Frage von Vordenkerin, 68

Ist es egal,wenn man Dinge logisch schlussfolgert,aber dennoch das macht,was man zuvor als schlecht empfand?

Heute hatte ich ein Gespräch mit meinem Vater und habe mich mit ihm sehr viel übers Gewicht unterhalten,nur mich außen vor gelassen und das Thema allgemein angesprochen. Ich habe auch normal reagiert und alles eigentlich verstanden. So wie,dass jeder einen anderen Körperbau hat. Dann kam ich mit dem Beispiel einer Freundin,die extrem fettleibig ist,aber sich nicht helfen lassen möchte und alles überspielt. Dabei habe ich noch betont,dass ja beide Seiten schlecht sind...zu Dünn und zu Dick,dabei dachte ich in den Hintergedanken ... Naja zu Dünn ist immer noch besser. Dann kam er mit dem Beispiel. Zu dünn ist beispielsweise genau so schlimm,wenn man nachher alles wieder erbricht. Und ich dachte mir... Hm..Wenn er wüsste... Eigentlich war ich ziemlich optimistisch und habe mich besser gefühlt,als er betont hat,dass es gar nicht schlimm ist,wie ich aussehe und das so gut und schön ist. Und er meinte,dass man sich auch nicht das ganze Leben übertrieben mit dem Gewicht beschäftigen soll..

Ich dachte jetzt wird alles besser... voher ist mir ein Missgeschick passiert und jetzt bin ich deprimiert... Ich dachte es wird alles besser und ich könnte eigentlich nach Draußen gehen..aber schäme mich irgendwie wieder,dass man mir mein Verhalten und Denken ansehen kann.

Hab bis jetzt auch fast nichts gegessen und dachte in der Stadt könnte ich ja zum Mittag einen Salat holen ...aber finde die Vorstellung schlimm,was die Anderen dann denken,wenn ich esse. Und irgendwie habe ich Angst vor der nächsten Mahlzeit... Ich könnte sagen,dass ich voher mit meinem Vater gegessen habe,aber vielleicht würde sie dann Fragen,ob das so war... Und dann ist meine Selbstdarstellung falsch,obwohl ich nicht sooo sehr denke,dass das passieren könnte...

Ich gab es jetzt seit mindestens 2 Monaten geschafft normaler zu essen und Sport zu machen,aber das kommt irgendwie Alles wieder und dann ignorier ich das wofür ich mich voher eingesteht habe...

Ist das ein normales Verhalten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von clarabelle, 39

Hmmm sagen wir normal ist relativ :-/

Antwort
von Serela, 14

Normal im Sinne dessen, dass Menschen dazu neigen, auch Dinge zu tun, die ihnen schaden: ja. Gut für dein Selbstwertgefühl, deine Gesundheit und vieles andere: nein. Und das ist der Punkt.

Du bist an das Ganze jetzt eine Weile rational rangegangen, das funktioniert aber nicht auf Dauer, denn dein Unterbewusstsein will alles beim Alten belassen, weil es sich dann paradoxerweise sicherer fühlt (keine Änderung=keine Probleme, unser Unterbewusstsein ist zwar in vieler Hinsicht genial, aber bei dem Thema extrem dumm). 

Du kannst die Dinge nicht auf einen Schlag mit Gewalt ändern, dazu braucht es kontinuierliche Änderung deiner Gewohnheiten. In deinem Inneres haben sich einige ziemlich ungesunde Glaubenssätze festgesetzt, die du erstmal sorgsam wieder herauslösen und ersetzen musst. Das braucht Zeit und ist am Anfang ziemlich schwer, aber ich kann dir versprechen: es wird leichter und es lohnt sich. 

Lass dich vor allem nicht von "schön und schlank in x Tagen"-Blabla einlullen, und gib kein Geld für "spezielle Diäten" aus, wirkliche Veränderung reift in dir heran, wenn du dich um sie kümmerst, und dafür braucht es nur regelmäßige Besinnung und eine Idee, wie man an sowas herangehen kann. Dafür rate ich zu "Lebenshilfe/Selbsthilfe"-Büchern, die dich ernst nehmen und deine Werte, Wünsche und Ziele in den Mittelpunkt stellen. Denn das solltest du auch tun. 

Antwort
von Schwoaze, 52

Nein. Und das weißt Du auch. Du weißt, dass es nicht normal ist, nicht zu essen. Du weißt auch, dass es nicht gut ist, so zu leben. 2 Monate hast Du den Weg in die Normalität geschafft. Mach einfach weiter so, es kann ja überhaupt nix geschehen.

Kommentar von Vordenkerin ,

Vielleicht wäre das besser,wenn alles wie voher wäre .. Dann hätte ich was um mich in Stressreaktionen besser abreagieren zu können und vielleicht werde ich ja irgendwie dicker und verliere die Kontrolle ohne Das alles.

Kommentar von Schwoaze ,

:-)   ... wenn Du mit mir redest (schreibst), redest Du mit jemandem, der ein absoluter Genuss-Mensch ist.

Es kann ein Genuss sein, in der blühenden Wiese einen Schmetterling zu beobachten.

Es ist ein Genuss für mich, die Abendlektüre ins Federbett gekuschelt zu beginnen.

Aber es kann genauso genussvoll sein, sich einen Tee zu machen, und ein herrlich zartes Croissant dazu zu essen.

Im Hinblick auf das Ergebnis ist es für mich auch ein Genuss, mir ein  gutes Mahl zuzubereiten. ... ich nehme an, das hast Du noch nie versucht. Vielleicht kannst Du einmal mit Deiner Mutter gemeinsam etwas kochen. Oder besuche einen Kochkurs.

Vielleicht erscheint es Dir dann weniger... unangenehm, zu essen.

Antwort
von Mel1998, 40

Normal ist's sicher nicht. Allgemein das man sich so viel mit Gewicht usw. beschäftigt. Mir geht's leider genau so. Erstelle mir schon einen Plan mit Ernährung und Sport.. Dabei bin ich knapp am Untergewicht. Weißt du denn was die Ursache für dein gestörtes Essverhalten ist? &Wie alt bist du + Größe und Gewicht? Wünsche dir alles Gute! 

Antwort
von najadann, 38

Bulimie (Essen mit nachträglichem erbrechen) ist eine
Essstörung und endet tödlich, wenn man nichts dagegen tut.

Aus deiner Erklärung kann man leider nicht erkennen, was
denn dein Problem ist.

Um brauchbare Antworten zu erhalten, musst du mehr von dir
erzählen, unter anderem wie gross und wie schwer du bist.

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