Frage von viviander79, 94

Ist es aus solchen Gedanken / Aussprüchen, dass so viele Frauen in Deutschland Hausfrauen bleiben?

Ausschnitt aus einer (evangelischen) Predigt zum Thema ''Zufriedenheit'':

''Ich kenne eine Predigersfrau, deren Mann einen guten Lohn hat. Sie könnte damit auskommen, aber weil sie im Vergleich zu anderen weniger hat, ist sie unzufrieden. Deshalb arbeitet sie noch außer Haus. Oftmals muss der Mann für die Kinder sorgen. Ich bin überzeugt, dass diese Familie nicht die glücklichste ist - einfach deshalb, weil die Mutter unzufrieden ist. Ich kenne aber auch ein Ehepaar, das lange Zeit Missionsarbeit in Korea tat. Jetzt leben sie zu Hause von einem ganz minimalen Einkommen. Sie sind wirklich glücklich. Man sieht es ihnen an. ... Zufriedenheit ist bei weitem mehr wert als irgendwelche materielle Besitztümer....''

Antwort
von danhof, 34

Wenn ein Gehalt ausreicht, warum sollte der andere nicht zuhause bleiben?

Kinder sind eine Investition in die Zukunft. Wäre es nicht vorteilhaft, sich mehr um sie kümmern zu können, damit sie in der Schule besser abschneiden?

Ich verurteile niemanden, der voll arbeiten muss. Aber besser für die ganze Famlie ist es sicherlich, wenn einer zuhause bleiben kann.

Übrigens ist die Verteilung regional sehr unterschiedlich. In Ostdeutschland gehören Hausfrauen zur Ausnahme. Zu DDR-Zeiten wurde propagiert, dass Frauen eben auch voll mitarbeiten sollen/müssen.

Im Westen ist es eher umgekehrt. Dort war es zumindest bis vor 20 Jahren fast schon verpöhnt, wenn eine Mutter arbeiten geht. Ganztagsschulen, Krippen... das kannte man in manchen ländlichen Gegenden vor 10 Jahren noch nicht - und wusste auch nicht, wozu es gut sein sollte.

Da prallen einfach zwei Ideologien aufeinander.

Und die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte...

Kommentar von Rixon ,

Sehe ich auch so. Deswegen bleibe ich als Mann einfach zu Hause und kümmere mich um Haushalt und Kinder.
1. Weil meine Frau einfach den deutlich besseren Job hat und gut das doppelte verdient, als ich es vorher habe

2. Weil es einfach cool ist, seine Kinder aufwachsen zu sehen. Die ersten Schritte. Neue Wörter. Es ist einfach cool. und wenn man arbeitet, verpasst man das alles. Ich will das nicht verpassen.

Kommentar von LouPing ,

Hey Rixon

Wir teilen uns die intensive Zeit und bereuen das keine Minute. 

Kommentar von Rixon ,

Das geht bei uns leider nicht. Meine Frau verdient doppelt so viel wie ich. Würde sie Teilzeit arbeiten, müsste ich Vollzeitarbeiten um das auszugleichen. Und das wäre dann doch sehr ineffektiv.

Antwort
von BarbaraAndree, 33

Diese Predigt bezieht sich nur auf zwei Familien, die dre Pfarrer womöglich persönlich kennt und das als Grundlage seiner Predigt verwendet hat.

Ich kenne genug Familien in unserem Feundeskreis, die sich die Kinderbetreuung teilen und alles andere im Haushalt auch. Beide arbeiten, weil jeder von ihnen eine qualifizierte Ausbildung hat und mit dieser Planung sehr zufrieden ist. Ob nun die Mutter zu Hause bleibt oder der Mann Erziehungszeiten wahrnimmt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Zufriedenheit muss man nicht unbedingt davon abhängig machen, ob man genug Geld hat oder nicht.

Antwort
von kasva, 17

Also das liegt ganz nach der Person, die Zufriedenheit...

Ich kenne z.B, eine Hausfrau, zweifache Mutter, Sozialpädagogin-studiert. Ihr Manns Gehalt reicht da vollkommen und sie scheint sehr zufrieden mit ihrem Leben zu sein..!

Antwort
von Dxmklvw, 38

Es ist einfach auch so, daß viele Frauen begriffen haben, daß der Hausfrauenarbeit sehr viel Anerkennung entgegengebracht wird, und sei es nur durch freundliche Worte, ab und zu ein paar Blumen usw.

Bei berufstätigen Frauen sieht es zunehmend deutlich anders aus. Die Anerkennung in den Betrieben äußerst sich in sehr vielen Fällen durch immer mehr Leistungsdruck, immer mehr Arbeitsplatzübergriffigkeit in die privaten Bereiche und immer mehr Tätigkeiten, die sozial sinnwidrig sind.

Geld ist da sehr oft auch nur dann "alles", wenn es ohne dem nur ausreicht, um nicht zu verhungern.

Jedoch gibt es auch immer mehr Männer, denen Hausmännertätigkeit lieber ist als ein Leben als Roboter.

Lediglich in der Gesamtheit betrachtet meine ich, daß solche Fälle nach wie vor nur die Ausnahme sind, durch die die Regel bestätigt wird. Das Prädikat der großen Masse ist weiterhin, kaum etwas zu begreifen.

Antwort
von MoBruinne, 28

Allein in deiner Fragestellung schwingt ja schon mit, dass manche Frau "nur" als Hausfrau zu Hause bleibt, dass diese Entscheidung also weniger wert ist als arbeiten zu gehen.

