt wirklich mit dem Auto fahren muss oder ob es nicht doch zu Fuß oder mit Longboard geht. Versuche Faire Produkte zu kaufen, die Umwelt nicht noch mehr zu zerstören. Damit ich meinem Kind sagen kann, dass ich alles in meiner Macht stehende getan habe, um ihnen eine bessere Welt zu hinterlassen. Deswegen bin ich auch politisch aktiv. Setze mich für den Humanismus ein und, das wird dir jetzt sicherlich nicht gefallen, für einen säkularen Staat. Also das Religion in Deutschland weiter an macht verliert. Ich sehe es eher umgekehrt. Da ja irgendwie alles Gottes Plan ist und Gott es ja richten wird, können religiöse Menschen leben als hätten wir noch drei oder vier Planeten auf Lager. Denn laut Bibel kommt eh irgendwann der Weltuntergang und Gott macht alles neu. Natürlich nur für die, die an ihn glauben.
Das war übrigens nur eines von vielen Beispielen, wo Menschen Rechenschaft ablegen müssen.
Was ich bei dir raus lese und was wohl der einzige Grund ist warum du an Gott glaubst ist, dass du irgendwann stirbst und dann alles vorbei ist. Du hast einfach nur Angst vor dem Tod. 

Kommentar von Qochata ,

Glaube ich an Gott? Ich glaube an Energie, die die Grundlage von allem ist. Ich habe Angst vor dem geistigen Tod. Dazu stehe ich auch.

Kommentar von Qochata ,

... Noch etwas weitsichtiger als der Atheist, könnte der Agnostiker schon sein.

Antwort
von Illuminaticus, 26

Weder noch, es ist einfach eine Glaubensueberzeugung. Jeder kann glauben was er will, es hat weder Vor- noch Nachteile.

Die meisten Menschen leben nach den Glaubensmustern die ihnen von den Eltern, Schule, Kollegen und Fernsehen eingeimpft worden sind.

Sie selbst haben keine Ahnung, was das ganze hier unten soll, wo sie herkommen und wer sie sind. Und keiner weiss Antworten, also glauben sie das, was ihnen am meisten zusagt oder sich wohlfuehlen koennen.

Und so geht das Leben fuer Leben, viele Fragen, keine Antworten.

Niemand gibt Antworten, die Religion nicht und die Wissenschaft auch nicht.

Kommentar von Qochata ,

Und wenn ein Atheiist auf die Idee käme, zu sagen: "Ok. auch ich kann mich irren. Es gibt vielleicht doch einen Gott, der die Welt erschaffen hat, der sich aber aus allem heraushält, was in ihr geschieht."  Damit wären auch alle sinnigen und unsinnigen religiösen Fragen beantwortet, und es gäbe keine Streitereien mehr darüber, ob z.b. Jesus Gottes Sohn war oder eben doch nur ein Prophet unter vielen. Natürlich kann jeder glauben, was er will, das macht ja auch jeder. Nur was bringt es? Der eine glaubt dieses, der andere jenes. Und jeder will recht haben. Davon abgesehen hat die Wissenschaft schon einige Antworten gegeben, z. b. dass die Erde nachweislich keine Scheibe sondern kugelförmig ist, dass sie sich um die Sonne dreht (und nicht umgekehrt) und dass sie eben nicht der Mittelpunkt des Weltalls und wahrscheinlich auch nicht der einzige bewohnte Planet im Weltraum ist. Des weiteren kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass sich unser Universum aus rein physikalischen Gründen selbst erschaffen hat. Und auch die sogenannte Weltformel wird eines Tages gefunden werden, die etliche andere, noch offenstehende Fragen zu beantworten weiß

Antwort
von Richard30, 30

Je nachdem. Wobei die Frage halt ist, warum du nicht glauben willst, ist es der Gedanke, das Religionen alle im unrecht sind, ist es der Zeitgeist, der Wille selbst darüber entscheiden zu dürfen, was richtig und falsch ist oder was anderes?

Kommentar von Qochata ,

warum soll ich etwas Unbewiesenes und dazu noch Indoktrinationhaftes  glauben?

Kommentar von Richard30 ,

Das ist zumidnestens ne Begründung, die meisten tuhen das halt nur, weils halt modern ist.

Aber klar, etwas unbewiesenes und unlogisches ist natürlich blöd zu glauben, aber ich weiss wie ich das aus meiner Sicht sehe. Ich selbst binn gläubig, glaube an die Bibel, aber ich selbst empfinde das als Logisch, aber ich hab mich damit auch ziemlich lange auseinander gesetzt, auch mit anderen Religionen, gewissen anderen philosophischen Ansichten e.c.t

Antwort
von Konzulweyer, 41

Ja, ein ethischer mit den Tugenden eines Gentlemans ausgestatteter Atheist.

Kommentar von Qochata ,

ja, und er hat auch keine Angst vor dem größten Blödsinn aller Zeiten: In die Hölle zu kommen

Kommentar von Konzulweyer ,

Fast alle Religionen spielen mit den Ängsten, nur der Buddhismus nicht.

Kommentar von Richard30 ,

Naja in ner niederen Form widergeboren zu werden, Karma uns sowas könnte man schon dementsprechend definieren.

Antwort
von DieSchiiten, 50

Es kommt darauf an, welches Leben du willst. Das vergängliche Leben auf der Erde oder das ewige Leben im Paradies/in der Hölle.

Doch ihr zieht das irdische Leben vor ,[87:16] wo doch das Jenseits besser und dauerhafter ist. [87:17]

Kommentar von Qochata ,

Wer kennt schon das Jenseits? Handelt es sich vielleicht um ein Parallel Universum? Wahrscheinlicher  jedenfalls als Himmel und Hölle.

Kommentar von DieSchiiten ,

Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles. (42:30)

Jeder wird nach seinen Taten berechnet. Manches bekommst du im Diesseits zurück und Manches im Jenseits. Wenn Er dir verzeiht wird dein Platz das Paradies sein und wenn nicht dann wird dein Platz die Hölle sein

Kommentar von Qochata ,

Da stimme ich dir teilweise schon zu, dass nämlich alles Negative, was wir zu Lebzeiten tun oder aussenden, wie ein Bumerang zu uns zurückkehrt - manchmal doppelt oder dreifach so schlimm.

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