Frage von Chiaralau, 20

Ist es beim Ritzen eigentlich immer so, dass man immer tiefer schneidet?

Ich habe das jetzt schon ganz oft gehört, dass die Betroffenen von Mal zu Mal tiefer werden. Gibt es dafür eine Erklärung und gibt es auch Ausnahmen? Und stimmt es, dass z.B. Borderline tiefer ritzen als Depressive etc.?

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von schloh80, 6

Nicht zwangsläufig, aber es ist bei manchen so.

Es kommt auf die Funktionalität des Symtoms an.

Bei einigen entwickeln sich suchtähnliche Strukturen, die zu analogen Entwicklungen führen ("Dosissteigerung" und "Toleranzentwicklung" und zunehmender Kontrollverlust über Beginn und Ende und Verlauf des Verhaltens).

Hier kommt es durchaus zu Steigerungen. Solche Patienten werden dann oft "Drehtürpatienten" in der Chirurgie und haben ein hohes Risiko, sich auch lebensbedrohend und dann ggf. auch tödlich verlaufend zu verletzen.

Antwort
von newcomer, 4

das svv hängt nicht von Art der psychischen Störung ab sondern durch die vielen Gedanken die einem durch den Kopf gehen versucht man Ablenkung durch Schmerzen zu bekommen. In dem Moment konzentriert sich der Kopf an den Schnitten. Hierbei ist nicht die Tiefe wichtig sondern das was man spürt.
Den Betroffenen ist dabei egal welche Narben sie zurückbehalten, hauptsache man kommt eine Zeit lang aus der Gedankenlawine raus.
Deshalb ist es für Mitmenschen schwer den betroffenen zu helfen.
Hierbei braucht es schon Psychologen und enorm viel Therapiezeit

Kommentar von Chiaralau ,

aber wieso ritzen dann so viele unterschiedlich, weil man hat ja auch schmerzen wenn man nicht so tief schneidet und vergisst dadurch seine Probleme in dem Moment genau so...

Kommentar von newcomer ,

durch mehrfaches Ritzen gewöhnt sich der Körper mehr und mehr an die Schmerzen sprich empfindet weniger weil er sozusagen abstumpft

Kommentar von FlyingDog ,

Die Tiefe, die Intenivität einer SV hängt davon ab, wieviel innerer Druck abgebaut werden muss.


Beide Schädigende Verhaltensweisen dienen vornehmlich dazu, angestauten inneren Druck abzubauen, gut zu vergleichen mit einem Druckdampftopf auf dem Herd.


Das Druckventil geht auf und der Druck im Topf kann entweichen.


Das Ventil bei einem Menschen ist dann das SVV/SSV.


Deshalb wird anhand psychosomatisch orientierten Therapien versucht dem Patienten, statt dem SVV/SSV als Ventil, verletzungsfreie Hard/- Softskills als Handwerkszeug in die Hand zu lege .


Kann ein Patient das für sich annehmen, so kann man mit den Handeerkszeug wunderbar und sehr effektArbeiten.

Antwort
von FlyingDog, 6

Hallo.

Nein, dem ist nicht zwangsläufig so.

Ein Missverständnis muss ich nochmal aufgreifen, wenn du erlaubst.

SSV/SVV ist nicht davon abhängig, ob man an einer Persönlichkeitsstörung Bordeline-Typ leidet oder nicht.

Nicht alle Personen, die SSV/SVV anwenden, leiden automatisch an einer Persönlichkeitsstörung Borderline-Typ und nicht jede/r der der an einer Persönlichkeitsstörung Borderline-Typ leidet, wendet automatisch auch SVV/SSV an.

Kommentar von Chiaralau ,

ok danke aber was heißt ssv?

Kommentar von FlyingDog ,

Danke, das du nachfragst.


Neben dem selbstverletzendem Verhalten gibt es auch noch das selbstschädigende Verhalten (SSV) welches man auch als Risikoverhalten kennt.


Ein Beispiel ist, bei Rot über die Ampel zu gehen und das Risiko bewusst einzugehen, von einem Fahrzeug angefahren zu werden.

Antwort
von SosoDaisy, 5

Dem was newcomer gesagt hat schließe ich mich an, ich denke, dass man sich halt an eine gewisse tiefe gewöhnt und dann für ein "gutes" Ergebnis tiefer werden muss. Ist wie mit Zigaretten irgendwann reicht eine nicht mehr, dann raucht man 2, dann 3, ... ist aber nicht bei allen so.

Antwort
von Lucky234, 5

nun es wird nicht jedes mal tiefer, aber man entwickelt eine gewisse Toleranz, dadurch muss man mehr/tiefer schneiden um den selben Effekt zu erreichen

Kommentar von Lucky234 ,

das mit Borderline und Depressionen ist Schwachsinn.

ich z.b. habe Depressionen und ritze (leider) nicht besonders oberflächlich, war auch schon des Öfteren beim Nähen

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