Wer so denkt war definitiv noch nie längere Zeit (also jahrelang) für einen Haushalt und Kinder verantwortlich. "Ich manage ein sehr erfolgreiches Familienunternehmen" wie es in der Werbung gesagt wird, stimmt nämlich durchaus.

Viele Frauen - wie ich selbst - entscheiden sich dafür, weil sie das Wohl der Familie für wichtiger halten, als noch ein paar Euro mehr. Klar wäre etwas mehr Geld nett, aber wer holt dann den Junior mittags ab, weil ihm in der Schule schlecht wurde? Wer deckt 12 Wochen Schulferien ab? Wer ist einfach da, wenn die Kinder nach Hause kommen und kann sich den Knopf an die Backe labern lassen?

Jedes Paar / Jede Frau muss die Entscheidung: "Arbeiten gehen oder nicht" für sich selbst beantworten. Schlimm ist es, wenn sie mit der Entscheidung nicht wirklich zufrieden ist. Und diese Zufriedenheit hat mit Arbeit außer Haus oder zu Hause nicht so viel zu tun. Es ist die Frage, ob ich mir mein Leben mit Familie so einrichte, dass es meinen Überzeugungen entspricht.

Ich kenne Frauen, die könnten auf keinen Fall komplett zu Hause bleiben. Da würden sie einfach verrückt werden.

Ich kenne allerdings noch sehr viel mehr Frauen, die unter der Doppelbelastung: Arbeit und Familie sehr leiden, weil sie keiner Seite so richtig gerecht werden können.

Also: Zufrieden ist ein Mensch dann, wenn er so lebt wie er denkt. Das ist meine Meinung.

Kommentar von Rixon ,

Warum redest du nur von Frauen. Es gibt auch Hausmänner (wie mich), die die gleichen Gedanken haben. Sind die nicht erwähnenswert?
Ich werde als Hausmann noch viel mehr belächelt als so manche Hausfrau. Mir wird teilweise sogar die Männlichkeit abgesprochen. Ich sei kein echter Mann. Der Mann geht doch arbeiten. Ist die Frau jetzt der Chef? Sowas darf man sich anhören. Ganz ehrlich? Ich hätte gerne die Probleme der Hausfrauen. Da würde es mir deutlich besser gehen. Die Hausfrau kann es immer sagen, dass sie Hausfrau ist. Für mich ist es manchmal besser, wenn ich einfach sage, dass ich arbeitslos bin. Da ist mein Ansehen gesellschaftlich höher als als Hausmann.

Kommentar von MoBruinne ,

Ich schreibe von Frauen, weil die Fragestellung so war. Aber du hast recht - es gibt Hausmänner. Und vor euch ziehe ich wahrlich den Hut!

Antwort
von Gugu77, 16

Deine Titelfrage beinhaltet eine falsche Annahme. In Deutschland hat in den letzten Jahren die Anzahl der erwerbstätigen Frauen zugenommen.

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/03/PD14\...

Dieser Ausschnitt aus einer Predigt hat bestimmt keinen Einfluß auf das Verhalten von Frauen. Die Kirche hat längst den Einfluß auf die persönlichen Entscheidungen eines jeden verloren.

Zudem sind hier nur Annahmen zu lesen und keine Fakten: "Ich bin überzeugt,(...)" - das gibt keine Auskunft darüber, ob die im Beispiel genannte Frau glücklich oder unglücklich ist.

Darüberhinaus ist die Predigt offensichtlich tendenziös. Ist Deine Frage suggestiv? Oder was willst Du wissen?

In unseren heutigen Zeit nehmen sozioökonomische Bedingungen  einen entscheidenden Einfluß auf die Entscheidun über die Aufnahme (oder den Zeitpunkt) einer Berufstätigkeiten nach der Geburt von Kindern. Ich würde schon fast sagen, dass es in den meisten Fällen nicht mehr möglich ist, eine Familie von nur einem Einkommen zu ernähren.

Darüberhinaus spielen doch auch die individuellen Wünsche der Frau eine Rolle- jeder wird anders glücklich und setzt andere Prioritäten.

Antwort
von aermelvollschee, 13

Ich habe 2x Babyjahr gemacht und habe ambivalente Erfahrungen gemacht.

Es ist natürlich irgendwie schon ein Fulltime-Job in der Weise, daß man nicht viel anderes machen kann, zumindest in der Baby - Zeit.

Eigenes Business nebenher aufbauen: Fehlanzeige...

Als ich das aber akzeptiert hatte, war es für mich natürlich schon um einiges entspannter, als Arbeiten zu gehen ;)

Die Kehrseite des "Dolce far` Haushalt"  ist allerdings, das man mit der Zeit etwas vereinsamt - in den Krabbelgruppen und Cafes im Viertel sitzen tagsüber halt immernoch fast nur die Mütter mit ihren kleinen; auch beim Babyschwimmen und in der Babysauna..... tja ...und junge Mütter - - das fand ich schon ein recht eintöniges Klientel auf Dauer; auch wenn ich rein gesprächstechnisch bei den ganzen Kinderthemen natürlich voll im Saft war... :)

Aber ansonsten gab es nicht gerade viele gemeinsame Interessensgebiete...

Fühlt sich als Frau aber wahrscheinlich schon anders an.

Also am besten sollte man als Mann mit ein paar anderen coolen Vätern gleichzeitig  Hausmann sein, und dann mit dem Bulli voller Babys durch die Kante, das wäre schon schön  ! ;)


Antwort
von josef050153, 3

Die Gier nach Mehr ist der erste Grund dessen, warum so viele Frauen arbeiten gehen.

Der zweite Grund sind die Männer, die unfähig sind, eine Familie zu ernähren, aber unbedingt eine haben wollen.

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